Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

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Adorabelle
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Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Adorabelle » 16. November 2019, 17:24

Ihr Lieben,

nach langer Rührpause war ich heute endlich mal wieder produktiv. Ich stelle hier mal mein etwas umfangreiches Rezept zur Diskussion und würde mich über Input freuen.

Bodygel Tonkabohne (200 g)
Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:
30 % Fettphase (57 g)
• Öle, Buttern und Wachse (52 g | 26 %): (Phase A)
• 5 g Neutralöl (2.5 %)
• 3 g Wiesenschaumkrautöl (1.5 %)
• 9 g Jojobaöl Tonkabohnenmazerat (4.5 %)
• 8 g Aprikosenkernöl (4 %)
• 3 g Avocadoöl (1.5 %)
• 3 g Macadmianussöl (1.5 %)
• 4 g Mandelöl (2 %)
• 3 g Arganöl (1.5 %)
• 6 g Traubenkernöl (3 %)
• 3 g Kakaobutter (1.5 %)
• 5 g Kokosöl (2.5 %) davon 2 g Monoi Tiare

• Emulgatoren/Konsistenzgeber (11 g | 5.5 % | 19,2 % der Fettphase¹) (Phase B)
• 3 g Emulprot (1.5 %)
• 6 g Lipodermin (3 %)
• 2 g Myrstiylmyristate (1 %) als Konsistenzgeber (Phase A)

71.5 % Wasserphase (143 g)
• Wirkstoffe (12 g | 6 %): (Phase B)
• 4 g Sodium PCA (2 %)
• 4 g Natriumlaktat (2 %)
• 4 g Glycerin (2 %)

• Hilfs- und Zusatzstoffe (8.6 g | 4.3 %): (Phase D)
• 0.4 g Cosphaderm (0.2 %) (Phase B)
• 2 g Rokonsal (1 %)
• Milchsäure

• 122.6 g Wasser (61.2 %)

Ich habe quasi ein Einmal-durch-den-Ölbestand-Cremegel gerührt, mich dabei an die Fettsäurenmischung für meinen Hauttyp gehalten und wollte eine Creme, die gut befeuchtet und wenig aufliegt. Das tut sie in der Tat beides :-). Und sie riecht toll, was ich als selbst erklärter Nasenbär durchaus wichtig finde. :engel:
Soweit so gut.

Meinen Fehler seht ihr sicher auf den ersten Blick: die Emulgatoren/Konsistenzgeber sind zu hoch angesetzt. Ich wollte durchaus ein Cremegel. Das ist mir soweit gelungen. Allerdings ist die Konsistenz doch eher etwas zu puddingartig (das scheint echt so ein Ding von mir zu sein, wenn ich da an einen meiner ersten Posts denke). :D
Meine erste Stellschraube wäre also: Lipodermin drastisch runter auf 1,5% , 2. das Cosphaderm könnte wohl wegfallen, da Emulprot ja ohnehin zur Geldbildung neigt. Was meint ihr, wäre das ein Ansatz?

Das Auftragverhalten ist hingegen wirklich toll. Sie kühlt anfänglich, lässt sich super gut verteilen und macht angenehm weiche Haut. Sie könnte allerdings etwas mehr „Länge“ vertragen – also eine etwas höhere Dosis Kakaobutter vielleicht?
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Korsin
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Korsin » 16. November 2019, 17:47

Liebe adorabelle,
Emulprot hat xanthan direkt mit an Bord, weshalb es zu dieser pudding Konsistenz neigt. Muss man halt mögen. Daher könnte man tatsächlich das cosphaderm streichen. Lipodermin ist gleichzeitig ja auch Wirkstoff, da bin ich eher im Zweifel, ob man daran drehen sollte. Mal sehen, was noch an Input kommt :)
Ich würde vielleicht das Kokosöl ein wenig reduzieren und dafür die Kakaobutter hochsetzen für die 'Länge'.
Liebe Grüße
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Adorabelle » 16. November 2019, 18:09

Oh, na das ist doch mal eine echt wichtige information, dass Emulprot schon mit Xanthan kommt. Merke: liess die INCIS :brille:

Danke für den Hinweis, liebe Korsin. Genau deswegen liebe ich dieses Forum. :love:

Mein Eindruck ist, dass auch Lipodermin gelbildend wirkt... So wie es auch hier beschrieben ist. Daher mein Gedanke es um die Hälfte zu reduzieren. Als Wirkstoff sollte das eigentlich noch reichen, oder?
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Pialina
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Pialina » 17. November 2019, 17:00

Die puddingartige Konsistenz entsteht, wenn man Emulprot als Solo- Emulgator einsetzt, dazu gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte hier im Forum. Dem Lipodermin wuerde ich diesen Effekt nicht zuschreiben, auch wenn der Rohstoff (!) selbst eine gelige Konsistenz aufweist. Bei Deiner gewählten Höhe der Fettphase sehe ich Lipodermin nicht als Emulgator, eher als Wirkstoff. Es sorgt u.a. dafür, dass die Lotion schneller einzieht.

Ich würde Dir empfehlen, den Emulgator-Rechner zu befragen.
Für 200 g Emulsion bei 30% FP spuckt der Rechner folgendes aus:

„Vorschläge für den alleinigen Einsatz von Emulprot
Wenn Sie ausschließlich Emulprot einsetzen, empfiehlt sich eine Einsatzkonzentration von ca. 6–10 g (3–5 %). Ein Gelbildner ist in diesem Fall nicht erforderlich, da Emulprot bereits welche enthält. Bei alleinigem Einsatz erzeugt Emulprot jedoch Emulsionen mit deutlich »puddingartigem« Charakter. Seine Stärken spielt er daher eher in Kombinationen aus.

Vorschläge für den Einsatz von Emulprot in Kombination
Wählen Sie aus den folgenden Emulgatoren 2 bis 3 aus und kombinieren Sie sie beliebig, sodass sie zusammen ca. 6–8 g (3–4 %) ergeben:

Emulprot®
Emulmetik® 320 oder Phospholipon® 80 H
Sucrosestearat oder Dermofeel® GSC oder Glycerinstearat SE oder Emulsan.
Für beide Varianten gilt:
Empfehlenswert ist ein Zusatz von 2–4 g (1–2 %) Konsistenzgebern (z. B. Fettalkohole wie Cetyl-, Cetearyl- oder Behenylalkohol) oder Wachse.“
Zuletzt geändert von Pialina am 17. November 2019, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Autokorrektur korrigiert
Liebe Grüße,
Pialina

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Helga
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Helga » 17. November 2019, 17:07

Meine Erfahrung mit "Puddingartigem .." ist so, dass es nur optisch wie Pudding aussieht, auf der Haut gleicht es einem opakem Gel, ist das bei Euch anders? Ist "puddingartig" bei Euch wirklich in der Konsistenz auch so dickbreiig wie Pudding (durch die Stärke)? Ich habe Emulprot allerdings noch nie solo eingesetzt, sondern immer nur mit 2% mit einem anderen Emulgator.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Adorabelle » 17. November 2019, 17:23

Jetzt bin ich verwirrt. In Heikes Portrait zu Lipodermin steht u.a., dass mit Lipodermin, Öl und Wasser ein Liposomengel hergestellt wird. Daher mein Gedanke, dass ich diesen Wirkstoff/Emulgator etwas herunter dosieren sollte, so dass zwar immer noch der sogenannte Gleitschieneneffekt zum Tragen kommt, aber der gelbildende Aspekt weniger ausgeprägt ist.

Wenn ich deine Aussage zugrunde lege, dann habe ich mit 1,5% Emulprot und dazu 1% Myristymyristat (TEGO MM) als Ko-Emulgator eigentlich sogar weniger Emulgatoren als der Rechner empfiehlt.
Und das hieße dann doch auch, dass die 0,2 Cosphaderm nicht derart zu Buche schlagen dürften, dass die Konsistenz so puddingartig wird.

Oder habe ich da jetzt einen riesigen Denkfehler?
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Adorabelle » 17. November 2019, 17:28

Helga hat geschrieben:
17. November 2019, 17:07
eine Erfahrung mit "Puddingartigem .." ist so, dass es nur optisch wie Pudding aussieht, auf der Haut gleicht es einem opakem Gel, ist das bei Euch anders? Ist "puddingartig" bei Euch wirklich in der Konsistenz auch so dickbreiig wie Pudding
Nein, sooo dickbreiig ist es nicht, aber sicher schon mehr, als nur ein puddingartiges Aussehen. Wobei das Auftrag- und auch Einziehverhalten tatsächlich sehr angenehm ist. Es ist auch nicht so dick, dass es nicht durch den Gelspender kommt, im Gegenteil. Ich war einfach nur überrascht vom Ergebnis. Und da ich Lipodermin bisher nie in dieser EK benutzt habe, war mein erster Gedanke, dass hier der "Fehler" liegt.
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Birgit Rita » 17. November 2019, 17:32

Helga hat geschrieben:
17. November 2019, 17:07
Meine Erfahrung mit "Puddingartigem .." ist so, dass es nur optisch wie Pudding aussieht, auf der Haut gleicht es einem opakem Gel, ist das bei Euch anders? Ist "puddingartig" bei Euch wirklich in der Konsistenz auch so dickbreiig wie Pudding (durch die Stärke)? Ich habe Emulprot allerdings noch nie solo eingesetzt, sondern immer nur mit 2% mit einem anderen Emulgator.
Ich nutze ein puddingartiges Gel als Gesichtspflege, es zieht schnell ein zerfließt auf der Haut mein Mann und ich lieben es.

....alles Geschmacksache. :kekse:
Lieben Grus
Birgit Rita :-)


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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Korsin » 17. November 2019, 20:27

Ich setze Emulprot sehr viel ein, weil er für eher fette, zu Akne neigende Haut ein sehr schöner Emulgator ist. Allerdings nutze ich ihn nie alleine, habe aber trotzdem fast immer den Pudding Effekt. Leider, weil ich ihn so überhaupt nicht mag. Begründen kann ich das objektiv nicht, es ist eher so ein subjektives Ding aus meiner ziemlich kurzen Kaufcreme Zeit. Geholfen hat mir dagegen ein Rührküchen Tip: einfach in Spender abfüllen und man merkt von der Konsistenz praktisch nichts mehr. Ist für die Haltbarkeit sowieso das beste.
Liebe Grüße
Korsische Prinzessin

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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Pialina » 17. November 2019, 23:05

Adorabelle hat geschrieben:
17. November 2019, 17:23
Jetzt bin ich verwirrt. In Heikes Portrait zu Lipodermin steht u.a., dass mit Lipodermin, Öl und Wasser ein Liposomengel hergestellt wird. Daher mein Gedanke, dass ich diesen Wirkstoff/Emulgator etwas herunter dosieren sollte, so dass zwar immer noch der sogenannte Gleitschieneneffekt zum Tragen kommt, aber der gelbildende Aspekt weniger ausgeprägt ist.
Lipodermin ist trotzdem kein Gelbildner. ;-)

Probier mal 1% Emulprot + 3% Dermofeel GSC - das dürfte weniger puddingartig werden. Für mehr Konsistenz nimm 1% Tego MM als Konsistenzgeber dazu.
Liebe Grüße,
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Re: Bodygel Tonkabohne bzw. einmal-quer-durch-den-Ölbestand

Ungelesener Beitrag von Korsin » 18. November 2019, 08:21

Vielen Dank. Werde ich Mal testen. :blumenfuerdich:
Liebe Grüße
Korsische Prinzessin

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