• Administrator
  •  
    Das Moderatorenteam macht Sommerpause – Vom 21. Juli bis 19. August 2018 sind keine Neuanmeldungen möglich.
     

raffiniert oder unraffiniert?

Traumseifen entwickeln, Rohstoffe testen, Siedegeheimnisse teilen, Fehlern auf die Spur kommen – hier ist der kreative Mittelpunkt für Seifensieder.

Moderator: Birgit Rita

Antworten

:: Hat das Thema eröffnet ::
aria
Rührküken
Rührküken
Beiträge: 54
Registriert: 25. März 2018, 15:24

raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von aria » 1. Mai 2018, 20:19

So jetzt muss ich mal doof nachfragen wie ihr das handhabt. Ich möchte gerne das Babassuöl statt Kokosöl testen und auch eine Seife zu 50% aus Avokadoöl. Nun sind die Öle ja nicht so günstig und die raffiniertn um einiges günstiger, was nehmt ihr zum Seife machen? Merkt man den Unterschied zwischen beiden gravierend oder kann man das vernachlässigen? Reicht es das Öl zur Überfettung nativ zu nehmen oder macht ihr das auch raffinert?

Vielen Dank
Aria

Benutzeravatar

lavendelhexe
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 3922
Registriert: 18. Juli 2007, 19:26
Kontaktdaten:

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von lavendelhexe » 2. Mai 2018, 22:45

Beim Babassuöl merke ich keinen Unterschied und greife zum raffinierten. Andere nehmen einen Hauch von Duft des unraffinierten Öles wahr und verwenden nur das (ich habe schon Seifen aus purer unraffinierter Babassu bekommen und liebe sie! Aber ich bleibe beim preiswerteren Öl, die Seifen daraus sind auch super.).
Beim Avocadoöl bin ich nicht so sicher - da greife ich am liebsten zum rohen, grünen Öl. Was dann natürlich auch die Farbe vorgibt.

Da ich selten OHP mache, verwende ich entsprechend kaum mal ein Überfettungsöl.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


carlotta
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 103
Registriert: 25. Januar 2015, 18:18

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von carlotta » 3. Mai 2018, 06:42

Liebe Aria,
wie machst Du es denn beim Kokosöl?
Da habe ich zwischen raffiniert und unraffiniert keinen großen Unterschied gemerkt und nehme Palmin.
Eigentlich finde ich unraffinierte Öle besser vor allem beim Rühren, aber Seife ist ja ein Rinse-off Produkt, das direkt wieder abgewaschen wird. Von daher nehme ich zum Sieden von größeren Mengen bis auf Olivenöl die raffinierten Öle.
Wenn Du Dir nun eine kleine Luxusseife mit Babassu und Avocadoöl machen möchtest, finde ich zum Ausprobieren aber auch gut mal die unraffinierten Qualitäten zu benutzen. Gerade das Avocadoöl hat ja die schöne grüne Farbe und viel Unverseifbares, dass beim Siedevorgang erhalten bleibt.
Für die Heißverseifung lohnt sich auch immer ein unraffiniertes Öl zur Überfettung, da dieses Öl ja nicht mehr verseift wird und man davon ja nur eine kleinere Menge braucht.
Lg, Carlotta


:: Hat das Thema eröffnet ::
aria
Rührküken
Rührküken
Beiträge: 54
Registriert: 25. März 2018, 15:24

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von aria » 3. Mai 2018, 11:19

Danke Charlotta für deine Antwort. Na ich fange ja erst an und habe noch keine Ahnung. Als ich zuerst Sheabutter bestellt habe, habe ich raffiniertes erwischt, beim Avokadoöl war es unraffiniert. Beim Nachbestellen habe ich die unraffinierte Sheabutter wo anders bestellt und fand aber die erste pur auf der Haut angenehmer. Dann habe ich gelesen das die meisten Speiseöle ja wegen der Haltbarkeit auch raffiniert waren und so kam ich ins Grübeln. Das mit dem Kokosöl habe ich jetzt auch vor zu testen, lt Seifenrechner von Kathrin macht es auch beim Ergebnis keinen Unterschied und ich werde bald Avokadoöl als Speiseöl kaufen und schauen, wobei für mich erstmal ausschlaggebend ist wie es sich anfühlt so pur auf der Haut. Aber ich bin halt ins Grübeln gekommen und zwei gleiche Seifen sieden einmal mit raffinierten und einmal mit unraffinierten Öl, das schaffe ich derzeit noch nicht mit meiner Ungeduld, wo ich doch eher die Zusammensetzungen und Überfettung , sowie unterschiedlich Öle ausprobieren möchte. :superirre:
Die nächsten 3 geplanten Seifen sollen auch ohne Gelphase werden, um die zum Schluss zugegebenen Zutaten zu erhalten. Aber vielleicht erbarmt sich ja am Wochenende noch der ein oder andere Sieder seine Erfahrung mit mir zu teilen.

LG Aria

Benutzeravatar

Bina
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1411
Registriert: 10. Januar 2012, 04:09
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von Bina » 3. Mai 2018, 12:32

Das mit den am Schluss zugegebenen Zutaten ist bei einer im Kaltverfahren (CP) gesiedeten Seife eine Mär - die krallt sich das NaOH genau so wie die anderen Fette und spaltet sie auf. Bei CP hast Du zwar auch eine Überfettung (korrekt: Laugenunterschuss), aber halt "irgendeine", weil Du gar nicht weißt, was genau das NaOH von welchem Fett jetzt unversehrt gelassen hat und was nicht.

Dann ist zu beachten, das ein verseiftes Öl eben nicht mehr die Eigenschaften hat wie vorher.

Die einzigen Seifen mit einem echten (voll erhaltenen) Überfettungsöl sind heißverseifte (OHP), bei denen das Überfettungsöl erst zugegeben wird, wenn schon vollverseifter Leim (und somit kein freies NaOH mehr) vorliegt.

Ich kann Dir als umfassende Lektüre das hervorragende Buch von Petra Neumann "Seife sieden" wärmstens empfehlen.
Liebe Grüsse
Bine

Benutzeravatar

Faizah
Rührküken
Rührküken
Beiträge: 79
Registriert: 4. März 2018, 10:36
Wohnort: Hessen

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von Faizah » 4. Mai 2018, 10:22

Hallo zusammen,
ich habe zum Thema raffiniert oder unraffiniertem Öl auch eine Frage und zwar zum Rizinusöl, welches ist da Sinnvoller.
Rizinusöl als solches untertützt/ verstärkt ja "nur" das Schaumverhalten der anderen verwendeten Öle.
Ergo sollte es hier das raffinierte Öl auch tun - Oder wie sind da eure Erfahrungen?

LG Faiz.....

Benutzeravatar

Natalie
Rührküken
Rührküken
Beiträge: 67
Registriert: 12. Februar 2018, 17:21

Re: raffiniert oder unraffiniert?

Ungelesener Beitrag von Natalie » 17. Juni 2018, 16:03

Liebe Seifensieder, :sunny:

aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich ganz am Anfang preiswertere Öle verwendet habe. Später als ich in diesem Handwerk sicherer wurde, dann habe auch qualitativ hochwertige Öle verarbeitet. Man muss es einfach ausprobieren, um den Unterschied zu merken ...

LG
Der Mensch geht seiner Nase nach.

Antworten