Haarspray

Hier geht es um Rezepturentwicklungen rund um Shampoos, Conditioner, Haarfluids, Festiger und anderen pflegenden und stylenden Produkten für unsere Haare.

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petitigre
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Haarspray

Beitragvon petitigre » 6. Januar 2016, 14:45

Hallo ihr Lieben! :hallihallo:

Ich habe vor ein paar Tagen mal spontan ein Rezept für ein Haarspray entwickelt, basierend auf Heikes Kopfhauttonikum (aus Naturkosmetik selber machen). Ich habe nämlich gemerkt, dass dieses nicht nur meiner Kopfhaut gut tut, sondern gleichzeitig mein Haar stärkt, es "griffig" und formbarer macht. Ich habe mir gedacht, dass sich durch Austauschen einiger Zutaten doch sehr leicht ein richtiges Haarspray daraus machen ließe. Versuch macht kluch, also hier ist es:

Haarspray (100 g)

50 g Ackerschachtelhalmextrakt (50 %ig) (50 %)
1 g Nicotinamid (1 %)
1 g d-Panthenol (1 %)
1 g Salz (1 %)
1 g Coffein (1 %)
5 g Shellacklösung (20 %ig) (5 %)
1 g Kaliumsorbat-Lösung 1:5 (1 %)
40 g Wasser (40 %)
3-4 Tr. Milchsäure
8 Tr. ÄÖ: 5 Lemongras, 2 Rosmarin, 1 Pfefferminze

Anmerkungen: die Wirkstoffe sind nur so eine Idee, ich wollte auch am Originalrezept nicht zu viel ändern. Ihr könnt die natürlich beliebig anpassen. Das gleiche gilt für die Menge und die Art der ÄÖ. ;)


Zur Verarbeitung: Zuerst habe ich eine 20 %ige Schellack-Lösung hergestellt, indem ich das Schellack in heißem 96 %igen Alkohol gelöst habe. Dann habe ich 5 g dieser Lösung abgewogen.
Im Ackerschachtelhalmextrakt - ihr könnt auch anderen nehmen, aber ich hatte noch so viel davon - habe ich die Wirkstoffe nach und nach aufgelöst. Dabei ist irgendwas ausgefallen - höchstwahrscheinlich das Schellack. Leider habe ich es nicht mehr homogen vermischt bekommen, erhitzen wollte ich es auch nicht. Egal, Wasser, Kaliumsorbat und Milchsäure dazu, pH-Wert auf 4,5 eingestellt und alles durch einen Teefilter in ein sauberes Becherglas gegossen, um den Schellack-Gummi-Klumpen heraus zu filtern. Zum Schluss noch mit den ÄÖ beduftet und alles in eine Glasflasche mit Zerstäuber gefüllt. Es ist gelblich-trüb, sieht aus und riecht wie Zitronenlimonade. :P


Wie sich nun das Problem mit dem Schellack lösen lässt, weiß ich nicht. Daher befindet sich dieses Rezept auch (noch) nicht im Unterforum "Kosmetikrezepturen". Gibt es hier "Schellack-Expertinnen"? ;)

Nichts desto Trotz bietet es für meine Bedürfnisse genug Halt und Festigkeit. Sicher nicht zu vergleichen mit einem gekauften, aber der Gedanke, dass es gut zu meinen Haaren und meiner Kopfhaut ist, macht mich glücklich. :)
Ich wasche meine Haare wie gewohnt, dann föhne ich sie in Form. Und wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin und/oder etwas mehr Halt/Struktur möchte, sprühe ich ein wenig vom Haarspray ins Haar. Dann wird noch einmal vorsichtig nachgeföhnt - und alles hält und sitzt. :)

Abschließend noch 2 Gedanken:
- Ich habe hier noch Bernsteinextrakt von Birgit, die könnte evtl. gut sein. Oder meint ihr das klebt zu sehr bzw. verstopft wohlmöglich sogar die Düsen des Sprühkopfes? :/
- Tessa schwärmte mal von Zitronenschalenextrakt für glänzendere Haare - glaube ich... :gruebel:
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Helga
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Re: Haarspray

Beitragvon Helga » 6. Januar 2016, 23:25

Petitgre hat geschrieben: Ich habe nämlich gemerkt, dass dieses nicht nur meiner Kopfhaut gut tut, sondern gleichzeitig mein Haar stärkt, es "griffig" und formbarer macht.


Super Tipp, danke für den Hinweis :) habe das Rezept zwar gelesen aber noch nie gerührt.


Zu Deinem Haarspray kann ich leider nichts sagen, habe noch nie welchen gemacht.
Es gibt übrigens noch ein Produkt (alternativ zu Schellack) zur Herstellung von Haarfestiger:
HF 37 (sirupartige konsistenz) löslich in Wasser und Alkohol (sollte jedoch nicht mehr als 10% Wasser enthalten),
erhältlich in div. Rohstoff-Shops.
Liebe Grüße :)

Helga

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Re: Haarspray

Beitragvon Pialina » 7. Januar 2016, 06:52

petitigre hat geschrieben:Wie sich nun das Problem mit dem Schellack lösen lässt, weiß ich nicht.

Schellack benötigt in wässerigen Lösungen einen PH-Wert > 7 und... schau hier:
Heike hat geschrieben:• als wässriges Lösungsmittel für Schellack eignen sich nur Basen.
nie Wasser in eine ethanolische Schellacklösung geben (Schellack fällt aus).
• der pH-Wert in wässrigen Systemen sollte immer größer als 7 sein. Sonst fällt auch hier der Schellack aus.
• zu wässrigen Systemen kann man beliebig viel Ethanol geben.
Liebe Grüße,
Pialina

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Re: Haarspray

Beitragvon sissi70 » 7. Januar 2016, 08:31

Hallo,
Haarspray mit dem Festiger HF37 oder HF64 habe ich schon vor über 25 Jahren selbst gemacht. Dazu hab ich dann den biligsten, auch vergällten Alkohol oder kosmetisches Basiswasser genommen. Damals brauchte ich das noch literweise. Es funktioniert dann so, wie Haarspray ohne Treibgas. Ich weiss gar nicht, ob man dieses noch kaufen kann...? Seh immer nur noch das mit Treibgas.

Ich hab es dann lange Jahre nicht mehr benutzt und als ich vor ein paar Jahren mit Rühren begonnen habe, auch damit wieder angefangen. Man kann prima den Festigungsgehalt bestimmen, je nach Dosierung. Ich habe aber immer die höchste Konzentration genommen. Also 10%

Irgendwo habe ich mal etwas gegen Schelllack gelesen, weis aber nicht mehr wo. Ich glaube, es hinterlässt später auch Rückstände im Haar...
Damit hab ich leider auch keine praktische Erfahrung.

Ich hab mir auch mal ein Tonikum selbst gemacht, mit Koffein und Zink drin. Da habe ich auch festgestellt, das mein Haar klebt. Bei meinem langem Haar fand ich das nicht so toll. Aber bei kurzem kann ich es mir gut als Festiger vorstellen. Hast du denn kurze oder lange Haare?
Liebe Grüße
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Re: Haarspray

Beitragvon petitigre » 7. Januar 2016, 13:12

Pialina hat geschrieben:
petitigre hat geschrieben:Wie sich nun das Problem mit dem Schellack lösen lässt, weiß ich nicht.

Schellack benötigt in wässerigen Lösungen einen PH-Wert > 7 und... schau hier:
Heike hat geschrieben:• als wässriges Lösungsmittel für Schellack eignen sich nur Basen.
nie Wasser in eine ethanolische Schellacklösung geben (Schellack fällt aus).
• der pH-Wert in wässrigen Systemen sollte immer größer als 7 sein. Sonst fällt auch hier der Schellack aus.
• zu wässrigen Systemen kann man beliebig viel Ethanol geben.

:seufz: Warum habe ich das nicht vorher gelesen??

Im Rohstoffporträt auf ON stand auch was von "basisch", da hätte ich mir ja denken können, dass in saurer Lösung was mit dem Schellack passiert. :achso:
Egal, für's nächste Mal weiß ich Bescheid. Das hieße dann: ohne Kaliumsorbat und Milchsäure, dafür pH > 7 einstellen. Ich bilde mir ein, dass mein Haarspray trotzdem hilft, auch wenn der Großteil des Schellacks jetzt im Müll sein dürfte... :steinigung:
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Re: Haarspray

Beitragvon petitigre » 7. Januar 2016, 13:14

sissi70 hat geschrieben:Irgendwo habe ich mal etwas gegen Schelllack gelesen, weis aber nicht mehr wo. Ich glaube, es hinterlässt später auch Rückstände im Haar...
Damit hab ich leider auch keine praktische Erfahrung.

Ich hab mir auch mal ein Tonikum selbst gemacht, mit Koffein und Zink drin. Da habe ich auch festgestellt, das mein Haar klebt. Bei meinem langem Haar fand ich das nicht so toll. Aber bei kurzem kann ich es mir gut als Festiger vorstellen. Hast du denn kurze oder lange Haare?

Ja, Schellack hinterlässt wohl eine Schicht, daher sollte man es sparsam dosieren und ab und zu gut auswaschen (denke ich). Wie es sich bei langen Haaren anfühlt, weiß ich nicht. Aber ich habe relativ kurze (ca. 10 cm), an der Seiten anrasiert.
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Re: Haarspray

Beitragvon Pialina » 7. Januar 2016, 19:02

petitigre hat geschrieben:Das hieße dann: ohne Kaliumsorbat und Milchsäure, dafür pH > 7 einstellen.
Ein PH-Wert >7 ist suboptimal für die Haare - und nicht jeder verträgt es auf der Kopfhaut. Es gibt ja viele, die Seife für die Haarwäsche verwenden und darauf schwören. Heike hat jedoch Studien aufgetan, aus denen hervorgeht, dass Haar- und Kopfhautpflege sauer ausgerichtet sein sollte. Schau mal, bestimmt ist dieser Thread für Dich interessant: PH Wert in Haarpflegeprodukten - Wie wichtig ist er? (Link zu Heikes Beitrag mit zwei Verweisen zu den entsprechenden Studien. Zwei Postings weiter hat sie diese auch direkt verlinkt.)
Liebe Grüße,
Pialina

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Re: Haarspray

Beitragvon petitigre » 7. Januar 2016, 19:28

Pialina hat geschrieben:
petitigre hat geschrieben:Das hieße dann: ohne Kaliumsorbat und Milchsäure, dafür pH > 7 einstellen.
Ein PH-Wert >7 ist suboptimal für die Haare - und nicht jeder verträgt es auf der Kopfhaut. Es gibt ja viele, die Seife für die Haarwäsche verwenden und darauf schwören. Heike hat jedoch Studien aufgetan, aus denen hervorgeht, dass Haar- und Kopfhautpflege sauer ausgerichtet sein sollte. Schau mal, bestimmt ist dieser Thread für Dich interessant: PH Wert in Haarpflegeprodukten - Wie wichtig ist er? (Link zu Heikes Beitrag mit zwei Verweisen zu den entsprechenden Studien. Zwei Postings weiter hat sie diese auch direkt verlinkt.)

Danke, schau ich mir gerne an! Dann stellt sich mir allerdings die Frage, wie man Schellack in ein Haarstylingprodukt unterbringen soll...!? Kosmetikhersteller machen das ja auch, und die werden das doch auch nicht basisch machen, oder? :gruebel:
Ich bleib auf jeden Fall dran und recherchiere ein bisschen. ;)
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Re: Haarspray

Beitragvon Pialina » 8. Januar 2016, 15:45

petitigre hat geschrieben:Dann stellt sich mir allerdings die Frage, wie man Schellack in ein Haarstylingprodukt unterbringen soll...!? Kosmetikhersteller machen das ja auch, und die werden das doch auch nicht basisch machen, oder? :gruebel:
Ich bleib auf jeden Fall dran und recherchiere ein bisschen. ;)

Genau bei dieser Frage war ich (vor längerer Zeit) auch stecken geblieben, und deswegen kam der Schellack noch nicht zum Einsatz bei mir. Ich warte gespannt, was Du herausfindest. :klimper:
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Re: Haarspray

Beitragvon petitigre » 8. Januar 2016, 20:04

Ich habe jetzt mal Vita von Waldehoe angeschrieben, die verkaufen auch Schellack und schreiben u.a.: "Weiters findet Schellack Verwendung in Haarsprays und Haarfestigern". Antwort steht noch aus.

Da fällt mir ein: wie wäre es denn, die komplette flüssige WP durch 96 %igen Alkohol zu ersetzen? Dann müsste es doch eigentlich gelöst bleiben...? :gruebel:
Aber so schön finde ich den Gedanken nicht, vielleicht finde ich noch eine andere Lösung. :lupe:
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Re: Haarspray

Beitragvon TinaLina » 16. Januar 2018, 17:55

Hallo petitigre,

bist du weitergekommen mit der Verarbeitung von Schellack im Haarspray?
Viele Grüße
Tina

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Re: Haarspray

Beitragvon petitigre » 17. Januar 2018, 13:29

Ich muss gestehen, dass ich das Projekt nicht weiter verfolgt habe...
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Re: Haarspray

Beitragvon Alraune » 17. Januar 2018, 19:03

Mit Shellack funktioniert es nur mit Alkohol und evr. ein paar Tropfen Glycerin, kein Wasser.

LG
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Re: Haarspray

Beitragvon TinaLina » 18. Januar 2018, 14:49

Okay, danke für die Rückmeldung.
Werde dann erstmal weiter mit den Stoffen testen, die ich habe.
Viele Grüße
Tina

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Re: Haarspray

Beitragvon Hartefelderin » 28. Januar 2018, 13:09

ich habe hier zu Hause ein Haarspray von Rossmann: Alterra Volumen Haarspray Bio-Papaya und Bambus.
Nach den INCIs besteht es aus : Alcohol den., Aqua, Shellac.....und Potassium Hydroxide( Kaliumhydroxid, Kalilauge) zum pH-Wert einstellen.
Liebe Grüße,
Hartefelderin


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