Bart- und Gesichtcreme herstellen

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Moderator: Helga

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gonzo
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Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von gonzo »

Hallo zusammen,
vorab zu meiner Naturkosmetik-Vorgeschichte:
Ich bin neu hier und ein absoluter Anfänger im Bereich der Naturkosmetik. Ich rühre mir zwar schon eine ganze Weile meine eigene Deocreme, "Hair-Clay", Zinksalbe und diverse Bartpflegeprodukte, allerdings war das bisher immer irgendwie "stümperhaft" und ohne groß auf den pH Wert zu achten. Außerdem sind alle Produkte Wasserfrei oder haben so wenig Wasser was Emulgatoren bisher nie wirklich notwendig gemacht hat. Jedenfalls hat das irgendwie immer ohne geklappt. :D Ich hab mich u.a hier angemeldet um meine Kosmetik aufs nächste Level zu heben und hoffe hier Informationen und Hilfe zu erhalten.

Ich bin ein Mann (über 30) mit sehr spärlichem Bartwuchs und vielen Lücken im Bart sodass ich mich dazu entschieden habe der Natur hier etwas unter die Arme zu greifen. Deshalb nutze ich Minoxidil morgens und abends im Gesicht. Minoxidil ist ein topischer Wirkstoff um erblich bedingten Haarausfall zu stoppen und die Produktion neuer Haare zu fördern. Ich möchte hier eigentlich keine Diskussion über diesen Wirkstoff, den Erfolg oder die Risiken bei der Anwendung im Gesicht entfachen. Es gibt allerdings genug unabhängige Quellen die immense Fortschritte versprechen. Auch ich habe schon sehr viel neue Barthaare damit gewinnen können. Falls fragen diesbezüglich bestehen kann man mich gerne per PN anschreiben.

Jedenfalls haben Produkte mit Minoxidil immer sehr viel Alkohol mit drin, weshalb es meine Haut relativ schnell reizt, austrocknet und zu jucken anfängt. Habe mir um dem entgegenzuwirken zuerst eine Urea Creme gekauft die auch relativ gut gewirkt hat. Habe dann versucht eine selbst zu machen um etwas mit dem Duft, den Ölen und den Wirkstoffen zu experimentieren. Das war allerdings noch bevor ich von Olionatura und diesem Forum erfahren habe. Daher habe ich es nach einem Rezept von Spinnrad (https://rezepte.spinnrad.de/rezeptwelt- ... k/2100247/) gerührt.

Dann dachte ich mir ich kann noch einen weiteren Wirkstoff in die Creme integrieren der zusätzlich das Haarwachstum beeinflusst. Der Wirkstoff ist LCLT (L-Carnitin Tartrat). Laut einer Studie wirkt sich auch dieser positiv auf den Haarwuchs aus. In diversen Bartwuchsforen (ja das gibts wirklich) rühren die Leute sich das einfach in ihre gekauften Cremes. Somit hat man die pflegende Wirkung der Creme und aber zusätzlich noch ein "Haar-Booster" vereint.
Das Hauptproblem dabei ist, dass LCLT sehr sauer ist und in dem Rezept Tegomuls als Emulgator genutzt wird.

An sich ist die Creme zwar nicht geronnen und lässt sich gut auftragen, allerdings bekomme ich den pH Wert wirklich schwierig eingestellt in dieser Creme. Habe schon ordentlich Natriumlaktat rein gekippt aber es scheint nicht viel zu bewirken. Der pH Wert lag ohne Natriumlaktat irgendwo bei 3 bis 4 und mit 30 Tropfen Natriumlaktat zeigt sich auf den pH Streifen kaum ein Unterschied. Ein solcher pH Wert ist ja, wenn ich das richtig verstanden habe, kritisch für das Urea und den Emulgator.
Zusätzlich zu LCLT habe ich noch D-Panthenol beigemischt.

Hier die angepasste Rezeptur:

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Fettphase:
5g Jojobaöl
5g Arganöl
5g Hanföl
2,5g Mandelöl
2,5g Avocadoöl
8g Tegomuls
4g Ceralan

Wasserphase:
50g destilliertes Wasser
7g Glycerin

Wirkstoffe:
5g Urea
10g Hammameliswasser (statt destillierem Wasser)
1 Messerspitze Xanthan (um die Emulsion zusätzlich zu stabilisieren)
11 Tropfen Biogard 221
2g L-Carnitine Tartrat
2g D-Panthenol

30 (!!) Tropfen Natriumlaktat

Beduftet habe ich mit Lavendel und Pfefferminze da Pfefferminze sich ebenfalls positiv auf die Haarfollikel auswirkt und Lavendel beruhigend wirken soll.
Jetzt würde ich gerne die obigen Wirkstoffe in einer Basisrezeptur von Heike ausprobieren.

Daher jetzt meine Fragen:
  • Welche Basisrezeptur von Heike würde sich hier anbieten?
  • Gibt es "grobe Schnitzer" in der o.g angepassten Rezepur?
  • Wenn ich nun die nächste Creme mit eine von Heikes Basisrezepturen rühre, kann ich da die o.g Wirkstoffe darin vereinen (Hammameliswasser, Urea, LCLT und D-Panthenol hätte ich gerne weiterhin drin)? Und wie genau lässt sich der pH Wert von 3 auf ca 5,5 anheben?
  • Wie funktioniert das Puffern in einer Rezeptur mit einem solch sauren Ausgangs-pH-Wert?
  • Macht es überhaupt Sinn (mit Hinblick auf den pH Wert) Urea mit einem sauren Wirkstoff wie LCLT zu mischen oder sollte man das in zwei Cremes "aufsplitten"?
  • Macht die Zusammensetzung der Wirkstoffe generell Sinn?
  • Macht die Zusammensetzung der Öle Sinn oder ist darin etwas redundant (mit Hinblick auf die Ölgruppen)? Mir war hier wichtig möglichst Pflegende Öle für Haut UND Haar zu integrieren.
So, ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr mit der Länge des Beitrags abgeschreckt.

Ich wäre für eure Hilfe sehr dankbar.

Viele Grüße,
gonzo

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Sylvie
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von Sylvie »

Hallo Gonzo,
danke für deine ausführliche Vorstellung.
Zu deiner Frage bzgl. Pufferung von Urea mit Natrimlaktat und Milchsäure: schau mal hier
klick

Heike hat das Thema prägnant erläutert. Oder suche im Forum mal danach. Nine hatte dazu auch Erhellendes gepostet.

Den PH- wert hebe ich bei Bedarf mit L-Arginin an. Klappt immer sehr gut.

Ggf. mit einem PH Messstäbchen ph fix 3,6-6,1 messen. Die sind genauer als die Messstreifen. Nähere Erläuterungen findest du hier:
klick

Cistrose und Schafgarbe als Hydrolate sind sehr beruhigend bei gereizter Haut. Hätte ich statt Hamameliswasser genutzt.
Das ist aber alles auch sehr individuell, man muss es selbst probieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass als Basisrezeptur sich sehr gut das leichte Cremegel für dich eignet.

Viel Erfolg 🍀👍
Schöne Grüße 🧙‍♀️
Sylvie

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Helga
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von Helga »

gonzo hat geschrieben:
22. September 2021, 21:20
Ich möchte hier eigentlich keine Diskussion über diesen Wirkstoff, den Erfolg oder die Risiken bei der Anwendung im Gesicht entfachen. Es gibt allerdings genug unabhängige Quellen die immense Fortschritte versprechen. Auch ich habe schon sehr viel neue Barthaare damit gewinnen können. Falls fragen diesbezüglich bestehen kann man mich gerne per PN anschreiben.
OK :), PN kannst Du allerdings noch nicht empfangen.
Jedenfalls haben Produkte mit Minoxidil immer sehr viel Alkohol mit drin, weshalb es meine Haut relativ schnell reizt, austrocknet und zu jucken anfängt. Habe mir um dem entgegenzuwirken zuerst eine Urea Creme gekauft die auch relativ gut gewirkt hat.
Alkohol entfettet stark und Du hast ja auch geschrieben, dass die Haut austrocknet und juckt. Urea (sehr hoch dosiert) ist in diesem Fall falsch angewendet.
Besser wäre eine etwas fettere Creme, 25-30% FP. Urea hydratisiert zwar, die Feuchtigkeit muss aber in der Haut gehalten werden; Falls Du Urea aber wegen dem Juckreiz einsetzen möchtest, der vergeht sobald die Hautbarriere wieder intakt ist.
Das Hanföl im Rezept hast Du vorrätig zu Hause? Dann nimm ein paar Tropfen abends vor dem schlafen gehen und massiere es pur in die Haut ein, an diesem Abend kein (!) Minoxidil; zumindest jeden 2. Tag würde ich das Öl verwenden. Die enthaltenen Fettsäuren im Öl werden der Haut sehr gut tun und Linderung bringen, siehe auch hier, Traubenkern- und/oder Nachtkerzenöl kannst Du auch verwenden.
Aber aufgepasst :wink: :
Hanföl und Nachtkerzenöl sind Wirkstofföle und aufgrund ihrer Beschaffenheit oxidationsanfällig. Fülle Dir ein 5 oder 10ml Fläschchen für die tägliche Verwendung ab. Durch das ofte Auf- und Zumachen kommt doch relativ viel Luft hinein, was die Öle gar nicht goutieren :wink: .
jetzt würde ich gerne die obigen Wirkstoffe in einer Basisrezeptur von Heike ausprobieren.

Daher jetzt meine Fragen:
Welche Basisrezeptur von Heike würde sich hier anbieten?
Ich würde eine Rezeptur mit Emulsan verwenden, 25% Fettphase. Emulsan ist ein Emulgator, den so ziemlich nichts erschreckt :), der auch hautverträglich ist, sowie leicht zu verarbeiten. Wegen des Alkohols würde ich noch 0,5-1% Phytosteryl Macadamiate rein packen oder alternativ Avocadin, Menge müsstest Du testen, ich denke eventuell auch an 1 Pellett Bienenwachs :gruebel:, das sollte auch schützen.
:domina: Wichtig ist, dass die Haut nicht zu lange so entfettet wird, Du handelst Dir sonst eine Barrierestörung ein, mit schlimmen Folgen, je länger - desto schlimmer.

Wenn Du tiefer in die Materie einsteigen möchtest, kann ich Dir unsere Mutterseite empfehlen, Olionatura; unter Basiswissen findest Du so ziemlich alles was Du wissen musst. Schau mal hier: klick unter "Basiswissen".

Bitte Rezepte immer in %, so können wir leichter bewerten :). Hier der Rezept-Rechner, das Ergebnis kannst Du kopieren und hier in einem Beitrag einsetzen: klick

Übrigens - herzlich willkommenlieber Gonzo :daisy:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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gonzo
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von gonzo »

Hallo Sylvie,
hallo Helga,
danke für euren hilfreichen Antworten und netten Worte!
Sylvie hat geschrieben:
22. September 2021, 22:29
Den PH- wert hebe ich bei Bedarf mit L-Arginin an. Klappt immer sehr gut.
Guter Tipp. Gibts das schon als Lösung oder mischst du dir auf Vorrat immer eine kleine Menge?
Sylvie hat geschrieben:
22. September 2021, 22:29
Ggf. mit einem PH Messstäbchen ph fix 3,6-6,1 messen. Die sind genauer als die Messstreifen.
Ja hab so Testreifen von der Rolle von pH wert 1-14. Die sind tatsächlich irgendwie ungeeignet. Danke für den Tipp. Habe nun die von dir erwähnten Stäbchen bestellt.
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
OK :), PN kannst Du allerdings noch nicht empfangen.
Verflixt. Na dann halt doch hier im Thread. Wollte nur nicht, dass das vom eigentlichen Thema ablenkt, falls Fragen aufkommen :)
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
Urea (sehr hoch dosiert) ist in diesem Fall falsch angewendet.
Besser wäre eine etwas fettere Creme, 25-30% FP. Urea hydratisiert zwar, die Feuchtigkeit muss aber in der Haut gehalten werden; Falls Du Urea aber wegen dem Juckreiz einsetzen möchtest, der vergeht sobald die Hautbarriere wieder intakt ist.
Was meinst du mit "sehr hoch dosiert"? Habe in dem letzten Rezept 5% Urea drin gehabt. Da mir die gekaufte Urea Creme (mit 5%) sehr schnell und sehr gut geholfen hat gegen die durch das Minoxidil trockene gereizte Haut wollte ich das unbedingt in meiner eigenen Creme auch drin haben. Du sagst das ist unnötig?
Da ich jeden Tag zwei Mal das Minoxidil anwende war es mir wichtig eine schnelle Linderung/Heilung der Haut zu fördern bevor das nächste Mal das Minoxidil auf die Haut kommt.
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
Das Hanföl im Rezept hast Du vorrätig zu Hause? Dann nimm ein paar Tropfen abends vor dem schlafen gehen und massiere es pur in die Haut ein, an diesem Abend kein (!) Minoxidil; zumindest jeden 2. Tag würde ich das Öl verwenden. Die enthaltenen Fettsäuren im Öl werden der Haut sehr gut tun und Linderung bringen, siehe auch hier, Traubenkern- und/oder Nachtkerzenöl kannst Du auch verwenden.
Ja hab ich zuhause. Hab das auch aktuell in meinem (geruchlosen) Bartöl mit drin welches ich hin und wieder auftrage.
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
Ich würde eine Rezeptur mit Emulsan verwenden, 25% Fettphase. Emulsan ist ein Emulgator, den so ziemlich nichts erschreckt :), der auch hautverträglich ist, sowie leicht zu verarbeiten. Wegen des Alkohols würde ich noch 0,5-1% Phytosteryl Macadamiate rein packen oder alternativ Avocadin, Menge müsstest Du testen, ich denke eventuell auch an 1 Pellett Bienenwachs :gruebel:, das sollte auch schützen.
Das spricht ja für die "Klassische Pflegecreme" Rezeptur von Heike. Leider hab ich nur Emulgatoren für die Variante A (Montanov 68) und Variante D (Glycerinstearat SE + Emulsan) zuhause. Wenn ich das aber richtig verstanden habe ist Glycerinstearat SE eher nicht für Säure gedacht. Mach ich mir dann nicht die Emulsion kaputt wenn ich einen Ausgangs-pH-Wert (vor dem einstellen) von 3 habe?
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
:domina: Wichtig ist, dass die Haut nicht zu lange so entfettet wird, Du handelst Dir sonst eine Barrierestörung ein, mit schlimmen Folgen, je länger - desto schlimmer.
Aye, aye! :)

Noch was: Würde es was bringen Lipodermin beizumischen und dafür die anderen Wirkstoffe (LCLT, Urea, D-Panthenol) etwas zu reduzieren?

Grüße,
gonzo

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Helga
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von Helga »

gonzo hat geschrieben:
23. September 2021, 12:09
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
OK :), PN kannst Du allerdings noch nicht empfangen.
Verflixt. Na dann halt doch hier im Thread. Wollte nur nicht, dass das vom eigentlichen Thema ablenkt, falls Fragen aufkommen :)
Kein Problem :) Also mir persönlich ist es egal, was Du als Bartwuchsmittel verwendest, Du bist erwachsen :wink: also keine Belehrungen - zumindest von meiner Seite. Wenn Fragen gestellt werden, weil es jemand auch verwenden möchte, dann kann man ja einen eigenen Thread aufmachen :), bzw. kann ich die Beiträge verschieben.
gonzo hat geschrieben:
23. September 2021, 12:09
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
Urea (sehr hoch dosiert) ist in diesem Fall falsch angewendet.
Besser wäre eine etwas fettere Creme, 25-30% FP. Urea hydratisiert zwar, die Feuchtigkeit muss aber in der Haut gehalten werden; Falls Du Urea aber wegen dem Juckreiz einsetzen möchtest, der vergeht sobald die Hautbarriere wieder intakt ist.
Was meinst du mit "sehr hoch dosiert"? Habe in dem letzten Rezept 5% Urea drin gehabt. Da mir die gekaufte Urea Creme (mit 5%) sehr schnell und sehr gut geholfen hat gegen die durch das Minoxidil trockene gereizte Haut wollte ich das unbedingt in meiner eigenen Creme auch drin haben. Du sagst das ist unnötig?
Da ich jeden Tag zwei Mal das Minoxidil anwende war es mir wichtig eine schnelle Linderung/Heilung der Haut zu fördern bevor das nächste Mal das Minoxidil auf die Haut kommt.
"unnötig" und "falsch" haben jeweils verschiedene Bedeutungen :) Heilend, lindernd wirkt vor allem D-Panthenol (nur fühlt es sich ab 2% leider klebrig an), wie gesagt Urea ist ein Hydratisierer, wir setzen es in "normalen" Formulierungen 2-3%ig ein, optimal in Verbindung mit Glycerin. Hydratisierer in entfetteter Haut braucht etwas was die Feuchtigkeit in der Haut hält, ich hatte befürchtet, dass Dir das Urea in der Kaufcreme zwar schnell hilft, aber auch gleichzeitig die Feuchtigkeit aus der Haut zieht, weil sie nicht gehalten werden kann. Ich persönlich mag Urea sehr, setze es 2-3%ig ein, aber ich habe gesunde Haut :).
gonzo hat geschrieben:
23. September 2021, 12:09
Helga hat geschrieben:
23. September 2021, 00:57
Ich würde eine Rezeptur mit Emulsan verwenden, 25% Fettphase. Emulsan ist ein Emulgator, den so ziemlich nichts erschreckt :), der auch hautverträglich ist, sowie leicht zu verarbeiten. Wegen des Alkohols würde ich noch 0,5-1% Phytosteryl Macadamiate rein packen oder alternativ Avocadin, Menge müsstest Du testen, ich denke eventuell auch an 1 Pellett Bienenwachs :gruebel:, das sollte auch schützen.
Das spricht ja für die "Klassische Pflegecreme" Rezeptur von Heike. Leider hab ich nur Emulgatoren für die Variante A (Montanov 68)
Montanov 68 kannst Du auch verwenden. Schön langsam bekomme ich den Eindruck, Du kennst Dich aus :wink:, dann würde ich Dir sogar raten Phospholipon 80H in einer Kombi zu verwenden.
Noch was: Würde es was bringen Lipodermin beizumischen und dafür die anderen Wirkstoffe (LCLT, Urea, D-Panthenol) etwas zu reduzieren?
Kannst Du später immer noch machen, ich würde langsam und vor allem "einfach" beginnen, ja fast minimalistisch, die Haut ist bereits strapaziert. Lass sie mit dem Hanföl ein wenig erholen und mit der nächsten Charge Creme kannst Du Veränderungen vornehmen. Ich traue mich fast wetten, dass innerhalb einer Woche Linderung eingetreten ist :).
Aus Deiner Bemerkung "reduzieren" höre ich heraus, dass Du Dich schon ziemlich eingelesen hast? Respekt, freut mich sehr :).

P.S.:
Betreff D-Panthenol: Ich verwende mittlerweile das pulverförmige D-Panthenol, das wirkt in einer Emulsion überhaupt nicht klebrig.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von Sylvie »

gonzo hat geschrieben:
23. September 2021, 12:09

Guter Tipp. Gibts das schon als Lösung oder mischst du dir auf Vorrat immer eine kleine Menge?
Ich nehme ein L - Arginin, was auch als Nahrungsergänzungsmittel geeignet ist. Und das Pulver nutze ich unverdünnt .
Ich wünsche Dir gutes Gelingen :)
Schöne Grüße 🧙‍♀️
Sylvie

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Helga
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ich verwende auch L-Arginin, aber eine Lösung (1 Teil L-Arginin + 9 Teile dest. Wasser), von der ich 0,2% in die Emulsion gebe klick.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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gonzo
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Re: Bart- und Gesichtcreme herstellen

Ungelesener Beitrag von gonzo »

Super, vielen Dank für eure Tipps.

Ich werde dann nun erstmal Abends Hanföl nutzen und in der nächsten Runde unter Beachtung eures Inputs mal ein wenig mit den Inhaltsstoffen meiner Creme experimentieren.

Melde mich ggf. nochmal hier, wenn ich weitere Fragen habe :)

Viele Grüße,
gonzo

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