Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

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Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 10. Januar 2018, 16:33

Hallo,
ich habe mal wieder eine Reihe von Anfängerfragen und hoffe auf eure Hilfe.
Ziel ist eine Nachtcreme mit deutlich versiegelnden, nicht wegziehenden Eigenschaften. Mein "Referenzprodukt" wäre hier die Linola Gesichtscreme, die mir zuletzt, dank tensidfreier Reinigung, sogar schon etwas zuviel war.

Mein letzter Versuch einer Nachtcreme beinhaltete 75% FP, emulgiert von 8,5 g Lanolin anhydrat mit 5 g Bienenwachs, gestützt von 22 g Shea, Rest Öle. Das Ergebnis war auf der Haut leider viel zu fliessend, nass, sodass es sofort "abwischt" und im Kopfkissen landet. Im Kühlschrank ist sie sehr fest, eigentlich schon "hart", mit der Körperwärme aber fast flüssig... liegt's am Lanolin? Der Shea? Die Pflegewirkung war aber tatsächlich sehr gut, weshalb ich die FP nur ganz leicht nach unten korrigieren möchte auf 70%.

Gleichzeitig habe ich in meiner Tagespflege Olivem 1000 als Emulgator eingebaut (bei 30% FP) und bin hingerissen! Zuvor hatte ich Lysolecithin und die Emulsion ist mir einfach nach einer Minute auf der Haut "weggetrocknet". Das ist jetzt natürlich am entgegengestzten Ende des Spektrums, Hintergedanke war, beide zu kombinieren, wenn meine Haut was dazwischen mag (mag sie aber nicht... bei Feuchtigkeit winkt sie immer bloß dankend ab, Öl kann gar nicht genug sein).

Jetzt zu meiner Frage: ich würde gerne Olivem 1000, Lanolin und Bienenwachs in der Nachtpflege kombinieren. Olivem 1000, weil es trotz hohem Fettanteil diese trockene, unglitschige Textur erzeugt, Lanolin wegen seines Barriereschutzes. Aber Olivem ist ein O/W, Lanolin ein W/O Emulgator, kann man das überhaupt kombinieren? Das einfachste wäre es natürlich, einen von beiden in die Sphäre der Wirkstoffe zu verbannen, aber welchen dann?
Und noch viel wichtiger: Bei welchen Fett-zu-Wasser-Verhältnissen funktioniert Olivem 1000 überhaupt? Ich habe hier im Forum Emulsionen mit sehr geringer FP gefunden und reine Ölmischungen, in denen es nur als Konsistenzgeber fungierte, aber leider nichts zu Emulsionen mit exorbitanten Fettmengen (einige Verweise konnte ich aber auch leider nicht lesen, weil ich auf die Foren noch keinen Zugriff habe...).

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Violette
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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Violette » 10. Januar 2018, 21:12

Auf der Seite von Aroma-Zone gibt es Fotos von verschiedenen Texturen mit u.a. 30 % Fettphase.
LG Petra

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Margit » 10. Januar 2018, 21:42

:hallihallo: Hallo Dorothee,

wie hoch war denn die Gesamtmenge der Nachtcreme? Ich habe selbst keine Erfahrung mit so hoher Fettphase (wenn ich Lanolincreme rühre, dann hat die ca 50-55% Fettphase) aber mit 5 g Bienenwachs sollte sie nicht fast flüssig sein :gruebel:
Wenn du Lanolin wegen des Barriereschutzes verwenden möchtest, kannst du es auch einer O/W Emulsion (eben zB in einer Creme mit Olivem 1000) beifügen - aber nicht so viel. Und, wie du sagst, als Wirkstoff und gar nicht als Emulgator. Es sollte aber nicht zuviel sein, weil das vielleicht die Stabilität stören könnte (wenn die Creme nicht weiß ob sie O/W oder W/O werden soll). Ich denke 4-5% müssten schon gehen....Aber du kannst dir dann die 30% "unglitschige" Fettphase-Creme machen. Müsstest halt probieren.
Man kann auch bei Lanolincremes einen kleinen Anteil O/W-Emulgator mitrühren, aber ich glaube das dient eher nur der Stabilisierung - und auch hier nur wenig, vielleicht 1% - und das wird am "Auftrage-Gefühl" nicht wirklich was ändern.
Wieviel Fettphase Olivem 1000 tatsächlich "packt", weiß ich leider auch nicht - aber mehr als 40% vermutlich nicht.
Ich hoffe, das bringt dich in deinen Überlegungen trotzdem ein Stückerl weiter.
Liebe Grüße
Margit


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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 11. Januar 2018, 13:35

Margit hat geschrieben::hallihallo: Hallo Dorothee,

wie hoch war denn die Gesamtmenge der Nachtcreme? Ich habe selbst keine Erfahrung mit so hoher Fettphase (wenn ich Lanolincreme rühre, dann hat die ca 50-55% Fettphase) aber mit 5 g Bienenwachs sollte sie nicht fast flüssig sein :gruebel:
Flüssig ist vielleicht etwas übertrieben, aber bei Körpertemperatur hat sie die Konsistenz eines etwas dickeren Öles. Ich konnte es mir auch nicht erklären, auf 100 g Creme waren satte 22 g Shea und eben 8,5 g Lanolin und 5 g Bienenwachs... aber irgendwas schmilzt da wie Butter auf der Haut.
Margit hat geschrieben:Wenn du Lanolin wegen des Barriereschutzes verwenden möchtest, kannst du es auch einer O/W Emulsion (eben zB in einer Creme mit Olivem 1000) beifügen - aber nicht so viel. Und, wie du sagst, als Wirkstoff und gar nicht als Emulgator. Es sollte aber nicht zuviel sein, weil das vielleicht die Stabilität stören könnte (wenn die Creme nicht weiß ob sie O/W oder W/O werden soll). Ich denke 4-5% müssten schon gehen....Aber du kannst dir dann die 30% "unglitschige" Fettphase-Creme machen. Müsstest halt probieren.
Man kann auch bei Lanolincremes einen kleinen Anteil O/W-Emulgator mitrühren, aber ich glaube das dient eher nur der Stabilisierung - und auch hier nur wenig, vielleicht 1% - und das wird am "Auftrage-Gefühl" nicht wirklich was ändern.
Wieviel Fettphase Olivem 1000 tatsächlich "packt", weiß ich leider auch nicht - aber mehr als 40% vermutlich nicht.
Hm, oder umgekehrt, Olivem als unglitschig machenden Wirkstoff in die Lanolincreme?
Jetzt stelle ich gerade wieder meinen Ansatz in Frage, wenn hier offenbar niemand so hohe FP Cremes rührt, hat das vielleicht ja auch einen Grund und ich sollte meiner Haut einfach das verlangte Öl pur geben, bzw. einfach Tagescreme+Öl schichten... Ich nehme an, wenn man Öl mit Olivem "andicken" und gleichzeitig trockener gestalten kann, sollte es auch kein Problem sein, ein bisschen Lanolin reinzumischen, oder?
Margit hat geschrieben:Ich hoffe, das bringt dich in deinen Überlegungen trotzdem ein Stückerl weiter
Hat es, vielen Dank! Ich taste mich so langsam vorwärts, aber immer, wenn ich versuche, das Prinzip hinter irgendetwas zu verstehen, tauchen erst mal hunderte neue Fragen auf und ich versuche ja gleichzeitig, die chemischen Prozesse und die Bedürfnisse meiner Haut zu erforschen.
Violette hat geschrieben:Auf der Seite von Aroma-Zone gibt es Fotos von verschiedenen Texturen mit u.a. 30 % Fettphase.
Oh, das ist wirklich hilfreich, vor allem die Diagramme dazu. Vielen dank, Violette! :-)


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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 11. Januar 2018, 15:01

Oh, ich bin so doof... Ich hatte nur bei Emulgatorprofilen geschaut und die globale Suche genutzt!

Aber für alle anderen, die nach der FP-Spanne von Olivem 1000 suchen und einfach nicht fündig werden: Unter
Emulgatoren auswählen ist sie angegeben mit 15 - 30 %, da liefert die Suche bloß kein Ergebnis, weil der Terminus in der Grafik steckt und nicht im Text auftaucht.

Und für mein Rezept heißt das dann wohl, Olivem 1000 packt es nicht und kann nur als konsistenzgebender Koemulgator mit rein.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Margit » 11. Januar 2018, 16:59

Ja, ein Rezept mit 70% Fettphase kannst nur mit einem W/O - Emulgator realisieren. Kennst du Olivem 900 (Sorbitan Olivate)? Mit dem sollen Cremes angenehmer im Auftrag, nicht so zäh zum Verstreichen wie Lanolincremes gelingen. Aber für den habe ich leider "kein Händchen" - hab es einige Male versucht, aber nichts ordentliches zustande gebracht - hier mache ich wahrscheinlich immer wieder etwas falsch.
Was du aber noch versuchen könntest, wäre eine klassische Cold-Cream. Da ist Bienenwachs und Cetylpalmitat drinnen (und sonst kein Emulgator) und wenn ich es richtig in Erinnerung hab, auch um die 70%-75% Fettphase. Ich habe leider kein konkretes Rezept parat, aber da ist sicher eins zu finden; man kann es ja dann trotzdem mit den Ölen machen, die man gern selber verwenden möchte.
Liebe Grüße
Margit

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Margit » 11. Januar 2018, 17:08

vielleicht findest du hier etwas

klick
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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 12. Januar 2018, 10:01

Liebe Margit,
danke für deine weiteren Anregungen.
Von Olivem 900 habe ich bisher nur gelesen... Ich wollte nicht den typischen Anfängerfehler begehen, alles auf einmal zu kaufen, daher habe ich erst drei Emulgatoren da: Lanolin, Olivem 1000 und Lysolecithin. Sozusagen einmal durchs ganze Spektrum, was Fettphasen und Wasserfreigabe betrifft, um herauszufinden, was meine Haut mag und auch, um lieber erst mal drei in der Verarbeitung und auf der Haut richtig kennenzulernen, statt dutzende Stöffchen da zu haben, die ich nicht verstehe / beurteilen kann. Aber Olivem 900 steht definitiv auf meiner Merkliste für die nächste Bestellung!
Mit Coldcreams konnte ich irgendwie nie so richtig was anfangen und es löst ja leider auch nicht mein Problem, dass ich Olivem 1000 und Lanolin beide drin haben möchte. Ich habe es jetzt stattdessen gewagt, das ursprüngliche Rezept (75% FP, emulgiert von 8,5 g Lanolin anhydrat mit 5 g Bienenwachs) mit 1 g Olivem auf 100 g Gesamtmenge zu ergänzen, also das Olivem als reinen Konsistenzgeber einzusetzen. Im Auftrag ist das angenehmer, leicht matter, Konsistenz auch bei Zimmertemperatur ziemlich fest, aber gut.
Mehr kann ich noch nicht sagen, das Experiment ist erst einen Tag alt.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Margit » 12. Januar 2018, 12:30

Liebe Dorothee,
ja, mit der Coldcream bin ich vom Weg abgekommen, ich war dann nur mehr auf die hohe Fettphase konzentriert und hab dabei vergessen, dass es dir um die Kombination Lanolin/Olivem 1000 geht. Aber das ist ja fein, dass dein Versuch geklappt hat.
Ich habe Lanolincremes auch recht gern - die Pflegewirkung ist wirklich gut! Ich habe nur immer mit dem Auftragsverhalten gehadert, weil sie so zäh ist und sich nicht so schön verteilen lässt...
Lass wissen, ob die Creme stabil geblieben ist. Es ist so schön, wenn etwas gelingt, wie man es sich vorstellt :yeah:
Liebe Grüße
Margit


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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 21. Januar 2018, 20:22

So - zurück aus dem Urlaub, meine Creme hat mich begleitet und sich bewährt. Einer der eingefrorenen Tiegel war mit unterwegs und selbst das hat sie ohne Konsistenzveränderung überstanden.

Was das "zähe" Auftragsverhalten betrifft wie auch meine Vorliebe für dicke, zunächst erst mal aufliegende Cremes, denke ich inzwischen, dass das bloß Gewöhnungsache ist und ich mit meiner Linola einfach an eine etwas ungewöhnliche Creme gewohnt bin.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Helga » 21. Januar 2018, 22:50

dass das bloß Gewöhnungsache ist
Ja stimmt :), die meisten von uns rühren mittlerweile "Fluid's"


Mit 70% FP ist Deine Nachtcreme sehr, sehr hoch angesetzt, bist Du sicher, dass Deine Haut das braucht?
Eine Alternative wäre z. B. abends über die normale Tagespflege ein paar Tropfen eines kostbaren Wirkstofföles aufzutragen oder 1,2 Tropfen dazu mischen.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 22. Januar 2018, 09:06

Wenn Du die Linola Creme so gut verträgst könntest Du auch deren Inhaltsstoffe als Orientierungshilfe nehmen. Da steht allerdings Wasser an erster Stelle, sie hat also sicherlich nicht so einen hohnen Fettanteil. Sie enthält Rapsöl, hast Du das schon mal ausprobiert?
75 % Fettphase halte ich auch für sehr hoch, würde ich jetzt eher für eine 90 Jährige rühren. Den Vorschlag unter der Creme evt. mit einem Gesichtsöl nachzuhelfen würde ich Dir auch machen.

LG
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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 23. Januar 2018, 12:33

Die hohe Fettphase entstammt meinen Beobachtungen, dass meine Haut bei 30 % FP in einer Tagescreme gerne noch etwas Öl dazu mag und bei meinem allerersten Nachtcremeversuch mit 50 % ebenfalls noch etwas Öl mochte. Dann hatte ich mal ein paar Tage lang einfach nur Shea benutzt und sie wurde etwas trocken / schuppend, hat aber nicht gespannt. Trockenheitsfältchen hatte ich von dem Sheaexperiment nicht gleich, nur gut hydriert wirkte sie auch nicht gerade... Daraus habe ich geschlossen, dass sie eine (vor allem linolsäurelastigere) ausgewogenere Ölmischung benötigt und ein bisschen Wasser. Was ich aber sowohl bei reiner Shea als auch Linola bebochtet habe ist, dass dieses "nicht-wegziehen" und dick-aufliegen über Nacht meiner Haut sehr gut tut.

Bei gekaufter Kosmetik habe ich nicht nur auf Linola, sondern auch immer auf die reichhaltigsten Cremes für "reife" Haut zurückgegriffen, vermutlich weil die die höchsten FP haben (zum Beispiel als Tagescreme die Granatapfelnachtcreme von Weleda -> daher auch die Idee, Sesamöl zu verwenden, bzw. so stark auf Linolsäure zu setzen).

Was ich mich jetzt frage, wenn ihr das gleich beide empfehlt, wo ist der Unterschied, ob ich gleich eine Creme mit sehr hoher Fettphase rühre oder eine mit niedrigerer und dann aber noch Öl darauf gebe? Für mein Verständnis kommt das auf's gleiche raus?

Die Linola enthält in der FP in dieser Reihenfolge:
Rapsöl
Sonnenblumenöl
Bienenwachs
Sheabutter
Da Rapsöl schon an zweiter Stelle nach Wasser steht und ja noch weitere Fette hinzukommen, bin ich mir so sicher nicht, dass die Linola eine so viel geringere FP hat, über 50% liegt sie sicher. Vom Auftragegefühl würde ich eher sagen nein.
Mein Verdacht ist aber, dass Raps- und Sonnenblumenöl hier zumindest auch gewählt wurden, weil sie sehr günstig sind. Meine Erfahrung mit Sonnenblumenöl in einer (günstigen) Tagescreme war so lala... okay, aber nicht ausreichend. Rapsöl habe ich noch nicht probiert, habe mich bei der Auswahl aber an der Fettsäurezusammensetzung orientiert und sie etwas Richtung Linol- und Linolensäuren verschoben.

(Öle etwas gerundet, weil ich immer ein Fläschchen Ölmischung anmische und dann daraus einwiege)
Die FP sieht jetzt wie folgt aus:
Sesam 15 g
Argan 3 g
Macadamia 6 g
Nachtkerze 4 g
Hanf 3 g
Traubenkern 3 g
Wildrose 3 g
(37 g / 1 g weniger von der Ölmischung in dem zweiten Versuch mit Olivem)

24 g Shea
5 g Bienenwachs
9 g Lanolin

Das ganze ergibt eine ziemlich feste Salbentextur, die mit der Körperwärme dann etwas weicher wird und aufgetragen der Linola recht nahe kommt. Die Shea liefert ziemlich viel Öl- und keine Linolsäure, daher hatte ich gedacht, das Sesamöl mit seinem nahezu 50/50 Verhältnis wäre eine gute Basis, ergänzt mit stark linolsäurehaltigen Ölen.
Die viele Shea, das Bienenwachs (auch 1 g mehr, als zwingend benötigt) und Lanolin sollen nur diesen Okklusionseffekt erzielen. Wenn ich mir jetzt noch mal die Linola angucke, fällt mir auf, dass sie sogar mehr Bienenwachs als Shea enthält. Vielleicht ist das der Trick, um so eine feste, beständig aufliegende Creme zu erzeugen??? Ich tue mich wirklich schwer mit der Auswahl der FP, weil meine Haut zu nichts nein sagt, sondern jedes Fett einfach wegschlürft, rülpst und einen Nachschlag verlangt. Die Idee war jetzt, meiner Haut über Nacht so eine Art "Depot" zu geben, aus dem sie sich langsam bedienen kann und das mit der versiegelnden Schicht bis zum nächsten Tag verhindert, dass sie schutzlos ist und Wasser verliert.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 23. Januar 2018, 14:33

An erster Stelle steht Aqua, auch wenn die Konsistenz sehr salbenartig ist wird diese Formulierung vermutlich auch eher +- 50 % Fettphase haben, ich vermute aber weniger. Die pastöse Konsistenz kommt eher durch eine hohe Dosierung von Bienenwachs. Bienenwachs wirkt sicherlich abdichtend, deshalb ist es meist in Hautschutzcremes enthalten. Der Effekt kann sowohl positiv als auch negativ sein, kommt halt darauf an was man möchte. Auch Cremes für reifere Haut haben selten eine so extrem hohe Fettphase. Es kommt immer auf das Gesamtkonzept an. Schau Dir doch mal das Cranberry-Hydrofluid ( die Fettphase könntest Du auf 30 bis 40 % anheben )und das Granatapfelgesichtsöl an. Interessant wäre für Deine Haut sicherlich auch die Aloevrabasis und die Bariereschutzbasis, kurz BSB. Du solltest Dir ein gut aufeineder abgestimmtes Pflegekonzept erabeiten mit verschiedene Produkten die sich ergänzen. War Deine Haut schon immer so extrem trocken, oder liegt das an irgendwelchen Umständen? Medikamenten, Hormone,... Für mich hört sich das allerdings an, als ob Deine Haut auch Feuchtigkeit braucht, nicht nur Fett, und sie reagiert so weil die Hautbarriere stark gestört ist.

Der Vorteil ist, das man nach Bedarf das Gesichtöl anwenden kann und es sich auch besser anfühlt eine leichtere Creme + Gesichtöl anzuwenden und die Auswahl an Emulgatoren ist auch größer.
Das hier wäre vielleicht auch was für Deine Haut.

LG
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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 30. Januar 2018, 13:42

Danke für die Tipps, Alraune! Ich wollte erst mal ein bisschen weiterlesen und eine etwas längere Beobachtungsphase für die Nachtcreme, bevor ich euch hier weiter zutexte... :argverlegen:

Ich würde sagen, seit Ende der Pubertät ist sie so trocken, also gut 15 Jahre, nichts akutes, sondern der "Normalzustand" meiner Haut. Extrem empfindlich war sie schon immer, auch als Kind schon, was dann manchmal schwer auseinanderzuhalten ist: gerötete, schuppende Areale treten bei Trockenheit ja genauso auf, wie bei Hautreizungen / Unverträglichkeiten und manchmal kommt dann auch noch beides zusammen. Aber ich habe vor 10 Jahren schon, bevor es Linola Gesicht gab, die normale Linola fett nachts mit meiner Gesichtscreme gemischt (welche genau, weiß ich nicht mehr, aber es waren immer solche für trockene Haut). Das war lange Zeit das einzige, was zumindest gegen die Trockenheit geholfen hat. ;-(
Insgesamt, nach etwas über zwei Wochen im Einsatz, muss ich sagen kommt meine Haut gut zurecht mit der 75%-Creme. 70% werde ich in der nächsten Charge trotzdem mal ausprobieren und mir die Zutaten für eine BSB bestellen. (Wollte das Set mit Phytosteryl Macadamiate von Alexmo nehmen...)

Granatapfelsamenöl steht auch auf meinem Merkzettel zum Ausprobieren, schon allein, weil es in der heißgeliebten Weledaserie enthalten ist und ich mir mal systematisch die Öle / Buttern von den am besten vertragenen Kaufprodukten rausgeschrieben hatte. Mein Gedanke war aber auch, dass diese Cremes für reife Haut ja eigentlich bloß eine Krücke für mich sind, weil sie zufällig etwas anderes enthalten, was meine Haut mag: viel Fett. Eine These, die die Linola eigentlich bestätigt, denn die tut ja auch nüscht speziell für ältere Haut, die liefert bloß Fett und Okklusion. Für mein Verständnis deutet das alles darauf, das meine Haut kaum Feuchtigkeit braucht, nur den Schutz vor Wasserverlust. Sowas wie Kollagenproduktion anregende Öle u. ä. sind wahrscheinlich (noch) völlig überflüssig, deswegen hatte ich mich zunächst eher auf Öle für neurodermitische Haut eingeschossen.
So ein richtiger Durchbruch war für mich der völlige Verzicht auf Tenside im Gesicht und nach dem ich hier irgendwo gelesen hatte, diese Unverträglichkeit von Tensiden sei typisch für Neurodermitis (bei mir eher "leicht neurodermitische Haut"), hat mich das auch noch mal in meiner Theorie bestätigt.

Bei Aloe Vera bin ich sehr skeptisch, weil das reine Gel direkt aus dem Pflanzenblatt mir ein feuerrotes Gesicht beschert hat. Ein paar echte Allergien habe ich nämlich auch noch und nach den zwei Versuchen zähle ich die Aloe jetzt mal dazu.

Wegen des Auftragens mehrerer Produkte: Ich hatte es jetzt zunächst andersherum probiert, erst ein Gesichtswasser (Orangenblüten-
und Rosenhydrolat mit Glycerin und Weizenprotein) und darauf dann die sehr fette Creme / Salbe. Das bietet mir auch die Möglichkeit, da etwas rumzuprobieren, denn bei der Wasserphase und ihren Befeuchtern bin ich völlig überfragt. Ausgerechnet meine Lieblingscremes (Weleda Granatapfel, Wildrose und Linola Gesicht) scheinen gar keine zu enthalten, außer Glycerin und insgesamt eher von "den richtigen" Fetten für mich zu leben. Auf meinem Alexmo-Einkaufszettel stehen jetzt zum Ausprobieren D-Panthenol und Allantoin, schön einfach zu verarbeiten und in meiner alten Body-Lotion enthalten, also bereits auf Verträglichkeit getestet. An Urea traue ich mich noch nicht ran, wegen der sensiblen Verarbeitung mit Puffern etc. Wäre es sinnvoll, da "Feuchtigkeitsfaktor NMF" zu nehmen? Das sieht von den INCIs für mich aus, als wäre es bereits gepuffert, liege ich da richtig?

So ein "Pflegekonzept" aus verschiedenen, aufeinander abgestimmten Produkten überfordert mich momentan noch etwas, ich brauche ja schon ewig, um mich zwischen einzelnen Ölen für die Fettphase eines einzigen Produktes zu entscheiden. :gruebel: Und da ich zuvor wirklich nur waschen + eincremen gemacht habe, nicht mal Gesichtswasser (habe ich nie vertragen), dachte ich, ich sollte erst mal diesen status quo wiederherstellen und von da ausbauen.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 30. Januar 2018, 14:25

Hast Du wegen Deinem Hautzustand mal einen Arzt konsultiert? Ich meine einen der nicht nur standardmäßig Kortison verschreibt? Das hört sich nach einem stark barrieregestörten Zustand an dessen Ursache mal abgeklärt werden sollte. Möglichkeiten gibt es da viele. Nur alleine mit Pflegeprodukten wird das auf die Dauer nicht ausreichen.
Was machst Du denn sonst, wenn Du älter wirst?
Die BSB halte ich auf jeden Fall für sinnvoll. Im Frühjahr gibtes ja gerne Kreuzallergien, dam ußt Du dann vermutlich auch vorsichtig sein.

Es gibt unterschiedliche Aloevera Produkte. Lass Dir einfach Zeit. Probier doch mal das Pulver 200:1. Schwarzkümmelöl ist auch ein tolles Öl zur Regeneration der Hautbarriere, vor allem mit Grantapfelkernöl, kann aber im Moment für Deine Haut noch zu viel sein.

So lange Du die Zutaten für die BSB noch nicht vorrätig hast, kannst Du auch einfach Lanolin und Bienenwachs in Deine Creme einbauen, aber nicht übertreiben. Wie eine Art Kälteschutzcreme. dann aber lieber die Fettphase bei 40-50% lassen.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 31. Januar 2018, 12:19

Alraune hat geschrieben: Was machst Du denn sonst, wenn Du älter wirst?
Haha, das habe ich mich auch immer gefragt, was ich eigentlich mache, wenn ich wirklich "reife Haut" habe!?! :kichern:

Beim Arzt war ich damit noch nie, einfach, weil die Symptomatik so diffus und mit bloßer Pflege ja behandelbar ist. Man könnte auch sagen: normale Haut nur eben sehr, sehr fettarm. Zu dem Link: die Krankheiten würde ich mal ausschließen, bis auf eine leichte Neurodermitis vielleicht und vereinzelte Allergien. Ebenso Mangelernährung, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Medikamente nehme ich nicht (auch nicht die Pille), Alkohol trinke ich nur in Maßen... okay, ich rauche, aber das allein kann es ja nun nicht sein.
Es ist eher so, dass meine Haut auf jeden negativen Einfluss sofort sehr stark reagiert: zu austrocknende Reinigung, trockene Heizungslusft im Winter, zu viel austrocknende Sonneneinwirkung, vereinzelt Cremes, die ich wirklich nicht vertrage und auf die meine Haut reagiert, öfter aber Cremes, die bei längerer Verwendung einfach nur nicht genug sind und sie ganz langsam "verdursten" lassen. Sofern keine Belastungsfaktoren da sind, reicht meiner Haut viel (von dem richtigen) Fett und sie sieht tatsächlich gesund und frisch aus, ist einfach "im Gleichgewicht".
Barrieregestört stimmt wahrscheinlich schon, aber so insgesamt betrachte ich das nicht als krankheitswertig und einen Fall für den Arzt.

Ich glaub, die meisten Unverträglichkeiten in Kaufkosmetik sind eher Hautreizungen durch aggressive Konservierungsstoffe, mangelnde Pflegewirkung durch minderwertige Inhaltsstoffe (Mineralöle z. B.). Das alles habe ich schon länger verbannt und seither ist meine Haut manchmal trocken, aber mehr auch nicht, keine unerklärlichen, plötzlich auftretenden Areale, sondern insgesamt zu trocken und dann auch stellenweise gerötet und schuppend. Selbst die billige Alverde Tagescreme war immerhin über 1-2 Jahre lang zwar nicht perfekt, aber ganz okay. Mit der milden Reinigung hatte ich sogar zeitweise die Linola abgesetzt, bevor es richtig kalt wurde und die Heizungsluft meiner Haut wieder zusetzte.

Aber um die richtige Pflege für meine Haut zusammenzubauen und alles was sie nicht so mag einfach weglassen zu können, bin ja nun hier gelandet! 8)

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 31. Januar 2018, 12:41

Das hört sich für mich nicht nach gesunder, nur etwas trockener Haut an, aber gut, es ist Dein Pelz.

Ich hab mir Deinen Entwurf nochmal angesehen:

Sesam 15 g (würde ich bei Rötungen durch Raps- oder Olivenöl ersetzen, denn es wirkt wärmend und anregend)
Argan 3 g oder Hanföl
Macadamia 6 g
Nachtkerze 4 g , Borretschsamenöl, oder Wildrose
(Hanf 3 g)
Traubenkern 3 g
(Wildrose 3 g)
(37 g / 1 g weniger von der Ölmischung in dem zweiten Versuch mit Olivem)
ergänzend:
2 % Kokosöl, evt mehr Hauttest empfohlen

24 g Shea
5 g Bienenwachs
9 g Lanolin

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 31. Januar 2018, 14:25

Vielen Dank für's drüberschauen. :blumenfuerdich:

Rötungen habe ich keine (mehr) und sie waren zuletzt auch nur Begleiterscheinung von Trockenheit.

Darf ich fragen, warum Kokosöl?

Außerdem verstehe ich deine Zusammenfassungen von Nachtkerze, Borretschsamen und Wildrose nicht, bzw. warum du dann das Hanföl nicht mit in diese Gruppe zählst? Nachtkerze / Borretsch liefert doch γ-Linolensäure (und Hanf in geringem Maße auch), Wildrose liefert α-Linolensäure, genau wie Hanföl. Insofern sind die doch nicht austauschbar, sondern ergänzend? Stellst du da auf einen ganz anderen Inhaltsstoff ab, den ich noch gar nicht auf dem Schirm hatte oder geht es bloß um die Einsatzkonzentration von Wirkstoffölen? Warum du Argan und Hanf gleichsetzt, verstehe ich leider auch nicht... :/

Das schreibt Heike zu Gamma-Linolensäure:
regenerierend, entzündungshemmend und juckreizstillend [...]
Mit linolsäure-dominierten Ölen und etwas Unverseifbarem gemischt hilft sie bei Verhornungsstörungen und fettender Haut; in ausgewogenen Mischungen mit Öl-, Palmitoleinsäure, Unverseifbarem und gesättigten Fettsäuren hilft sie barrieregestörter Haut, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Und Alpha-Linolensäure:
entzündungshemmend und unterstützt die Regeneration der Haut[...]
stark aktivierende und hauteigene Prozesse anregende Öle
In den Ölprofilen steht bei den jeweiligen Ölen immer, Alpha profitiert von Gamma und umgekehrt. Bei beiden hatte ich auch in anderen Quellen gelesen, sie seien gut bei neurodermitischer Haut und auch bei sehr trockener.

Ich hoffe, ich nerve nicht mit den ganzen Fragen, ich versuche bloß, das Zusammenspiel genauer zu verstehen. Ich hatte mich anfangs einfach sehr stark an Heikes Ölprofilen und den Inhaltsstoffen von Gekauftem orientiert, aber die Feinheiten fehlen mir noch. Außerdem steht ja eine Bestellung wegen der BSB an, da würde ich natürlich vorher gerne wissen, was noch alles fehlt und den Einkaufszettel ergänzen. :D

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 31. Januar 2018, 15:16

sondern insgesamt zu trocken und dann auch stellenweise gerötet und schuppend.
das bezog sich jetzt darauf.

mir erschienen das einfach zu viele aktive Öle die sich zwar gegenseitig ergänzen können, aber auch schon mal unerwünschte Effekte haben können, wenn die Haut überfordert wird. Meine Auswahl hab ich jetzt nicht nach Heikes Ölgruppen getroffen sondern nach Erfahrungen die ich bei Leuten mit verschiedenen Hautproblemen gemach habe. Ich weiß ja jetzt nicht was Du schon so alles gerührt hast. Hast Du Deine Ölkombi denn so schon ausprobiert und gut vertragen?
Mein Ansatz wäre eh ein anderer. Kokosöl wird von Ruth von Braunschweig in ihrem Buch Pflanzenöle sehr empfohlen. Es ist oft ein Retter in der Not, leicht zu beschaffen und im Zweifelsfall kann man es noch zum kochen und oder als Deo verwenden. An Deiner Stelle würde ich es kurmäßig auch mal innerlich versuchen. Schwarzkümmelöl und Nachtkerzenöl gibt es auch als Kapseln. Kommt aber auf Deinen Allgemeinzustand an, ob das empfehlenswert ist. Wenn Du die richige Pflege gefunden hast, sollte sich Dein Hautzustand eigentlich soweit verbessern, dass Du mit einer Fettphase die Deinem Alter angemessen ist auskommst. Ein paar Prozente rauf oder runter ist sicher nicht das Problem.




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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 31. Januar 2018, 19:31

Liebe Alraune, wirklich vielen, vielen Dank für deine Geduld und dafür, dass du dir so viel Zeit nimmst, auf alles einzugehen!

Ja, die Ölkombi war in zwei Versuchen für Nachtcreme unverändert, damit jetzt ca. 6 Wochen in Gebrauch und der erste Versuch hatte mir bloß im Auftragsverhalten und unmittelbaren Hautgefühl nicht gefallen, von der Pflege her war sie aber gut. Ich mische immer 100 g Öl an und messe dann davon ab (deswegen auch leicht gerundet), sodass ich die reine Ölmischung auch noch ausprobieren kann. Die ist eigentlich sehr, sehr gut für meine Haut. Zieht gut ein und hinterlässt ein geschmeidiges Gefühl, einfach entspannte, zufriedene Haut und ich habe weder das Gefühl "nachlegen" zu müssen, noch, dass ein Fettfilm zurückbleibt. Auch scheint sie nicht mal davon überfordert gewesen zu sein, obwohl ja ohne Shea, Lanolin und Bienenwachs der relative Anteil aktiver Öle deutlich höher ist... Ich habe dann aber nach ein paar Anwendungen auch vorsichtshalber mit Sesam und Macadamia "verdünnt", für ein ausgewogeneres Verhältnis (Öl- zu Lanolinsäure, weniger Wirkstofföle), nachdem ich hier im Forum immer wieder den mahnenden Zeigefinger an die Anfänger gesehen habe, nicht gleich zu übertreiben.
Nahrungsergänzungsmitteln stehe ich eher kritisch gegenüber und Mangelernährung kann ich als Ursache wirklich ausschließen. Meine Ernährung hat sich in den letzten 15 Jahren auch sehr verändert, ist inzwischen ausgesprochen abwechslungsreich und gesund, auf die Trockenheit hatte das aber absolut gar keine Auswirkung, das scheint nicht ernährungsbedingt zu sein. So für den normalen Küchengebrauch werde ich Kokosöl mal besorgen und bevor ich beim Kochen mit dem Löffel reingehe was in ein desinfiziertes Tiegelchen abfüllen.

Das Sesamöl wirst du mir aber nicht mehr ausreden können. Ganz zu Anfang hatte ich es noch nicht, viele der anderen Öle aber bereits und als ich dann gesehen habe, dass es offenbar die Basis meine geliebten Weleda ist, konnte ich gar nicht mehr abwarten und habe sogar das kräftig, für mich aber angenehm riechende, geröstete aus der Küche in einer Creme verwendet. Und meine Haut liebte es! Jetzt habe ich ein vernünftiges, kaltgepresstes zum Rühren und meine Haut liebt es noch immer.

Insgesamt werde ich mich an deinen Rat halten und langsam mit der Fettphase runtergehen. Eigentlich wollte ich ja schon bei meinem zweiten Versuch, der ursprünglich Anlass für dieses Thema war, nämlich Lanolin und Olivem 1000 zu kombinieren, von 75% auf 70% runter, aber dann habe ich wegen der Vergleichbarkeit doch lieber nur an einer Schraube gedreht. Ich denke, mit der BSB werde ich dann sogar auf 60 gehen und anteilig mehr an den Wirkstoffölen sparen.
Ansonsten ist die Creme wirklich gut genug, um sie im Gesicht aufzubrauchen und nicht nur als Handcreme oder für den Körper, wo andere Fehlversuche landen. Seit dem langsamen Umstieg auf Selbstgerührtes (erst das Waschzeug, dann Gesichtscreme für den Tag, jetzt die Nachtcreme statt Linola...) geht es meiner Haut wirklich immer besser und besser, es fehlt eben nur so ein bisschen Feintuning.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 31. Januar 2018, 19:45

Kokosöl würde das Einziehverhalten und die Spreitfähigkeit Deiner Emulsion verbessern. Probier es doch mal pur unter deiner Emulsion zum Test . Wenn Du mit Sesamöl gut zurecht kommst gibt es da auch nichts auszureden. Reduzier Deine Creme besser mit BSB auf 50 bis 60 % oder mach Dir zwei in unterschiedlicher Höhe zum Vergleich, was Deiner Haut mehr zusagt. Wenn Du mit dem Ölmix zufrieden bist spiele einfach ein wenig mit der Höhe der Fettphase und probiere verschiedene Emulgatoren. Ich würde versuchen mit der Zeit Schritt für Schritt die Fettphase auf 30 bis 40 % zu reduzieren und doch den einen oder anderen Hydratisierer mit in die Rezeptur aufnehmen.
Wenn Du viel in der Sonne bist wäre aber auch eine Ölkombi mit Ölen denen ein Lichtschutzfaktor nachgesagt wird effizient. Ectoin und evt mehr Gamma-Oryzanol, oder Reiswachs würden mir dazu noch einfallen.

Geröstetes Sesamöl hab ich mir vor x Jahren mal versuchsweise in die Haare geschmiert. Der Duft wurde allerdings recht aufdringlich und ist nicht nur bei mir auf wenig Gegenliebe gestoßen. Mir reicht es in der Küche. Zur Kosmetikherstellung verwende ich auch lieber natives Öl.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 31. Januar 2018, 20:28

Homeoffice, ich bräune mich im Licht des Monitors. ;-) Wenn ich im Sommer wirklich Sonnenexposition habe, dann verwende ich gleich LSF 50, bzw. verlasse mich auf mein Mineral-MakeUp bei kurzen Wegen, untergehender Sonne etc., aber mit meiner hellen, sommersprossigen Haut sind meines Wissens Öle kein ernstzunehmender Sonnenschutz. Was ich gelesen habe, reicht so von LSF 1-5. Lichtstabiler müssten sie natürlich sein... In drei Monaten, wenn es relevant wird, werde ich hier vermutlich einen ebenso langen Thread eröffnen und hunderte Fragen zum Sonnenschutz haben. :P

Bei einer FP unter 50% müsste ich ja ohnehin den Emulgator wechseln, weil Lanolin dann nicht mehr funktioniert. Aber ich würde vermutlich zuerst einfach umdrehen, Olivem 1000 als Emu, Lanolin in geringer Dosis als Wirkstoff.

Als Hydratisierer habe ich bisher Xanthan (hochmolekular), Glycerin (niedermolekular) und Weizenprotein. Auch wieder bei Heike abgeguckt (da ist soviel Wissen gesammelt, ich komme gar nicht dazu, irgendeine andere Quelle zu lesen!): Pflegestrategien für die kalte Jahreszeit

Oder meintest du jetzt Pflanzenauszüge wie Calendula und ähnliches? Die stehen nämlich auch auf meiner Einkaufs- und To-Do-Liste, aber damit habe ich mich noch nicht so eingehend beschäftigt und will ja auch nicht ohne Sinn und Verstand irgendwas zusammenpanschen. Sprich: schon wieder nur abgucken von den Cremes, die meine Haut mochte und 1 zu 1 übernehmen, ohne zu verstehen, was genau von den INCI eigentlich gut war und warum...
Off Topic
So langsam müsste ich den Threadtitel mal ändern in sowas wie "1000 Fragen eines Anfängers"...

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 1. Februar 2018, 08:36

Zum Thema Computerlicht findest Du hier auch noch einen aktuellen Thread. Versuch doch mal als Zusatzpflege ein Feuchtigkeitsfluid. Welche Hydratisierer hast Du schon ausprobiert? Genau, mit den Kräutern solltest Du Dich auch noch befassen. Das ist natürlich alles ein wenig viel für den Anfang, lass Dir einfach Zeit. Ringelblume wäre schon mal eine Option ( außer bei Allergie), Centella, Jiajogulan, Ginseng, Eibisch und Malve, Quitte, Melisse,.. lies Dir mal die Portraits durch. Ich würde mich dann anfangs auch auf ein bis zwei Kräuter beschränken.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 1. Februar 2018, 13:37

Ich habe bisher nur die drei genannten ausprobiert und vorrätig. Zuvor hatte ich ganz ohne Hydratisierer gerührt (bis auf Xanthan als Verdickungsmittel) und da hatte meine Haut auch nicht gemosert, nur bei reiner Ölpflege hat sie sich beschwert. Jetzt mit Glycerin scheint meine Haut noch etwas "praller" und die Weizenproteine scheinen den hydratisierenden Effekt des Eincremens irgendwie zu verlängern... Aber wie gesagt: nur noch ein bisschen besser, selbst ohne nicht direkt schlecht, sie hat keinen sichtlichen Mangel, wenn du verstehst, was ich meine? Ich habe auch noch nicht mal Mimikfalten, Feuchtigkeit ist offenbar kein so großes Problem für meine Haut. Wenigstens das kann sie alleine... :D

Jetzt geht's mir da ähnlich, wie bei den Ölen: wenn alles besser geworden ist, wie dann weiter? In die gleiche Richtung, nur mehr? Was könnte ihr ergänzend noch fehlen? Sollte ich lieber erst mal warten und der Haut Zeit geben, sich einzupendeln, solange kein akuter Handlungsbedarf besteht?

Ringelblume wollte ich unbedingt testen, scheint so ein Allrounder zu sein, dessen Hauptcharakteristika auch gut passen und ich vertrage es definitiv, ich habe es in einer Handcreme (Dr. Scheller Calendula Handbalsam), die ich wirklich liebe.
Ich habe bereits aus meinen absoluten Lieblingen der Kaufkosmetik rausgeschrieben, was die so mitbringen. Wenn du so lieb wärest, da mal drüberzuschauen...? :argverlegen:

Weleda Granatapfel Nachtpflege (für mich: Wintertagespflege)
  • Auszug aus Hirsesamen (unklar ob wässrig (dann: Kieselsäure, Straffheit, Festigkeit u. Elastizität, regt die Wundheilung an, stillt Juckreiz) oder ölig (ungesättigte+unverseifbare))
Weleda Wildrose Tagespflege (für mich: Sommertagespflege)
  • Purpurfetthenne (Gerbstoffe, Zuckeralkohole. Bei wässrigen Purpurfetthennenextrakten können die Zuckeralkohole quellen und feuchtigkeitsspendend wirken. trockene, anspruchsvolle Haut.
  • Ackerschachtelhalme (hautstraffend / adstringierend, stärkt das Bindegewebe, erhält die Hautelastizität, unterstützt die Abwehrkräfte der Haut)
  • Myrrhenextrakte (adstringierend und entzündungshemmend)
Diaderma Karottenöl (im Winter als zusätzliches Fett)
-> an dem hier habe ich mich tatsächlich am stärksten orientiert, weil ich es auch trotz selbstrühren teilweise noch verwendet habe und irgendwas darin tut meiner Haut verdammt gut, das (vermute ich zumindest) über die Öle hinausgeht
  • Karottenextrakt (Provitamin A, Carotinoide, Tocopherole u.a., wirkt glättend und rückfettend, sehr empfehlenswert zur Pflege der trockenen, schuppigen Haut -> ist bereits im Warenkorb zusammen mit der BSB)
  • Arnika-, Wohlverleihextrakt (Bitterstoffe, Gerbstoffe, Carotinoide, Flavonoide, wirkt wundheilend, entzündungshemmend, keimtötend)
  • Kamillenextrakt (entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, beruhigend, antibakteriell)
  • Königssalbei-, Edelsalbeiextrakt (adstringierend, entzündungshemmend, schweißhemmend, antimikrobiell u.a., gegen großporige u. unreine Haut -> habe ich bereits und ist in meinen Cremes verwurstet)
  • Rosmarinextrakt (adstringierend, antimikrobiell, antiseptisch, oxidationshemmend, Anwendung auch bei müder, schlecht durchbluteter Haut)
Was immer wieder auftaucht:
  • entzündungshemmende Stoffe!
  • wundheilende
  • adstringierende (ich habe leicht vergrößerte Poren auf Wangen und Nase, kein Drama, aber je weniger, desto schöner... ^^)
  • antimikrobiell, antiseptisch, keimtötend
Das wäre jetzt meine Auswahl an Eigenschaften und mangels Wissen um Alternativen tendiere ich dazu, einfach die Stöffchen aus dem Diaderma Öl zu nehmen. Bis auf Rosmarinextrakt scheinen die nämlich auch noch leicht beschaffbar zu sein.

Und um wieder zu den Hydratisierern zurückzukommen: da fällt auf, dass alle genannten Produkte außer Glycerin wenig bis gar nichts weiter drin haben. In der SebaMed Body Milk habe ich noch Panthenol und Allantoin gefunden, deswegen stehen die beiden auch gerade ganz oben auf meiner Liste zum Probieren.

Bitte nicht falsch verstehen, ich will keine 1 zu 1 Nachbauten. Ich hoffe es ist okay, wenn ich hier so viele Handelsmarken und Produkte aufzähle, ich hangele mich immer von da aus weiter, denn mehr Anhaltspunkte, was meine zickige Haut nun eigentlich will, habe ich ja momentan noch nicht.

(Achja, schon wieder ein neues Thema.... falls ich mich damit in ein anderes Unterforum verziehen und ordentlich in verschiedene Themen trennen soll, bitte einfach sagen. Bis dahin freue ich mich über deine ganzheitliche Beratung, Alraune, und bin dir wirklich sehr dankbar! :-) )

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 1. Februar 2018, 16:37

Es gibt Hirsesamenöl als CO2-Extrakt, vermutlich ist das gemeint. Zumindest ist das für uns erhältlich. Einige der Extrakte müßtest Du selber herstellen, da ist die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, aber Du hast ja Zeit. Ich würd an Deiner Stelle immer zwei Cremes rühren. Die gewohnte mit der Du gut zurecht kommst und eine in der Du z.B. die Fettphase weiter reduzierst und oder einen Stoff austauscht. Les Dir doch mal die Profile von Cupuacubutter und Mangobutter durch. Die könnten evt. interessant sein, als Austausch für Sheabutter, oder anteilig.
Das macht nix, es stehen uns eh nicht alle Rohstoffe der Industrie zur Verfügung und selbst wenn brauchen wir auch nicht alle, weil man zu Hause ja andere Anforderungen an ein Produkt stellt als jemand der verkauft. Schau doch mal bei Dragonspice, der hat wirklich viele Rohstoffe. Meiner Ansicht nach ist für Deine Haut wichtig Schritt für Schritt von der hohen Fettphase runter zu kommen, sonst hast Du irgendwann Pergamenthaut. Diese Wirkstoffe und Kräuterauszüge sind alle nicht schlecht. Du hast da die Qual der Wahl. Da mir Dein Hautzustand nur durch Deine Beschreibung bekannt ist fällt es mir schwer da was zu raten. Les Dir die Profile durch und verlasse Dich auf Deine Intuition.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 1. Februar 2018, 23:13

Oh Gott, hör auf weitere Öle zu nennen! Ich war heute im Biosupermarkt und habe mir das von dir empfohlene Schwarzkümmelöl und Kokosöl zugelegt, außerdem noch Weizenkeimöl. Bei Schwarzkümmel hatte ich etwas gezögert, weil du es ja nur bedingt empfohlen hast für meine Haut, aber im Profil las ich dann "entzündungshemmend" und nach meiner Liste wünschenswerter Eigenschaften von heute Mittag... Sofort gekauft!
Wenn ich es getestet habe, werde ich berichten. Und zu testen habe ich ja jetzt wieder einiges.
Bei der Shea werde ich es erst mal belassen, schon allein zum Aufbrauchen, aber die ist auch in wirklich vielen meiner gut vertragenen Produkte drin und liefert mit dem hohen Ölsäureanteil einen Ausgleich zu den sehr linolsäurebetonten Ölen, die ich sonst noch verwende.

Ansonsten hatte ich bereits alle Pflanzenextrakte gefunden, entweder bei Alexmo oder Dragonspice. Letzteren kannte ich schon vor Beginn meiner Rührkarriere für die Zutaten zum Tonic brauen (nicht das für's Gesicht, sondern das für den Gin) und nachdem ich anfangs etwas Preise verglichen hatte, habe ich bisher immer dort bestellt.
Aber es gibt so viele Extrakte, denen teilweise sehr ähnliche Wirkungen zugeschrieben wird, nur in anderen Kombinationen, ich glaube, da lässt sich für alles Ersatz finden. Genau dafür hatte ich ja die Eigenschaftsliste erstellt und wenn ich mich erst mal auf die Kombi aus dem Öl festlege, müsste ich nur Rosmarin ersetzen oder selbst herstellen.

Mit den 2 Cremes ist leider doof, weil der Zauberstab ja unter 100 g gar nicht richtig greift, da bliebe nur Mixer. Ich werde einfach auf 60% runter und zur Not ein bisschen FP ohne Emu pur wie ein Oleogel (so nennt man das, wenn man Öle ohne WP verdickt, mit Shea o. ä., oder?) zusammenschmelzen und nachträglich immer in der Hand dazugeben.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 2. Februar 2018, 08:46

Rosmarin gibt es bei Manske auch als CO2 Extrakt, sonst kannst Du auch das Hydrolat und oder das ätherische Öl verwenden. Frischpflanzenextrakt meine ich gibt es auch, ist aber einfach selber herszustellen. Wegen dem Schwarzkümmelöl hatte ich lediglich bedenken wegen Deiner Allergien. Wenn Du es verträgst ist es sicher ein tolles Öl.
Sei doch bitte so gut und mach einen neuen Thread zum Thema "Rezeptfindung für extrem trockene Haut" oder so was in der Art auf mit Deinen Rezeptentwicklungen und die Ergebnisse wie Du mit den Rezepten zufrieden bist damit andere die sie sich für das Thema interessieren auch was nachvollziehbares finden können. Es macht nichts, wenn Du erst mal mit den Nachbauten anfängst, dann hast Du auch was für den realen Vergleich. Schreib dann nur bitte dazu an welche Produkte sich das jeweilige Rezept anlehnt.

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von dorothee » 2. Februar 2018, 16:01

Das werde ich, sobald ich selbst mit meiner Rezeptur zufrieden bin und dich dann auch als Wissensdatenbank würdigen (Co-Autorin lieber nicht, sonst musst du dich noch verantwortlich zeichnen für Unsinn, den ich vielleicht verzapfe ^^). Nach Linola hatte ich hier im Forum selbst nämlich auch zuerst gesucht und dazu gibt es fast nichts. Für Rühranfänger, wäre das sicher hilfreich, so einen Vergleich zu haben mit etwas, dass sie wahrscheinlich kennen, wenn sie so extrem trockene Haut haben.
Aber jetzt habe ich nach deinem Hinweis, Emulgatoren zu testen, noch mal die von Linola unter die Lupe genommen und finde da nichts emulgierendes außer Bienenwachs und Glyceryl Caprylate. Letzteres ist Bestandteil einiger Produkte, die hier im Forum unter der Flagge Konservierer laufen werden, andere Quellen nennen es Emulgator mit konservierenden Eigenschaften. Und dann meine ich noch, irgendwo hier gelesen zu haben, dass alles, was sich *stearate nennt, Fettsäure Ester sind, die ähnlich wie Lanolin und Wollwachsalkohole selbstemulgierend sind. Zwei Stoffe mit *stearat sind nämlich auch enthalten, bei Codecheck aber nicht als emulgierend gekennzeichnet. Und so eine Doppelfunktion finde ich prinzipiell interessant. Muss ich also auch noch Nachlesen, wenn ich die Zeit dazu habe und am liebsten, bevor ich bei Alexmo die Bestellung abschließe, damit ich es ggf. auch noch mitbestellen kann.

Danke für den Tipp, bei Manske werde ich dann zu gegebener Zeit reinschauen, wegen des BSB-Sets aber diesmal bei Alexmo bestellen und Versandkosten abdrücken... ;-)

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Re: Nachtcreme - Olivem vs. Lanolin (Einsatzkonzentration, FP?)

Ungelesener Beitrag von Alraune » 2. Februar 2018, 19:43

Grade für empfindliche Haut würde ich Dir den Tego Care CG 90 ( Dermacare) empfehlen, den bekommst Du dort auch (die Emulgatoren wurden der Hersteller wegen teilweise umbenannt), der Shop hat aber ne Liste. Fluidlecithin Super, Bergamuls, Imwitor 375, Sucrose Stearate, Dermofeel GSC palmoilfreeaber auch Lamecreme und Emulsan könnten im Verlauf Deiner Tests interessant für Dich sein.

Versuche daran festzuhalten die Fettphase zu senken und lieber zusätzlich eine Ölkombi zu nutzen, so merkst Du auch eher, wenn Deine Haut das nicht mehr braucht, z.B. wenn die Heizperiode vorbei ist und Du kannst schneller reagieren. Die schönen Kräuterextrakte packst Du vielleicht auch anfangs lieber in ein Zusatzprodukt, ein leichtes Fluid alsErgänzung.
Zur Linola, ein Kaufprodukt muss lange stabil bleiben, Temperaturschwankungen bei Transport und Lagerung aushalten, für die meisten Leute verträglich sein und sich lange halten. Du kannst also getrost den für Dich am besten geeigneten Emulgator aussuchen.

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