Tagebücher eines Tensidmischers

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waschbär
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Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo,

ich möchte mir eine flüssige Handwaschseife für empfindliche, trockene Hände mischen. Da ich noch absoluter Anfänger bin, weiß ich nicht welches Tensid, oder welche Tensidmischung da für mich am besten funktioniert.

Also hab ich mir ein Paket Tenside bestellt und möchte mich da durchwaschen und die alle ausprobieren. Ein paar weitere Zutaten, wie Öle und Conditioner, hab ich auch bestellt, die werde ich dann später, wenn ich erst mal die richtigen Tenside gefunden habe, auch ausprobieren.

In der Hoffnung daß es andere auch interessiert, möchte ich hier meine Versuche und Ergebnisse vorstellen.

Euer Waschbär.


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waschbär
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Als erstes Tensid habe ich Sodium Cocoyl Isethionate (SCI) ausprobiert. Da habe ich hier im Forum ein passendes Rezept gefunden..

Da ich meine Seife eigentlich gerne im Schäumerspender benutzen würde, hab ich im Vergleich zum Rezept den Wasseranteil erhöht, denn meine bisherigen Flüssigseifen hab ich dafür immer 2:1 (Seife:Wasser) verdünnt. Also hier auch Basisrezept aus dem Link 2:1 (bin jetzt zu faul die Anteile alle umzurechnen).

Ergebnis nach 3 Tagen Testen:
- Mild! Meine Haut ist merklich weniger gestresst, selbst bei noch häufigerem Waschen als sonst
- Hinterlässt ein sehr angenehmes Gefühl auf der Haut, ich würde sagen es wird mehr Feuchtigkeit in der Haut gehalten
- Waschleistung sehr gut, bekommt einen Test-Fettfilm auf der Hand gründlicher weg als meine KOH-Flüssigseife
- Schäumt gut
- Geruch etwas säuerlich und waschmittelartig. Bekommt man aber mit etwas ÄÖ leicht überdeckt.

Nachteil ist die Konsistenz: die Konsistenz der SCI/Glyzerinmischung ist stark von der Temperatur abhängig. Bei Kühlschranktemperatur bockelhart (etwa wie Butter, die im Biofresh-Fach war), bei momentaner Raumtemperatur von etwa 20° cremeartig, etwa wie Joghurt, und bei 30° komplett flüssig. Bei momentaner Raumtemperatur ist es für den normalen Pumpspender zu fest, den Schäumer kann man ganz vergessen. Man müsste einen Airless-Cremespender nehmen. Und im Sommer dann je nach Temperatur hin- und herwechseln. Das dürfte unpraktisch werden.

Ich hab probiert es mit noch mehr Wasser zu verdünnen, das hilft erst wenn von der Waschleistung quasi nix mehr übrig ist.

Ich hab außerdem noch versucht etwas Mandelöl hinzuzufügen. Funktioniert gut, kann man ganz leicht mit unterrühren und es ist keine spezielle Rühr- oder Emulgiertechnik nötig. Bei 2% Öl nimmt die Schaumwirkung etwas ab, ist aber immer noch brauchbar. Die oben beschriebene Feucht-Wirkung lässt dabei auch etwas nach.
Zuletzt geändert von Heike am 1. Mai 2020, 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link versteckt.


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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Ach so, für mich ist das zwar weniger wichtig, aber vielleicht für andere interessant:

Die Mischung SCI/Glyzerin ist weißlich trüb wenn sie flüssig ist und komplett undurchsichtig weiß im Cremezustand.

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

:hallihallo:
Die verlinkte Rezeptur ist von mir.
Ich verstehe dich nicht ganz - was meinst du mit
die Konsistenz der SCI/Glyzerinmischung ist stark von der Temperatur abhängig?
Die Rezeptur, so wie ich sie eingestellt habe, bleibt temperaturunabhängig gleich. Oder meinst du in deinem verdünnten Zustand?

Ich kann dir einen Tipp geben (von mir x Mal getestet): Für die Verschäumerflaschen gehen am besten Tenside mit sehr geringer WAS, da du dann vom jeweiligen Tensid mehr brauchst, als wenn du ein Tensid mit höherer WAS nimmst - denn dann ist der Anteil des Tensids in der Formulierung höher (falls du verstehst was ich meine...).

Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Spaß beim Testen.

Liebe Grüße,
Judy
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waschbär
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo Judy,
Judy hat geschrieben:
26. April 2020, 23:34
Die Rezeptur, so wie ich sie eingestellt habe, bleibt temperaturunabhängig gleich. Oder meinst du in deinem verdünnten Zustand?
Ich habe nur meine verdünnte Variante getestet. Aber ich vermute bei Deinem Originalrezept dürfte es eher fester als flüssiger sein?
Judy hat geschrieben:
26. April 2020, 23:34
Für die Verschäumerflaschen gehen am besten Tenside mit sehr geringer WAS, da du dann vom jeweiligen Tensid mehr brauchst, als wenn du ein Tensid mit höherer WAS nimmst - denn dann ist der Anteil des Tensids in der Formulierung höher (falls du verstehst was ich meine...).
Daß ich bei Tensiden mit geringer WAS einen höheren Tensidanteil habe leuchtet ein.

Aber warum ein höherer Tensidanteil für die Schäumerflasche hilfreich ist, wird mir noch nicht ganz klar. Ich hätte jetzt erwartet, daß es da vor allem auf die Konsistenz und die Schaumbildungseigenschaft ankommt. Die Konsistenz könnte man in den meisten Fällen auch mit Verdickern oder Verdünnen anpassen. Und die Schaumbildung ist vermutlich von Tensid zu Tensid unterschiedlich. Hier könnten natürlich die Tenside mit weniger WAS mehr Schaum machen. Aber ich bin da jetzt ziemlich am spekulieren, es fehlt noch an Erfahrung.

Danke auf jeden Fall für Deinen Tipp, ich werde dann als nächstes mal was mit geringer WAS testen.

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Ja, wie im Link erwähnt ist es eine dickflüssige Rezeptur für einen Spender oder eine Flasche.

Meines Erachtens gilt: Je weniger Zutaten für die Verschäumerflaschen desto besser - die Köpfe verstopfen nämlich sonst sehr schnell.
Also keine Verdickungsmittel, Pulver etc.
Verdünnungsmittel ist ja das Wasser selbst - da brauchst du keine extra Zutaten.

An unseren Waschbecken habe ich auch die „foamies“ und zwar mit folgender Formulierung (WAS 2,7%):
9% Cocamidopropyl Betain PLUS
4% Glycerin
Zitronensäurelösung q.s.
Beduftung und Konservierung
Wasser ad 100
Das ist sehr mild und reinigt gut - da die Konzentration des Tensids so gering ist, lösen sich unter Umständen die Ätherischen Öle (falls damit beduftet wird) nicht hundertprozentig (ich schüttele alles hin und wieder durch).
Viel mehr wird eigentlich in einem Rinse-off-Produkt nicht gebraucht.

Liebe Grüße,
Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo Judy,

Danke für Dein Rezept.
Judy hat geschrieben:
27. April 2020, 00:42
An unseren Waschbecken habe ich auch die „foamies“ und zwar mit folgender Formulierung (WAS 2,7%):
Reichen Euch 2,7% WAS aus? Mir erscheint das mit meinem noch ungeübten Blick etwas wenig. Und ich hab durchaus auch mal ziemlich dreckige Hände, z.B. nach Gartenarbeit, Müll sortieren oder so
Judy hat geschrieben:
27. April 2020, 00:42
9% Cocamidopropyl Betain PLUS
Das Betain hatte ich nicht auf meine Einkaufsliste gesetzt, weil ich das hier gelesen hatte. Dort rät Heike ja für meine Begriffe doch recht deutlich davon ab. Aber dazu gibt es wohl auch hier im Forum unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen.

Liebe Grüße,

Waschbär
Zuletzt geändert von Ulrike am 28. April 2020, 08:58, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link versteckt

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Wie ich schon in einem anderen Thread geschrieben habe, muss diese Aussage wohl revidiert werden... Es ist sogar ECOCERT.
Und ja, uns reicht die Einsatzkonzentration; mein GG hat unser Haus als „owner builder” selbst gebaut, wir sind viel im Garten, haben einen Hund, Tochter macht viel Künstlerisches und man reibt sich ja die Hände ohnehin unter dem Wasserhahn (notfalls mal ne Nagelbürste benutzen).
:wink:

Liebe Grüße,
Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo,
Judy hat geschrieben:
26. April 2020, 23:34
Die verlinkte Rezeptur ist von mir.
Ich verstehe dich nicht ganz - was meinst du mit
die Konsistenz der SCI/Glyzerinmischung ist stark von der Temperatur abhängig?
Die Rezeptur, so wie ich sie eingestellt habe, bleibt temperaturunabhängig gleich. Oder meinst du in deinem verdünnten Zustand?
Das wollte ich heute doch nochmal genauer untersuchen. Ich hab also Judys unverdünnte Originalrezeptur (77% Wasseranteil) gemischt und dann unter ständigem Rühren in einem kühlen Wasserbad langsam bis auf 14°C runtergekühlt. Danach das ganze Spielchen wieder rückwärts und mit lauwarmem Wasserbad wieder auf 30°C hoch. Ich habe direkt mein Mantelthermoelement zum Umrühren verwendet und hatte damit die ganze Zeit direkt die Temperatur der Mischung im Blick.

Die Mischung macht in etwa den Eindruck von Eischnee, also ganz kleine Bläschen. Desto niedriger die Temperatur, desto feiner werden die Bläschen und desto fester haften sie aneinander. Etwa unter 20°C wird der "Eischnee" so fest, daß beim Rühren Spuren von meinem Thermoelement-Stab stehen blieben und nicht mehr von selbst zusammenfielen. Dieser Effekt verstärkte sich dann mit fallender Temperatur weiter.

Ich hab bei 18°C mal den Saugschlauch von einem Pumpspender reingehalten und etwas gepumpt: er hat gut eingesaugt und gefördert. Aber es rutschte von der Mischung nicht mehr ausreichend nach, so daß nach wenigen Pumpstößen nichts mehr rauskam. Mit weiter fallender Temperatur begannen sich kleine, festere Krümelchen zwischen dem Schaum zu bilden.

Als ich das ganze wieder langsam erwärmt habe, kam es wieder zu in etwa dem selben Verhalten. Etwa bei 28°C bildete sich unter einer dicken Schaumschicht etwas komplett flüssige Seifenmischung. Bei 30°C war etwa 2/3 der Mischung komplett flüssig.

Das Verhalten von der Mischung war also bei mir sehr ähnlich zu der verdünnten Mischung die ich zuerst probiert hatte. Der Unterschied zu dem von Judy beschriebenen, temperaturunabhängigen Verhalten könnte z.B. von unterschiedlichen Herstellern und Zusammensetzungen des SCIs kommen. Ich hab meines als SCI-Nadeln von Dragonspice gekauft, ein Hersteller war nicht angegeben.

Liebe Grüße,

Waschbär

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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

Judy hat geschrieben:
27. April 2020, 23:38
Wie ich schon in einem anderen Thread geschrieben habe, muss diese Aussage wohl revidiert werden... Es ist sogar ECOCERT.
Judy, Du beziehst Dich auf Cocamidopropyl Betain PLUS; unsere europäischen Shops - außer Aliacura - führen noch das "normale" Kokosbetain :), INCI: Cocamidopropyl Betain, somit kann gar nicht revidiert werden :), weil es sich auf ein anderes Kokosbetain bezieht (außer natürlich ein Shop verschweigt uns in der Artikelbeschreibung ein "Plus" :wink:).
Auszug aus Rohstoffportrait "Kokosbetain": klick
Es gibt auf dem Markt verschiedene Produkte, die sich in ihrer Konzentration an waschaktiven Substanzen (WAS) und in Folge in ihrer Ergiebigkeit unterscheiden. Die meisten Shops vertreiben ein Produkt mit 30 % WAS (Tego® Betain F von Evonik, das auf Grund des geringeren WAS- und höheren Wassergehalts mit Natriumbenzoat und Kaliumsorbat konserviert ist. CMD Natur verkauft Kokosbetain mit einem Anteil waschaktiver Substanzen von ca. 38 % (Tego® Betain F 50 von Evonik, auf Grund der hohen WAS-Konzentration unkonserviert).
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Helga, ich denke dass ich das geschrieben habe, dass ich mich auf das von aliacura bezog?

Wenn du mal bei COSMOS in der INCI Suche Cocamidopropyl Betaine eingibst, wirst du eine Anzahl von Produkten finden - unter anderem nämlich das erwähnte Tego Betain 50F!

Natürlich können wir nur Gewissheit haben, wenn wir beim Rohstoffhändler nachfragen, ob es sich um ein naturkosmetisch anerkanntes Produkt handelt...
Ich glaube auch, dass sich in letzter Zeit viel in dieser Hinsicht getan hat und vielleicht die eine oder andere Information aktualisiert werden sollte.
:wink:
Liebe Grüße,
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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

@Waschbär: Ich nehme ausschließlich das pulverisierte SCI - zudem gibt es wohl auch eines mit einem Anteil von Stearinsäure, das würde in dem Fall auch nicht klappen...
Liebe Grüße,
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Judy hat geschrieben:
1. Mai 2020, 23:43
@Waschbär: Ich nehme ausschließlich das pulverisierte SCI - zudem gibt es wohl auch eines mit einem Anteil von Stearinsäure, das würde in dem Fall auch nicht klappen...
Es wäre ja auch viel zu einfach, wenn da nur eine Variante gäbe :achso:

Ich hab übrigens vorhin mal noch 4% Mandelöl hinzugefügt und den Test wiederholt: das Festigkeitsverhalten ändert sich dadurch nicht. Der Schaum wird bei Benutzung auf der Hand feinporiger. Und es gibt eine leichte, angenehme Rückfettung.

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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

Judy hat geschrieben:
1. Mai 2020, 23:37
Helga, ich denke dass ich das geschrieben habe, dass ich mich auf das von aliacura bezog?
Ja, weiter oben :)
Wenn du mal bei COSMOS in der INCI Suche Cocamidopropyl Betaine eingibst, wirst du eine Anzahl von Produkten finden - unter anderem nämlich das erwähnte Tego Betain 50F!

Natürlich können wir nur Gewissheit haben, wenn wir beim Rohstoffhändler nachfragen, ob es sich um ein naturkosmetisch anerkanntes Produkt handelt...
Ja, Du hast recht :) ich würde auch in einem Shop nachfragen um welches Betain es sich handelt, sicher ist sicher. Eigentlich sollte man ja an den INCI's die einzelnen Unterschiede schon erkennen können :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Helga hat geschrieben:
2. Mai 2020, 00:32
Ja, Du hast recht :) ich würde auch in einem Shop nachfragen um welches Betain es sich handelt, sicher ist sicher. Eigentlich sollte man ja an den INCI's die einzelnen Unterschiede schon erkennen können :)
Liebes, das wäre schön - leider sind die INCI‘s immer gleich - wahrscheinlich ist die Herstellung und/oder die zugrunde liegenden Ausgangsrohstoffe ausschlaggebend...

Liebe Grüße,
Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Judy hat geschrieben:
2. Mai 2020, 00:46
leider sind die INCI‘s immer gleich - wahrscheinlich ist die Herstellung und/oder die zugrunde liegenden Ausgangsrohstoffe ausschlaggebend...
Das erwünschte Endprodukt ist ja immer das selbe, daher die selben INCIs. Das Problem sind ja aber wohl vor allem unerwünschte Rückstände und Verunreinigungen der verwendeten Petrochemie (Amidoamine und Dimethylaminopropylamine) bei der nicht naturkosmetischen Variante. Und Rückstände etc. unter einem gewissen Anteil müssen ja leider nicht bei den INCIs aufgeführt werden.

Ich habe heute mal weiter die letzte Mischung mit Judys Originalrezeptur + 4% Mandelöl verwendet. Die 9,6% WAS sind klar zu viel, das ist zu aggressiv für meine Haut. Die etwa 6,4% meiner verdünnten Variante waren deutlich besser und haben immer noch 1a gereinigt. Ob ich mit Judys Vorschlag mit 2,7% WAS glücklich werde weiß ich noch nicht, aber ich werde die WAS mal weiter reduzieren und testen.

Die 4% Mandelöl sind jedenfalls sehr angenehm, denke etwas ähnliches werde ich beibehalten.

Liebe Grüße,

Waschbär

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Lieber Waschbär,
genau so ist es, das habe ich ja damit gemeint - das ‚leider‘ bezog sich auf Helga :wink:

Ich würde heute auch keine WAS von 9,6% zum Händewaschen mehr nehmen - aber zum Duschen ist es perfekt.
Du kannst ja im Verschäumer ruhig höher gehen als die 2,7% von mir - vielleicht versuchst du mal mit 5%?
Liebe Grüße,
Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

So, weiter gehts mit dem Tensidmischen :juggle:

Nachdem es ja gängig ist die Anionischen Tenside (wie das SCI) mit nichtionischen oder amphoteren Co-Tensiden zu mischen, dachte ich, ich probier das mal und mixe etwas nichtionisches Decyl-Glucosid zum SCI. Bei den WAS bin ich auf 5% runter, davon 50% vom SCI und 50% vom Decyl-Glucosid.

Das war das Rezept:
3,1% SCI
4,7% Decyl-Glucosid
8% Glycerin
5% Mandelöl
2% 1388
77% Wasser
0.5% Xanthan (Cosphaderm)

Da die Mischung auch in erkaltetem Zustand komplett flüssig blieb und ich sie in einem Pumpspender verwenden wollte (die Schäumerspender waren grad alle belegt), hab ich das Xanthan hinzugefügt um die Mischung leicht anzudicken. Die Konsistenz funktioniert gut für den Pumpspender.

Das wars dann aber leider auch. :seufz: Denn diese Mischung schäumt so gut wie gar nicht. Man muss sich mit den Händen einiges an Mühe geben, dann entstehen leichte weiße Schlieren, die man mit etwas gutem Willen als Überreste von Schaum identifizieren könnte. Dabei heißt es doch überall, Decyl-Glucosid würde gut schäumen. In dieser Mischung wohl nicht. Ich vermute, daß das Decyl-Glucosid nicht gut mit dem SCI harmoniert und die sich irgendwie gegenseitig in die Quere kommen. Oder es kommt mit den 5% Rückfett-Öl nicht klar? Aber das SCI alleine hatte damit keine Probleme.

Die Reinigungswirkung ist mit 5% WAS bei ölverschmierten Händen immer noch gut, aber man merkt den Unterschied zu höherem WAS-Anteil. Ich denke aber 5% ist erst mal angemessen für weitere Tests. Die Hände fühlen sich nach dem Waschen immer noch gut an.

Als nächstes werde ich mal noch Glycintensid als Co-Tensid zum SCI probieren, mal schauen ob sich das besser schlägt als das Decyl-Glucosid.

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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ich vermute mal - reine Spekulation - Öl ist nicht das selbe von der Wirkung her wie die sogenannten Rückfetter wie Lamesoft 65, PCA Glyceryl Oleate (Dermofeel P30), sowie Sanfttensid; Olionatura / Rückfetter + Emollients Für Shampoo's verwende ich Isoamyl Laurate (früher Dermafeel sensolv), ein Esteröl - ist Silikonersatz", klick Richtige" Öle verwende ich kaum, wenn dann nur maximal 1-2%, wenn dann würde ich nur Brokkolisamenöl verwenden, das ist glaube ich ähnlich einem Esteröl.

Gerne verwende ich in Duschgel/Shampoo (ich verwende eines für alles :) ) sehr gerne auch Fluidlecithin CM als Rückfetter und weil ich von Lecithinen generell sehr angetan bin. Lt. meinen Aufzeichnungen sind 3% davon zuviel, ich verwende 1 bis 1,5%, müsstest Du für Hände waschen testen, bis wieviel es noch schäumt :). Für Hände waschen könnte man anstelle Fluidlecithin CM (oder das teurere Super) eventuell auch pflegendes Lanolin verwenden, ich habe es noch nicht getestet, ist nur so eine Idee :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo Helga,

vielen Dank für Deine Tipps. PCA Glyceryl Oleate, Sanfttensid und Fluidlecithin CM lauern hier schon in meiner Kiste und warten auf ihren Einsatz :oha: Das Isoamyl Laurate und Lanolin setz ich gleich mal noch auf die Einkaufsliste. Ich wollte erst mal die eigentlichen Tenside durchprobieren und danach dann mit den Conditionern und anderen Wirkstoffen experimentieren. Nicht alles auf einmal...

Ich hatte nur bei dem reinen SCI mit dem Mandelöl gute Erfahrungen gemacht, der Schaum war weiterhin schön da. Daher wunderte es mich, daß jetzt in der Mischung das so absackt. Aber sowas rauszufinden ist ja gerade das Ziel meiner Versuche hier.

Gruß,

Waschbär

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marie
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von marie »

Moin Waschbär,
mit Rückfettern kenne ich mich nicht aus, verwende für die Rückfettung einfach Öle (Sesamöl oder Aprikosenkernöl zusammen mit etwas Brokkolisamenöl).
In meinen Tensidmischungen (habe jedoch erst Cocoglucosid und Perlastan in verschiedenen Konzentrationen getestet und werde bis auf weiteres auch dabei bleiben) für Hände, Körper/Haar ist der Gesamtanteil an Ölen etwas (1-2%) geringer wie die WAS.
Liebe Grüße, marie.

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Beauté
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Beauté »

waschbär hat geschrieben:
4. Mai 2020, 14:09
Das war das Rezept:
3,1% SCI
4,7% Decyl-Glucosid
8% Glycerin
5% Mandelöl
2% 1388
77% Wasser
0.5% Xanthan (Cosphaderm)
... Da die Mischung auch in erkaltetem Zustand komplett flüssig blieb
Hrm, Milchsäure hast Du schon noch drin, oder? Die wäre ja auch fürs Andicken zuständig, nebst der pH Einstellung für Hautfreundlichkeit, bei Haaren auch gerne auf 4.5.
LG - Beauté
Carpe diem!


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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo,
Beauté hat geschrieben:
6. Mai 2020, 07:31
Hrm, Milchsäure hast Du schon noch drin, oder? Die wäre ja auch fürs Andicken zuständig, nebst der pH Einstellung für Hautfreundlichkeit
Ja, Michsäure zur PH-Einstellung hatte ich drin. War natürlich etwas schlampig von mir das nicht mit dazuzuschreiben. :unknown:

Ich könnte mir auch vorstellen, daß ich der Mischung nicht genug Zeit zum andicken gegeben und das Xanthan etwas zu voreilig dazugegeben habe. Aber am schlechten Schäumverhalten wird das nicht viel ändern.

Gruß,

Waschbär

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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Ja, da hast Du recht; am Schaum erhalten ändert dies nix :D!
LG - Beauté
Carpe diem!

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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

waschbär hat geschrieben:
4. Mai 2020, 21:32
... Ich wollte erst mal die eigentlichen Tenside durchprobieren und danach dann mit den Conditionern und anderen Wirkstoffen experimentieren. Nicht alles auf einmal...
Klar, wie immer Du möchtest :wink:, ich dachte nur, dass man Tenside alleine weder für Hände waschen, noch als Shampoo, noch als Duschgel verwendet, warum es also nicht gleich einbeziehen und so gleich eine Aussage treffen kann. Conditioner habe ich noch keinen gerührt, benötige keinen.
Dass zwischen eingesetzten Ölen und Rückfettern ein Unterschied ist, kann ich auch nur mit "Haptik" begründen, es ist als ob sich die Rückfetter besser mit den Tensiden verbinden (mein Eindruck).

Es macht auch übrigens (haptisch) einen Unterschied, zu welchen Anteilen man anionisch/nichtionisch verwendet, wie ich an meinen Aufzeichnungen sehe. Zwar rühre ich nur Duschgel und Shampoo, am besten eines für alles, aber als Indikator für "mild" gelten meine Fingerspitzen und die Nagelhaut; sind beide trocken, ausgetrocknet, ist mir Duschgel/Shampoo zu wenig mild. Ich hatte das Glück zu Beginn meiner Shampoo-Rührkarriere gleich ein passendes Rezept zu finden und komme nach all den Jahren immer wieder neugierig probieren, testen auf diese Anteile zurück: 35-40/60-65 anionisch/nichtionisch, Perlastan/Decylglucosid, WAS 10%. Bei viel mehr anionischen Anteilen habe ich den Eindruck, dass sich das anionische Tensid am Haar anlagert und das geht wiederum (nur eine Vermutung) auf Kosten "Spannkraft", bei einem Duschgel/Handwasch-Flüssigseife dürfte es nichts ausmachen. Ein paar Mal habe ich noch 5% (im Rechner) SCS berücksichtigt für Schaum und weil ich das SCS sonst nicht mehr verwende. Bei gleichen WAS schuppt sich meine Kopfhaut auch bei einem Einsatz von höheren anionischen Tensiden. Ein sehr spannendes Thema die Tenside :wink: auch insoferne weil man nicht verallgemeinern kann, jeder fühlt/spürt es ein bisschen anders und man braucht sowieso lange um das Verhalten der Kaufshampoos/Duschgele aus dem Kopf zu bekommen :wink:

Darf ich noch fragen was der Sinn eines Schäumers ist? (ganz ernst gemeinte Frage). Ich war mit keinem bisher auf Dauer zufrieden und habe alle entsorgt, schäume (besser) per Hand. Nimmt man einen Schäumer um zu sparen?
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Hallo Helga,
Helga hat geschrieben:
9. Mai 2020, 00:25
waschbär hat geschrieben:
4. Mai 2020, 21:32
... Ich wollte erst mal die eigentlichen Tenside durchprobieren und danach dann mit den Conditionern und anderen Wirkstoffen experimentieren. Nicht alles auf einmal...
Klar, wie immer Du möchtest :wink:, ich dachte nur, dass man Tenside alleine weder für Hände waschen, noch als Shampoo, noch als Duschgel verwendet, warum es also nicht gleich einbeziehen und so gleich eine Aussage treffen kann.
Naja, ganz alleine hab ich die ja nicht verwendet. Immer mit einem einfachen Grundrezept mit Glyzerin und Rückfett-Öl. Ich möchte die Tenside vergleichen können und ein Gefühl für sie bekommen, dafür darf ich nicht ständig was an den Zusätzen ändern. Und da ich auch bei den Zusätzen noch kein Gefühl hab was für mich gut funktioniert, brauche ich für die auch eine Testreihe. Und da ich nunmal irgendwo anfangen muss, hab ich die Tenside gewählt.
Helga hat geschrieben:
9. Mai 2020, 00:25
Conditioner habe ich noch keinen gerührt, benötige keinen.
Da hab ich mich vermutlich falsch ausgedrückt. Ich meinte damit Zusätze für Rückfettung, Feuchtigkeitserhaltung und so weiter.
Helga hat geschrieben:
9. Mai 2020, 00:25
Dass zwischen eingesetzten Ölen und Rückfettern ein Unterschied ist, kann ich auch nur mit "Haptik" begründen, es ist als ob sich die Rückfetter besser mit den Tensiden verbinden (mein Eindruck).
Vielleicht weil sie extra dafür entwickelt wurden? Ist jedenfalls auch ein spannendes Thema dem ich noch nachgehen werde. Aber erst mal sind die Tenside dran.
Helga hat geschrieben:
9. Mai 2020, 00:25
Zwar rühre ich nur Duschgel und Shampoo, am besten eines für alles,
...
Bei viel mehr anionischen Anteilen habe ich den Eindruck, dass sich das anionische Tensid am Haar anlagert und das geht wiederum (nur eine Vermutung) auf Kosten "Spannkraft", bei einem Duschgel/Handwasch-Flüssigseife dürfte es nichts ausmachen.
An ein Haarshampoo stelle ich andere Anforderungen als an eine Handwaschseife, Dinge wie Anlagern, Nasskämmbarkeit etc. spielen für die Handwaschseife keinerlei Rolle. Bei mir sind die Kopfhaut und die Haare eigentlich recht wenig anspruchsvoll und auch mit den kommerziellen Shampoos hatte ich da bisher keine Probleme (auch wenn ich mein erstes selbstgerührtes angenehmer finde). Meine Hände brauchen dafür mehr Aufmerksamkeit. Daher halte ich da verschiedene Produkte, für die jeweilige Anwendung optimiert, für zielführender.
Helga hat geschrieben:
9. Mai 2020, 00:25
Darf ich noch fragen was der Sinn eines Schäumers ist? (ganz ernst gemeinte Frage). Ich war mit keinem bisher auf Dauer zufrieden und habe alle entsorgt, schäume (besser) per Hand. Nimmt man einen Schäumer um zu sparen?
Ich finde den Schäumer bequemer. Wenn das Produkt richtig darauf eingestellt ist, kommt sofort fertig verwendbarer, schöner Schaum auf die Hände und ich muss den nicht erst selbst mit den Händen erzeugen. Und man bekommt den mit den Händen meist nicht so schön feinporig wie aus dem Schäumer hin.

Aber das Produkt muss natürlich wirklich dazu passen, ansonsten verstopfen oder verkleben sie oder geben keinen schönen Schaum.

Gruß,

Waschbär

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Ich finde die Verschäumerflaschen auch ideal am Waschbecken - hygienisch, einfach zu bedienen und auch sehr sparsam in der Anwendung.
Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass ich (weder im Gesicht noch an den Händen) keinerlei Rückfetter möchte, sondern auf hautirritationmildernde und feuchtigkeitsbewahrende Substanzen, wie vor allem Glyzerin, Sodium PCA oder Betaine setze.
Reinigung plus Rückfettung sehe ich persönlich als kontraproduktiv.
Für letzteres nehme ich dann lieber etwas pflegendes (entweder ein Fluid fürs Gesicht oder eine Handcreme).

Liebe Grüße,
Judy
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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

Waschbaer hat geschrieben: ... Meine Hände brauchen dafür mehr Aufmerksamkeit. Daher halte ich da verschiedene Produkte, für die jeweilige Anwendung optimiert, für zielführender.
OK :) - ich habe verstanden, Du möchtest Deine eigenen Erfahrungen machen, anstatt von anderen zu lesen :wink:, ich werde Dich nicht mehr belästigen. Ich habe übrigens zwischen den Produkten unterschieden, in dem ich schrieb, auch wenn ich "nur" Shampoo/Duschgel rühre - meine Hände, Nagelhaut sind Indikator :), auch shamponieren ist wie Hände waschen - von der Dauer her sogar länger.
P.S.: Entschuldige - "belästigen" ist nicht so gemeint, mir fiel nur gerade kein anderes Wort ein, bin aber weder beleidigt noch verschnupft :wink:
Judy hat geschrieben: Reinigung plus Rückfettung sehe ich persönlich als kontraproduktiv.
Für letzteres nehme ich dann lieber etwas pflegendes (entweder ein Fluid fürs Gesicht oder eine Handcreme).
"Rückfetter" das Wort ist zugegeben unglücklich gewählt, "Emollient" trifft es auch nicht genau :)
Judy, ich respektiere selbstverständlich Deine Vorliebe fettlose Reinigung :) ich bin aber trotzdem überrascht solch eine Aussage von Dir zu lesen - denn irgendetwas bei diesem Thema hast Du gründlich mißverstanden :): Was soll da kontraproduktiv sein, sogenannte Rückfetter sind natürlich nicht dazu da um die Haut zu fetten, im Gegenteil - ein Reinigungsprodukt für das Gesicht mit Rückfettern muss sogar gründlich abgewaschen werden, sollte sogar noch mit einem Gesichtswasser abgewischt werden, es sind keine Lipide die der Pflege dienen. Es geht dabei nur darum (im Gesicht) besser fettlöslichen Schmutz wie z. B. Talg, Sekrete, Cremereste, etc. zu entfernen ohne hohe WAS einsetzen zu müssen und darum ein Tensid milder zur Haut und Hautbarriere sein zu lassen, macht die Kosmetikindustrie ja auch so.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Judy
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Judy »

Nun mal langsam mit den Pferden, Helga.
Ich möchte nicht dass du in Stress kommst...
Ich schrieb extra „für mich persönlich“.
Da hast du dich vielleicht wirklich unglücklich ausgedrückt - für mich hat es sich so angehört als ob du rückfettende Substanzen in der Reinigung empfiehlst - so wie du es jetzt geschrieben hast, ist es eindeutiger.
Trotzdem muss ich sagen dass auch Lipide einen stark auswaschenden Effekt haben können - denk nur mal an die Ölreinigungsmethode.
Mir jedenfalls genügt ein sehr mildes Waschgel im Gesicht mit WAS 1,5 und hinterher noch ein reines Hydrolat als Gesichtswasser und bei den Händen ist es ähnlich (muss sehr oft die Hände waschen mit Garten und Hund).
Liebe Grüße,
Judy
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Helga
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Re: Tagebücher eines Tensidmischers

Ungelesener Beitrag von Helga »

Judy hat geschrieben:
9. Mai 2020, 23:23
Nun mal langsam mit den Pferden, Helga.
Ich möchte nicht dass du in Stress kommst...
Die Pferde stehen bereits im Stall und sind ganz ruhig :wink: :knutscher:
Ich schrieb extra „für mich persönlich“.
Ja liebe Judy :), deswegen schrieb ich oben auch
Judy, ich respektiere selbstverständlich Deine Vorliebe fettlose Reinigung
Weißt Du warum ich so irritiert war, weil ich mich erinnerte, dass Du Dein "Creamy Bodywash" mit etwas höherem Anteil an Lipiden rührst, wie geht das zusammen mit der Aussage "Reinigung plus Rückfettung sehe ich persönlich als kontraproduktiv". Ich hoffe Du verstehst mich jetzt :). Ich möchte aber auch für unsere Neuen eine Aussage wie "Reinigung plus Rückfettung sehe ich persönlich als kontraproduktiv" ohne zu präzisieren hier ungern stehen lassen :)

Worum geht es hier eigentlich:
Waschbaer hat geschrieben: ich möchte mir eine flüssige Handwaschseife für empfindliche, trockene Hände mischen
Ich lasse jetzt mal alles für das Gesicht weg (hatte mich oben nur darauf bezogen, weil Du geschrieben hast: "nehme ich dann lieber etwas pflegendes (entweder ein Fluid fürs Gesicht oder eine Handcreme".
Judy hat geschrieben: Da hast du dich vielleicht wirklich unglücklich ausgedrückt - für mich hat es sich so angehört als ob du rückfettende Substanzen in der Reinigung empfiehlst - so wie du es jetzt geschrieben hast, ist es eindeutiger.
Das tue ich auch meist, kommt halt darauf an für welchen Zweck bzw. für welchen Körperteil, für welche Haut, und wenn eingesetzt, dann in welchen Anteilen.
Trotzdem muss ich sagen dass auch Lipide einen stark auswaschenden Effekt haben können - denk nur mal an die Ölreinigungsmethode.
Ölreinigungsmethode und Rückfetter einsetzen würde ich nicht vergleichen :); aber hier gehts ja um Hände waschen, eine Handwaschlotion. Vielleicht noch ein klitzekleines Beispiel am Rande woran ich auch gedacht habe: Seifen werden unterlaugt (überfettet), bzw. werden nicht viele eine Putzseife mit 0% Unterlaugung zum Hände waschen verwenden.

Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken ein wenig klarer ausdrücken :) :rosefuerdich:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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