Handpflege entwickeln

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderatoren: Positiv, Helga

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Babilana
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Handpflege entwickeln

Ungelesener Beitrag von Babilana »

Hallo ihr Lieben,

Ich möchte gern eine Handcreme für sehr raue und teils leicht rissige Hände entwickeln, die tagsüber ständig Wasser ausgesetzt sind. Ich habe zwar schon eine Vorstellung, was die Creme alles können soll, jedoch weiß ich nicht, mit welchen Mittelchen ich dies gut erreichen kann :lesen: und würde mich daher riesig über Tipps, Ratschläge und Erfahrungen von Euch freuen :knicks: .

Also meine Creme soll abends aufgetragen die Strapazen des vielen Wassers am Tag wettmachen und über Nacht die Haut regenerieren. Tagsüber cremen ist leider nicht möglich, das die Hände ständig im Wasser sind. Die Creme sollte einigermaßen schnell einziehen und die Haut aber auch schön pflegend einhüllen. Bislang habe ich die Cranberry Night Balm verwendet. Dieser hat gut geholfen, ist jedoch etwas zu langsam eingezogen. Weiter soll die entzogene Feuchtigkeit wieder aufgefüllt werden.

Die Fettphase sollte ca. 30% sein.
Ich würde gern BSB, Avocadoöl, Sheabutter und Cranberrysamenöl verwenden. Vielleicht auch Vitamin E und C.
Auch überlege ich Wirkstofföle zu verwenden, bin jedoch überfragt, welches hier gut geeignet ist.
Weiter möchte ich Glycerin und Natriumlaktat als Hydratisierer zu verwenden. Bei Glycerin würden ich evtl. sogar zwischen 5 und 10% verwenden. Ist das bei täglicher Verwendung der Creme möglich, oder sollte ich hier bei max 5% bleiben?
Als Emulgator habe ich Montanov 68 überlegt. Ist das für Handcremes geeignet?

Ich würde mich sehr über eure Meinung und Ratschläge
freuen. :hearts: :flower:

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Helga
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Re: Handpflege entwickeln

Ungelesener Beitrag von Helga »

Babilana hat geschrieben:
..... meine Creme soll abends aufgetragen die Strapazen des vielen Wassers am Tag wettmachen und über Nacht die Haut regenerieren. Tagsüber cremen ist leider nicht möglich, ...
Das ist schon mal ein sehr wichtiger Anhaltspunkt :) Schau mal hier kannst Du Dich noch mehr informieren: klick
Auszug aus o. a. Link:
Handcreme bei häufigem Arbeiten mit feucht-wässrigen Medien

Grundlage: W/O-Emulsion oder wenn möglich eine emulgatorfreie Basis (siehe oben). Noch besser geeignet ist ein wasserfreies, gut einziehendes Oleogel
Wirkstoffe: Natürliche langkettige Triglyceride, Wachse und Phytosterine wie Olivenöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Sheabutter
Hilfsstoffe: Die Creme sollte keine wasserlöslichen Konsistenzmittel wie etwa Sodium Carbomer, Xanthan oder Hydroxyethylcellulose enthalten

Bemerkung: Wichtig ist eine möglichst hohe Fettstoffkonzentration bei geringem oder fehlendem Emulgatoranteil und gutem Einzugsvermögen, um den Auswascheffekt lipophiler Pflege- und Schutzkomponenten zu minimieren.
Solltest Du Dich für ein Oleogel entscheiden, Avocadoöl zieht sehr gut ein.

Wenn O/W-Lotion:
Wenn bei Dermaviduals steht "Emulgatorfrei", dann kann man aber gut Phospholipon 80H verwenden, das ist hydriertes Lecithin (und kein herkömmlicher Emulgatorim Sinne von Tensid) , klick. Phospholipon fungiert hier zwar als Emulgator, ist aber auch gleichzeitig ein Barriereschützender Wirkstoff, siehe Rohstoffportrait: klick.

* Für diese spezielle regenerative Handcreme würde ich 2% Phospholipon verwenden + 1% eines anderen Emulgators wie Imwitor oder Symbioprot M, eventuell sogar 3% Phospholipon als alleinigen Emulgator. Allerdings gibt das keinerlei Konsistenz. Mit Sheabutter und 2-3% Lanolin wird es noch immer dünn werden, aber immerhin. Da die Creme aber über Nacht wirkt, kann man meiner Meinung nach ruhig etwas Xanthan oder Siligel verwenden.
* Du hast geschrieben, Du würdest die Barriereschutzbasis verwenden, perfekt :).
* Intensive Befeuchtung (kann ja gut während der Nacht wirken ohne dass die Hände zwischendurch mit Wasser in Kontakt kommen) gibt höher eingesetztes Urea und Glycerin, 1:1, Du möchtest glaube ich 5% einsetzen;
bei Verwendung von Urea benötigst Du aber auch Natriumlaktat klick, das zusammen mit der Milchsäure als sogenannter "Puffer" fungiert (siehe Rohstoffportrait).

Auch könntest Du als Abwechslung auch Deinen Cranberrybalm mit Avocadoöl rühren, eventuell das Amaranthöl ein wenig reduzieren oder auch anstelle dessen das Avocadoöl verwenden. Statt dem Avocadin kannst Du auch Phytosteryl Macadamiate verwenden. Da Du den Balm an den Händen und nachts verwendest, kannst Du auch Linolsäurebetonte Öle verwenden, wie z. B. Traubenkern, oder auch Wirkstofföle.
Als Emulgator habe ich Montanov 68 überlegt. Ist das für Handcremes geeignet?
Würde ich nicht, mir persönlich wäre er zu wenig regenerierend und schützend, sein Vorteil liegt eher darin, dass er sich ein wenig "mollig" anfühlt und als Allroundler leicht zu verarbeiten ist. :)
Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen :), ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner Handcreme :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Augenweide
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Re: Handpflege entwickeln

Ungelesener Beitrag von Augenweide »

Hallo Babilana!

Ich kenne das Problem noch von der Desinfiziererei während der Therapie unserer Maus. Ganz furchtbar! :K

Mir hat damals eine W/O mit Lanolin/WWA, Panthenol, Ringelblume und Glycerin gut geholfen. Nachts aufgetragen und mit Baumwollhandschuhen geschlafen.

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Liebe Grüße
Augenweide

Au·gen·wei·de
Substantiv, feminin [die]
sehr schöner, ästhetischer Anblick, den etwas oder jemand bietet


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Babilana
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Re: Handpflege entwickeln

Ungelesener Beitrag von Babilana »

Liebe Helga, liebe Augenweide,

vielen Dank für eure Ratschläge! :daisy: Das hilft mir schon sehr weiter.

Ich denke als erstes werde ich mit den mir vorhandenen Mittelchen den Cranberry Night Balm etwas abwandeln.
Ich werde anstatt dem Amaranthöl das Avocadoöl verwenden.

Jetzt noch eine Frage: kann ich hier auch die BSB mit integrieren? Ich dachte statt 12g Sheabutter dann 10g Sheabutter + 2g BSB.


Als nächste werde ich dann eine Creme mit Phospholipon 80H rühren. Den Emulgator habe ich von dem Rezept von Heike zum Cranberry Hydro Fluid noch da. Zusätzlich muss ich mir dann noch den ergänzenden Emulgator dazu kaufen. Oder könnte ich hier auch wie in erwähntem Rezept von Heike das Fluidlecithin Super ergänzen?

An Panthenol hatte ich gar nicht gedacht, aber das würde ich auch gern integrieren.
Und dann Glycerin und Urea und Natriumlaktat :huepf:
So viele gute und wichtige Stoffe, da weiß ich ja gar nicht, wie ich alle in meiner Creme unterbringe :kleinehexe:

Und das mit den Baumwollhandschuhen ist eine gute Idee 💡! Dann kann die Creme schön reichlich drauf :-)

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