Harter Bart durch Bartöl????

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Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 23. Juni 2017, 14:54

Ein Bekannter von mir hat sich, eher weniger "geplant", ein Bartöl gemischt.
Auf die gleiche Art und Weise, wie ich das vermutlich auch getan hätte, wenn ich nicht dieses Forum entdeckt hätte.

Nun stellt er fest, dass die Barthaare sich "härter" anfühlen sollen und auch weniger, bis kein Glanz vorhanden sei.
Mit einem kommerziellen Produkt sei dies anders!

Hier mal die Öle und Mengen, die er gemischt hat:
Trägeröle:
5ml Arganöl
5ml Traubenkernöl
5ml Mandelöl
5ml Kokosnuss
5ml Castor (Ricinusöl)
5ml Jojoba

Ätherische Öle:
3 Tropfen Ylang-Ylang
3 Tropfen Zedernholzöl
3 Tropfen Bergamotte
2 Tropfen Patchuli

Ich schildere später einfach mal meine Gedanken zu der Rezeptur. Die sind durchaus vorhanden, ich möchte aber nicht, dass diese die Meinungsbildung irgendwie beeinflussen.

Meint ihr, dass eine solche Mischung und/oder die Mischungsverhältnisse, für "Härte" und/oder weniger/kein Glanz verantwortlich sein könnten?

Eigentümlicherweise ist es so, dass von dem kommerziellen Öl nur Andeutungen existieren, wie es zusammengesetzt ist!!??
Nebenfrage: ist es nicht so, dass bei Kosmetikprodukten, die auf dem deutschen Markt angeboten werden, alle Inhaltsstoffe angegeben werden müssen?
Herzliche Grüße
Bernd


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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Rabin » 23. Juni 2017, 17:05

Die Inhaltstsoffe müssen auf der Verpackung stehen oder in der Verkausstelle einsehbar sein.

Ich finde übrigens, dass in der Mischung oben ziemlich viele Äös enthalten sind :gruebel:
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 23. Juni 2017, 19:43

Rabin hat geschrieben:... oder in der Verkausstelle einsehbar sein.

Da würde mich "brennend" interessieren, ob eine Internetseite als "Verkaufsstelle" angesehen werden könnte.

Rabin hat geschrieben:Ich finde übrigens, dass in der Mischung oben ziemlich viele Äös enthalten sind :gruebel:

Nicht unbedingt. Wobei ich noch nicht nachgesehen habe, ob das bezgl. Kopf-, Herz- und Basisnote stimmig ist.
Herzliche Grüße
Bernd


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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Rabin » 23. Juni 2017, 20:06

Heinerich hat geschrieben:
Rabin hat geschrieben:... oder in der Verkausstelle einsehbar sein.

Da würde mich "brennend" interessieren, ob eine Internetseite als "Verkaufsstelle" angesehen werden könnte.

Ich denke schon, wenn auf der Verpackung und der Seite nichts steht, dann müssten die die auf Anfrage rausrücken.

Heinerich hat geschrieben:
Rabin hat geschrieben:Ich finde übrigens, dass in der Mischung oben ziemlich viele Äös enthalten sind :gruebel:

Nicht unbedingt. Wobei ich noch nicht nachgesehen habe, ob das bezgl. Kopf-, Herz- und Basisnote stimmig ist.

Das ist meine persönliche Meinung, ich habe meine Kosmetik lieber unbeduftet, wenn ich duften will nehme ich eines meiner Parfums (hab ja genug Auswahl :duft: :kichern: )
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 23. Juni 2017, 20:21

Heinerich hat geschrieben:Nicht unbedingt. Wobei ich noch nicht nachgesehen habe, ob das bezgl. Kopf-, Herz- und Basisnote stimmig ist.

Heike verwendet ihren Haarölen 1 Tr. pro 10 ml, im Rezept oben ist fast die vierfache Menge. Auch wenn sie gut duften, es sind hochpotente Stoffe, daher lieber mit einer geringen Einsatzkonzentration anfangen und langsam hochtasten.
Edit: Ich weiß nicht, ob der harte Bart davon kommt, aber so als generelle Anmerkung. :klimper:
LG Annika

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 23. Juni 2017, 20:34

Annika hat geschrieben:Heike verwendet ihren Haarölen 1 Tr. pro 10 ml, im Rezept oben ist fast die vierfache Menge. Auch wenn sie gut duften, es sind hochpotente Stoffe, daher lieber mit einer geringen Einsatzkonzentration anfangen und langsam hochtasten.
Edit: Ich weiß nicht, ob der harte Bart davon kommt, aber so als generelle Anmerkung. :klimper:


Ahhhh, jetzt hat es sogar ein armer Mann verstanden!
Ich dachte mit "ziemlich viele ÄÖs" währen die 4 unterschiedlichen Duftrichtungen gemeint!!

Haaröl von Heike? Im Einsteiger-ebook event. ???
Dann könnte ich nachsehen, wenn ich mich erinnere, wo ich das abgespeichert habe .... :rolleyes:
3 Rechner sind deutlich zu viel ....
Herzliche Grüße
Bernd

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 23. Juni 2017, 21:42

Ja im E-Book :)
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 23. Juni 2017, 22:58

Ich habs gefunden! :mrgreen:
Herzliche Grüße
Bernd

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 06:25

Ist ggf. OT aber zur Info, weil das KK-Produkt erwähnt wurde, dass besser wirken soll.
Es handelt sich um das Benjamin Bernard Beard Conditioning Oil. Es wird beinahe ständig zum Angebotspreis (12,95, 100ml) angeboten.
Nach mühsamster Recherche hab ich auch herausbekommen, woraus es zusammengesetzt ist:
- Paraffinum Liquidum (Mineralölprodukt)
- Prunus Amygdalus Dulcis (Mandelöl)
- Argania Spinosa Kernel Oil (Arganöl)
- Ricinus Communis (Ricinusöl)
- Jojobaöl
- Persea Gratissima (Avocadoöl)
- Salvia Sclarea (Muskatellersalbei)
- Lavendula Angistifolia (Lavendelöl)
- Parfum
- Limonene (Duftstoff)
- Linalol (Duftstoff)
- BHT (Butylhydroxytoluol; aber was genau das ist, ist mir nicht bekannt)
- Citronellol (Duftstoff)
- Citral (Duftstoff)

Einige der Duftstoffe, kommen, soweit ich das verstanden habe, "natürlich" in Ätherischen Ölen vor, müssen aber, wg. event. allergener Potenz, gesondert deklariert werden.

Ich bin nicht sicher, ob ich den Bartträgerkollegen vom Verzicht, des KK-Produktes, überzeugen kann.
Gerade deshalb ist für mich momentan der Hinweis auf zuviel ÄÖ und daher ggf. ein agressives Verhalten der Selbstmischung, besonders wichtig. Bin selbst nicht drauf gekommen, weil (noch) viel zu wenig Ahnung, von der Materie.
Hätte mir auch passieren können, weil ich vielleicht einen zu intensiven Duft hätte herstellen wollen.
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Rabin » 24. Juni 2017, 07:36

Butylhydroxytoluol ist ein Antioxidationsmittel, das verhindern soll, dass die Öle ranzig werden.
Liebe Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Kunstblume » 24. Juni 2017, 07:46

Butylhydroxytoluol kann man durch Tocopherol ersetzen. Und statt Mineralöl ein Esteröl einsetzen, schon isses NK. ;-) Hier kannst du ein wenig über die Welt der ätherischen Öle nachlesen, auch dass sie schon nach kurzer Zeit im Blut nachweisbar sind, teilweise bemerkenswerte Wirkungen erzielen können, deutlich mehr als nur Duftstoffe sind.
Liebe Grüße, Nina

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 09:36

Kunstblume hat geschrieben:Hier kannst du ein wenig über die Welt der ätherischen Öle nachlesen, ...

Ja, ja! Macht nur weiter so mit mir armen alten Mannsbild! Ich werd hier noch zum Halbchemiker/-biologen/-pharmazeuten .... :rolleyes:
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 24. Juni 2017, 09:38

Bezüglich Duft: Du könntest dir, wenn du soweit bist, auch eine Duftmischung in Öl verdünnen und die tropfenweise zugeben. Auf diese Weise ist es einfacher eine ausgewogene Mischung zu bekommen ohne überzudosieren. Insbesondere weil du auf Kopf-, Herz- und Basisnote achtest, das ganze also parfümistische Qualität bekommt :D
LG Annika

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 09:48

Annika hat geschrieben:Insbesondere weil die auf Kopf-, Herz- und Basisnote achtest, das ganze also parfümistische Qualität bekommt :D

Hast Du Dich damit schon mal beschäftigt?
Ich bin nämlich immer noch ein wenig unentschlossen, ob ich parfümieren sollte oder nicht.
Hintergrund ist, dass ich, seit vielen Jahren schon, Düfte von Kenzo benutze und die nicht mit eigenen bedufteten Rührungen erschlagen will.
Nach einiger Sucherei bin ich auf die Internetseite "basenotes" gestoßen, auf der ich einige Infos über die Duftstoffe in Parfums etc. gefunden habe.
Eigentlich wollte ich versuchen, Düfte in den Rührprodukten daran anzulehnen.
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 24. Juni 2017, 09:57

Ja, hab ich, allerdings verwende ich keine gekauften Parfums und überhaupt nur sehr selten Parfum. Daher ist meine Ausgangslage ein bisschen eine andere. Auch meine Cremes bedufte ich nur selten, weil ich den Geruch der nativen Öle gern mag.
Wenn du beduftest schadet es bestimmt nicht, die verwendeten Öle an dein Parfum anzupassen. :gut:
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 11:32

Annika hat geschrieben:Ja, hab ich, ...

Kennst Du ggf. eine Seite, auf der etwas genauer über Grundsätzliches, zum Mischen, unter Berücksichtigung von Kopf-, Herz- und Basisnote, erläutert wird? Ich hab bisher wenig brauchbares gefunden.

Deinen Vorschlag, eine "Grundmischung" anzusetzen werde ich übrigens, mit Sicherheit, befolgen!
Ich frag mich, wieso ich noch nicht selbst darauf gekommen bin .... :rolleyes:
Vermutlich, weil mich das Aneignen von Infos sehr in Anspruch nimmt.
Ich hab den Eindruck, alles, worauf ich aufmerksam gemacht werde, sind "unbedingt notwendige" Grundlagen ...
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Rabin » 24. Juni 2017, 12:07

Heinerich hat geschrieben:Ich bin nämlich immer noch ein wenig unentschlossen, ob ich parfümieren sollte oder nicht.
Hintergrund ist, dass ich, seit vielen Jahren schon, Düfte von Kenzo benutze und die nicht mit eigenen bedufteten Rührungen erschlagen will.

Die meisten Kenzos sind eher olfaktorische Leichtgewichte (bis auf Jungle Elephant), bei der Herrenfraktion kenne ich mich nicht so aus, vermute allerdings anhand der Namensgebung das Gleiche ;-)
Heinerich hat geschrieben:Nach einiger Sucherei bin ich auf die Internetseite "basenotes" gestoßen, auf der ich einige Infos über die Duftstoffe in Parfums etc. gefunden habe.

Gibt es auch auf Deutsch :D
Heinerich hat geschrieben:Eigentlich wollte ich versuchen, Düfte in den Rührprodukten daran anzulehnen.

Ist der Originalduft aquatischer Natur wird es schwierig, die anderen Duftnoten sind einfacher nachzustellen, konzentriere dich darauf was mit den Hauptakkorden harmoniert.
Zum Beispiel: Zitrone - Lavendel - Zeder, ist in der Herrenfraktion recht häufig ;-)
Liebe Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 15:25

Rabin hat geschrieben:... konzentriere dich darauf was mit den Hauptakkorden harmoniert.

Mit den Hauptakkorden meinst Du die einzelenen generellen "Duftrichtungen", wie z.B. Chypre, Citrus, Fougère usw.?

Rabin hat geschrieben:Ist der Originalduft aquatischer Natur wird es schwierig ...

Ja, dass wurde mir bewustt, als ich nach meinen momentanen Duftfavoriten, L'Eau Kenzo Aquadisiac, recherchiert habe ...
Als Basisnote wird Guaiac wood genannt. Ein solches Öl habe ich bisher noch nicht gefunden. Bin aber, bei den Synonymen, noch nicht zu Ende, weil ich bisher nur kurz gesucht hatte. Ich weiß auch nicht, mit welchem anderen Basisdurft das vergleichbar wäre.
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Rabin » 24. Juni 2017, 17:42

Hier gibt es einen kleinen Steckbrief ;-)
Ich vermute allerdings, dass noch Calone mit drin ist, das wird in den Pyramiden gerne mal verschwiegen (das erzeugt diesen aquatischen Charakter)
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 24. Juni 2017, 17:53

Heinerich hat geschrieben:Kennst Du ggf. eine Seite, auf der etwas genauer über Grundsätzliches, zum Mischen, unter Berücksichtigung von Kopf-, Herz- und Basisnote, erläutert wird? Ich hab bisher wenig brauchbares gefunden.

Ich habe vor allem Bücher gelesen: Jean Pütz, Rita Stiens, Fred Wollner.
LG Annika

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 24. Juni 2017, 18:00

Danke für die Info!
Herzliche Grüße
Bernd


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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Gizzy » 26. Juni 2017, 06:34

zum Thema " harter Bart und weniger Glanz" hätte ich als Vorschlag Brokkolisamenöl, Heike schreibt in ihrem Porträt: "...vor allem in Haarpflegeprodukten wird es als glanzgebende Komponente und Silikonersatz beworben." Mangels Bart kann ich das nur in Bezug auf mein Haupthaar bestätigen.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon pflanzenölscheich » 26. Juni 2017, 15:06

Heinerich hat geschrieben:Ich werd hier noch zum Halbchemiker/-biologen/-pharmazeuten .... :rolleyes:

Immer weitermachen! Keine halben Sachen! :lachundweg:

Zu Bartverhärtung: In welchem zeitlichen Abstand merkt er denn das? Also wie lange nach dem Auftragen? :lupe:

Wenn es doch eine ganze Weile dauert, käme mir die Oxidation und dabei Polymerisation ungesättigter Substanzen (zum Beispiel Öl- und Linolsäure, aber auch von oxidationsempfindlichen Bestandteilen der ätherischen Öle) in den Sinn. Gerade an Barthaaren, die nich in ihrer ganzen Länge in Kontakt mit dem Hydro-Lipid-Film stehen, könnte das Wasser für die vollständige Hydrolyse der Triglyceride fehlen - die dann zu lange an der Haaroberfläche liegen bleiben und durch die insgesamt große Oxidationsoberfläche vielleicht allzu gut "verharzen" (also eigentlich polymerisieren), analog zur Aushärtung von Leinöl in traditionellen Ölfarben).

Solcherart mit "Bartölfirnis" überzogen könnte die Geschmeidigkeit der Haare leiden. Mandel- und Traubenkernöl (letzteres noch umso mehr wegen seines hohen Linolsäuregehaltes) können ohne ausreichende Hydrolyse zu einem derartigen Polymerfilm auf der Haut "trocknen" (so, wie man auch von Leinölfarben sagt, dass sie "trocknen") - und noch entsprechend besser auf den Haaren. Daher kommt übrigens auch der Name "trocknendes Öl", der also nichts mit dem Entzug von Feuchtigkeit zu tun hat. Das Rizinusöl könnte durch seine hohe Anhaftung und Viskosität die anderen Öle darüber hinaus auch stärker am Barthaar halten, als es wünschenswert wäre.

Das ist meine Theorie zu dem, was hier passiert sein könnte. :gruebel:

Ach ja: Mit dem (umstrittenen) BHT als Antioxidans könnte der kommerzielle Hersteller die Polymerisation seiner Öle (bis auf das Paraffin natürlich) zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen versuchen. Das mag neben der oxidativen Stabilität der ätherischen Öle ein wichtiger Grund für diese Zutat sein. Tocopherol (optional in Verbindung mit Ascorbylpalmitat) könnte hier als naturkosmetischer Ersatz dienen.

Einen wunderschönen Sommernachmittag wünscht und winkt
Harald :pfloesch:

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 26. Juni 2017, 15:54

pflanzenölscheich hat geschrieben:Das ist meine Theorie zu dem, was hier passiert sein könnte. :gruebel:

Holla. Die Erklärung wirkt ja sowas von wissenschaftlich, dass ich richtig neidisch werde!
Ich gebe mich halbwegs (schon wieder was Halbes! :D ) damit zufrieden, dass ich es verstanden zu haben glaube! :D

Ich bleibe auch nur noch bei der Fragestellung, weil sie mich selbst beschäftigt.
Der junge Mann hat nicht die Musse oder auch den Ehrgeiz, an seinen Ölen herumzuwerkeln. Er wird vermutlich zu KK-Produkten zurückkehren.

Mich umtreibt momentan noch, bis die letzten Reste meiner Bestellungen eingetroffen sind und ich die Praxisphase einläute, folgende Überlegung, auf die ich übrigens selbst gekommen bin (aber keine Lösung finde)!!??
Bereits eine winzige Recherche ergab, dass die Zusammensetzung des körpereigenen Talgs so aussehen soll:
Triglyceride ca. 43 %
freie Fettsäuren ca. 15 %
Wachse ca. 23 %
Squalene ca. 15 %
Cholesterin ca. 4 %

Wenn ich die Infos über Öle, auf olionatura.de richtig verstehe, dann sind in den Fettsäurespektren ausschließlich "freie Fettsäuren" aufgeführt!!?? Ich hatte gehofft, dass sich was anderes ergeben würde, damit ich, auf einfachste Art und Weise, ein/en Bartöl/Bartbalsam anrühre, der dem des körpereigenen Haartalgs entspricht. Meine "einfach gestrickte" Annahme war: "das wäre aber toll"!! :mrgreen:
Abgesehen davon, dass ich noch nicht so ganz verstehe, was Triglyceride sind, weiß ich nicht, wie ich herausbekommen soll, wie ich die Triglyceride geplant in meine Substanzen bekommen soll. Ich befürchte, dass ich da aber einer Illusion aufzitze, dass ich das planen könnte .... :cry:
Ebenso befürchte ich, dass die "Wachse" in der Info über Haartalg, nicht einfach mit den Rohstoffen "Wachse" gleichgesetzt werden könnten.
Ich liebe es übrigens, mir komplizierte Gedanken zu machen! Aber ich hasse es, dass ich dann relativ zügig gegen Mauern renne! :schocker:

Vielleicht hat irgendjemand Lust, mich zu frustrieren? :vollirre:

Frustrationstolleranzerweiternde :pfloesch: :heike: sind erwünscht! Schließlich will ich mich ja weiterentwickeln! :D
Herzliche Grüße
Bernd

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Annika » 26. Juni 2017, 19:56

Heinerich hat geschrieben:Wenn ich die Infos über Öle, auf olionatura.de richtig verstehe, dann sind in den Fettsäurespektren ausschließlich "freie Fettsäuren" aufgeführt!!??

Pflanzliche Öle sind Triglyceride, das heißt ein Glycerinmolekül verestert mit je drei Fettsäuren. Diese Triglyceride werden durch hauteigene Enzyme (die Lipasen) in Glycerin und freie Fettsäuren gespalten.

Und damit du noch ein bisschen in den Genuss von Haralds wissenschaftlichen Erklärungen kommst:
Etwas zu Fetten, Fetten auf der Haut, Fettsäurezusammensetzung der Haut und ich bin sicher, das Unterforum Kosmetische Chemie wird dir noch viel Freude bereiten. :P
LG Annika

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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 26. Juni 2017, 21:37

:freufreu: :bingo: :prosit:
Herzliche Grüße
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Re: Harter Bart durch Bartöl????

Beitragvon Heinerich » 27. Juni 2017, 15:51

Na gut! Dann eben nicht.
Zwar habe ich noch nicht alles, auch nur annähernd, begriffen aber zumindest, dass ich meine geniale Idee, die Zusammensetzung, bzw. die Wirkweise einer Ölmischung, so zu planen, dass sie an den Säureschutzmantel anpassbar ist, zu den Akten legen kann .... :rolleyes:
Also doch "nur" Grobplanung und "try and error" ....
Herzliche Grüße
Bernd


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