Afrohaare - wie pflegen

Hier geht es um Fragen rund um die Entwicklung und Optimierung von Shampoos, Conditionern, Haarfluids, Festigern und anderen Produkten für unsere Haare.

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Gassa Nenne
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Afrohaare - wie pflegen

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Hallo zusammen,

ich bin ganz neu in diesem Forum und freue mich sehr, dass gerade mein Benutzerkonto aktiviert wurde.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Gassa Nenne und komme ursprünglich aus Afrika. Ich habe eine große Herausforderung mit meinen Haaren. Sie sind sehr trocken und fein. Darüber hinaus sind meine Haare proteinempfindlich, haben eine low porosity. Leider vertrage ich auch kein Kokosnöl, sowie Sulfate/Tendesid. Seit Jahren versuche ich auf dem Markt Haarprodukte zu kaufen, die zu meinem Haartyp passen. Leider ohne Erfolg. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, Haarprodukte für meinen Haartyp selber herzustellen.

Ich bin jedoch ein Neuling und habe keine Erfahrung, wie man ein Rezept zusammenstellt. Ich möchte vor allem leave-in conditioner, deep conditioner, Spülung und Shampoo herstellen. Ich habe schon das Buch von Frau Käser "Naturkosmetik Selber machen" gekauft und lese es gerade. Ich kann aber die vorgeschlagenen Rezepte nicht bewerten, ob sie zu meinem Haartyp passen. Vor allem die passenden Emulgatoren zu finden und die richtige Menge zu berechnen.

Hat jemand einen Rezeptvorschlag für meinen Afro-Haartyp, denn ich ausprobieren könnte? Ich möchte Produkte herstellen, die meinen Haaren viel Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit verleihen.

Ich freue mich jetzt schon über eure Vorschläge!
Zuletzt geändert von Helga am 6. April 2020, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel aussagekräftig erweitert

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marie
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von marie »

Liebe Gassa Nene,
schön, dass Du in die Rührküche gefunden hast :)
Leider weiß ich kaum etwas über Afrohaare (nur dass Afrohaar eine etwas andere Oberfläche hat, was Du ja auch beschrieben hast).
Ich kenne nur eine Person mit Afrohaar so gut, dass ich mich mit ihr manchmal auch über Haarpflege austausche. Sie benutzt häufig Kokosöl, was Du ja leider nicht verträgst (sowie Kaufprodukte, welche sie aus den Vereinigten Staaten kommen lässt und deren Inhaltsstoffe eher nicht Naturkosmetik entsprechen).
Vielleich magst Du uns ja schreiben, mit welchen Ölen/Buttern (außer dem Kokosöl, das Du nicht verträgst) Du schon Erfahrungen gesammelt hast ?
Liebe Grüße, marie

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Ulrike
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Ulrike »

Ich bin da auch überfragt. Proteinempfindlich? Wie äußert sich das? Wie eine Allergie? Geringe Porosität? Was bedeutet das - brüchig? Trocken?

Grundsätzlich eignen sich viele Öle und Buttern für die Haarpflege. Als Sofortmaßnahme auch pur in die Spitzen geknetet.

Da du das Buch von Heike hast, würde ich empfehlen, ein Rezept für trockenes Haar als Einstieg zu verwenden und dieses das besonders gehaltvoll zu gestalten.

Ulrike
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Kessia
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Kessia »

Vertragen deine Haare keine Tenside aus gekauften Produkten oder verträgt es auch keine Tenside, die wir in der Naturkosmetik verwenden?
Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)

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Eulalie
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Eulalie »

Hallo Gassa Nenne,

ich hab keine Afro-Haare, aber feines Haar, mit geringer Porosiät und Korkenzieherlocken (3b - 3c) aus denen ich sehr schnell einen Afro kämen kann ;-) Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen weiter.

Proteine, Kokos- und Babassuöl vertragen meine Haare auch nicht.

Toll ist hingegen reines Öl als Prewash, besonders Butter (Kakao, Shea), Erdnuss-, Oliven- und Macadamiaöl. Im Sommer auch gerne Mangobutter, Kokosmilch (wichtig Milch, nicht Öl) oder Honig (in Olivenöl oder Wasser). Gerührt ist mir leider noch keine gute Prewash gelungen. Genau wie ich leider mit keinem selbstgerührten Shampoo zurecht gekommen bin. Die naturkosmetischen Tenside trocknen meine Haare (zumindest gefühlt) viel stärker aus als Sodium Laureth Sulfate.

Erfolgreich war ich aber bei einer Haarspülung.

Haarspülung (100 g, gerührt wird sie wie Heikes Blütenwachs-Haarbalsam)
15.5% Fettphase (15,5g)
Öle, Buttern und Wachse (9,5g | 9,5%):
3 g Macadamiaöl (3 %)
3 g Mango, Shea oder Kakaobutter (3 %)
3 g Brokkolisamen, Erdnuss-, Oliven oder mehr Macadamiaöl (3 %)
0,5 g Gamma-Oryzanol (soll gegen fliegende Haare helfen, merk ich aber nicht)

Emulgatoren/Konsistenzgeber (6 g | 6 % | 10 % der Fettphase¹)
1 g Emul Amid (1 %)
2 g Haarsoft (2 %)
3 g Cetearylalkohol (3 %) als Konsistenzgeber

84,5% Wasserphase (84,5g)
Wirkstoffe (5,5 g | 5,5 %):
2 g Sodium PCA (2 %)
2 g Natural Betaine (2 %)
1 g D-Panthenol (1 %)
0,5 Haarguar (0,5 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (2 g | 2 %):
1 g Konservierer (1 %)
0.5 g Zitronensäure (0.5 %)
0.5 g Duft nach Wunsch (0.5 %, das sind ca. 10 Tr.)
77 g Wasser (77 %)

Hier kann auch die Fettphase weiter erhöht und verändert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass deinen Haaren mehr Butter gefallen könnte. (Brokkoli hab ich nur zum Aufbrauchen drin, das ist mir zu leicht und macht nicht mehr Glanz als Macadamia. Auch Gamma-Oryzanol brauch ich nur auf.)
Liebe Grüße
Eulalie

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldung. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Hiermit möchte ich auf die gestellten Fragen und Anmerkungen eingehen:

- Proteinempfindliches Haar

Ich habe so verstanden, dass unser Haar, unabhängig von Ethnien, aus einem Protein namens Keratin besteht. Keratin ist also ein Eiweiß, das dazu benötigt wird, um dem Haar Form zu geben und genügend Stabilität zu verleihen.

Das Protein gleicht die Feuchtigkeit im Haar aus, um das Haar gesund und stark zu halten. Wenn das Haar genügend Proteine, aber nicht genügend Feuchtigkeit hat, ist das Haar trocken, spröde und steif. Aber zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Protein kann das Haar schlaff, leblos und schwach werden lassen (dies wird als hygrale Ermüdung bezeichnet).

Genetische Dispositionen, aber auch chemische Behandlungen, Farbbehandlungen, Wetter, Lustverschmutzung, Hitze und andere Faktoren können das Keratin im Haar erodieren und das Haar schwächen. Ein übermäßiger Gebrauch von Haarprodukten mit viel Protein kann das Haar auch austrocken und brüchig machen.

Was ist proteinempfindliches Haar?
Eine Proteinempfindlichkeit liegt vor, wenn das Haar in Gegenwart von Produkten mit Protein überreagiert und es austrocknet, steif und brüchig macht. Also, wie bei meinen Haaren.

Das Haar kann entweder nur auf ein Protein empfindlich reagieren (wie zum Beispiel auf Weizenprotein), oder auf verschiedene Proteine, Aminosäuren, etc. empfindlich reagieren.

Wenn das Haar eiweißempfindlich ist, können Produkte wie Kokosnussöl und Henna, die das Haar beim Waschen vor dem Verlust von Eiweiß schützen, das gleiche strohähnliche Gefühl erzeugen, das ein eiweißhaltiges Produkt vermittelt. Oftmals ist proteinempfindliches Haar auch empfindlich gegenüber natürlichen Ölen und Buttern, da viele dieser Produkte vermutlich in das Haar eindringen können. Öle, die nicht in das Haar eindringen, wie z.B. Sonnenblumenöl, können von proteinempfindlichen Haaren bevorzugt werden.

Ich reagiere zum Beispiel empfindlich auf Kokosnussöl, Babassuöl, Palmkernöl und auch Olivenöl, aber mein Haar liebt Shea Butter, Kakaobutter und viele andere pflanzlichen Öle.

Was ist Porosität eines Haares?
Die Porosität bezieht sich darauf, wie gut das Haar in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen und zu speichern. Sie wird von der flexiblen äußeren Haarschicht, der so genannten Cuticula, beeinflusst, die bestimmt, wie leicht Feuchtigkeit und Öle in das Haar hinein und heraus gelangen. Für die meisten ist die Porosität genetisch festgelegt, aber sie kann auch durch externe Faktoren wie Exposition, Wärmebehandlung und chemische Behandlung beeinflusst werden.

Haare mit geringer Porosität haben eine fest gebundene Schuppenschicht mit überlappenden, flach liegenden Schuppen. Diese Art von Haar wird normalerweise als gesund angesehen und ist oft sehr glänzend, besonders wenn es dunkel gefärbt ist. Haare mit geringer Porosität stoßen Feuchtigkeit ab, wenn man versucht, sie zu befeuchten. Diese sind schwer zu behandeln, da sie dem Eindringen von Chemikalien widerstehen.

Haare mit geringer Porosität neigen auch dazu, dass sich proteinreiche Tiefenkonditionierungsprodukte ansammeln, statt in die Haare einzuziehen. Dadurch fühlen sich die Haare steif und strohig an, so wie bei meinen Haaren.
Interessanterweise haben meine Schwester und meine Töchter eine andere Haarstruktur. Sie vertragen proteinhaltige Haarprodukte besser und ihre Haare lieben Kokosnussöl.
Darüber hinaus vertragen meine Haare auch keine Sulfate und Tenside. Ich habe versucht, Shampoos mit SCI selber herzustellen, aber dies hat meinen Haaren nur geschadet. Die beste Erfahrung die ich bis jetzt mit Shampoos gemacht habe, war mit Tonerde (Rhassoulerde) und Ayurvedische Pulver, wie Shikakai und Amla.

Liebe Eulalie, vielen Dank für den Rezeptvorschlag. Ich werde das Rezept ausprobieren und berichten. Wo hast du Gamma-Oryzanol gekauft? Nach deiner Beschreibung sehe ich, dass wir eine ähnliche Herausforderung haben. Ich bin ein bisschen neugierig: Hast du auch das Buch von Heike Käser? Hast du schon viele Rezepte ausprobiert? Wie lange stellst du schon deine Kosmetikprodukte her?

Viele Grüße
Gassa Nenne
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Hallo und herzlich willkommen im Forum liebe Gassa Nenne :winke:

Danke für die sehr interessante Beschreibung der Haarqualität, so etwas kannte ich nicht und speichere sie mir gleich ab :)

Du schreibst, dass Du Shampoo mit SCI nicht verträgst, hast Du es nach einem Rezept gerührt?
Die Unverträglichkeit könnte aber auch auf fehlende oder zu wenig Rückfetter oder zu hohen WAS-(waschaktive Sustanzen)-Wert hindeuten. Hier ist ein Rechner mit dem man Tenside, zw. Höhe der WAS berechnen kann: klick

Verträgst Du auch keine milden "Zuckertenside" wie Kokosglucosid oder Decylglucosid? (gerne als Kombi)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Kessia
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Kessia »

Gassa Nenne hat geschrieben:
4. April 2020, 15:26
Hiermit möchte ich auf die gestellten Fragen und Anmerkungen eingehen:
Wow, das war sehr interessant und aufschlussreich.
Habe vorher noch nie davon gelesen. Vielen Dank dafür! :rosefuerdich:
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Eulalie
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Eulalie »

@Gassa Nenne: Ich habe mir Gamma-Oryzanol für Heikes Barriereschutzbasis gekauft, ich glaube bei dragonspice. In den Haaren merk ich aber keinen Unterschied zu meinem vorherigen Rezept ohne Gamma-Oryzanol.

Ich rühre seit fast 2 Jahren selber, mit gemischtem Erfolg. Hab aber neben schwierigem Haar auch schwierige Haut ;-)
Heikes Rezepte sind super und klappen fast immer, passen aber bei mir meist nicht ganz. (Viele Rezepte sind zu leicht für meine Haut und Haare, einige vertrag ich nicht (keine NK-Tenside, kein Lecithin in den Haaren, kein Lanolin im Gesicht)). Rezepte, die ich hier poste sind immer meine Rezepte und nicht Heikes. (zB bei der Haarspülung hab ich anfangs versucht die Sante Brilliant Care nachzubasteln und sie jetzt über ca 1,25 Jahren immer weiterentwickelt.) Wenn du dich erstmal genau an Heikes Rezepte hälst, ist das ein guter und frustfreierer Weg :-)
Liebe Grüße
Eulalie

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Hallo zusammen,

das Thema Haar-Porosität ist ein heiß debattiertes Thema in der „Afrohaar-Community“, weil unabhängig von der Haarporosität, neigen Afrohaare, sowie lockiges Haar dazu, sehr trocken zu sein. Das liegt daran, dass das Sebum, das von der Kopfhaut produziert wird, es nicht schafft, bis zur Haarspitze zu gelangen. Anders als bei glattem Haar: Hier wandert das Sebum bis in die Haarspitzen. Dies führt dazu, dass viele Menschen mit glattem Haar gleichzeitig fettiges Haar haben. Unabhängig von Haarkutikula brauchen Afrohaare und lockige Haare ab Typ 3 mehr Feuchtigkeit und reichhaltige Pflegeprodukte.

Als ich früher meine Haarprodukte in Drogeriemärkten gekauft habe, waren diese in der Regel Produkte, mit vielen Pflegeinhaltsstoffe, die für geschädigte und strapaziertes Haar bestimmt waren. Leider bin ich auch nicht mit diesen Produkten zurechtgekommen, wegen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise Sulfate, Ethanol., Silikone, Mineralöle, … meine Haare reagieren sehr empfindlich auf diese Substanzen.

Leider sind viele Produkte, die als „Afrohaarprodukte“ gelabelt sind, auch nicht besser. Bevor ich mich dazu entschieden habe, meine eigenen Haarprodukte zu entwickeln, habe ich eine Odyssee hinter mir. Ich habe meine Haare jahrelang durch falsche Pflege geschädigt und sie mit chemischen Produkten (Relaxer) über 30 Jahre lang geglättet, sodass ich irgendwann nicht mehr wusste, wie meine Haare in natürlicherweise aussehen. Ich bin sogar nach Paris gefahren, um mich dort beraten und meine Haare machen zu lassen. Später habe ich Haarprodukte aus der USA und England bestellt, weil diese Produkte dort als geeignet für Afrohaar angepriesen wurden. Ich musste mit der Zeit feststellen, dass die meisten dieser Produkte die gleichen Inhaltsstoffe aufgewiesen haben, wie Produkte, die man in deutschen Drogeriemärkten kaufen konnte.

Bei allen verwendeten Produkten hatte ich immer das Problem, dass die Haare nach dem Waschen sehr trocken und brüchig wurden. Leider habe ich bisher keinen Deep Conditioner gefunden, der diese Trockenheit kompensiert.

Bis vor kurzem habe ich nicht gewusst, dass man seine Kosmetikprodukte selber herstellen kann. Ich habe erst dieses Jahr damit angefangen. Zuerst habe ich eine Naturseife für das Gesicht selber gesiedet. Jetzt möchte ich lernen, wie man Haarprodukte herstellt, insbesondere Shampoo, Deep-Conditioner und Leave-In-Conditioner, welche zu meinem Haartyp passen.

Meine Haare (aber auch wellige Haare) brauchen reichhaltige Pflegeprodukte mit viel Feuchtigkeit und einem gut dosierten Proteinzusatz. Die Rezepte, die ich bis jetzt in Büchern gefunden habe, sind sehr leicht umzusetzen, ihnen fehlen aber reichhaltige Zutaten. Ich gehe davon aus, dass diese Rezepte eher für glatte Haare gedacht sind. Ich bin neu in diesem Gebiet und habe bisher noch keinerlei Haarprodukte entwickelt.

Liebe Helga, ich habe mein Shampoo mit SCI nach einem Rezept aus dem Internet gerührt. Hier ein Beispiel von drei trockenen Shampoos, die ich hergestellt habe:
- 40g SCI
- 15g Shikakaipulver
- 10g Amla
- 10g Sheabutter
- 10g Rizinusöl
- 10g Wasser
- 15 Tropfen Ylang Ylang

Wie gesagt, meine Haare haben dieses Shampoo auch nicht gut vertragen. Ich habe jetzt aufgehört dieses zu benutzen. Die beste Erfahrung habe ich bisher mit ayurvedischem Pulver gemacht.

Deine Frage, ob ich milde Zuckertenside vertragen kann, kann ich leider nicht beantworten, weil ich damit keine Erfahrung gemacht habe.

Ich habe gelesen, dass viele Zuckertenside wie z.B. Kokosglucosid und Decylglucosid auf Basis von Kokosöl hergestellt werden. Genauso wie manche Emulgatoren, wie z.B. GlycerinstearatSE und Sucrosstearat, die auf Kokos- und Palmkernöl hergestellt werden.

Da ich aber diese beiden Öle nicht vertrage, weiß ich nicht, ob die Benutzung dieser Emulgatoren und Tenside zur Herstellung meiner Haarprodukte eine negative Wirkung auf meine Haare haben könnte. Die Herstellung eines passenden Produkts für meinen Haartyp wird definitiv eine Herausforderung werden. Ich hoffe, dass ich in diesem Forum dazu mehr praktische Hilfe bekommen kann.

Viele Grüße
Gassa Nenne
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Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort :)

Was mir dazu einfällt sind 2 selbstgemachte Produkte:

Ein Shampoo - kein trockener Bar - sondern flüssiges, mit fein abgestimmten Inhalten (eventuell SCI als Tensid, viel Feuchtigkeit mit Glycerin und Glycinbetain klick, Sodium PCA klick sowie Rückfetter wie z. B. PCA Glyceryl Oleate klick und mit Ölen Deiner Wahl. Pflanzliches Keratin klick wird für Dich wohl eher nicht in Frage kommen.
Der Unterschied zwischen Shampoo und trockenem Bar ist einfach nur, dass man die Inhaltsstoffe feiner dosieren kann und die Höhe der WAS (waschaktiven Substanzen) nicht nur niedrig halten kann, sondern auch besser abstimmen kann. Ein Shampoo für Dich sollte also nicht sehr entfettend sein, viele Rückfetter und viel an Hydratisierer enthalten. Bei WAS dachte ich für den Anfang an ca. 12%.

Das 2. Produkt an das ich dachte ist ein Feuchtigkeits-Spray, das zu jeder beliebigen Zeit verwendet werden kann, entweder nur Spitzen oder auf dem ganzen Kopf:
Inhalt: Dest. Wasser und/oder Hydrolat, Hydratisierer wie oben erwähnt plus vielleicht D-Panthenol klick.
Eventuell könnte man das Spray auch als Schüttel-Spray machen, wenn man z. B. Öl zufügen möchte. Öl und Wasser würde sich in so einem Spray nur mit einem Lösunsvermittler verbinden und auch nur bis zu einer gewissen Menge. Na mal sehen, was Du dazu sagst.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

das hört sich sehr gut an. Alle diese Zutaten scheinen sehr gut zu sein.
Aaaaberrrr jetzt die Fragen des Neulings: Wie stelle ich mit den genannten Zutaten eine Rezeptur her? Welche Zusammensetzung? Welche Emulgatoren und Wirkstoffe soll ich benutzen? Kann ich auch diese Inhaltsstoffen für eine Herstellung von Deep Conditioner benutzen? Wenn ja, wie könnte die Rezeptur aussehen?

Proteine würde ich zu einem geringen Anteil doch gerne verwenden, weil meine Haare auch Proteine benötigt, wenn auch nicht in einer großen Konzentration wie in den kommerziellen Afrohaarprodukten.

Bei den Ölen kann ich mir Mandelöl, Rizinusöl, Jojobaöl oder Traubenkernöl vorstellen. Ich kann auch Sheabutter, Mangobutter oder Kakaobutter sehr gut vertragen.
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Gassa Nenne hat geschrieben:
5. April 2020, 14:18
Liebe Helga, das hört sich sehr gut an. Alle diese Zutaten scheinen sehr gut zu sein.
Aaaaberrrr jetzt die Fragen des Neulings: Wie stelle ich mit den genannten Zutaten eine Rezeptur her? Welche Zusammensetzung? Welche Emulgatoren und Wirkstoffe soll ich benutzen? Kann ich auch diese Inhaltsstoffen für eine Herstellung von Deep Conditioner benutzen? Wenn ja, wie könnte die Rezeptur aussehen?
Kein Problem, ich stell Dir ein einfaches Rezept zusammen. Bitte nur dann nicht gleich enttäuscht sein, ich habe mit Deiner Haarqualität keine Erfahrung und taste mich langsam vor, kann gut sein, dass man noch ein paar Mal ändert, je nachdem wie Deine Rückmeldungen sind, die sind aber - lt. Deiner Beschreibung - schon sehr präzise :). Shampoo-Bar's sind leichter zu berechnen, z. B. bei den Lipiden, beim Shampoo muss man aufpassen, zuviel Fett hemmt den Schaum, ein Bar hat viel mehr an WAS, da kann man auch mehr Lipide einsetzen, das Shampoo ist wesentlich leichter, also muss man auch weniger Fett einsetzen, Du brauchst aber viel.
Noch eine Frage: Rezept für 100g oder 50g? Für 50g benötigst Du halt eine Feinwaage mit einer Kommastelle. Je kleiner die Menge die man rührt umso genauer muss man wiegen :wink:
Proteine würde ich zu einem geringen Anteil doch gerne verwenden, weil meine Haare auch Proteine benötigt, wenn auch nicht in einer großen Konzentration wie in den kommerziellen Afrohaarprodukten.
OK, dann plane ich Weizenprotein ein. Kennst Du eigentlich "Haarguar"? Es wird minimal eingesetzt, macht die Haare weich.
Hier eine Beschreibung klick
Bei den Ölen kann ich mir Mandelöl, Rizinusöl, Jojobaöl oder Traubenkernöl vorstellen. Ich kann auch Sheabutter, Mangobutter oder Kakaobutter sehr gut vertragen.
Butter kann man glaube ich bei einem Shampoo nicht verwenden, (bzw. wenn jemand Erfahrung damit hat bitte melden :)). Aus dem Bauch heraus würde ich eher zu Rhizinusöl tendieren. Aber mal sehen, ich berechne jetzt erst mal das Gerüst für das Rezept:
Du hast nicht zufällig noch ein "nichtionisches Tensid" zu Hause? Meist kombiniert man anionisch und nichtionisch. An WAS habe ich erst mal 12% berechnet, das ist meiner Meinung nach ein guter Mittelwert, nicht zu sehr entfettend, nicht zu "scharf", Du musst ja auch nicht wer weiß alles aus den Haaren heraus waschen. Und Du kannst das Shampoo dann auch als Duschgel verwenden :wink:

Berechnet mit dem Tensid-Rechner auf Olionatura: klick

Shampoo Gassa Nenne

Für 100 g Shampoo Gassa Nenne mit 12 % WAS benötigen Sie
15 g Sodium Cocoyl Isethionate (15 % im Endprodukt)
Der Tensidanteil (die reine Aktivsubstanz) setzt sich zusammen aus (ca.)²
100 % anionischen Tensiden
(1) »Restliche Phase« meint Wasser sowie Zusätze an Rückfettern/Konditionierern, Wirk- und Hilfsstoffen.
(2) Die Werte orientieren sich an Angaben des Herstellers. Bei einem Toleranzbereich wird der Mittelwert berücksichtigt.
Die Mengen Wirkstoffe, Rückfetter, Öle, Hydratisierer stelle ich dann noch extra ein, also ein komplettes Rezept :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Blüten
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Blüten »

Ich bewundere Euren Austausch. Wenn ein Pariser Salon keine Ergebnisse erzielt hat, dann bin ich so was von gespannt was Eure Zusammenarbeit bewirkt.
Stylisten sind oft Künstler die Models für Modenschauen „optimieren“ können. Eine Frage ist die Erwartung.
Ist das nicht vielmehr ein Thema für Rezepte-Haare?
Liebe Grüße Birgit

Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Rilke

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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

vielen herzlichen Dank für Deine Unterstützung zur Herstellung eines flüssigen Shampoos. Ich freue mich jetzt schon, das Rezept erhalten. Mach Dir keine Sorgen, auch wenn das Rezept nicht sofort gelingen sollte, werde ich überhaupt nicht enttäuscht sein. Es ist mir bewusst, dass das ein „learning by doing“ ist. Ich bin ja froh, wenn ich nach all den Jahren weiterkomme.
Shampoo-Bars hatte ich damals hergestellt, weil das Rezept mir sehr einfach erschien.
Haarguar kenne ich nicht. Nach der Beschreibung scheint das Produkt sehr gut zu sein.
Ein Rezept für 100g ist völlig in Ordnung. Ich habe keine Zutaten zu Hause und werde sie bestellen, sobald ich Dein Rezept bekomme. Ich gehe davon aus, dass 12% WAS gut sein könnten. Meine Haare brauchen nicht viel WAS, sonst werden sie wieder trocken. Ein mildes Shampoo ist sehr gut.
Noch eine Frage zum Schluss: Können diese Zutaten auch zur Herstellung von Haarkur (Deep Conditioner) benutzt werden?
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Gassa Nenne hat geschrieben:
5. April 2020, 22:45
Noch eine Frage zum Schluss: Können diese Zutaten auch zur Herstellung von Haarkur (Deep Conditioner) benutzt werden?
Du hast mich ertappt :muslima: - ich gestehe vor sehr vielen Jahren das letzte Mal eine Haarkur gerührt zu haben,
mit meinen selbst gerührtem Shampoo's brauche ich keine mehr und habe mich deshalb mit diesem Thema nicht
mehr beschäftigt. Ich werde mir ein paar Rezepte ansehen welche Rohstoffe sie enthalten und auch meine Kolleginnen
hier haben einige Erfahrungen damit und haben sicher Ideen für ein Rezept :)
Shampoo-Bars hatte ich damals hergestellt, weil das Rezept mir sehr einfach erschien.
Ich mag sie auch, je einfacher desto lieber. Nun muss ich aber zu Shampoo zurück kehren, meine Stirne verträgt die
geballte Kraft der WAS nicht (es sind ja mindestens 40%), sie ist total rauh und trocken geworden, andere, gute
Rohstoffe die noch enthalten waren, können dem nicht entgegen setzen. Naja, ist halt so :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ich wollte schnell noch nachsehen ob es in der Beschreibung von SCI noch etwas besonderes gibt und dabei ist
mir aufgefallen,dass SCI Anteile an Kokosfettsäuren hat. Was meinst Du?
Ich warte mit dem Rezept jetzt noch auf Deine Antwort, wir brauchen nämlich noch ein 2. Tensid, SCI sollte nicht
zu 100% eingesetzt werden. klick

Ich berechne einstweilen mal mit "meinen" Tensiden :wink:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Hier das (vorläufige) Rezept :), es wird nicht ganz passen für Deine Haare, von dem einem ist sicher zu wenig und von etwas anderem vermutlich zuviel. Es ist schwierig, weil das Gesamtkonzept stimmen sollte und nicht einfach nur die Hydratisierer und Rückfetter verdoppeln :wink:. Doch wie schon gesagt, erstens kannst Du es auch als Duschgel verwenden und mit Deinen Rückmeldungen betreffend Haare kann man es leicht abändern, da sehe ich dann schon klarer. Es sind mehr Wirkstoffe geworden als ich vorgehabt habe, aber nur weil ich sehr unsicher bin. Alleine weil Du von der Einsatzkonzentration (EK) vermutlich mehr benötigst habe ich zum Teil mehrere Wirkstofe kombiniert - mal sehen :).
Auf Olionatura unter Rezepten ist übrigens ein wunderbarer Conditioner zu finden, Heike's "Blütenwachs", aber er hat halt ein Lecithin im Rezept. Na - da können wir auch ein anderes Mal darüber reden.

Beim Glycinbetain bin ich mir nicht sicher ob es nicht konditionierend wirkt und die Haare leicht hart macht. Kann jemand von Euch etwas dazu sagen bitte? Wie ist Eure Erfahrung damit?

Zuerst wollte ich Dir sparen helfen und nur SCI als Tensid verwenden aber es macht mehr Sinn anionische und nichtionische Tenside zu kombinieren, als Schaumverstärker habe ich noch SCI dazu genommen, es sind also jetzt gesamt 3 verschiedene Tenside und habe laut Tensid-Rechner auf Olionatura berechnet:
Shampoo Gassa Nenne
Für 100 g Shampoo Gassa Nenne mit 12 % WAS benötigen Sie:
9.6 g Disodium/Sodium Cocoyl Glutamate (9.6 % im Endprodukt)
3 g Sodium Cocoyl Isethionate (3 % im Endprodukt)
13.6 g Decylglucosid (13.6 % im Endprodukt)
Der Tensidanteil (die reine Aktivsubstanz) setzt sich zusammen aus (ca.)²
40 % anionischen Tensiden
60 % nichtionischen Tensiden
Rezept Shampoo, WAS 12%:

Tenside:
Perlastan SC , (Disodium/Sodium Cocoyl Glutamate), anionisch 9,60g
SCI, (Sodium Cocoyl Isethionate), anionisch, 3,00g
Decylglucosid, nichtionisch, 13,60g

Destilliertes Wasser 42,10g

Wirkstoffe (Rückfetter, Hydratisierer, etc.):
Rizinusöl 3,00g
Lamesoft PO 65, EK 1-5% (Emollient, Rückfetter) 3,00g
PCA Glyceryl Oleate (Dermofeel P30), EK bei dickem Haar 1% 2,00g
Cosphaderm, Gelbildner 0,50g
Elastinpulver, für Glanz u. Griff, Msp. auf 50g (vorher in Wasser lösen!) EK: 0,2-1% 1,00g
Weizenprotein 2,50g (das ist ein Mittelwert)
Haarguar, macht Haare weich, 0,60g
Glycinbetain (Naturalbetain), EK 1-3% (Hydratisierer) 3,00g
Sodium PCA, EK 2-5% (Hydratisierer) 3,00g
Glycerin 8,00g
D-Panthenol 1,0g
Konservierer: Je nach Wunsch handelsüblichen Konservierer
* Ph-Wert einstellen: mit Milch- oder Zitronensäure (ich stelle auf 4,5 bis 5 ein,manchmal auch nur 4).
* eventuell beduften entweder mit einem ätherischem Öl oder einem Parfumöl.

Hier noch ein paar Basisinformationen auf Olionatura: Shampoo planen und
klick
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Helga

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bibib
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von bibib »

Helga hat geschrieben:
6. April 2020, 00:35
Beim Glycinbetain bin ich mir nicht sicher ob es nicht konditionierend wirkt und die Haare leicht hart macht. Kann jemand von Euch etwas dazu sagen bitte? Wie ist Eure Erfahrung damit?
Ich erinnere mich dunkel, das war quasi ein Haar-Betonierer bei mir. :ja:
Liebe Grüße,
bibib

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Leela
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Leela »

Helga hat geschrieben:
6. April 2020, 00:35
Beim Glycinbetain bin ich mir nicht sicher ob es nicht konditionierend wirkt und die Haare leicht hart macht. Kann jemand von Euch etwas dazu sagen bitte? Wie ist Eure Erfahrung damit?
Ja, kann ich auch bestätigen! :) Wenn ich das Glycinbetain in nur EINEM Produkt (also entweder Shampoo ODER Conditioner) geht es einigermaßen, da gefällt es mir sogar wenn mein Haar ein bisschen "Griff" hat! :)
Schlimm wird es nur wenn es in beiden Produkten drinnen ist! :schocking:
Dann sind meine Haare so von der Marke: "Die Frisur hält auch bei Sturmgeschwindigkeiten von 150 km/h".
Aber das ist sicher auch individuell verschieden!
Liebe Grüße, Alexandra

1N73Ll1G3NC3 15 7H3 4B1L17Y 70 4DEP7 70 CH4NG3

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varney
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von varney »

Noch einbErfahrungswert: Bei mir (dickes festes und vor allem sehr viel Haar mit leichter Krause) geht Glycinbetain gar nicht. Ich bekomme sie dann gar nicht mehr gekämmt, weil bretthart und fest.
Ansonsten kann ich nicht besonders viel beitragen, weil ich auf Shampoobars schwöre.

Liebe Grüße
varney

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

ich bin aber von deinem Rezept sehr beeindruckt😊 und total begeistert :hase: .
Deinen Vorschlag finde ich jetzt schon gut, ohne ihn ausprobiert zu haben. Ich werde aber SCI nicht verwenden. Ich hatte damals mit meiner Shampoo-Bar eine schlechte Erfahrung gemacht, meine Haare waren danach sehr brüchig. Ich denke, es lag am Kokosöl. Alle anderen Zutaten gefallen mir. Da ich feine und trockene Haare habe, gehe ich davon aus, dass Glycinbetain für meine Haare gut sein wird. Mal sehen, wenn ich das Shampoo benutzt habe.
Sheabutter wird in der Tat als Zutat in Shampoos verwendet, ich habe viele Shampoos mit Sheabutter im Internet gefunden. Ich hatte damals auch ein Shampoo dieser Art gekauft, leider hatte ich nicht gesehen, dass es Kokosöl beinhaltete.
Viele Grüße
Gassa Nenne

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marie
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von marie »

Ich kann auch nicht viel dazu beitragen, da ich feines glattes Haar habe.
Meine Shampoo/Duschgels rühre ich mit einer FP von 9-10% (Sesam- und Brokkolisamenöl).
Liebe Grüße, marie

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Hallo Marie,

Ich benutze regelmäßig Brokkolisamenöl. Ich mag Sesamöl auch.
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

gibt es einen Ersatz für Glycinbetain? Viele haben berichtet, dass das Produkt die Haare hart macht.
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Vielen Dank für die prompten Rückmeldungen liebe Bibib, Leela und Varney :)
Gassa Nenne hat geschrieben: gibt es einen Ersatz für Glycinbetain?
Im Rezept sind noch Sodium PCA, Glycerin und D-Panthenol :)

OK, dann werde ich das Glycinbetain streichen, auch das SCI und das Rezept neu berechnen. Ich habe gelesen, dass
Du Brokkolisamenöl verwendest? Das könntest Du anstatt des Rhizinusöl verwenden. Sheabutter habe ich nur
wegen der Herstellung nicht eingeplant, sie muss geschmolzen werden und es sollten nach Fertigstellung keine
"Fettbatzen" im Shampoo sein, wieweit das möglich ist weil Tensid als Emulgator fungiert, mit Temperatur,
einarbeiten, etc. müsste getestet werden.

Bis später :)

P.S.: Das SCI ist sicher nicht so schlimm für Deine Haare, nur ist es in Shampoo-Bars erhöht eingesetzt und deshalb
sehr konzentriert:)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

planst du einen Ersatz für SCI oder soll das Rezept ohne weitere anionische Tenside hergestellt werden?
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Gassa Nenne hat geschrieben:
6. April 2020, 12:45
planst du einen Ersatz für SCI oder soll das Rezept ohne weitere anionische Tenside hergestellt werden?
Ja, ich habe ein Tensid ausgetauscht und das anionische Perlastan leicht erhöht :)
Shampoo Gassa Nenne
Für 100 g Shampoo Gassa Nenne mit 12 % WAS benötigen Sie
21.6 g Disodium/Sodium Cocoyl Glutamate (21.6 % im Endprodukt)
12.7 g Kokosglucosid (12.7 % im Endprodukt)
Der Tensidanteil (die reine Aktivsubstanz) setzt sich zusammen aus (ca.)²
45 % anionischen Tensiden
55 % nichtionischen Tensiden
Shampoo, WAS 12%:

Tenside:
Perlastan SC , anionisch (35% WAS), (Disodium/Sodium Cocoyl Glutamate) 21,60g
Kokosglucosid, nichtionisch, (WAS 53%) bis 50% 12,70g

Destilliertes Wasser 37,20g

Wirkstoffe, (Rückfetter, Hydratisierer, etc.)
Elastinpulver (mindert anionische Tenside) Glanz u. Griff, Msp. auf 50g (vorher in Wasser lösen!) EK: 0,2-1% 1,00g
Haarguar, macht Haare weich, Achtung nicht zuviel 0,60g
Sodium PCA, EK 2-5% (Hydratisierer) 3,00g
Brokkolisamenöl 3,00g
Lamesoft PO 65, EK 1-5% (Emollient, Rückfetter) 3,00g
PCA Glyceryl Oleate (Dermofeel P30), EK bei dickem Haar 1% 2,00g
Weizenprotein 2,50g
Glycerin 8,00g
Cosphaderm, Gelbildner, 0,5% 0,50g
D-Panthenol 1,50g
* Ph-Wert einstellen
* Konservieren
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Gassa Nenne
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Gassa Nenne »

Liebe Helga,

vielen herzlichen Dank nochmal für das Rezept. Das Rezept sieht sehr gut aus. Ich werde die Ingredienzien heute noch bestellen und hoffe, dass ich sie auch diese Woche noch erhalte.

Ich werde über das Ergebnis berichten, wenn ich das Shampoo hergestellt habe und die Haare damit gewaschen habe.
Viele Grüße
Gassa Nenne

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Helga
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Re: Afrohaare

Ungelesener Beitrag von Helga »

Hast Du gesehen, dass ich es dann noch mal geändert habe?
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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