Duschbar - Frage zur Herstellung

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Judy
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Judy »

Nine, danke für die Erklärung!
Ich wusste doch, dass ich irgend etwas im Hinterkopf hatte.
Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die WAS vom Endprodukt gleichgültig ist, oder?
Das hatte ich nämlich gemeint mit direkt über die Haut/Kopfhaut streichen ohne zuvor das Produkt mit Wasser aufzuschäumen und zu verdünnen...
Liebe Grüße,
Judy

PS: Ich habe gefunden, was ich weiter hinten gemeint habe:
A safety assessment for sodium cocoyl isethionate was published by CIR in 1993 with the conclusion of safe for use in cosmetic formulations at 50% in rinse off products and at 17% in leave on products. These concentration limits were based on the maximum concentrations reported in safety test data at the time.
Also doch...
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Nine
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Nine »

Moin Judy :-)

Danke für den schönen Übersichtsartikel, den du verlinkt hast, den kannte ich noch nicht ;-) Der daraus zitierten Aussage dürfte eine ganz ähnliche Berechnung zugrunde liegen, wie von mir an einem Beispiel gezeigt: Man hat toxikologische Daten, die die maximale, sichere "Einwirkmenge" (nenne ich jetzt mal so) angeben:
These concentration limits were based on the maximum concentrations reported in safety test data at the time.
Dann hat man bestimmt, in welchen Zubereitungen der betreffende Stoff verwendet wird (z.B. zum Duschen), und welche tatsächliche Menge dann - in Abhängigkeit der Anwendungshäufigkeit und der betroffenen Körperfläche sowie der "Einwirkdauer" (rinse off oder leave on) - real in üblicher Benutzung auf den Menschen wirkt:
A safety assessment for sodium cocoyl isethionate {...]
Daraus kann man dann allgemeine Angaben formulieren, die die sichere Verwendung im Regelfall garantieren:
[...]with the conclusion of safe for use in cosmetic formulations at 50% in rinse off products and at 17% in leave on products.
Natürlich kann im Einzelfall auch ein Produkt mit 51% SCI sicher sein, aber für jedes Produkt muss ja sowieso eine einzelne Sicherheitsbewertung gemacht werden, sonst darf es nicht auf den Markt - zumindest in der EU ist das so geregelt, aber ich denke, in Australien gelten ähnliche Vorschriften? Die Studie fasst hier die Datenlage allgemein zusammen und gibt damit ja eine sehr griffige Orientierung :-).

Zu den WAS: Ich bin mir nicht sicher, ob ich deine Frage
Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die WAS vom Endprodukt gleichgültig ist, oder?
jetzt richtig auffasse,
aber von der Waschaktivität per se geht keine Gefährdung aus, die einen Grenzwert bedürfte. Zum einen machen WAS ja überhaupt nur in wässrigen Systemen Sinn, ihr besonderer "Charme" ist ja, dass sie Fett lösen, was Wasser als von uns hauptsächlich verwendetes Lösemittel (sei es beim Geschirrspülen oder in der Körperpflege) alleine ja nicht kann. Gleichzeitig bedeutet "sauber" ja nicht "fettfrei" (jedenfalls nicht bei der Körperpflege ;-) ), so dass man je nach Produkt die Tenside so dosiert, dass man übliche, erprobte WAS-Konzentrationen in der Anwendung erhält. Deshalb gehören bei Kosmetika ja Anwendungshinweise mit zum deklarationspflichtigen Teil (auch wenn sie manchmal etwas wenig erklärend daher kommen, das gebe ich wohl zu), dann kann es z.B. heißen "Je nach Haarlänge 1 - 2 walnussgroße Portionen im Haar verteilen...."

Sogesehen kommt es im Sinne der "guten und richtigen Anwendung" schon auf die WAS an - nicht zu viel, sonst ist die Entfettung zu stark, nicht zu wenig, sonst ist´s nicht sauber :-) - aber nicht im Zusammenhang mit toxikologischen Daten, also eine zu hohe WAS im Sinne von schädlich oder gefährlich gibt es nicht.

So, ich weiß jetzt nicht mal mehr, ob ich meinen eigenen Ausführungen noch folgen kann :D, aber du sagts gegebenenfalls sicher, wenn es völlig sinnfrei daherkam :D

Grüessli Nine

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Nine
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Nine »

GartenEden hat geschrieben:
28. November 2019, 20:47
[...]meine Schüler werden es lieben, jetzt müssen sie auch noch rechnen, nicht nur rühren.... :lach:
Na, dann gebe ich doch gerne noch etwas "Futter", damit du für deine Schüler schöne Aufgaben basteln kannst :pfloesch: :

Wenn man die Anwendungsmenge nocht kennt, muss man sie ausrechnen, bei einer Creme/Lotion geht das über die Auftragsmenge und die betroffene Körperfläche:
  • Gebrauchsmenge 1 mg/cm²
Flächen (in cm²):
  • Körper ganz 17.500 (F), 19.250 (M)
  • Gesicht 565 (F), 610 (M)
  • Hände 860 (F), 946 (M)
Der Retentionsfaktor beträgt hier jeweils 1 (100%), da leave-on-Produkt.

Stoffe mit Grenzwerten sind z.B.
  • Geogard, der NOAeL ist 400 mg/(kg d), die erlaubte Tagesdosis beträgt ETD = 4 mg/(kg d), oder
  • Glycintensid (Disodium Cocoamphodiacetate, NOAEL = 92,5 mg/(kg d), ETD = 0,93 mg/(kg d)) sowie
  • Zitronensäure (NOAEL = 1200 mg/kg/d (oral), ETD = 12 mg/kg/d)
Ansonsten sind ja die weit überwiegende Anzahl unserer verwendeten Stöffchen so "gut", dass sie völlig ohne Grenzwerte verwendet werden können ;-).

So, dann lass´sie mal rechnen :D

Grüessli Nine

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Judy
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Judy »

Nine - wir verstehen uns da schon richtig!
:bussi:
Sogesehen kommt es im Sinne der "guten und richtigen Anwendung" schon auf die WAS an - nicht zu viel, sonst ist die Entfettung zu stark, nicht zu wenig, sonst ist´s nicht sauber :-) - aber nicht im Zusammenhang mit toxikologischen Daten, also eine zu hohe WAS im Sinne von schädlich oder gefährlich gibt es nicht.
Genau das habe ich gemeint.
Allerdings kann ja eine hohe WAS schon die Hautbarriere (negativ) beeinflussen und damit auch Schaden anrichten - aber das wissen wir ja ohnehin!

Liebe Grüße,
Judy
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Nine
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Nine »

@Judy: Genau so ist es :D

:knutscher: Nine

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Manjusha
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Manjusha »

Judy hat geschrieben:
29. November 2019, 12:29
Nine - wir verstehen uns da schon richtig!
:bussi:
Sogesehen kommt es im Sinne der "guten und richtigen Anwendung" schon auf die WAS an - nicht zu viel, sonst ist die Entfettung zu stark, nicht zu wenig, sonst ist´s nicht sauber :-) - aber nicht im Zusammenhang mit toxikologischen Daten, also eine zu hohe WAS im Sinne von schädlich oder gefährlich gibt es nicht.
Genau das habe ich gemeint.
Allerdings kann ja eine hohe WAS schon die Hautbarriere (negativ) beeinflussen und damit auch Schaden anrichten - aber das wissen wir ja ohnehin!
...
Nine hat geschrieben:
29. November 2019, 13:05
@Judy: Genau so ist es :D

:knutscher: Nine
Na kommt, Leute, wollt ihr mich eigentlich total verkackeiert, :kichern: jetzt ist hier aber mal fertig geknutscht - aaauuuseinaaaander ihr zwei! :domina:

Genau darum ging es mir und offensichtlich Judy doch die ganze Zeit, um Sinn oder Unsinn von hoher Einsatzkonzentration, die damit einhergehende WAS, die dadurch entstehende Beeinflussung der Hautbarriere, und Sinn oder Unsinn von ( seltsamen) Füllstoffen.
Dass SCI auch in hoher Konzentration nicht toxisch ist, war eine sehr interessante Info, aber mir ging es nicht darum, ob ich mit einem baldigen Ableben rechnen muss, wenn ich es über 50 oder 60%, oder wie hoch auch immer verwende.

Es ging mir um Sinn und Nutzen für oder gegen ein solches Handeln, die Meinungen, Gedanken und selbstverständlich auch gerne Fakten dazu.
Also mehr kann man ja nicht aneinander vorbei reden/ denken, da ist es ja kein Wunder, das mit dem Bahnhof! :lach:

Gott sei Dank kamst du, liebe Judy gestern noch mit den WAS, sonst hätte ich vermutlich eine schlaflose Nacht verbracht. :sunny:

Und Nine, warum, wenn SCI in keinster Weise toxisch oder schädlich ist, die WAS "wurscht" sind, warum verwendest du dann "nur" 44%, und nicht z.B. 90%? :lachundweg:
So, jetzt könnt ihr weiter knutschen.... :sumo:
Liebe Grüße
Manjusha


polydenise
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von polydenise »

Hallo ihr Lieben
Ich werde bald mal den Samoa-Duschbar herstellen. Tönt für mich nach einem sehr tollen Rezept. Ich habe noch nie von Mandeltrester gehört. Ist das das selbe wie geriebene Mandeln? Evtl. haben wir hier in der Schweiz einen anderen Ausdruck dafür. Hmm :gruebel:
Und: Wenn man den Samoa evtl. ohne Peelende Inhaltsstoffe machen möchte, mit was könnte ich diese "ersetzen"?

Freue mich auf eure Antworten.

Lg
Denise

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Nine
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von Nine »

Hallo liebe Polydenise,

Mandeltrester ist der Presskuchen von der Gewinnung von Öl aus Mandeln. Er wird getrocknet und kann u.a. auch als Backzutat verwendet werden. Zerrieben gibt er einen schönen "Schrubbel" :-)

"Samoa" ohne "Schrubbel" ist in etwa wie "Sansibar", nur, dass ich dort Kakao- statt Mangobutter drin habe. Ehe ich den Thread nach meinem Rezept seitenlang durchforste, kommt es hier nochmal "frisch":
Bild1.png
Liebe Grüße
Nine
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polydenise
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von polydenise »

Liebe Nine

Wau danke dir. Freue mich, dass du dein Rezept teilst. :daisy:
Ich werde es nächstens machen und bin schon sehr gespannt auf das Resultat.
Und danke für die Info bezüglich Mandeltrester. Ich kannte das vorher überhaupt nicht.

Viele liebe Grüsse
Denise


polydenise
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Re: Duschbar - Frage zur Herstellung

Ungelesener Beitrag von polydenise »

Liebe Nine
Ich hab nun deinen Duschbar nachgerührt. Bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich gatte noch etwas Mühe bei der Herstellung. Hat stark nachgedickt und wurde fast ein Klumpen. Habs dann nochmal etwas aufgewärmt. Hatte zwar etwas Angst wegen dem D-Panthenol, weil man ja sagt dies wäre hitzeempfindlich :gruebel: Somit konnte ich die Masse aber etwas besser einfüllen.

Jetz heisst es trocknen lassen und dann ausprobieren. Freu mich schon drauf :hase:

Liebe Grüsse
Denise

So sehen sie aus:
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