Lecithine ausbalancieren

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

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Bellis
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Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Hallo zusammen,
ich teste gerade ein Fluid, in welchem ich Wirkstoffe in Lipodermin verkapselt habe. Meine Haut reagiert sehr empfindlich auf die Fluidisierung (Öffnung der Hautbarriere) mit ungesättigtem Phosphatidylcholin. Schon wenige Tage nach der Anwendung spüre ich deutlich ein zunehmendes Trockenheitsgefühl und nach kurzem Aufenthalt im Freiem Rötungen und Kribbeln. Ich habe versucht, mit gesättigtem Lecithin (PHP 80) und Phytosteryl Macadamiate gegenzusteuern, habe aber noch nicht das für meine Haut sinnvolle Verhältnis gefunden. Mein Fluid enthält aktuell 1 % PHP 80, 1 % Phytosteryl Macadamiate und 2 % Lipodermin.
Um dieses Verhältnis besser in den Griff zu bekommen, habe ich mir gestern zwei ganz einfache Testemulsionen gerührt mit unterschiedlichen Verhältnissen von ungesättigtem und gesättigtem Lecithin. Als Wirkstoff nur 3 % Glycerin und eine sehr einfache Fettphase aus Arganöl, 1 % Shea nilotica und 5 % Imwitor-Basis.
Die 1. Probe enthält das Verhältnis wie oben beschrieben mit erhöhter Fettphase. Ich will damit prüfen, ob eine erhöhte Fettphase ausreicht. Die 2. Probe enthält die doppelte Menge an PHP 80 und Phytosteryl Macadamiate, nämlich jeweils 2 % im Verhältnis zu 2 % Lipodermin. Das werde ich in den nächsten Tagen testen und berichten.

Mich interessieren Eure Erfahrungen. Wie handhabt Ihr das mit dem Ausbalancieren von gesättigtem und ungesättigtem Lecithin? Habt Ihr Euer Mischungsverhältnis gefunden? Und bevorzugt Ihr ein Produkt mit beiden Inhaltsstoffen oder wäre es ggf. günstiger, zwei Produkte zu konzipieren? Ich meine damit, ein Serum mit Lipodermin für darunter und ein Fluid mit PHP und Phytosterolen, welches man darüber gibt, um die Hautbarriere wieder dicht zu machen?

Viele Fragen, die mich momentan beschäftigen. :gruebel:
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Judy
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Judy »

Liebe Liane,
ein interessanter Gedankengang.
Meine Frage: Warum möchtest du deine Hautbarriere fluidisieren?
Für tagsüber brauche ich z.B. etwas (leicht) Barrierestärkendes - im Moment eine Abwandlung vom Argan Hydro Moist, das 1% Phytosterol Macadamiate enthält + 2% Imwitor + 1% PH80H.
Nachts hingegen greife ich auch schon mal auf ein HDG mit Lipodermin + Nachtölmischung .
Vielleicht wäre das für dich etwas - ein Aufteilen auf Tag und Nacht?

Liebe Grüße,
Judy
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Fragolinchen
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Ich stehe momentan vor einem ähnlichen Problem (hier geschildert):
Ich hab' mir vor ein paar Tagen Heikes Hydro-Balance-Serum in abgewandelter Form gerührt, aber wie der Phospholipidbasis entsprechend mit jeweils 1,25 % PHP 80 und Lipodermin und 1 % Phytosterol Macadamiate. Am zweiten Tag der Verwendung war ein leichtes Kribbeln zu spüren, das sich zwar am dritten Tag gelegt hat, dafür ist jetzt aber die Haut unruhiger, es haben sich "unterirdische" Unreinheiten gebildet. Ich weiß aber nicht, ob es am Lipodermin liegt oder einem Zuviel an Wirkstoffen.

Ich hab' dieses Fluid daher abgesetzt und mir gestern ein Emulprot-Fluid mit 1,33 % Phytosterol Macadamiaten und 1 % PHP 80 gerührt. Gestern abend und heute früh habe ich beim Eincremen zumindest kein Prickeln verspürt. Wie sich's längerfristig auswirkt, wird sich zeigen. Ich werde dann hier berichten.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Judy hat geschrieben:Meine Frage: Warum möchtest du deine Hautbarriere fluidisieren?
Hallo Judy,
mein Ziel ist nicht primär die Fluidisierung, sondern ich möchte die Wirkung von Lipodermin als Wirkstoffträger nutzen. Das Eine funktioniert aber nicht ohne das Andere, da erst mit der Fluidisierung eine erhöhte Durchlässigkeit der Hautbarriere für die Wirkstoffe gegeben ist. Deshalb brauche ich als Gegenspieler für Lipodermin die gesättigten Lecithine und Sterole, um die Hautbarriere zu festigen, eben wieder dichter zu bekommen.
Heike nutzt dieses Prinzip in ihrer Phospholipidbasis. Da liegt das Verhältnis von PHP und Natipide bei 1:1. Zusätzlich wird Phytosteryl Macadamiate genutzt. Da ich vorab gezielt Wirkstoffe verkapseln möchte, kann ich die Basis als solche nicht nutzen. Das Verhältnis der Inhaltsstoffe zueinander ist aber allemal interessant und ich habe mich in meiner o.g. Probe 2 in etwa daran orientiert.
Nachts hingegen greife ich auch schon mal auf ein HDG mit Lipodermin + Nachtölmischung .
Vielleicht wäre das für dich etwas - ein Aufteilen auf Tag und Nacht?
Das Aufteilen in Tages- u. Nachtpflege habe ich auch schon überlegt. Ich mag Hydrodispersionsgele auch gerne. Wenn ich allerdings Lipodermin einem Hydrodispersionsgel hinzufüge, komme ich damit gar nicht mehr klar, auch nicht mit einer normalen Ölmischung darüber. Da spüre ich sofort austrocknende Effekte, bedingt durch die Fluidisierung und erhöhten TEWL. Eine Idee wäre noch eine mit PHP und Phytosteryl Macadamiate angereichterte Lipidmischung.

Das optimale Verhältnis zu finden, ist gar nicht so einfach. Ein Zuviel an Sterolen und gesättigten Lecithinen liegt mir wieder auf oder fördert Unreinheiten. Dehalb wäre ich an Erfahrungen für reife Mischhaut sehr interessiert.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Fragolinchen hat geschrieben:Die ersten zwei Tage war ein leichtes Kribbeln zu spüren, das sich zwar am dritten Tag gelegt hat, dafür ist jetzt aber die Haut unruhiger, es haben sich "unterirdische" Unreinheiten gebildet.
Hallo Fragolinchen,
beim Kribbeln hätte ich auch spontan auf einen zu hohen Lipodermin-Anteil getippt. Die Unreinheiten sprechen aber wieder eher für eine zu hohe Dosierung an Sterolen. Oder aber die Lipidmischung als solche enthält zu viele gesättigte Fettsäuren? :gruebel:
...Emulprot-Fluid mit 1,33 % Phytosterol Macadamiaten und 1 % PHP 80 gerührt. Gestern abend und heute früh habe ich beim Eincremen zumindest kein Prickeln verspürt. Wie sich's längerfristig auswirkt, wird sich zeigen. Ich werde dann hier berichten.
Hast Du bei diesem Fluid auch eine andere Lipidmischung bzw. andere Wirkstoffe eingesetzt? Das zu wissen, wäre hilfreich für die Ursachenforschung.
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Fragolinchen
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Nur ein kurzes Danke derweilen - meine Mittagspause ist gleich um :pfeifen: - ich schreib' heute abend ausführlicher. Und dann hab' ich mein Rezept auch parat...
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Judy hat geschrieben:Warum möchtest du deine Hautbarriere fluidisieren?
Hallo Judy,
noch ein Nachtrag: Mich beschäftigt immer noch die Wirkung von Vitamin C bzw. seinen Derivaten. SAP habe ich inzwischen schätzen gelernt. Es wirkt wohl noch effizienter, wenn man es liposomal verkapselt. Ich zitiere dazu mal Dr. Lautenschläger:
"Ascorbyl Phosphate wird in Form von Natrium- oder Magnesiumsalzen verwendet. Es ist der wasserlösliche Ester des Vitamin C mit Phosphorsäure, der nach der Passage durch die Hautbarriere enzymatisch gespalten wird. Als Carrier wird Phosphatidylcholin in Form von Liposomen verwendet."
"Vor der Epilation aufgetragene freie Ascorbinsäure verfärbt sich bräunlich und hat praktisch keinen Einfluss auf die Melaninbildung, während liposomales Sodium Ascorbyl Phosphate die Melaninbildung völlig unterdrückt. Um diesen Effekt zu erreichen, genügen bereits Konzentrationen von 0,1% aus."
(nachzulesen hier)
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben:
Fragolinchen hat geschrieben:Die ersten zwei Tage war ein leichtes Kribbeln zu spüren, das sich zwar am dritten Tag gelegt hat, dafür ist jetzt aber die Haut unruhiger, es haben sich "unterirdische" Unreinheiten gebildet.
Hallo Fragolinchen,
beim Kribbeln hätte ich auch spontan auf einen zu hohen Lipodermin-Anteil getippt. Die Unreinheiten sprechen aber wieder eher für eine zu hohe Dosierung an Sterolen. Oder aber die Lipidmischung als solche enthält zu viele gesättigte Fettsäuren? :gruebel:
Hm, möglicherweise letzteres. Ich hatte in dem vorher gerührten Emulprot-Fluid sogar 1,33 % Phytosterol Macadamiate drin, mit dem die vorhandenen Unreinheiten verschwanden und auch keine neuen mehr kamen. Kann sich Haut innerhalb von 4 Wochen so erholen, dass sie die Menge an Sterolen nicht mehr braucht?

Und das Kribbeln hatte ich auch beim Vitamingel mit 15 % Lipodermin - allerdings sind da natürlich auch die Wirkstoffe hochkonzentriert...
Außerdem kann ich das von Dir beobachtete "Austrocknen" bestätigen: die Unreinheiten trockneten regelrecht weg, kamen aber an anderer Stelle wieder. Und die Haut fühlte sich irgendwie komisch, hm - papieren? - an. Darum bin ich dann zur Emulprotpflege zurückgekehrt, weil ich dachte, dass die Unreinheiten evtl. von zu wenig Feuchtigkeit kommen. Und nachdem die vorhandenen verschwanden und keine neuen mehr dazukamen, fühlte ich mich in meiner Vermutung bestätigt. Insofern hoffe ich jetzt, dass sich das mit dem neu gerührten Emulprot-Fluid wiederholen läßt.
Bellis hat geschrieben:
Fragolinchen hat geschrieben:...Emulprot-Fluid mit 1,33 % Phytosterol Macadamiaten und 1 % PHP 80 gerührt. Gestern abend und heute früh habe ich beim Eincremen zumindest kein Prickeln verspürt. Wie sich's längerfristig auswirkt, wird sich zeigen. Ich werde dann hier berichten.
Hast Du bei diesem Fluid auch eine andere Lipidmischung bzw. andere Wirkstoffe eingesetzt? Das zu wissen, wäre hilfreich für die Ursachenforschung.
Ja, hab' ich. Ich stell' mal das Rezept ein, das ich mir gestern gerührt habe:
20 % FP
3 % Jojoba
4,65 % Traubenkernöl
6 % Sesamöl
1,33 % Squalan
1,33 % Phytosterol Macadamiate

1,5 % Emulprot
1 % PHP 80

4 % Glycerin
4 % Natriumlaktat (war blöderweise zum Anheben des pH-Wertes in der Menge notwendig)
0,2 % Hyaluronsäure, hochmolekular
1 % Rokonsal
Milchsäure

Im Vergleich das abgewandelte Hydro-Balance-Serum a la Heike:
- keine Mangobutter, ansonsten die Lipidmischung aus dem Buch
- die Einzelkomponenten der Phospholipidbasis in entsprechender EK, aber ohne MCT-Öl
- Nicotinamid weggelassen (das war bei mir schon mal in Gesichtswasser und beim Lipodermingel mit drin, beides hat mir nicht gut getan (Kribbeln, leichtes Jucken - irgendwie hatte ich das Gefühl meine Wangen sind heiß, bei Berührung mit den Händen fühlte sie sich aber normal temperiert an))
- 1 % Tocopherol ergänzt
- 3 % Hamamelis-Extrakt (enthält zu 2/3 Glycerin, von aliacura) ergänzt
- 2 % Glycerin (ergibt mit dem Extrakt einen Gesamtgehalt von 4 % Glycerin)
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben:Hallo zusammen,
Die 2. Probe enthält die doppelte Menge an PHP 80 und Phytosteryl Macadamiate, nämlich jeweils 2 % im Verhältnis zu 2 % Lipodermin. Das werde ich in den nächsten Tagen testen und berichten.
Also eigentlich ähnlich der Phospholipidbasis, die ja auch PHP 80 und Lipodermin in gleichen Anteilen enthält. Bin auf Deinen Erfahrungsbericht gespannt.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Judy »

Liebe Liane,
ich denke manchmal, dass das Verkapseln von gewissen Substanzen vielleicht zu viel ist und eher Sinn macht für atopische Haut - denn dann erscheint es mir noch schwerer, eine Balance zwischen Fluidisieren und Verdicken zu finden.
Auch ich liebe die Wirkung von SAP, habe aber kein Lipodermin drin.
Hin und wieder nehme ich für nachts mal das HDG meiner Tochter (unreine Haut), mit Lipodermin, SAP und Nikotinamid.
Ich würde meine Haut als reife Mischhaut bezeichnen - ich weiß, dass es eine Gratwanderung zwischen Fluidisieren und Verdichten bedeutet ...

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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Judy hat geschrieben:Liebe Liane,
ich denke manchmal, dass das Verkapseln von gewissen Substanzen vielleicht zu viel ist und eher Sinn macht für atopische Haut - denn dann erscheint es mir noch schwerer, eine Balance zwischen Fluidisieren und Verdicken zu finden.
Auch ich liebe die Wirkung von SAP, habe aber kein Lipodermin drin.
Hin und wieder nehme ich für nachts mal das HDG meiner Tochter (unreine Haut), mit Lipodermin, SAP und Nikotinamid.
Ich würde meine Haut als reife Mischhaut bezeichnen - ich weiß, dass es eine Gratwanderung zwischen Fluidisieren und Verdichten bedeutet ...
Hallo Judy,
vielen Dank für Deine Antwort. :blumenfuerdich:
Ja, es ist bereits schwierig, die Lecithine bei Mischhaut gut auszubalancieren und noch eine größere Herausforderung, wenn verkapselte Wirkstoffe hinzu kommen. Das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht. Genau deshalb versuche ich derzeit, die Balance zu finden zwischen den Lecithinen und Sterolen - noch ohne zusätzliche Wirkstoffe.
Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich mein Vorhaben noch nicht aufgeben, verkapselte Wirkstoffe einzubauen. Das wird allerdings der nächste Schritt. Heike nutzt die Verkapselung mit Lipodermin in ihrem Vitamingel, Dr. Lautenschläger empfiehlt das Vorgehen explizit für SAP. In beiden Fällen geht es nicht um atopische Haut. Möglicherweise muss ich die Wirkstoffkonzentrationen weiter nach unten anpassen oder nochmals am Verhältnis der Lecithine und Sterole feilen. Ich werde auf jeden Fall noch weiter testen und auch berichten.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Judy hat geschrieben:Liebe Liane,
ich denke manchmal, dass das Verkapseln von gewissen Substanzen vielleicht zu viel ist...
Könnte ich mir gut vorstellen. Denn durch das "Fluidisieren" öffnet man die Tore ja nicht nur für die gewünschten Wirkstoffe, sondern auch für Umweltreize, etc. von außen und das Wasser in der Haut, richtig?
Vielleicht passiert auch zuviel Interaktion zwischen Lipodermin und den Layern (richtig so?), so dass sensible Haut dann gar nicht mehr weiß, was sie tun soll - auf oder zu, auf oder zu?
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Fragolinchen hat geschrieben:Kann sich Haut innerhalb von 4 Wochen so erholen, dass sie die Menge an Sterolen nicht mehr braucht?
Ich denke, dass das möglich ist. Ich nutze für meine sehr trockenen Hände im Winter gerne Pflöschs Balsam. Dieser enthält auch Lipodermin (ungesättigtes Phosphatidylcholin) in einem bestimmten Verhältnis zu Sterolen (hier Wollwachsalkohol) ein. Ich spüre die regenerierende Wirkung auf meine Hautbarriere bereits innerhalb von 3-4 Tagen sehr deutlich und brauche dann weniger Pflege. Es ist, als ob meine Haut ab und zu diesen Anschub braucht. Und dann begnügt sie sich wieder mit einer normalen Pflegestrategie.
Und das Kribbeln hatte ich auch beim Vitamingel mit 15 % Lipodermin - allerdings sind da natürlich auch die Wirkstoffe hochkonzentriert...
Das ging mir ganz genauso. Es fluidisiert zu viel für unsere individuellen Hautbedürfnisse, was für fettigere oder jüngere Mischhaut durchaus gut geeignet sein kann. Die Wirkstoffkonzentrationen sind mir persönlich auch zu hoch. Eben das gilt es individuell auszutesten.

Wenn Du mit Deiner Emulprot-Pflege gut klar kommst, würde ich es zunächst dabei belassen, damit die Haut wieder zur Ruhe kommt. Vielleicht war auch der Hamamelis-Extrakt für Dich reizend? :gruebel:
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben: Wenn Du mit Deiner Emulprot-Pflege gut klar kommst, würde ich es zunächst dabei belassen, damit die Haut wieder zur Ruhe kommt.
Du hast schon recht, erst mal eine "Baustelle" nach der anderen :wink: .
So ganz hab' ich's aber mit dem Rühren nicht sein lassen können und hab' mir 5 ml Gesichtsöl mit 30 % Jojobaöl, 10 % Squalan, 50 % Sesamöl und 10 % Borretschsamenöl gerührt. Das geb' ich abends noch mit auf die trockenere Wangenpartie. Ich hoffe, meiner Haut passt das. Sind ja bis auf das Borretschsamenöl die gleichen Öle wie im Fluid - und von der gamma-Linolensäure des Borretschsamenöls erhoffe ich mir beruhigende Wirkung. Johannisbeersamenöl hatte ich vor etlichen Wochen schon mal getestet, das war auch schön.
Bellis hat geschrieben: Vielleicht war auch der Hamamelis-Extrakt für Dich reizend? :gruebel:
Auch gut möglich, das hatte ich bisher noch nie verwendet. Ich werd's - wenn das Emulprot-Fluid gut tut und verbraucht (!) ist - in die nächste Charge Emulprot-Fluid als alleinigen neuen Rohstoff mit einrühren.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben:
Fragolinchen hat geschrieben:Kann sich Haut innerhalb von 4 Wochen so erholen, dass sie die Menge an Sterolen nicht mehr braucht?
Ich denke, dass das möglich ist. Ich nutze für meine sehr trockenen Hände im Winter gerne Pflöschs Balsam. Dieser enthält auch Lipodermin (ungesättigtes Phosphatidylcholin) in einem bestimmten Verhältnis zu Sterolen (hier Wollwachsalkohol) ein. Ich spüre die regenerierende Wirkung auf meine Hautbarriere bereits innerhalb von 3-4 Tagen sehr deutlich und brauche dann weniger Pflege. Es ist, als ob meine Haut ab und zu diesen Anschub braucht. Und dann begnügt sie sich wieder mit einer normalen Pflegestrategie.
Interessant. Ich hab' allerdings auf das Emulprot-Fluid mit 1,33 % Phytosterolen ein Imwitor 375-Fluid mit den gleichen Inhaltsstoffen, aber der Hälfte an Phytosterolen (0,65 %) gerührt. Mit Imwitor war zwar das befeuchtende Gefühl schöner als mit Emulprot, es zeigten sich aber wieder Unreinheiten. Kann am Emulgator gelegen haben, genau so aber auch an der reduzierten Sterolmenge :gruebel: .
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Judy »

Möglicherweise muss ich die Wirkstoffkonzentrationen weiter nach unten anpassen oder nochmals am Verhältnis der Lecithine und Sterole feilen. Ich werde auf jeden Fall noch weiter testen und auch berichten.
Liane, genau das ist der Punkt!
Wäre toll wenn es einen Anhaltspunkt gäbe, um wieviel die Wirkstoffkonzentration gemindert werden kann - vor längerer Zeit hatte ich das auch schon einmal gefragt aber das in Zahlen zu fassen ist schwierig.

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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Judy hat geschrieben:
Möglicherweise muss ich die Wirkstoffkonzentrationen weiter nach unten anpassen oder nochmals am Verhältnis der Lecithine und Sterole feilen. Ich werde auf jeden Fall noch weiter testen und auch berichten.
Liane, genau das ist der Punkt!
Wäre toll wenn es einen Anhaltspunkt gäbe, um wieviel die Wirkstoffkonzentration gemindert werden kann - vor längerer Zeit hatte ich das auch schon einmal gefragt aber das in Zahlen zu fassen ist schwierig.

Liebe Grüße,
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Und vermutlich individuell verschieden...
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Fragolinchen hat geschrieben:Könnte ich mir gut vorstellen. Denn durch das "Fluidisieren" öffnet man die Tore ja nicht nur für die gewünschten Wirkstoffe, sondern auch für Umweltreize, etc. von außen und das Wasser in der Haut, richtig?
Das ist genau richtig. Wenn wir nicht genügend gegensteuern mit gesättigtem Lecithin und Sterolen, kann der TEWL steigen und die Haut empfindlicher reagieren auf Kältereize etc.
Genau das ist bei mir passiert und deshalb suche ich nach dem optimalen Verhältnis für meine Haut.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Wäre also insofern auch gut zu wissen, welche minimale EK Lipodermin haben sollte, um Wirkstoffe noch ausreichend verkapseln und einschleusen zu können bzw. zu fluidisieren.
Heike schreibt zur Einsatzkonzentration im Buch: in Emulsionen bis 3 %
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben:
Fragolinchen hat geschrieben:Könnte ich mir gut vorstellen. Denn durch das "Fluidisieren" öffnet man die Tore ja nicht nur für die gewünschten Wirkstoffe, sondern auch für Umweltreize, etc. von außen und das Wasser in der Haut, richtig?
Das ist genau richtig. Wenn wir nicht genügend gegensteuern mit gesättigtem Lecithin und Sterolen, kann der TEWL steigen und die Haut empfindlicher reagieren auf Kältereize etc.
Das war auch mein Beweggrund für das Hamamelis-Extrakt: die Gerbstoffe sollten m Gegenzug zum Lipodermin den TEWL reduzieren helfen.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Beim Stöbern im Forum hab ich einen interessanten Post von Pflösch zum Thema “Gleitschiene“ gefunden. Beim Thema Fluidisieren darf man also auch die Zusammenstellung der Fettphase nicht ausser acht lassen.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Fragolinchen hat geschrieben:Beim Stöbern im Forum hab ich einen interessanten Post von Pflösch zum Thema “Gleitschiene“ gefunden. Beim Thema Fluidisieren darf man also auch die Zusammenstellung der Fettphase nicht ausser acht lassen.
Hallo Fragolinchen,
hier gibt es eine weitere Aussage von Harald, die zwei Jahre später neue Erkenntnisse brachte. Denn hier schreibt er, dass das Ausbalancieren von Lecithinen über die Zusammenstellung der Fettphase nicht funktioniert hat. Gegenspieler von ungesättigtem Phosphatidylcholin sind Sterole (tierische in Form von WWA oder pflanzliche in Form von Avocadin oder Phytosterylmacadamiate). Beide wirken tiefer in der Hautbarriere. Gesättigtes Phosphatidylcholin gleicht ebenfalls die Wirkung des ungesättigten aus, aber etwas anders. Gesättigte Lecithine dringen aufgrund ihrer fehlenden Flexibilität nur geringfügig in die Hornschicht ein. Sie wirken also eher an der Oberfläche und haften sich an das Keratin der Keratinozyten. Sie binden dort effektiv lipidhaltige Pflegestoffe und wirken damit dem TEWL entgegen.

In dem verlinkten Thread finden sich noch andere interessante Gedanken zum Thema.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Danke, Bellis, interessanter Thread (muss ihn heute Abend mal in Ruhe bis zu Ende lesen) :blumenfuerdich: . Die Quintessenz des von Dir verlinkten Posts ist doch die, dass die Zusammensetzung der Fettphase wenig/gar keinen Einfluss auf die Wirkung von Lipodermin hat. Wenn man Lipodermin bei barrieregestörter Haut verwendet, ist es wichtig, die Einwirkung von außen möglichst zu minimieren, damit die "Toröffnung" in der Haut ungestört ablaufen kann. Dazu ist das PHP 80 gut, weil es außen verbleibt und einen "flauschigen" Film bildet. Außerdem benötigt man den Gegenspieler Sterole, die so quasi ungestört im Inneren mit dem Lipodermin "ringen" können.

Ich finde leider den Post nicht mehr - bin mir nicht sicher, ob evtl. in diesem Thread etwas dazu stand - aber ich hab' mir bei der Phospholipidbasis folgende Notizen dazugeschrieben:
PHP 80 enthält ca. 60 % an gesättigtem, Lipodermin ca. 15 % an ungesättigtem Phosphatidylcholin. Bei einem Verhältnis von 3 %Lipodermin : 1 % PHP 80 ergibt sich ein Quotient von 0,75 --> fluidisierend; bei einem Verhältnis von 1:1 ein Quotient von 0,25 --> schützender. Letzteres wäre bei der Phospholipidbasis ja gegeben, d.h. es wäre sinnvoller an der Sterolschraube zu drehen, sprich die EK von Phytosterol Macadamiaten zu erhöhen?
Wenn ich Pflöschs Post richtig verstanden habe, benötigt man die doppelte Menge an Sterol-Molekülen wie Phosphatidylcholin-Molekülen, um letztere neutralisieren zu können - in unserem Fall also 2,5 % Phytosterol Macadamiate zu 1,25 % Lipodermin aus der Phospholipidbasis. Oder ist das zu kurz gedacht?
Und weiter steht auf meinem Notizzettel (ich meine, das bei Dr. Lautenschläger gelesen zu haben): für gereizte, unruhige Haut Quotient 0,1 (also eigentlich noch weniger als 1 % Lipodermin im Verhältnis zu 1 % PHP 80); bei Unreinheiten Quotient von 0,2 (also so ähnlich wie bei der Phospholipidbasis drin ist).

Falls man aber definitiv gar kein Lipodermin verträgt, wären dann noch Traubenkernöl, Avocadoöl oder ätherisches Öl als "Gleitschiene" für Wirkstoffe möglich? Aber vermutlich nur für die öllöslichen?
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Fragolinchen
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben: Wenn Du mit Deiner Emulprot-Pflege gut klar kommst, würde ich es zunächst dabei belassen, damit die Haut wieder zur Ruhe kommt.
Kurzer Zwischenbericht nach einer Woche Emulprot-Fluid (und Reinigung mit abgewandelter Mandel-Reinigungsmilch):
Die Unreinheiten an Wangen, Kinn und an der Stelle zwischen den Augenbrauen sind verschwunden, an den Schläfen noch da - und hier bzw. auf der Stirn tauchen auch leider immer mal wieder kleine Entzündungsherde auf. Nachdem ich ja aber Mischhaut mit großporiger und eher fettender T-Zone habe, ist die Pflege, die für die trockene Wangenpartie genau richtig ist, für die Stirn vermutlich zu reichhaltig. dafür spricht auch der leichte Fettfilm, den ich v.a. morgens auf der Stirn feststelle.

Soll ich mutig sein und für diesen Bereich eine eigene Pflege rühren? Öle entsprechend der "Wangencreme", aber mit niedrigerer Fettphase? Evtl. geringerer Anteil an Phytosterol Macadamiaten? Oder Lipodermin zufügen? Das Hydro-Balance-Serum von Heike hatte, wenn ich mich recht erinnere, nur auf der Wangenpartie und im Unterkieferbereich gebizzelt... :gruebel:

Wie sieht's denn mit Deinem Experiment aus, Bellis? Gibt's schon erste Eindrücke?
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Fragolinchen hat geschrieben:Und weiter steht auf meinem Notizzettel (ich meine, das bei Dr. Lautenschläger gelesen zu haben): für gereizte, unruhige Haut Quotient 0,1 (also eigentlich noch weniger als 1 % Lipodermin im Verhältnis zu 1 % PHP 80); bei Unreinheiten Quotient von 0,2 (also so ähnlich wie bei der Phospholipidbasis drin ist).
Hallo Fragolinchen,
ich wusste bisher nicht, dass es eine Patentschrift von Dr. Lautenschläger zu diesem Thema gibt. Sie findet sich hier. Ich habe sie gerade gefunden und werde mich noch eingehender damit beschäftigen. Danke für die Anregung. :rosefuerdich:
Falls man aber definitiv gar kein Lipodermin verträgt, wären dann noch Traubenkernöl, Avocadoöl oder ätherisches Öl als "Gleitschiene" für Wirkstoffe möglich? Aber vermutlich nur für die öllöslichen?
Ja, auch Öle mit hohem Lecithingehalt lassen sich dafür nutzen. Ich gehe auch davon aus, dass lipophile Wirkstoffe mitgenommen werden. Auch ÄÖ besitzen diese sogenannte Carrierfunktion für lipophile Stoffe.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Bellis hat geschrieben:
Fragolinchen hat geschrieben:Und weiter steht auf meinem Notizzettel (ich meine, das bei Dr. Lautenschläger gelesen zu haben): für gereizte, unruhige Haut Quotient 0,1 (also eigentlich noch weniger als 1 % Lipodermin im Verhältnis zu 1 % PHP 80); bei Unreinheiten Quotient von 0,2 (also so ähnlich wie bei der Phospholipidbasis drin ist).
Hallo Fragolinchen,
ich wusste bisher nicht, dass es eine Patentschrift von Dr. Lautenschläger zu diesem Thema gibt. Sie findet sich hier. Ich habe sie gerade gefunden und werde mich noch eingehender damit beschäftigen. Danke für die Anregung. :rosefuerdich:
Danke, danke :rosenbett:. Meine Quotienten hab' ich aus diesem Post und nachfolgenden zum Thema "Phospholipon". Dabei hab' ich festgestellt, dass ich mir das heute abend glatt nochmal durchlesen muss...
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Manjusha »

Seid ihr zwei voran gekommen? :lupe: :)
Liebe Grüße
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

ich bin wieder noch am ausjustieren. Was in der Übergangszeit noch mit Phospholipon 80 funktioniert hat, war es mir für den heißen Sommer zu abdichtend. Daher habe ich schrittweise Lipodermin erhöht und PHP 80 verringert. Momentan hab' ich gar kein PHP 80 und 1 % Lipodermin in meiner Emulsion.
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Manjusha »

Fragolinchen hat geschrieben:ich bin wieder noch am ausjustieren. Was in der Übergangszeit noch mit Phospholipon 80 funktioniert hat, war es mir für den heißen Sommer zu abdichtend. Daher habe ich schrittweise Lipodermin erhöht und PHP 80 verringert. Momentan hab' ich gar kein PHP 80 und 1 % Lipodermin in meiner Emulsion.
Danke dir für die Rückmeldung, das mit dem Sommer hat sich ja eh schon wieder erledigt... :sunny:
Liebe Grüße
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Re: Lecithine ausbalancieren

Ungelesener Beitrag von Bellis »

Ich war bis jetzt auch noch nicht glücklich mit meinen Versuchen und bin wieder auf meine bewährte Imwitor-Basis umgestiegen. Im Sommer ist meine Haut sehr genügsam. Da reicht mitunter sogar ein mit feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen angereichertes Hydrolat morgens und abends ein paar Tröpfchen Fluid.

Ich werde aber auf jeden Fall weiter testen.
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