Düfte und Farben einarbeiten

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Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Tina P » 6. Oktober 2017, 10:12

Liebe Rührgemeinde,

bislang habe ich nur Kosmetik gerührt, diesmal möchte ich mich an eine Seife wagen. Die Basisartikel habe ich bereits gelesen, das erste Rezept durch den Seifenrechner gejagt:

Kokosöl 500g
Mandelöl 300g
Rapsöl 200g
Wasser 335g
Natronlauge 145g

Kann man eine wasserlösliche Farbe gleich über die Lauge einarbeiten?
Und die Düfte über die Fettphase?
Bei einer Arbeitstemperatur von 35-40°C sollte sich ja nichts verflüchtigen. Oder liege ich da falsch?

Wie kann man einen eher dünnen Pudding herstellen? Das würde das Formen gießen erleichtern, vermute ich Mal.

Besten Dank im Voraus für eure Hilfe!
Liebe Grüße,
Tina

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g-ulli
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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon g-ulli » 6. Oktober 2017, 10:45

Ich versuche dir ein paar Antworten zu geben:
-Farbe und Duft kommt immer zu letzt in den Seifenleim, die Lauge wird sehr heiß und es ist nicht sinnvoll dort Farbe einzuarbeiten
-Manche Düfte dicken den Leim schnell an, dann ist ein flüssiger Pudding nicht möglich (ich weiß nicht, mit welchem Duft du arbeiten möchtest)
- Arbeitstemperatur bedeutet ich lasse Fette und Lauge auf diese Temperatur ABKÜHLEN und gebe dann die Lauge in die Fette (ich arbeite übrigens höchstens bei 35 Grad)
Meinst du mit Natronlauge NaOH?
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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Tina P » 6. Oktober 2017, 11:34

Liebe Ulli,

vielen Dank! Ja, mit Natronlauge meine ich NaOH.
Ich dachte, dass man Düfte und Farben möglicherweise vor der Verseifung zugibt, damit sich alles besser verteilt. Ich stelle mir vor, dass es nicht so einfach ist, in einem Pudding alles schön homogen zu kriegen.

Beim Auflösen der NaOH wird es heiß, und ich wollte daher die Lösung auf ca. 35-40°C abkühlen lassen und dann schluckweise in die Fettphase (ebenfalls 35-40°C) einarbeiten - das meinte ich mit Arbeitstemperatur. Dann startet die Verseifung und es wird wieder warm - soll man kühlen, z.B. mit Wasserbad? Oder ist das nicht so wichtig?

Eine Gelphase erhält man ja erst bei höheren Temperaturen, worin liegt der Vorteil der Gelphase?

Welche Düfte verdicken den Seifenleim rasch?
Ich hab sowohl ÄÖs (Lavendel, Bergamotte, Orange) als auch PÖs.

Ich hoffe, meine Anfängerfragen sind nicht zu trivial...
Herzliche Grüße,
Tina

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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon g-ulli » 6. Oktober 2017, 11:42

Doch mit dem MixStab kriegt man Duft und Farbe homogen in den Seifenleim.
Kühlen im Wasserbad ist nicht sinnvoll, im Normalfall soll die Seife ja in die Gelphase, damit der Verseifungsprozess schneller statt findet. Nur Milchseifen stelle ich kühl.
Och....wegen den Düften, da gibt es so viele verschiedene....und auch verschiedene Firmen, die Seifen-Duftöle anbieten.
Ätherische Zitrusdüfte halten sich in der Seife nur schlecht.
Darf ich fragen, ob du ein Buch zu Hause hast oder wo hast du dich ins Basisiwissen eingelesen?
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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Tina P » 6. Oktober 2017, 12:04

Ich hab mich hier im Forum und auf Naturseife.com eingelesen. Verseift habe ich schon öfter beim Chemie-Studium und später im Labor- allerdings nicht um Seife herzustellen... :kleinehexe:

Wie gesagt, was Seifen betrifft, bin ich blutiger Anfänger :sunny:
Hast du einen Buchtipp für mich?

Letztendlich geht wohl nix über probieren...
Ich lege dann Mal los!

Vielen Dank für deine Tipps,
liebe Grüße,
Tina

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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon g-ulli » 6. Oktober 2017, 12:06

Hier im Forum gibt es einen Beitrag über Seifen-Bücher. Den müsstest du über die Suche finden.
Dort stehen viele Infos.
Viel Spass beim Seife herstellen, ich hoffe wir werden Bilder sehen vom Erstlingswerk ;-)
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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Tina P » 6. Oktober 2017, 18:16

Schönen Abend!

Das erste Rezept hat mehr oder weniger geklappt. Mit der eigentlichen Verseifung ist alles gut gegangen, sogar gegelt hat es.

Aber das PÖ!!! Ich benutze selten solche Mengen (5g/500g Fett) - jedenfalls habe ich eine halbe Stunde lang geschnupft und geniesst, ich hab gedacht, mich zerreißt's!!! Und viel zuviel Farbe, das war echt nicht schön... :lach:

Und dann hab ich noch einen 2. Versuch gestartet, diesmal mit der Backrohr Methode. Und nur 3g von einem anderen PÖ.
Der Topf ist übergegangen und die Seife war trocken und irgendwie bröselig. :huhu:

Den Rest des Nachmittags hab ich mit Putzen verbracht... :popohauen:
Morgen versuch ich es nochmals, es kann nur besser werden!

Aber noch eine Frage: wie krieg ich einen dünnflüssigen Seifenleim hin?
Nächste Woche kommen meine hübsche Seifenformen von Manske und ich hab keine Ahnung, wie ich den Pudding gießen soll.

Danke und schönen Abend,
liebe Grüße,
Tina


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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Johanniskraut » 6. Oktober 2017, 18:44

Bei vielen Lieferanten die Parfümöle liefern steht beim Produkt, wie sich das PÖ verhält. Es kann nicht nur andicken, sondern den Seifenleim auch verfärben.

Ich habe einige Bücher, aber ich finde, die sind schön zu lesen, aber es hilft wirklich nur probieren.

Beim Duft nehme ich etwa 3% der Gesamtfettmenge. ÄÖ etwas mehr.

Einen dünnen Leim kannst du durch Zusammensetzung der Öle und Fette bekommen. Du kannst aber einfach schon aufhören zu pürieren sobald der Leim emulgiert ist, also sobald sich Öl und Lauge schön verbunden haben.

Viel Spass!

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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Kunstblume » 6. Oktober 2017, 19:07

Manche PÖ's dicken (stark) an, manche heizen auf, manche sind brav, manche verfärben beige oder braun. Entscheide dich für ein PÖ und frag lieber nach, ob es zu diesem schon Erfahrungswerte gibt, bevor du es zum Seifenleim gibst.
Liebe Grüße, Nina

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Re: Düfte und Farben einarbeiten

Beitragvon Texana » 8. Oktober 2017, 23:20

Tina P hat geschrieben:Den Rest des Nachmittags hab ich mit Putzen verbracht... :popohauen:
Morgen versuch ich es nochmals, es kann nur besser werden!

Und wie ist es geworden? Du kannst zweimal das genau gleiche Rezept sieden und das Endprodukt ist nicht ganz genau gleich. Erfahrungen sammeln und nicht aufgeben. Es wird besser! :kleinehexe:
Liebe Grüsse
Ursula

Wo es nichts zu fragen gibt, gibt es auch nichts zu lernen. Hubertus Halbfas


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