Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Fettsäurespektren, Jodzahlen und Fettbegleitstoffe – hier werden Öle, Buttern und Wachse en detail gewürdigt.

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Manuka-Bee
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Manuka-Bee » 15. September 2009, 03:36

ich kann gerade nicht schlafen... :cry:
Was auf jeden Fall ich noch ausprobieren will ist Wiesenschaumkrautöl, da dem Jojobaoel aehnelt und an sich sehr interessantes Spektrum aufweist, sehr neutral. Ich habe das Oel noch nie getestet, weiss allerdings, dass DADO dieses Oel einsetzt. Verwendet oder hat jemand schon getestet und wie ist die Resonanz? Ist das Oel sein Geld wert oder sollte man doch bei Jojoba bleiben? Leider habe ich im Forum nichts Konkretes dazu gefunden :nixweiss:
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Manuka-Bee
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Manuka-Bee » 15. September 2009, 04:36

Angela hat geschrieben:... Also - wie bringe ich Schnellspreiter dazu nicht in die Augen zu kriechen. Mein erster Gedanke - kombinieren mit Jojoba, Bienenwachs o.ä.
Und wie ist das mit Fettalkoholen? Mir fällt da als erstes Cetylalkohol ein. Wenn man nun Shea als Konsistenzgeber großzügig mit Cetyl ersetzt läuft man da nicht Gefahr eine ewig hungrige Haut zu bekommen?


Jojoba - ja, Fettalkohole - nein
bei leichten Emulsionen sind FAs einfach ueberfluessig, da sie, wie du anmerkst, mehr Negatives als Positives mit sich bringen.
Shea wird oft als ergaenzendes Lipid fuer Shutz und Rueckfettung eingesetzt, das stimmt, da ich Shea mittlerweile nicht so gerne bis gar nicht verwende, finde ich gerade die Kombi Lecithine+leichte Wachse in mini EKs als bessere Variante. Manchmal denke ich auch, dass Shea in Kombination mit bestimmen Oele wie Jojoba oder Avocado kein Muss darstellt. Deshalb bin ich Shea gerade so abgeneigt, mir wird einfach zu viel an Pflege...

kriechende Lipide habe ich leider nie erlebt oder nie so richtig wahr genommen, obwohl meine Augen schon etwas empfindlich sind... Emulmetik, so war meine Wahrnemung, hielt die Lipide gut fest, wenn ich vergleichen wuerde Emulsion mit Lipodermin mit und ohne Emulmetik, waren die Grenzstellen am Traenensack, also die Stelle wo eingecremte und nackte Haut sich treffen, mit hydr. Lecithin matt, ohne glaenzen diese Stellen etwas
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 05:40

Manuka-Bee hat geschrieben:Verwendet oder hat jemand schon getestet und wie ist die Resonanz? Ist das Oel sein Geld wert oder sollte man doch bei Jojoba bleiben? Leider habe ich im Forum nichts Konkretes dazu gefunden :nixweiss:

Ja, ich hatte raffiniertes. Es ähnelt Jojobaöl; ich habe dann nur – wegen der Bioqualität und Nativität des Jojobaöls – dieses nachgekauft. Ich glaube, Gisella hat(te) Meadowfoamöl (das ist Wiesenschaumkrautöl) unnraffiniert. :-)

Hier ist eine Suchroutine mit »Meadowfoamöl«.
Liebe Grüße
Heike


Vergissmeinnicht

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Vergissmeinnicht » 15. September 2009, 07:10

Heike hat geschrieben:
Vergissmeinnicht hat geschrieben:Hoffe, dass ich im richtigen Thread bin. Wenn nicht, bitte verschieben. Habe mal eine Frage wegen Papayaöl da ich kein Portrait davon sehe. Es dürfte sich um ein nicht so beliebtes Öl handeln, da fast keine Beiträge darüber zu finden sind?.

Ich glaube, es gibt einfach zu viele Öle, so dass manche nicht weiter auffallen, wenn sie nicht besondere Qualitäten aufweisen.

Zu Papayaöl, auf die Schnelle gefunden: »The fatty oil of the seeds contains 16.97% saturated acids (11.38% palmitic, 5.25% stearic, and 0.31% arachidic) and 78.63% unsaturated acids (76.5% oleic and 2.13% linoleic).« (Quelle)

Scheint Kameliensamenöl nicht ganz unähnlich. Ölsäurebetont, wird ein gutes Massageöl sein, langsam, aber gut einziehend, mittel rückfettend.


Danke Heike :)

Liebe Grüße
Regina

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 08:03

Angela hat geschrieben:Leider bin ich nicht zur letzten Einsicht gelangt woran es nun wirklich liegt. Was halt gar nicht geht ist Squalan ebenso hochprozentige Fettanteile in niedrigviskosen Emulsionen. Das ist jetzt nicht besonders genau definiert, ja - geht grad nicht besser :(

Ja, Squalan, Kokosöl, Babassuöl oder Neutralöl setzen die Viskosität der anderen Lipidkomponenten herab, so dass es eher zum Spreiten ins Auge kommt. Ich würde auch eher auf höherviskose Öle setzen, vor allem aber auf Jojobaöl. Es wird auf der Haut nicht gepalten (durch seine spezifische Struktur können es hauteigene Lipasen nicht zersetzen, so dass des (obwohl es so unfettig wirkt) sehr gut schützt und verhältnismäßig gering spreitet. Für uns sind an sich nur die schnellen Spreiter tabu. Etwas Wachs, wer mag: warum nicht? Oder eine leichte Butter (Nilotica, Mangobutter)?

Emulmetik ist perfekt für Augencremes. Es ist stabil, restrukturiert, spreitet nicht und polstert optisch leicht auf.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 08:46

Ich habe eine Frage an die Laborerfahrenen: das Rotbandfilterpapier des Shops oben ist nur 55 mm im Durchmesser; ich suche größeres. Herausgefunden habe ich, dass es wohl eine sehr geringe Porengröße hat (sagt man das so?) und mittel bis langsam filtert.

Frage: gibt es auch andere vergleichbare Rundfilter? Omikron hat welche … könnte ja mal nachfragen. Aber an sich geht es uns ja nur um eine Referenz unter einander. Ich bin fest entschlossen, eine interne Untersuchung zu starten und das Spreitverhalten verschiedener Öle zu messen. :-)
Liebe Grüße
Heike


Netti

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Netti » 15. September 2009, 15:32

Ich habe 7 cm Blaubandfilter zu Hause. Die haben aber eine noch geringere Porengröße. (2 statt 3)
Die habe ich mal in einem ebay-Shop mitbestellt.

Gibt es da spezielle Vorgaben über die Beschaffenheit? In dem Shop gibt es ja noch anderes Filterpapier.

Hab gerade gesucht, die Rundfilter scheint es bis 150 mm zu geben.


Vergissmeinnicht

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Vergissmeinnicht » 15. September 2009, 15:55

Heike ich hab mal eine hoffentlich nicht zu dumme Frage. Wenn ich mir die Basis- bzw. Wirkstofföle laut den Ölportraits für meine Hautbeschaffenheit zusammenstelle, soll ich da nun etwas anderes berücksichtigen als bisher? Ich meine wegen Deinen "neuen" Erkenntnissen.

Liebe Grüße
Regina

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 16:14

Vergissmeinnicht hat geschrieben:Heike ich hab mal eine hoffentlich nicht zu dumme Frage. Wenn ich mir die Basis- bzw. Wirkstofföle laut den Ölportraits für meine Hautbeschaffenheit zusammenstelle, soll ich da nun etwas anderes berücksichtigen als bisher? Ich meine wegen Deinen "neuen" Erkenntnissen.

Ich versuche das mal so zu skizzieren (abgesehen davon, dass jeder sich selbstverständlich das mischt, was ihm gefällt) :-):

Ich achte noch stärker als früher auf eine oxidationsstabile Ölbasis (die ich nun in die neue Gruppe B-0 gepackt habe), sprich Jojobaöl und Squalan, suche mir ein Öl aus B-1 und eventuell ein weiteres aus B-2 oder B-3 und ergänze es mit einem Wirkstofföl W-1 bis W-3. Die Nachtmischung setzt auf mehr B-3 und W-1 bis W-2.

Was sich die letzten Monate herauskristallisiert hat, ist die stärkere Arbeit mit Squalan, um die Emulsionen haptisch leichter zu konzipieren, da es unser schnellster verfügbarer Spreiter ist. Sheabutter liebe ich sehr, bin aber mit den Anteilen in meinen Cremegelen heruntergegangen. Ich sehe die Buttern mittlerweile viel stärker unter dem Aspekt des »Öls« unter Ölen, nicht mehr so sehr als Konsistenzgeber. Das bedeutet eben auch, dass ich sie auch mal aus einer Rezeptur herausnehme und dann eben auf ein fluideres Creme(=Hydrodispersions-)gel setze.

Ich habe einige Zeit mehr instabile Öle verwendet, also die linolsäurebetonten – und eben pure Poweröle. Mir scheint jedoch, die sanftere, neutralere Basis bekommt ihr besser, so wie ich es auch hier beschrieben habe.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 16:19

Netti hat geschrieben:Gibt es da spezielle Vorgaben über die Beschaffenheit? In dem Shop gibt es ja noch anderes Filterpapier.

In Dissertationen und Patentschriften wird das Spreitverhalten mit Rotbandfilter erläutert. Ich vermute, es eignet sich besonders, weil die Öle nicht völlig einziehen, aber sich schnell genug ausbreiten, um ein Ergebnis zu zeigen.

Ich gucke mir das in Ruhe an, wenn ich zuhause bin, da ist mein Bildschirm größer und ich habe eine Maus. :-D Danke für Deine Hilfe! :bussi:
Liebe Grüße
Heike


Netti

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Netti » 15. September 2009, 16:28

Büddeschhööön!
Wenn Du ein paar Blauband zur Probe haben möchtest, sag Bescheid. Die passen ja in einen Umschlag und sind ruckzuck da.

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 15. September 2009, 16:34

Netti hat geschrieben:Büddeschhööön!
Wenn Du ein paar Blauband zur Probe haben möchtest, sag Bescheid. Die passen ja in einen Umschlag und sind ruckzuck da.

:verlegen: Vielleicht zum Testen? 5 Stück? Dann kann ich sehen, was sich da tut und womit ich rechnen muss, um einen vernünftigen Versuchsaufbau hinzubekommen.

Sie müssen frei schweben (auf einem Glas, denke ich), und ich überlege, wie ich eine fest definierte Menge erhalte. Bei meinen letzten Versuch mit normalem Schreibmaschinenpapier habe ich einen Glasstab mit einer Folienstiftmarkierung versehen, in die Flasche getunkt und einen Tropfen gesetzt.

:laufen: Oh ja, oh ja. :fred:

Nachtrag: oder Du probierst es aus. Ich werde so oder so bestellen. Was meinst Du?
Liebe Grüße
Heike


Netti

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Netti » 15. September 2009, 16:47

Häääh? :gruebel:

Wer muss frei schweben?

Ich glaube, ich schicke Dir lieber welche. :argverlegen:


Vergissmeinnicht

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Vergissmeinnicht » 15. September 2009, 17:15

Heike hat geschrieben:
Ich achte noch stärker als früher auf eine oxidationsstabile Ölbasis (die ich nun in die neue Gruppe B-0 gepackt habe), sprich Jojobaöl und Squalan, suche mir ein Öl aus B-1 und eventuell ein weiteres aus B-2 oder B-3 und ergänze es mit einem Wirkstofföl W-1 bis W-3. Die Nachtmischung setzt auf mehr B-3 und W-1 bis W-2.


Danke Heike, genau das habe ich gemeint und gesucht aber nicht gefunden. :)

Liebe Grüße
Regina

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haselmaus
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon haselmaus » 16. September 2009, 19:07

Ein Tropfen ist aber je nach Viskosität des Öls unterschiedlich groß. (So wie mehr Honig an einem Messer hängen bleiben würde als Wasser)
Für ein definiertes Volumen würden sich eher Pipetten anbieten, denke ich. Hast du nicht eine Pasteurpipette zum Leonardo dazu bekommen? Dort könntest du auch mit einem Folienschreiber eine Markierung ziehen. Vielleicht kann dir auch jemand, der im Labor arbeitet eine schenken, dort sind sie Wegwerfprodukte. Man braucht nur so einen Saugaufsatz. Eine Transferpipette wäre natürlich noch schicker, aber die sind eben wirklich teuer - da müsstest du dir eine leihen.

Ach, ich finde es wunderbar, dass du Experimente machst! Da freut sich mein Physikerherz :D

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 17. September 2009, 10:39

haselmaus hat geschrieben:Ein Tropfen ist aber je nach Viskosität des Öls unterschiedlich groß. (So wie mehr Honig an einem Messer hängen bleiben würde als Wasser)

Ja, das habe ich auch gedacht … versuchstechnisch nicht ideal.
Für ein definiertes Volumen würden sich eher Pipetten anbieten, denke ich. Hast du nicht eine Pasteurpipette zum Leonardo dazu bekommen? Dort könntest du auch mit einem Folienschreiber eine Markierung ziehen.

Ich habe mir Pipetten mitbestellt. :ja: Nur: ich bekomme sie ja nicht vollständig sauber. Gut, dieser Test kann eh nicht wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und eine gewisse Spannbreite an Abweichungen muss man schon einplanen bzw. unter »irrelavant« buchen. Ich möchte eher prinzipielle Unterschiede z. B. zwischen Squalan, Mandelöl und – sagen wir mal – höherviskosem Baobaböl sehen (wobei ich dies zur Zeit nicht mehr habe).
Ach, ich finde es wunderbar, dass du Experimente machst! Da freut sich mein Physikerherz :D

Ich finde sowas auch hochspannend. :-) In meinem Beruf kann ich diese Ader ja nicht ausleben.

Eben sind Nettis Filter gekommen! :huepf: Einen dicken :knutsch: an Dich, gleich stelle ich die Öle raus, damit sie die gleiche Temperatur aufweisen, und heute am Spätnachmittag versuche ich mal, wie so ein Test prinzipiell ablaufen könnte.
Liebe Grüße
Heike


Netti

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Netti » 17. September 2009, 11:31

Hach, na zum Glück.

Die Post hier in Potsdam ist zur Zeit eine Katastrophe. Päckchen sind 1 Woche unterwegs und die Büropost kam hier gestern nach 16.00 Uhr an!
Da meine Waagen alle gleichzeitig kaputt gehen mussten, warte ich sehnsüchtig auf Post. Versandbestätigung von Amazone hatte ich schon am Montag. Ich glaube, ich drehe dem Postboten den Hals um. :<

Paar Pipetten habe ich auch noch. Und eine Stoppuhr. :D
Hab ich das richtig verstanden? Auf alkoholgereinigter fettfreier Haut einfach auftragen, nicht verreiben und dann den Filter aufdrücken und Durchmesser des Fettfleckes messen?
Ich warte lieber, bis Du den Versuchsaufbau fertig hast. Am Wochenende ist sowieso LetztesschönWetterausnutzen angesagt. Mit Hopfen-, Kastanien und Hagebuttensammeln :klimper:
Irgendwie muss ich ausgleichen, dass dieses Jahr wieder mal kein Urlaub möglich war.

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 19. September 2009, 13:40

Netti hat geschrieben:Paar Pipetten habe ich auch noch. Und eine Stoppuhr. :D
Hab ich das richtig verstanden? Auf alkoholgereinigter fettfreier Haut einfach auftragen, nicht verreiben und dann den Filter aufdrücken und Durchmesser des Fettfleckes messen?

Entschuldige, Netti, meine Antwort hat etwas gedauert. :-)

Der Originalversuch von Zeidler arbeitet mit Probanden, deren Unterarm-Haut mit einem alkoholgetränkten Wattebausch entfettet wird. Dann werden 4 mg Öl aufgetragen. Nach 10 Minuten wird der Ölfleck mit einem Papier abgetupft und die bedeckte Fläche in Quadratmillimetern mit Millimeterpapier gemessen.

In Patentschriften/Dissertationen fand ich Messversuche mit Rotbandfilterpapier, auf das das Öl aufgetragen wird; ansonsten bleibt der Versuchsaufbau weitgehend gleich. So wollte ich vorgehen. Ich habe mit Deinem Papier insofern »getestet«, als dass es sehr gut auf einige Rotweingläser passt. :-D Das Papier muss ja schweben, darf keinen Kontakt zu einer Oberfläche haben.

Mein Problem ist, dass die feine Pipette von meiner Leonardo zu fein ist und zu schnell auf die Druckunterschiede durch den Gummiball oben reagiert. Ich muss sehen, dass ich andere Pipetten bekomme, die feine Mengen aufnehmen, aber langsamer reagieren und mir eine bessere Feinmotorik erlauben. Dann werde ich zunächst grundsätzlich testen, ob ein solcher Versuch nennenwerte Unterschiede herausarbeiten kann – nicht gerade zwischen Mandel- und Aprikosenkernöl, aber Neutralöl sollte sich schon anders verhalten als Mandelöl und dieses anders als Baobaböl. Ich fände es schön, unter unseren mittleren Spreitern einige feine Unterschiede herauszuarbeiten.

Was mich als zweites Kriterium interessiert, ist der Grad der Rückfettung und das Einziehverhalten. Na, mal sehen, eins nach dem anderen. :-)
Liebe Grüße
Heike

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 19. September 2009, 18:06

Ich habe heute eine Pipette gefunden, eine, die man für ätherische Öle verwenden kann, und habe einen ersten Test durchgeführt, quasi einen »Test des Testverfahrens«:

Markierung auf die Pipette aufgezeichnet,
Squalan und Weizenkeimöl jeweils auf ein Filterpapier gesetzt, das auf einem Weinglas aufliegt. :kicher: Passt zu mir.
10 Minuten mit Wecker abgemessen,
Ölreste von den Filtern abgetupft
und die Fläche mit Stift umrandet.

Dann legte ich die Filterpapiere auf das Millimeterpapier und habe die Kästchen gezählt. Das geht ganz gut, da ja jeweils 100 zusammengefasst sind. Ergebnis:

Squalan: Korrektur 1152 mm2
Weizenkeimöl: 675 mm2

Wenn ich Squalan auf 600 setze, ergibt sich für das Weizenkeimöl (im Verhältnis gesehen) ein Wert von Korrektur 351. Mandelöl hat 197. Mmmh … nein, Hautspreitung und Papierspreitung kann man nicht vergleichen, also müssen alle Öle geprüft werden.

Was ich optimieren muss:

a) eine bessere Pipette, die leichter das Öl freigibt.
b) die Filterpapiere müssen flach liegen, sie wölben sich leicht. Eventuell zwei Ringe oben und unten auflegen, das Papier quasi dazwischenspannen?
c) Es blieb Öl stehen, zog nicht alles ins Papier. Entweder das etwas schnellere nehmen (ich habe »Blau«, verwendet wird gerne »Rot«) oder weniger Öl – wobei ich wieder bei a), der besseren Pipette bin.

Dennoch: beeindruckend, so etwas zu sehen. :-)
Liebe Grüße
Heike


Tembeau
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Tembeau » 19. September 2009, 19:06

Heike hat geschrieben:a) eine bessere Pipette, die leichter das Öl freigibt.


Hallo Heike,

was für eine Pipette benutzt du denn? Ich nehme welche aus Glas an deren Ende man einen Gumminoppen überstülpt (ehm, kannst Du mit der Beschreibung etwas anfangen?) Diese Pipetten sind sehr fein und eigentlich ganz gut im Gebrauch. Könnte Dir auch welche schicken...
Grüßle
Tembeau


vrana

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon vrana » 19. September 2009, 19:19

bei aroma-zone gibts plastik "einweg" pipetten da
10 stück um 1,50 euro...kenn ich aber nicht- weiss nicht wie fein die dosieren :nixweiss:

deine versuche klingen toll, heike !!!! bin schon gespannt, wies weitergeht :ja:
Heike hat geschrieben:Prinzipiell scheint das Verfahren zu funktionieren.
:zustimm:

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 19. September 2009, 19:28

Tembeau hat geschrieben:was für eine Pipette benutzt du denn?

Pipettenfläschen-Aufsatz … ich suchte heute verzweifelt nach einer Lösung. :-) Es muss eine sein, die ihr »Gut« bereitwillig wieder abgibt und nicht zu feinmotorisch reagiert (wo sich der Pegelstand des Öls also schon beim Ausatmen verändert).
Liebe Grüße
Heike

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Manuka-Bee » 19. September 2009, 19:37

Heike hat geschrieben:
Tembeau hat geschrieben:was für eine Pipette benutzt du denn?

Pipettenfläschen-Aufsatz … ich suchte heute verzweifelt nach einer Lösung. :-) Es muss eine sein, die ihr »Gut« bereitwillig wieder abgibt und nicht zu feinmotorisch reagiert (wo sich der Pegelstand des Öls also schon beim Ausatmen verändert).

die guenstige und praeziseste Variante waere eine Mini Einwegspritze, 1-2ml :)
Wohlsein ist alles!


Vergissmeinnicht

Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Vergissmeinnicht » 20. September 2009, 06:06

Heike, hast Du so kleine Parfümproben oder Parfüm welche am Verschluss einen langen Stiel befestigt haben (womit sich das Parfüm auftupfen lässt)?

Liebe Grüße
Regina

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 20. September 2009, 08:19

Ich musste den Squalan-Wert oben korrigieren; vermutlich habe ich den Taschenrechner falsch bedient, doppelt getippt, keine Ahnung. Sorry.

Regina, die Tropfmethode ist zu ungenau wegen der unterschiedlichen Viskositäten. Ich brauche eine Pipette mit gleichem Volumeninhalt. Schöner fände ich Gewicht, aber das Tropfen auf Glas/Filterpapier/Waage ist mir dann doch zu umständlich und vermutlich schwer exakt zu realisieren. ;-)

Serge, an so etwas habe ich auch schon gedacht. Ich werde suchen.
Liebe Grüße
Heike


Schnabulinchen
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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Schnabulinchen » 20. September 2009, 08:28

Zum genauen Auftragen kleiner Volumina fallen mir Kolbenhubpipetten (z.B. von Eppendorf) ein. Die werden im Labor verwendet. Sind auf jeden Fall vom Ein- und Ausatmen unabhängig :wink:
Gibt es in unterschiedlichen Größen für unterschiedliche Volumina (fest oder verstellbar) mit Einwegpipettenspitzen.
Liebe Grüße
vom Schnabulinchen


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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Angela » 20. September 2009, 09:02

Heike hat geschrieben:
Angela hat geschrieben:Leider bin ich nicht zur letzten Einsicht gelangt woran es nun wirklich liegt. Was halt gar nicht geht ist Squalan ebenso hochprozentige Fettanteile in niedrigviskosen Emulsionen. Das ist jetzt nicht besonders genau definiert, ja - geht grad nicht besser :(

Ja, Squalan, Kokosöl, Babassuöl oder Neutralöl setzen die Viskosität der anderen Lipidkomponenten herab, so dass es eher zum Spreiten ins Auge kommt. Ich würde auch eher auf höherviskose Öle setzen, vor allem aber auf Jojobaöl. Es wird auf der Haut nicht gepalten (durch seine spezifische Struktur können es hauteigene Lipasen nicht zersetzen, so dass des (obwohl es so unfettig wirkt) sehr gut schützt und verhältnismäßig gering spreitet. Für uns sind an sich nur die schnellen Spreiter tabu. Etwas Wachs, wer mag: warum nicht? Oder eine leichte Butter (Nilotica, Mangobutter)?

Emulmetik ist perfekt für Augencremes. Es ist stabil, restrukturiert, spreitet nicht und polstert optisch leicht auf.


HAllo!
Inzwischen ist der Thread ja in eine etwas andere Richtung gegangen - wollte aber trotzdem nochmal auf die Rezepturen zurückkommen:
Ich hab inzwischen eine Creme basierend auf Aprikosenkern und Jojoba mit Mantonov 68 und einem ganzen Gramm (!) Squalan gerührt. Seit einer Woche etwa verwende ich sie und es kriecht nix in die Augen. Kein Brennen, keine Rötung.
Es kommt also doch sehr stark auf die Gesamtrezeptur an :ja:

Emulmetik ist bislang an mir vorbeigegangen. Ich hab den Thread teilweise durchgelesen - und fürchte dieser Emu ist mir zu komliziert :/ Man kann ihn auch (noch) nirgends bestellen, oder?

Liebe Grüße,
Angela
Things generally work fine, except if they don't.


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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Schnabulinchen » 20. September 2009, 09:14

Angela hat geschrieben:Emulmetik ist bislang an mir vorbeigegangen. Ich hab den Thread teilweise durchgelesen - und fürchte dieser Emu ist mir zu komliziert :/ Man kann ihn auch (noch) nirgends bestellen, oder?


Emulmetik gibt es bei Behawe, Emulprot auch demnächst in einem Shop. Wo hat Heike noch nicht verraten
Liebe Grüße
vom Schnabulinchen


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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Tembeau » 20. September 2009, 15:20

Schnabulinchen hat geschrieben:Zum genauen Auftragen kleiner Volumina fallen mir Kolbenhubpipetten (z.B. von Eppendorf) ein. Die werden im Labor verwendet. Sind auf jeden Fall vom Ein- und Ausatmen unabhängig :wink:
Gibt es in unterschiedlichen Größen für unterschiedliche Volumina (fest oder verstellbar) mit Einwegpipettenspitzen.


Hi Schnabulinchen, die Dinger meinte ich. Bin nur mit den Namen nicht vertraut...ich habe sie von einem Bekannten, der im Chemielabor arbeitet :) Mein Spitzen haben einen "Ausgang" von 1 mm Durchmesser.Für feine Abemssungen wie bei äth. Ölen supergut. Bei "normalen" Ölen reichen die feinen Spitzen dann nicht mehr, außer zu wirklich minimalsten Mengen.
Grüßle
Tembeau

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Re: Spreit- und Penetrationsverhalten von Ölen

Beitragvon Heike » 1. Oktober 2009, 14:45

Sie ist da, Silky, sie ist da! :huepf: Eine Präzisionsspritze von Hamilton, made in Switzerland, mit 1 µl, von Silky für mich »gerettet« und für Spreitversuche einsatzbereit!

Silky, für Dich! :bussi:

Am Wochenende wird Brokkolisamenöl mit Squalan und Aprikosenkernöl verglichen.
Liebe Grüße
Heike


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