Entwicklung einer Massagelotion

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderatoren: Positiv, Helga

Antworten
Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Hallo ihr Lieben,

im Küchentresen habe ich bereits mein Konzept für eine Massagelotion vorgestellt und da es dazu Interesse gab hier ein eigener Thread dazu.

Hintergrund dazu ist, dass beim Physiotherapeut immer nur Mineralölhaltige Lotionen verwendet werden und ich eine Alternative dazu suche. Glücklicherweise hat sich der Physiotherapeut einverstanden erklärt, die Lotionen mit zu testen und zu sagen, was daran noch verbessert werden sollte.

Die Grundanforderungen an die Massagelotion sind folgende:
- langsames Einzugsverhalten: Die Lotion sollte nicht all zu schnell einziehen sondern eine Weile auf der Haut aufliegen.
- keine Rubbelbildung bei längerer Massage: Bei einigen Lotionen bildet sich eine Art "Radiergummiabrieb", der auf jeden Fall vermieden werden muss, da das bei der Anwendung stört. Achtung: auch normale Cremes, die sonst gut einziehen bilden bei längere Massage diese Rubbel -> bisherige Hauptverdächtige für das Verhalten: Xanthan, Wachse
- Konsistenz: die Lotion soll keine feste Creme darstellen, aber auch nicht so flüssig sein, dass sie gleich wegläuft
- Haptik: Bei der Massage darf die Haut nicht gleich "wegflutschen", es muss dabei "Grip" vorhanden sein.

Meine bisherige Rezeptur schaut wie folgt aus:

30.5 % Fettphase (30.5 g)
Öle, Buttern und Wachse (25 g | 25 %):
3 g Neutralöl (3 %)
3 g Jojobaöl (3 %)
4 g Kokosöl (4 %)
3 g Sheabutter (3 %)
6 g Macadamianussöl (6 %)
3 g Kakaobutter (3 %)
3 g Mandelöl (3 %)
Emulgatoren/Konsistenzgeber (5.5 g | 5.5 % | 14.8 % der Fettphase¹)
3.5 g GSC POF (3.5 %)
1 g Phospholipon (1 %)
1 g Cetylalkohol (1 %) als Konsistenzgeber
69.5 % Wasserphase (69.5 g)
Wirkstoffe (3 g | 3 %):
3 g Glycerin (3 %)
Hilfs- und Zusatzstoffe (5 g | 5 %):
0.5 g Distarch Phosphate (0.5 %)
3.5 g Dermosoft 1388 eco (3.5 %)
1 g Kaliumsorbat (1 %)
61.5 g Wasser (61.5 %)

Was meine Vorgehensweise angeht zitiere ich mich selbst aus dem Küchentresen:
Ich bin dabei ursprünglich von der Handlotion "very British" von Laferiquee ausgegangen weil ich die Konsistenz schon recht passend fand. Die Öle habe ich dann großteils durch Niedrigspreiter ersetzt, damit die Lotion nicht zu schnell einzieht und bin dann Stück für Stück mit der FP hochgegangen bis der Physiotherapeut mit dem Einzugsverhalten und der stoppenden Wirkung bei der Massage zufrieden war.
Ich glaube der wichtigste Punkt war dann noch den Gelbildner Xanthan durch Distarch Phosphate zu ersetzen, da Xanthan bei längerer Massage irgendwann angefangen hat zu Rubbeln (Radiergummiabrieb). Mit Distarch Phosphate bleibten die Rubbel weg und gleichzeitig bleibt die Lotion griffig genug, sodass die Haut bei der Massage nicht wegrutscht.
Ein paar Kleinigkeiten was die Fließfähigkeit angeht werden noch optimiert, aber das grobe Konzept so passt eigentlich recht gut bzw. der Physiotherapeut ist zufrieden damit.

Vermutlich werde ich das Phospolipon auch noch streichen wenn ich einen geeigneten Ersatz finde, da in der Menge für den Einsatzzweck langfristig zu teuer.

Für den Cetylalkohol suche ich auch noch Alternativen, da ich mit Fettalkoholen nicht komplett glücklich bin, aber Wachse auch wegen langfristigen Rubbeln raus sind.
Also, meiner Meinung nach sind die Punkte die ich noch ändern muss hier der Einsatz von Phospholipon, da es auf die Dauer recht teuer wird (Pro Anwendung wird eine recht große Menge der Lotion verbraucht...). Falls ich einen geeigneten Ersatz finde, werde ich es evtl hier ersetzen. Allerdings eilt der Punkt nicht.

Ansonsten finde ich das Fettsäurenspektrum noch nicht ideal und mit gefällt der Einsatz von Cetylalkohol nicht komplett (aufgrund hoher Komedgenität... ist am Körper eigentlich nicht so tragisch wie im Gesicht aber ich kann mich mit Fettalkoholen einfach nicht anfreunden). Das Cetylalkohol lässt sich allerdings aufgrund der Ribbelbildung nicht mit Bienen- oder Beerenwachs ersetzen, habe ich schon getestet. Falls jemand einen Vorschlag für einen anderen Konsistenzgeber hat, gerne her damit.

Also ich bin gespannt auf Ideen, Anregungen, Kritik von euch :)
Liebe Grüße,
Melanie


varney
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 359
Registriert: 2. März 2019, 09:56
Wohnort: Pfalz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von varney »

Hallo liebe Melanie,

hast du schon Myristylmyristat ausprobiert? Ich finde die Lotionen damit haben eine ganz tolle Haptik.

Und noch mal ganz anders: Gamma Oryzanol hat auch eine leicht konsistenzgebende Wirkung. Ob das ins Konzept einer Massagelotion passt, kann ich nicht einschätzen.

Liebe Grüße
varney

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Hallo varney,

Myristylmyristate habe ich noch nicht ausprobiert, den Konsistenzgeber hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm. Irgendwie hat mich der bisher noch nie so wirklich interessiert.
Auf Olionatura habe ich keinen Rohstoff-Eintrag dazu gefunden... habe ich den Übersehen? Gibt es irgendwo anders eine ähnlich gute Informationsquelle dazu? Der Beschreibung von Aliacura nach hört er sich schon einmal gut an, allerdings steht in der Beschreibung, es handelt sich dabei um ein
Wachs auf pflanzlicher Basis
. Wachse hatten bisher bei mir allerdings eher das Ergebnis, zur Rubbel-Bildung zu neigen. Allerdings hatte ich dabei auch immer die "klassischen" Wachse verwendet. Einen Falls nicht zufällig hier jemand Erfahrungswerte zu bieten hat, ob Myristyl Myristat nach Längeren verreiben auf der Haut rubbelt werde ich das mit meiner nächsten Bestellung ausprobieren.

Puh, Gamma Oryzanol bin ich mir um ehrlich zu sein nicht sicher ob es passt. Ich versuche, die Lotion so reizfrei wie möglich zu halten, da sie eben in großer Menge eine lange Zeit auf der Haut landet. Um zu beurteilen, ob das Gamma Oryzanol zu dem reizfreien Konzept passt kenne ich mich damit um ehrlich zu sein nicht gut genug aus. Ich halte es allerdings aufgrund des hohen Schmelzpunktes für meinen Zweck eher als ungeeignet, da in der Verarbeitung pur ein wenig zu umständlich (Ihr dürft mich gerne vom Gegenteil überzeugen).
Liebe Grüße,
Melanie


varney
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 359
Registriert: 2. März 2019, 09:56
Wohnort: Pfalz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von varney »

Das Myristylmyristat hat Heike in ihrer Mango-Babassu-Körpermilch verwendet. Als ich die das erste Mal gerührt habe, war ich total begeistert über das Gefühl. Und auch wenn es immer ein Zusammenspiel der gesamten Rezeptur ist, hat mich das Myriystylmyristat in den folgenden Rezepten nie im Stich gelassen. Lediglich im Shampoobar verwende ich noch Fettalkohole. Ich finde die Lotionen bekommen eine ganz weiche, flaumige Haptik.

Das Gamma Oryzanol habe ich eigentlich nur erwähnt, weil ich es selbst kürzlich verwendet habe und ganz überrascht war, dass es doch so merklich die Konsistenz einer mir bekannten Rezeptur verändert hat. Die Lotion wurde wirklich deutlich dicker, als ich es gewohnt war.
ich dachte mir, vielleicht liest es jemand und hat noch eine Idee, wie man abseits von unseren typischen Fettalkoholen auch noch Konsistenz reinbringen kann.
(So in die Richtung: ausgetretene Pfade verlassen und mal ganz frei auch anders denken)

Ich glaube, es werden sich sicherlich noch ein paar melden, die mehr Ahnung haben als ich.

Liebe Grüße
varney

Benutzeravatar

Lavande
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 780
Registriert: 3. März 2020, 22:18

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Lavande »

MieB hat geschrieben:
2. Februar 2021, 12:11
- keine Rubbelbildung bei längerer Massage: Bei einigen Lotionen bildet sich eine Art "Radiergummiabrieb", der auf jeden Fall vermieden werden muss, da das bei der Anwendung stört. Achtung: auch normale Cremes, die sonst gut einziehen bilden bei längere Massage diese Rubbel -> bisherige Hauptverdächtige für das Verhalten: Xanthan, Wachse
Hallo liebe MieB,

super, dass Du einen eigenen Thread aufgemacht hast, ich finde Deine Massagelotion sehr spannend!
Zu den Rubbeln: Du hast das ja schon ausprobiert und dass es ohne Xanhan bzw. mit Maisstärke besser wird.
Ich wollte nur hinzufügen, dass es auch sein kann, dass diese Wuzeln von der Haut an sich stammen können (das weiß ich aus peinlicher, eigener Erfahrung). Vielleicht kennst Du das, wenn man z.B. in der Sauna/Dampfbad ist und dann mit irgendwas effizientem die Haut abschrubbt, wenn sie aufgeweicht ist, dann kommen seeehr viele Wuzerln runter. Und da ist kein Xanthan und kein Wachs im Spiel - nur Wasser, Haut und ein Schrubb-Werkzeug :kichern:

Ansonsten kann ich noch anbieten, Dir Myristyl Myristate zum Ausprobieren zu schicken, ich habe davon ausreichend...
Es ist pflanzlicher Herkunft, aber nicht palmölfrei da es aus Kokosöl und Palmöl gemacht wird.
Herzliche Grüße
Lavande

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Lavande hat geschrieben:
2. Februar 2021, 22:12
Zu den Rubbeln: Du hast das ja schon ausprobiert und dass es ohne Xanhan bzw. mit Maisstärke besser wird.
Ich wollte nur hinzufügen, dass es auch sein kann, dass diese Wuzeln von der Haut an sich stammen können (das weiß ich aus peinlicher, eigener Erfahrung). Vielleicht kennst Du das, wenn man z.B. in der Sauna/Dampfbad ist und dann mit irgendwas effizientem die Haut abschrubbt, wenn sie aufgeweicht ist, dann kommen seeehr viele Wuzerln runter. Und da ist kein Xanthan und kein Wachs im Spiel - nur Wasser, Haut und ein Schrubb-Werkzeug :kichern:

Ansonsten kann ich noch anbieten, Dir Myristyl Myristate zum Ausprobieren zu schicken, ich habe davon ausreichend...
Es ist pflanzlicher Herkunft, aber nicht palmölfrei da es aus Kokosöl und Palmöl gemacht wird.
Hallo liebe Lavande,

an den Punkt, dass die Rubbel auch von der Haut kommen können habe ich bisher gar nicht gedacht, vielen Dank für deinen Hinweis! Den Punkt werde ich wohl nicht vollständig ausschließen können, aber ich versuche, ihn durch die Lotion nicht zu begünstigen.
(Auch wenn ich mich frage, was da in der Sauna Wuzerlt... Hautschuppen? Hilft dann regelmäßiges Peeling gegen den Effekt?)

Das ist ja ein echt liebes Angebot, mir ein wenig Myristyl Myristate zu schicken :love: ich schicke dir gleich eine PN dazu.
Bisher steht palmölfrei sowieso noch ein wenig im Hintergrund, da ich zuerst alle anderen Anforderungen umsetzen möchte... ich bin schon glücklich, wenn es endlich mineralölfrei wird.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Heike hat geschrieben:
2. Februar 2021, 22:43
Muss es eine (wasserhaltige) Lotion sein oder darf es auch ein verdicktes Öl sein?
Hallo Heike,
ich habe auch schon mit verdicktem Öl experimentiert, weil das in der Herstellung doch ein wenig leichter ist meiner Meinung nach. Das Öl hat dem Physiotherapeuten der ja damit arbeiten muss aber nicht gefallen weil es zu glitschig war und die Haut dadurch immer gleich weggerutscht ist. Ich fand das um ehrlich zu sein auch ein wenig unpraktisch, wenn man danach nicht genug Zeit hat bis das Öl eingezogen ist und man mit einer dicken Ölschicht auf der Haut wieder Auto fahren muss.
Deshalb ging es dann in die Richtung einer Lotion.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

Lavande
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 780
Registriert: 3. März 2020, 22:18

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Lavande »

MieB hat geschrieben:
3. Februar 2021, 09:14
(Auch wenn ich mich frage, was da in der Sauna Wuzerlt... Hautschuppen? Hilft dann regelmäßiges Peeling gegen den Effekt?)
Ja, genau:-) Abgestorbene Hautschüppchen, die können winzig und sonst unsichtbar sein...aber wenn die Haut aufgeweicht ist und man mechanisch mit einem Saunaschrubbhandschuh hantiert, dann kommen sie gerne mal zu Hauf :kichern: und danach hat man eine Seidenhaut.
Mit dem Handtuch (ohne Weichspüler gewaschen) beim Abtrocknen können sie auch "weggepeelt" werden;-)
Herzliche Grüße
Lavande

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

So, ich habe heute die Lotion mit Myristyl Myristate geführt (bin leider am Wochenende doch nicht dazu gekommen...). Das heißt gleiches Rezept wie oben nur statt Cetylalkohol enthält es MM.
Für mich fühlt sich damit die Lotion "samtiger" an. Nicht so stumpf wie mit dem Cetylalkohol. Mir gefällt das Einzugsverhalten.
Ob sich das bewährt kann ich allerdings erst nächsten Dienstag sagen wenn der Physiotherapeut getestet hat. Ich hoffe, es wird durch den Austausch nicht zu "rutschig", sondern behält noch leicht etwas stoppendes, damit die Haut nicht dabei wegflutscht. Aber mehr dazu am Dienstag :)
Liebe Grüße,
Melanie


varney
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 359
Registriert: 2. März 2019, 09:56
Wohnort: Pfalz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von varney »

Liebe Melanie,

das klingt toll! Ich mag Myristyl Myristate sehr. Mal sehen was dein Physiotherapeut dazu sagt. Ich drück die Daumen, dass es so passt.

Liebe Grüße
varney

Benutzeravatar

Lavande
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 780
Registriert: 3. März 2020, 22:18

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Lavande »

Hey Melanie,

das klingt ja toll!!!
Bis nächsten Dienstag ist es noch sooooo lange hin, na gut....ich gedulde mich
Herzliche Grüße
Lavande

Benutzeravatar

Ikita
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1117
Registriert: 12. März 2018, 16:39
Wohnort: BW

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Ikita »

Liebe Melanie, ich verfolge die Entstehung deiner Massagelotion mit großem Interesse.

Sei mir aber nicht böse, wenn ich dir sage, dass mir in der Seele weh tut, dass du 1% (!) Phospholipon 80h verwendest. Für mich persönlich ist Phospholipon ein ganz toller, pflegender Wirkstoff. Und eine Massagelotion soll ja zu Massieren dienen und nicht zum Pflegen. Das ist aber nur meine Meinung.

Ich weiß nicht, ob du Phospholipon als Co-Emulgator nimmst oder wegen der Konsistenz.

Als Konsistenzgeber könntest du z.B 2% Cupuacubutter + 2% Sheabutter versuchen.

Als Co-Emulgator z.B 1% Imwitor oder 1% Emulprot oder 1% Bergamuls versuchen.

Wie gesagt, danz tolle Arbeit, was du da austüftelst. Ich bin schon sehr gespannt auf deine weitere Berichte.
Liebe Grüße, Erika 🌺
____________________________________

Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.
Isaac Newton

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Ikita hat geschrieben:
17. Februar 2021, 22:09
Liebe Melanie, ich verfolge die Entstehung deiner Massagelotion mit großem Interesse.

Sei mir aber nicht böse, wenn ich dir sage, dass mir in der Seele weh tut, dass du 1% (!) Phospholipon 80h verwendest. Für mich persönlich ist Phospholipon ein ganz toller, pflegender Wirkstoff. Und eine Massagelotion soll ja zu Massieren dienen und nicht zum Pflegen. Das ist aber nur meine Meinung.

Ich weiß nicht, ob du Phospholipon als Co-Emulgator nimmst oder wegen der Konsistenz.
Ich stimme dir da vollkommen zu, deshalb suche ich auch nach Alternativen für das Phospholipon. Ich habe ihn wegen beiden der genannten Komponenten verwendet, aber auch weil ich von einer bereits bewährten Rezeptur als Basis ausgegangen bin und diese dann Stück für Stück weiterentwickle.

Bergamuls habe ich schon zum testen aufgeschrieben, allerdings möchte ich an der bereits bestehenden Rezeptur immer nur jeweils ein bis zwei Zutaten austauschen, damit ich weiß, auf was ich das veränderte Verhalten zurückführen kann. Bei Bergamuls steht allerdings immer noch zu befürchten, dass es bei zu hoher EK Wuzzerln bildet.
Imwitor hatte ich für den Zweck bisher gar nicht auf dem Schirm, hatte das bisher immer nur im Gesicht verwendet und nicht auf dem Körper. Das finde ich auf jeden Fall eine gute Anregung und wird getestet. Emulprot habe ich leider im Moment nicht zuhause. (Steht aber schon lange auf meiner Wunschliste, ich denke das nächste Mal bestelle ich es zum Testen mal mit...).
Im nächsten Anlauf werde ich das Phospholipon gegen Bergamuls austauschen und je nachdem ob das MM sich im Physiotherapeuten-Test bewährt hat das beibehalten oder wieder auf Cetyl Alkohol zurückspringen.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

Beauté
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 2550
Registriert: 22. Februar 2015, 16:45
Wohnort: in der kleinen Schweiz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Liebe Melanie
Habe grad etwas den Überblick verloren...
Ist das das aktuelle Emulgatorkonzept:
Emulgatoren/Konsistenzgeber (5.5 g | 5.5 % | 14.8 % der Fettphase¹)
3.5 g GSC POF (3.5 %)
1 g Phospholipon (1 %)
1 g Cetylalkohol (1 %)

Du erwägt das Phospholipon 80H auszutauschen. Nun meine Frage: wieso austauschen und nicht einfach weglassen?
LG - Beauté
Carpe diem!

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Hallo Beauté
Genau, das ist das aktuelle Konzept bzw. falls sich das MM bewährt hat wäre es
3,5% GSC POF
1% Phospholipon
1% Myristyl Myristate

Kann ich das einfach so weglassen? Ich habe dabei irgendwie Angst, dass mir das ganze nicht mehr stabil genug bleibt und sich irgendwann wieder trennt.
Wenn das funktioniert ohne dass das die Stabilität beeinflusst habe ich auch kein Problem das Phospholipon auch einfach wegzulassen.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

Beauté
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 2550
Registriert: 22. Februar 2015, 16:45
Wohnort: in der kleinen Schweiz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Liebe Melanie
Du kannst es weglassen, da Du mit dem Konsistenzgeber MM (oder Fettalki) und dem Gelbildner stabilisierst.
Kuck mal auf der Mutterseite; GSC ist ausführlich beschrieben.
Wenn Du den Konsistenzgeber weglassen möchtest, dann ist ein Ko-Emu sicher sinnvoll. Aber es muss nicht Phospholipon 80H sein...
LG - Beauté
Carpe diem!

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Das MM kam sehr gut in der Lotion - keine Ribbelbildung, die Lotion hatte immer noch genug Grip, damit nichts wegflutscht. Das werde ich vorerst so beibehalten! Vielen Dank für den tollen Tipp! Jetzt wo ich sehe wie toll das MM ist verstehe ich gar nicht, wieso ich es so lange übersehen habe.
Meint ihr, es macht einen großen Unterschied in der Konsistenz wenn ich die Sheabutter durch Mangobutter ersetze? Meine Shea ist gerade leer und ich will warten bis neue angekommen ist.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 31654
Registriert: 10. Juni 2007, 20:37
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Heike »

Der Unterschied dürfte nicht groß sein.
Liebe Grüße
Heike


varney
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 359
Registriert: 2. März 2019, 09:56
Wohnort: Pfalz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von varney »

Hallo Melanie,

toll, dass freut mich sehr, dass du das MM für dich entdeckt hast und der Austausch auch abgenickt wurde.
Mich würde interessieren, ob du das MM in der gleichen Mebge eingesetzt hast wie vorher den Fettalkohol und ob sich dadurch die Konsistenz der fertigen Lotion verändert hat? Ich habe den Eindruck, dass MM etwas weniger Konsistenz gibt als unsere typischen Fettalkohole. Wie ist da deine Erfahrung nach dem Austausch?
Bezüglich Mangobutter bin ich ganz bei Heike.

Liebe Grüße
varney

Benutzeravatar

Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 31654
Registriert: 10. Juni 2007, 20:37
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Heike »

varney hat geschrieben:
23. Februar 2021, 19:27
Ich habe den Eindruck, dass MM etwas weniger Konsistenz gibt als unsere typischen Fettalkohole.
Das stimmt. :-) Myristylalkohol ist auch ein Fettalkohol, allerdings hat er nur 14 mit einander verbundenen C-Atome. Cetylakohol hat 16, Behenylalkohol 22. Cetearylalkohol ist eine Mischung aus C-16- und C-18-Atomen. Je länger die C-Kette, desto höher der Schmelzpunkt und desto mehr Konsistenz gibt der Fettalkohol.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Hallo varney,

Vorerst habe ich das Cetylalkohol 1:1 mit dem MM ausgetauscht. Eine wenig dünnflüssiger war die Lotion dadurch, die Haptik hat mir damit allerdings deutlich besser gefallen.
Ich denke, dass ich im nächsten Versuch mit dem Anteil an MM ein wenig hoch gehen würde.
Liebe Grüße,
Melanie


varney
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 359
Registriert: 2. März 2019, 09:56
Wohnort: Pfalz

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von varney »

Liebe Heike

vielen Dank für die Erläuterungen.

Liebe Melanie,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Liebe Grüße
varney


miraculix
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 155
Registriert: 31. Januar 2017, 23:00
Wohnort: westl. von Hannover

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von miraculix »

Hallo Melanie,
Klasse dein Rezept. Distarch Phosphate scheint mir auch eine wesentliche Entdeckung für dein Rezept zu sein.
Ich frage mich ob ich es auch gut in einem Venengel einsetzen kann, da mich dort die Rubbel von Xanthan /Natrosol ebenfalls nerven.
Und - wo kaufst du Distarch Phosphate? ich hab es noch nicht gefunden bei Alia* und Drago*.

Liebe Grüße,
Matthias Willms

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

miraculix hat geschrieben:
1. März 2021, 17:17
Hallo Melanie,
Klasse dein Rezept. Distarch Phosphate scheint mir auch eine wesentliche Entdeckung für dein Rezept zu sein.
Ich frage mich ob ich es auch gut in einem Venengel einsetzen kann, da mich dort die Rubbel von Xanthan /Natrosol ebenfalls nerven.
Und - wo kaufst du Distarch Phosphate? ich hab es noch nicht gefunden bei Alia* und Drago*.

Liebe Grüße,
Matthias Willms
Hallo Matthias,

um ehrlich zu sein bin ich mir nicht sicher, ob Distarch Phosphate dafür ausreicht, ein komplett stabiles Gel auszubilden. Falls ja bräuchte man jedenfalls eine deutlich höhere EK als bei Xanthan. Ich habe Distarch Phosphate bisher nur zum stabilisieren von O/W-Emulsionen verwendet.
Mein Distarch Phosphate habe ich von hier. Ich habe aber inzwischen gelernt, dass es auch bei Heike im Olionatura-Shop unter "modifizierte Maisstärke" zu haben ist.
Liebe Grüße,
Melanie

Benutzeravatar

Lavande
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 780
Registriert: 3. März 2020, 22:18

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Lavande »

MieB hat geschrieben:
23. Februar 2021, 17:47
Das MM kam sehr gut in der Lotion - keine Ribbelbildung, die Lotion hatte immer noch genug Grip, damit nichts wegflutscht. Das werde ich vorerst so beibehalten!
Ach wie schön, das freut mich jetzt auch :-)
Herzliche Grüße
Lavande

Benutzeravatar

Ikita
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1117
Registriert: 12. März 2018, 16:39
Wohnort: BW

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von Ikita »

Liebe Melanie,

Wie ist es jetzt mit Phospholipon? Nimmst du es in der nächsten Charge raus?
Liebe Grüße, Erika 🌺
____________________________________

Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.
Isaac Newton

Benutzeravatar

(Hat den Thread eröffnet)
MieB
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 474
Registriert: 12. Februar 2017, 22:16
Wohnort: BaWü nähe Heilbronn

Re: Entwicklung einer Massagelotion

Ungelesener Beitrag von MieB »

Hallo liebe Erika,

Die nächste Charge würde ich tatsächlich komplett ohne Phospholipon oder einen Ersatz dafür rühren und die 1% mit der FP hoch gehen. Das ist für mich vorerst die leichteste Variante. Ich bin gespannt, ob es spürbare Auswirkungen auf die Konsistenz gibt. Falls ich damit nicht zufrieden bin werde ich eine Testcharge mit Bergamuls rühren, auch wenn ich befürchte, dass es wegen dem enthaltenen Pektin rubbeln könnte.
Liebe Grüße,
Melanie

Antworten