Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

Gauloise

Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Gauloise »

Hallo zusammen!

meine Tochter wird jetzt 14 und ist im letzten Jahr ce. 15 cm gewachsen, was nicht ohne Spuren blieb. Sie hat dicke Dehnungsstreifen an den Hüften, am Bauch und den Innenschenkeln.
Wir haben inzwischen mehrere Salben und Öle aus Drogerie und Apotheke ausprobiert, aber die Streifen verblassen um keinen Schimmer!
Jetzt fahren wir in drei Wochen ans Meer zu Verwandten und unsere Tochter traut sich wegen der blöden Streifen nicht, sich im Badeanzug oder gar im Bikini zu zeigen!

Ich habe mir inzwischen ein Buch über ätherische Ôle gekauft, in dem insbesondere das Wildrosenöl bei Schwangerschaftsstreifen empfohlen wird.
Auf anderen Internetseiten finde ich aber wieder ganz andere ätherische Öle, die helfen sollen (Lavendel, Mandarin, Orange, Teebaum), so dass ich verunsichet bin, welches öl denn nun geeignet ist! Cellulitis und Schwangerschaftsstreifen werden auch oft gleichgesetzt, was mich dann an der Seriösität der betreffenden Seite zweifeln lässt!
(Meine Tochter hat KEINE Cellulitis!! Ihre Haut ist fest und stramm! Aber diese blöden Schwangerschaftsstreifen!!)

In meinem Buch wird also dieses Wildrosenöl empfohlen.
ich so verunsichert war, rief ich in einer eine Kräuterfirma an, wo man mir 15 Tropfen Orangenöl auf 100ml Jojobaöl empfahl!
Also WIEDER ein neues Rezept!
Andere raten zu Schüssler-Salzen, Efeu-Umschlâgen, etc.

Ich bin für alles offen, notfllas würde ich meiner Tochter auch Kuhmist draufschmieren! Hauptsache, die Dinger verblassen irgendwie!

Ich habe auch noch eine Augensalbe mit Vitamin A, das soll doch auch gegen Dehnungsstreifen helfen? Könnte sie das notfalls auch probieren?

Und die Frage: was wirkt wirklich gegen Schwangerschaftsstreifen (ich weiss, zurück gehen sie nie ganz, aber das Hautbild kann sich verändern und die Streifen können verblassen) - und was wirkt \"nur\" vorbeugend????

In Eurem Forum fand ich ebenfalls ein Thema über Schwangerschaftsstreifen, das aber leider ohne Erfolgsberichte blieb.

Bis ich ein Rezept von Euch habe, schmiert sie sich jetzt einmal täglich UNVERDÜNNT Lavendelöl (augustifolia) drauf und am Abend so' n Öl, in das ich ebenfalls Lavendelöl reingetropft habe. Ich denke, schaden kann das ja schon mal nicht.

Viele liebe Grüsse,
Gauloise

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sonnenkind
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

Puuuh, das arme Mädel ......... ich kenne mich da leider auch nicht aus, bin verschont bisher, auch meine Tochter.
Aber ich glaube die Dehnungsstreifen kommen ja weil das Bindegewebe auch zu schwach ist, oder?
Bei meiner Freundin sind ihre leichten Schwangerschaftsstreifen arg verblasst mit der Zeit, aber sie hatte ja auch Zeit, einen Teenager belastet sowas natürlich sehr. Sie hat damals oft ein bisschen Selbstbräunungscreme benutzt, dann vielen die Streifen nicht mehr ganz so dolle auf.

Aber Öle, die straffen wären doch gar nicht so schlecht denke ich, gerade weil sie ja noch weiter wächst vielleicht und vielleicht Öle, die auch bei Narben helfen? Und das einölen/cremen macht die Haut vielleicht gut geschmeidig, so das wenigstens keine oder wenige neue Streifen kommen.
Vielleicht wäre eine Mischung mal ein ausprobieren wert - denn Narben sollen ja auch verblassen wenn es gut läuft .

Narbenöle : Avocadoöl, Weizenkeimöl, Wildrosenöl

Nur so ein Gedanke, was wäre denn mit Hyaloronsäure, auch wenn sie keine schlaffe Haut hat, aber vielleicht auch noch ne Möglichkeit ? Die strafft ja auch. Und ich würde einen Feuchtigkeitsfaktor mit einbauen

Drücke Euch die Daumen, das ihr etwas findet was die Streifen verblassen lässt.
Lieben Gruß Sonnenkind

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Katharina
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Katharina »

Guten Morgen, Gauloise!
Gauloise hat geschrieben: Ich habe mir inzwischen ein Buch über ätherische Ôle gekauft, in dem insbesondere das Wildrosenöl bei Schwangerschaftsstreifen empfohlen wird.
Auf anderen Internetseiten finde ich aber wieder ganz andere ätherische Öle, die helfen sollen (Lavendel, Mandarin, Orange, Teebaum), so dass ich verunsichet bin, welches öl denn nun geeignet ist!
Wildrosenöl ist in dem Fall ein fettes Öl und kein ätherisches Öl. Ich habe dir eimal den Link auf das entsprechende Ölporträt auf olionatura gelegt, damit du dich da kundig machen kannst. Dieses Öl wird gerne bei Narbenbildung, Schwangerschaftsstreifen etc. angewendet, da es auf innerhalb des Bindegewebes die Collagenproduktion fördert und die Zellerneuerung anregt. Es eignet sich also optimal für deine Zwecke. Eine andere Besonderheit dieses Öls ist, dass es eine Vorstufe zum Vitamin A enthält – die Transretinolsäure.
Fette Öle können pur auf die Haut massiert werden, optimaler ist es aber sie auf die feuchte Haut aufzubringen. Man erzeugt so eine Kurzzeitemulsion die die Haut noch zusätzlich mit Feuchtigkeit versorgt. Info zur reinen Ölpflege.

Die ätherischen Öle, die du aufführst haben ebenfalls regenerierende und zellerneuernde Eigenschaften, sollten aber nur gering dosiert sein und niemals pur auf der Haut angewendet werden. Es gibt nicht das eine ätherische Öl genauso wenig wie es das eine fette Öl gibt. Es sind hochwirksame Substanzen und sie werden in der Regel in der Verdünnung – in dem Fall zusammen mit Wildrosenöl aufgetragen.
Gauloise hat geschrieben:Cellulitis und Schwangerschaftsstreifen werden auch oft gleichgesetzt, was mich dann an der Seriösität der betreffenden Seite zweifeln lässt!
(Meine Tochter hat KEINE Cellulitis!! Ihre Haut ist fest und stramm! Aber diese blöden Schwangerschaftsstreifen!!)
Cellilitis ist ein entzündlicher Prozess des Unterhautgewebes. Ich vermute du oder die Autoren meinen korrekterweise Cellulite – es wird umgangssprachlich gerne mal verwechselt. Cellulite kommt bei schwachem Bindegewebe vor und ist durchaus mit Schwangerschaftsstreifen gleich zu setzen. Es hat auch nichts mit fest und stramm zu tun.
Gauloise hat geschrieben:Bis ich ein Rezept von Euch habe, schmiert sie sich jetzt einmal täglich UNVERDÜNNT Lavendelöl (augustifolia) drauf
Optimaler wäre wirklich in Kombination mit einem Öl. :)

Sonnenkind hat mit Weizenkeimöl auch ein probates Öl erwähnt, dass gerne bei Narbenbildung angewendet wird. In Kombination mit Wildrosenöl, einem geeigneten ätherischen Öl – mir fällt da spontan Immortelle ein – und natürlich sehr viel Geduld und Konsequenz kann man die Dehnungsstreifen sehr stark mildern. Ich schreibe bewusst nicht wegbekommen, was eher unwahrscheinlich ist. Da hätte man vorbeugend in die Richtung aktiv werden müssen. :seufz:

Ein anderes ätherisches Öl ist auch noch Geranium. Es regt den Lymphfluss an und ist zellgenerierend. Der Duft der Rosengeranie erinnert ein wenig an Rosen und wird deiner Tochter bestimmt entgegenkommen. :)

Wildrosenöl und Weizenkeimöl sind oxidativ leider nicht sehr stabil, daher empfiehlt es sich, die Haut nach dem Auftragen nicht ungeschützt der Sonne auszusetzen. Einen entsprechenden Beitrag habe ich dir als Link hinterlegt. :)
Freundlich grüßt
Katharina

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cessna
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von cessna »

Leider wird sich deine Tochter vorerst damit abfinden müssen. Genau das gleiche Problem hatte ich auch als Jugendliche. Ich bin mit 15/16 nochmal richtig in die Höhe geschossen und habe auch an den Oberschenkeln und am unteren Rücken Dehnungsstreifen bekommen. Wenn sie noch frisch sind, sind sie gerötet und nicht besonders hübsch. Nichts hat geholfen...erst im Laufe der Jahre sind sie stark verblasst, dass man sie kaum noch wahrnimmt. Ganz werden sie nie mehr weggehen :/

Für den Strand kann ich nur Tops und Badeshorts empfehlen. Es gibt da ganz tolle ("coole") Surfer-Mode, auch für Mädels. Vielleicht ist das ein Lösung für deine Tochter?
Liebe Grüsse

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sonnenkind
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

cessna hat geschrieben: Für den Strand kann ich nur Tops und Badeshorts empfehlen. Es gibt da ganz tolle ("coole") Surfer-Mode, auch für Mädels. Vielleicht ist das ein Lösung für deine Tochter?

Da gebe ich cessna Recht, meine Tochter trägt diese Shorts echt gerne - sehen aber auch echt cool aus
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pflanzenölscheich
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Katharina hat geschrieben:Eine andere Besonderheit dieses Öls ist, dass es eine Vorstufe zum Vitamin A enthält – die Transretinolsäure.
Entschuldigung, wenn ich mir hier einmische: All-trans-Retinsäure ist keine Vorstufe sondern bereits eine hochwirksame Form von Vitamin A. Es gibt auf zellulärer Ebene einen eigenen Rezeptortyp (RAR - Retinoic acid receptor) für dieses Molekül. Andere Vitamin A-Formen (Retinol und Retinal) werden durch entsprechende enzymatisch katalysierte Reaktionen letztlich in Retinsäure verwandelt und entfalten dadurch ihre Wirkung.

All-trans-Retinsäure kann auf mancher Haut zur Parakeratose (Störung der Korneozytenreifung durch nicht vollständig verhornte Zellen, Keratinozyten behalten ihren Kern und die Lipidorganellen) führen, was sich in Symptomen einer sogenannten Retinoid-Dermatitis äußert. Hier hilft nur Ausprobieren, wie gut das Wildrosenöl vertragen wird.

Einen sonnigen Sonntag wünscht und winkt
Harald
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Katharina »

pflanzenölscheich hat geschrieben:
Katharina hat geschrieben:Eine andere Besonderheit dieses Öls ist, dass es eine Vorstufe zum Vitamin A enthält – die Transretinolsäure.
Entschuldigung, wenn ich mir hier einmische: All-trans-Retinsäure ist keine Vorstufe sondern bereits eine hochwirksame Form von Vitamin A.
Stimmt, Harald, danke für die Korrektur. :)
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

pflanzenölscheich hat geschrieben:
Katharina hat geschrieben:Eine andere Besonderheit dieses Öls ist, dass es eine Vorstufe zum Vitamin A enthält – die Transretinolsäure.
Entschuldigung, wenn ich mir hier einmische: All-trans-Retinsäure ist keine Vorstufe sondern bereits eine hochwirksame Form von Vitamin A. Es gibt auf zellulärer Ebene einen eigenen Rezeptortyp (RAR - Retinoic acid receptor) für dieses Molekül. Andere Vitamin A-Formen (Retinol und Retinal) werden durch entsprechende enzymatisch katalysierte Reaktionen letztlich in Retinsäure verwandelt und entfalten dadurch ihre Wirkung.

All-trans-Retinsäure kann auf mancher Haut zur Parakeratose (Störung der Korneozytenreifung durch nicht vollständig verhornte Zellen, Keratinozyten behalten ihren Kern und die Lipidorganellen) führen, was sich in Symptomen einer sogenannten Retinoid-Dermatitis äußert. Hier hilft nur Ausprobieren, wie gut das Wildrosenöl vertragen wird.

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Lieber Pflanzenölscheich ....... Deine Kenntniss in allen Ehren, aber vielleicht wären einfachere oder besser gesagt verständlichere Ausführungen sinnvoll , zumindest als Zusatz, für uns nicht dem fach-chinesisch kenntnissbehaftenden Rührerinnen :)
Lieben Gruß Sonnenkind

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pflanzenölscheich
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

sonnenkind hat geschrieben:Lieber Pflanzenölscheich ....... Deine Kenntniss in allen Ehren, aber vielleicht wären einfachere oder besser gesagt verständlichere Ausführungen sinnvoll , zumindest als Zusatz, für uns nicht dem fach-chinesisch kenntnissbehaftenden Rührerinnen :)
Meine Antwort ging zu einem großen Teil an Katharina, und außerdem sind ja erklärende Zusätze dabei. Wenn Dir eine Aussage oder Formulierung unklar ist, beantworte ich Deine Fragen gerne. Aber bitte beklage Dich nicht darüber, dass ich mich fachlich ausdrücke, denn wir sind hier ein Fachforum. Frage einmal diverse Durchschnittsbürger, ob sie wissen, was eine O/W-Emulsion ist, worum es sich beim Unverseifbaren handelt, und ob sie mit dem Begriff "Korneozyt" etwas anfangen können. ;)

Du bist also auch eine Fachchinesin, und störe Dich nicht an einem Landsmann, nur weil er schon andere Provinzen Fachchinas :kicher: bereist hat als Du. Übrigens habe nicht viel mehr geschrieben, als sich auf Wikipedia zu diesem Thema findet. Nun denn: Was ist Dir noch unklar? :lupe:

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

Lieber Pflanzenölscheich war gar nicht böse gemeint ......... ich dachte das wir doch alle was von Antworten haben sollten nicht nur der Beitragsersteller und ich denke nicht das ich hier die einzige bin, die eben nicht alles so gut verstehen kann, mit den Fachbegriffen :) das war nur das was ich sagen wollte - keine Beschwerde - ganz nett gemeint, damit wir "kleinen" Fachchinesinnen auch nachvollziehen können was Du meinst :happy:
Lieben Gruß Sonnenkind

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Katharina »

Sonnenkind, Harald ist ja nun schon lange bewährtes Mitglied hier in der Rührküche und er bewegt sich (Gott sei Dank) eben auf einem sprachlich sehr hohen Niveau, mit dem wir hier alle bestens klar kommen und das uns immer wieder aufs neue begeistert (manchmal mehr manchmal weniger :engel: ) und das er auch im Himmels willen nicht herunterschrauben sollte. Das würdest du von der Forenbetreiberin selber ja nun auch nicht verlangen, gell. :) Im Zweifel lese ich seine Sätze eben dreimal oder ergoogle mir das was ich zum eigenen Verständnis noch benötige – die Zeit nehme ich mir. ;)

Hier zum Verständnis: Transretinolsäure ist chemisch gesehen keine Vorstufe zu Vitamin A, wie ich es zitiert habe, sondern eine Vitamin-A-Säure, und somit eine aktive Form von Vitamin A. :)
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Birgit Rita »

Katharina hat geschrieben:Sonnenkind, Harald ist ja nun schon lange bewährtes Mitglied hier in der Rührküche und er bewegt sich (Gott sei Dank) eben auf einem sprachlich sehr hohen Niveau, mit dem wir hier alle bestens klar kommen und das uns immer wieder aufs neue begeistert (manchmal mehr manchmal weniger :engel: ) und das er auch im Himmels willen nicht herunterschrauben sollte. Das würdest du von der Forenbetreiberin selber ja nun auch nicht verlangen, gell. :) Im Zweifel lese ich seine Sätze eben dreimal oder ergoogle mir das was ich zum eigenen Verständnis noch benötige – die Zeit nehme ich mir. ;)

Hier zum Verständnis: Transretinolsäure ist chemisch gesehen keine Vorstufe zu Vitamin A, wie ich es zitiert habe, sondern eine Vitamin-A-Säure, und somit eine aktive Form von Vitamin A. :)
Dito und ich nicke zustimmend!
Lieben Gruß
Birgit Rita :-)

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Heike
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Heike »

Gauloise, meine Tochter ist gleich alt und kennt das Problem auch – wie ich; ich habe mit 15 einen vergleichbaren Entwicklungsschub gehabt wie Cessna ihn beschreibt. Leider gibt es keine Lösung; diese Striae, wie man die Dehnungsstreifen nennt, lassen sich nicht mehr wegmassieren, sie lassen sich auch nicht verhindern. Sie werden mit der Zeit silbrig und fallen daher kaum noch auf. Ich habe meiner Tochter geraten, sie gelassen anzunehmen, frei nach dem Motto »Wen interessiert's, wir sind auch so liebenswert«. Sie tut's. :-) Abgesehen davon kann so ein duftendes Körperöl sehr viel für ein gutes Körpergefühl tun und einen jungen Menschen »in Kontakt mit sich selbst« bringen. Du hast da eine sehr gute Idee.

@Sonnenkind, Du hast Deine Worte bestimmt nicht böse gemeint, in solchen Kategorien denke ich gar nicht. Dennoch habe ich die Stirn gerunzelt, als ich Deine Worte gelesen habe, weil dieses Forum u. a. aus einer Situation entstanden ist, die für mich vor einigen Jahren sehr befremdlich und auch schmerzlich war. Ich war in einem anderen Forum seit mehreren Jahren Mitglied und wurde wiederholt wegen meiner »Sprache« angegriffen, ich solle doch bitte verständlicher schreiben. Gleichzeitig musste ich erkennen, dass andere Mitglieder, die nicht einmal fähig waren, einen (!) einzigen Satz orthografisch korrekt zu schreiben, nicht wegen ihrer Sprache gerügt wurden. Ich habe mich dort diskret abgemeldet. Ich habe viele Jahre investiert an Zeit und Bildung, sie drückt meine Persönlichkeit, mein »Ich« aus; ich mag sie, ich schätze sie. Ich spreche so, weil »ich« so bin. Warum darf jemand seine fehlende Bildung, seine – nennen wir es offen – Dummheit in einem Forum frei ausleben, und ich darf meine Biografie, mein Lernen, das sich in meiner Sprache wiederspiegelt, nicht ausleben? Müsste sich nicht jeder Foreninhaber glücklich schätzen, ein Mitglied zu haben, dass durch sein Sprach- und fachliches Niveau das Niveau des Forums hebt?

So geht es mir mit Pflösch. Ob jemandem seine Sprache gefällt oder nicht, ob dieser Jemand versteht oder nicht, ist völlig gleichgültig: Da spricht jemand vor dem Hintergrund seiner Biografie, die einen hohen Anspruch an sich selbst offenbart. Wer nicht versteht, was er sagt, hat zwei Möglichkeiten: Zu akzeptieren, dass man eben nicht alles versteht (was völlig legitim ist) oder dafür zu sorgen, dass man es mehr und mehr versteht. :-) Völlig legitim ist in jedem Fall, dass Pflösch so redet wie ihm sein Fachschnabel gewachsen ist. Er muss auch nicht zwingend alles herunterbrechen. Jeder von uns ist für den eigenen Kenntnisstand alleine verantwortlich, entscheidet für sich, wie tief er in die Materie einsteigen möchte. Exakt das steht auch hier im Kleinen Rundgang für Neue:

»Die Rührküche ist ein Forum, in dem es ausdrücklich geschätzt wird, sich auf hohem fachlichen Niveau auszudrücken – es ist jedoch keinesfalls Pflicht oder Bedingung, um anerkannt zu werden. Wir sind jedoch nicht der Meinung, dass Einsteiger grundsätzlich dumm sind und deshalb vor Bildung geschützt werden müssten. ;-) Wichtig: Niemand muss befürchten, dass er irgendeinem Wissensstandard genügen muss. Man kann sich auf sehr unterschiedlicher Weise fruchtbar über naturkosmetische und rührtechnische Themen austauschen. Niemand wird als ungebildet ausgelacht, wenn er Dinge »auf Deutsch« sagt, niemand wird als arrogant gebrandmarkt, wenn er so spricht, wie sein (Fach-)Schnabel gewachsen ist. Bei Unverständlichkeiten einfach nachfragen – und sich freuen, wenn man mit der Zeit Dinge versteht, die einem bis vor kurzem noch völlig fremd waren.«
Liebe Grüße
Heike

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

SO hatte es wirklich nicht gemeint, liebe Heike, lieber Pflösch. :( Es tut mir leid, wenn es so rübergekommen ist :(
Lieben Gruß Sonnenkind

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Judy »

Liebe Leute - seid getröstet - nicht nur die Mädels oder Frauen sind betroffen, mein Mann hat genau solche Streifen, und ich habe mich immer gewundert, wie, wo, was :monsieur:

Er ist schlank (vom Zu- und Abnehmen kann es also nicht kommen) und ich habe ihn so übernommen (und gehalten...).

Nun weiß ich endlich Bescheid!

Danke euch alle für das tolle Forum- mit allen seinen farbenfrohen Mitgliedern :wink:

Liebe Grüße,
Judy
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Vielen lieben Dank an Euch, die Ihr meine Partei ergriffen habt! :mods:

Eigentlich wollte ich ja gar keine Partei gründen :kicher: sondern nur darauf hinweisen, dass es sich bei Wildrosenöl wegen der starken Vitamin A-Wirkung, die ich übrigens aus eigener Erfahrung kenne, und der kräftigen Ladung Alpha-Linolensäure wirklich lohnt, die Sache vorsichtig anzugehen. Auch, wenn ich es auf meiner Ekzemhaut leider nicht vertrage, weil ich mit meiner täglichen Pflege die Parakeratose eben gerade verhindere und Wildrosenöl sie mir brächte, war ich jedes Mal, als ich es doch noch einmal testete, enorm fasziniert, wie sehr es die Wundheilung beschleunigt - fast, aber nur fast, konnte man sich mit Popcorn danebensetzen und zuschauen.
:popcorn:

Einen möglichst angenehmen Herbsttag mitten im Sommer (11°C!) wünscht und winkt
Harald - der statt Dehnungsstreifen eine Stauchungswampe hat :kichern:

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Ulrike »

Und ich möchte dieses Thema mal von einer anderen Seite beleuchten:

Als Mutter von 2 Söhnen (17 und 19 Jahre alt), die bei den Mädels durchaus recht angesagt sind, erstaunen diese mich ständig aufs Neue. Des Öfteren werde ich mit Fragen konfrontiert, auf die ich nicht vorbereitet bin. Fragen wie "warum schminkst du dich eigentlich?" oder "warum willst du dich jetzt umziehen - ihr geht doch nur essen?".

Für meine Jungs ist es ziemlich unverständlich, warum Frauen so viel Wert auf ihr Äußeres legen. Im Gegenteil: Sie sind von eitlen Mädels regelrecht genervt! Wenn ihnen deine Tochter am Strand begegnen würde, wären ihnen die Dehnungsstreifen keinen Blick wert. Aber wehe, sie glänzt mit einem groben Mangel Allgemeinbildung! Das Gespräch nähme ein schnelleres Ende als gedacht.

Ulrike
Ein Kaktus ist nichts anderes, als eine sehr gut bewaffnete Gurke!

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von rührila san »

pflanzenölscheich hat geschrieben: Es gibt auf zellulärer Ebene einen eigenen Rezeptortyp (RAR - Retinoic acid receptor) für dieses Molekül.
Lieber Pflösch,kannst du mir das näher beschreiben? Welche Rezeptortyp ist das? Ich kenne sinnes,Molekül und nuclear- Rezeptoren? So wie es aussieht ist Retinoic acid ein nuclear-Rezeptor ,der aber für Metazoen spezifisch ist :lupe: Wie kann es dann zum Teufel in einem Rosenöl vorhanden sein? :pick:
Edit noch mal durchlesen schadet nie :ugly: Habs kapiert! Manchmal muss man/frau was aufschreiben um es zu verstehen :unknown:
"Es gibt nur falsch auf die Hautsituation angepasste Rezepturen und Herstellungsverfahren, keine falschen Rohstoffe" (Heike Käser)
Liebe Grüße Laura

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

rührila san hat geschrieben:Edit noch mal durchlesen schadet nie :ugly: Habs kapiert! Manchmal muss man/frau was aufschreiben um es zu verstehen :unknown:
Kein Problem. :monsieur:
Und weil ich gerade drüben am Küchentresen las, wirst Du jetzt geknuddelt. :knuddel:

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Heike »

pflanzenölscheich hat geschrieben:Entschuldigung, wenn ich mir hier einmische: All-trans-Retinsäure ist keine Vorstufe sondern bereits eine hochwirksame Form von Vitamin A.
Sollte ich da etwas falsch übersetzt haben? Das täte mir leid, aber ich habe die Formulierung in einem Artikel des Journals der American Oil Chemists' Society nicht angezweifelt:

»The main bioactive component of rosehip oil is all-trans-retinoic acid (or tretinoin), a natural precursor of vitamin A that
is known to be responsible for restoring and rebuilding tissue.«


Quelle: J. Concha, C. Soto, R. Chamy, M.E. Zúñiga: Effect of Rosehip Extraction Process on Oil and Defatted Meal Physicochemical Properties. Journal of the American Oil Chemists' Society 83, S. 771–775 (von September 2006)

Sorry, vergessen, für alle Interessierten: Diesen Artikel gibt es hier als PDF.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Heike hat geschrieben:Sollte ich da etwas falsch übersetzt haben? Das täte mir leid, aber ich habe die Formulierung in einem Artikel des Journals der American Oil Chemists' Society nicht angezweifelt:

»The main bioactive component of rosehip oil is all-trans-retinoic acid (or tretinoin), a natural precursor of vitamin A that
is known to be responsible for restoring and rebuilding tissue.«


Quelle: J. Concha, C. Soto, R. Chamy, M.E. Zúñiga: Effect of Rosehip Extraction Process on Oil and Defatted Meal Physicochemical Properties. Journal of the American Oil Chemists' Society 83, S. 771–775 (von September 2006)

Sorry, vergessen, für alle Interessierten: Diesen Artikel gibt es hier als PDF.
Ich glaube Dir aufs Wort, dass es in dem Artikel so steht, aber eine Vorläufersubstanz wird in die eigentlich aktive Substanz doch erst umgewandelt - so wie Beta-Carotin in zweimal Retinal. Während aber Retinol und Retinal (unter enzymatischer Vermittlung durch eine Alkohol-Dehydrogenase, wenn ich mich nicht irre) jeweils in einander übergehen können, ist Retinsäure der finale und meines Wissens unter biologischen Verhältnissen irreversible Schritt der Umwandlung.

Wenn daher all-trans-Retinsäure tatsächlich der Vorläufer einer im Artikal als Vitamin A bezeichneten Substanz ist, dann bitte ich um die Nennung dieser Substanz. Bisher dachte ich nämlich, Vitamin A hießen nur drei Stoffe (beziehungsweise unter Berücksichtigung der Doppelbindungskonfigurationen Stoffgruppen): Retinol, Retinal und Retinsäure. Und bisher dachte ich auch, dass Vitamin A-Vorläufer im engeren Sinn bestimmte Carotinoide (wie zum Beispiel Beta-Carotin) und im weiteren Sinne auch die Speicherform Retinylpalmitat wäre.

Ich lerne selbstverständlich gerne dazu, wundere mich aber, dass der Artikel im Journal of the American Oil Chemists' Society anscheinend allen Publikationen und sonstigen Quellen widerspricht, die ich bisher lesen durfte.

Einen angenehmen Nachmittag wünscht und winkt
Harald

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Heike »

Möglicherweise resultiert die Formulierung der Autoren des Fachartikels daraus, dass Vitamin A (in der Definition »Retinol und seine Ester bzw. alle aktiven Verbindungen des all-trans-Retinol«) ausschließlich in tierischen Organismen gebildet wird und in Pflanzen prinzipiell nur in Vorstufen (als »Precursor«) enthalten ist?
Liebe Grüße
Heike

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Heike hat geschrieben:Möglicherweise resultiert die Formulierung der Autoren des Fachartikels daraus, dass Vitamin A (in der Definition »Retinol und seine Ester bzw. alle aktiven Verbindungen des all-trans-Retinol«) ausschließlich in tierischen Organismen gebildet wird und in Pflanzen prinzipiell nur in Vorstufen (als »Precursor«) enthalten ist?
Oftmals ja - aber, wie man am Wildrosenöl sieht, nicht immer. Wenn es sich um das carotinoidreiche Öl aus ganzen Hagebutten handelt, treten Vitamin A-Vorstufen sogar gemeinsam mit der Endstufe auf. Stünde im Artikel statt "a natural precursor" "a natural form of Vitamin A", gäbe es keine Unklarheit und keinen Widerspruch.

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Heike »

pflanzenölscheich hat geschrieben:Oftmals ja - aber, wie man am Wildrosenöl sieht, nicht immer. Wenn es sich um das carotinoidreiche Öl aus ganzen Hagebutten handelt, treten Vitamin A-Vorstufen sogar gemeinsam mit der Endstufe auf. Stünde im Artikel statt "a natural precursor" "a natural form of Vitamin A", gäbe es keine Unklarheit und keinen Widerspruch.
Noch sehe ich nichts »am Wildrosenöl« bestätigt. Ich sehe Fragen, die ich momentan nicht beantworten kann, aber das ist ein Zustand, der mich sehr vertraut ist. :kichern: Mein Selbstverständnis war und ist immer wieder das einer Lernenden.

Wenn – so ist die allgemeine Lehrmeinung – Vitamin A (in der oben definierten Terminologie) nur im tierischen Organismus gebildet wird und in Pflanzen diverse Vorstufen zu finden sind, erscheint es mir vor allem interessant, die pflanzlichen Derivate und und ihren Metabolismus näher zu betrachten; es scheint mehr zu geben als nur Carotinoide – und eine Sichtweise, die den Begriff »Vorstufe« in diesem Kontext als legitim erachtet. Ob die Autoren sich tatsächlich fälschlicherweise eine sprachliche Unschärfe leisten oder die Aussage aus einem bestimmten chemischen Blickwinkel resultiert, kann ich als chemischer Laie aktuell nicht einschätzen. Leider fehlt mir die Zeit, mich momentan in diese Frage zu vertiefen; das werde ich erst wieder nach unserem Umzug im Spätsommer können. Eine unverfängliche, neutrale Formulierung spricht einfach von »Derivat« oder »Form« – das ist wahr. :-) … und einen kritischen Blick zu wahren, auch wenn man Fachartikel zitiert, ist ganz sicher richtig.
Liebe Grüße
Heike

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rührila san
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von rührila san »

Heike hat geschrieben:Möglicherweise resultiert die Formulierung der Autoren des Fachartikels daraus, dass Vitamin A (in der Definition »Retinol und seine Ester bzw. alle aktiven Verbindungen des all-trans-Retinol«) ausschließlich in tierischen Organismen gebildet wird und in Pflanzen prinzipiell nur in Vorstufen (als »Precursor«) enthalten ist?
Aha,dann habe ich doch nicht falsch verstanden! :lupe:
Pflösch danke für knuddel,brauche ich gerade dringend :argstverlegen:
"Es gibt nur falsch auf die Hautsituation angepasste Rezepturen und Herstellungsverfahren, keine falschen Rohstoffe" (Heike Käser)
Liebe Grüße Laura

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pflanzenölscheich
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Zunächst ist einmal zu klären, was man unter Vitamin A überhaupt versteht. Nimmt man die besonders enge Definition, wie zum Beispiel diese Publikation aus 1993, so sind Retinal und Retinsäure Metaboliten - also Stoffwechselfolgeprodukte des Retinols. Ich zitiere:
Vitamin A (retinol) and its metabolites play important roles in vision, growth, and reproduction. Retinol, by virtue of its conversion to retinaldehyde, supports the visual requirement for vitamin A. Retinaldehyde is further converted to retinoic acid (RA), which is believed to represent the form of the vitamin that is active in cellular growth and differentiation.
Hier wird bestätigt, was man in diversen Texten über Vitamin A (und sei es nur auf Wikipedia, falls man lediglich einen groben Überblick erlangen möchte) nachlesen kann: Aus Retinol wird Retinal, aus Retinal wird Retinsäure. Dass Folgeprodukte also Vorstufen sein sollen, wie die von Dir benutzte und von mir vor circa einem halben Jahr zuletzt gelesene Quelle (Deshalb konnte ich mich nicht gleich an sie erinnern) behauptet, wäre nur dann gleichzeitig möglich, wenn es einen Weg von der Retinsäure zum Retinol gäbe.

Wenn man in der folgenden Publikation "Retinoic acid biosynthesis and metabolism die Figur 1 betrachtet, wird besonders anschaulich, was ich bereits aus anderen Quellen entnehmen konnte: Wenn man nur Retinol als Vitamin A anerkennt, ist Retinsäure ausschließlich ein Folgeprodukt von Vitamin A (Sie wird in diesem Text übrigens als Hormon bezeichnet) und dezidiert keine Vorstufe. Außerdem trifft die Einleitung zu dieser Publikation die interessante Feststellung (Unterstreichung von mir):
Metabolism of the functionally inactive parent vitamin A compound, retinol, into the hormone retinoic acid (RA) and the metabolism of RA embody fundamental aspects of retinoid biology.
Auch das lese ich nicht zum ersten Mal. Um die meisten seiner biologischen Wirkungen, besonders jene auf das Zellwachstum, auszuüben, muss Retinol (mit Umweg über das seinerseits für den Sehsinn erforderliche Aldehyd) zuerst in seine analoge Säure, die Retinsäure, umgewandelt werden.

Kurz und gut: Wenn Wildrosenöl all-trans-Retinsäure enthält, dann enthält es keine Vorstufe von Vitamin A (wie es beispielsweise Alpha- und Beta-Carotin wären) sondern direkt dessen aktiven Metaboliten. In Bezug auf die Regulierung des Zellwachstums (und das ist doch die Funktion, auf die es uns in der Hautpflege ankommt) kann man also sagen: Unmittelbarer geht's nicht.
Heike hat geschrieben:Möglicherweise resultiert die Formulierung der Autoren des Fachartikels daraus, dass Vitamin A (in der Definition »Retinol und seine Ester bzw. alle aktiven Verbindungen des all-trans-Retinol«) ausschließlich in tierischen Organismen gebildet wird und in Pflanzen prinzipiell nur in Vorstufen (als »Precursor«) enthalten ist?
Wenn all-trans-Retinol nur in tierischen Organismen gebildet wird, wie kommt dann sein aktiver Metabolit ins pflanzliche Wildrosenöl? :lupe:

Der einzige nicht in allen Quellen gleich definierte Punkt ist lediglich, ob man nur Retinol als Vitamin A akzeptieren möchte, oder ob man auch seinen Folgeprodukten diese Bezeichnung zugesteht. Da wird dann von den verschiedenen Formen des Vitamin A gesprochen: Retinol, die Transportform, Retinylpalmitat, die Transport- und Speicherform, Retinal, die aktive Form bezüglich des Sehens, und Retinsäure, die aktive Form in Bezug auf das Zellwachstum.

Die Legende von Retinsäure als Vitamin A-Vorstufe ist durch die von mir in diesem Beitrag erwähnten Fachpublikationen jedenfalls widerlegt. Ich könnte noch mehr Quellen zitieren, aber ich denke, dass der Thematik bereits Genüge getan ist und sie ja auch mit den Pubertätsstreifen nichts zu tun hat, die eigentlich das Thema dieses Threads sein sollten.

Einen schönen Abend wünscht
Harald
:monsieur:

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pflanzenölscheich
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Doch noch eine Quelle, die auf die Enzymbeteiligung genauer eingeht und ausdrücklich bestätigt, dass die Umwandlung von Retinal zu Retinsäure nicht in die Gegenrichtung abläuft (weshalb sie irreversibel ist) - Hervorhebung wiederum von mir:
Retinoic acid (RA) is a low molecular weight (300 Da), lipophilic, rapidly-diffusing signaling molecule essential for growth and developmental processes in the embryo. It is produced in vivo via a two-step enzymatic pathway oxidizing retinols such as vitamin A (all-trans-retinol) by specific cytosolic alcohol or microsomal retinol dehydrogenases to retinaldehyde and then to retinoic acid by one of several cytosolic retinaldehyde dehydrogenases. ALDH1A1 was first shown to catalyze the irreversible oxidation of retinaldehyde to its carboxylic acid, retinoic acid (10880953).
Das irreversible Ergebnis einer enzymatisch vermittelten dreistufigen Umwandlungskette kann aber kein Vorläufermolekül des ersten Kettengliedes sein. Was zu zeigen war.

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pflanzenölscheich
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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Zur Untermauerung meiner obigen Ausführungen mit etwas einfacheren Worten verweise ich noch auf die Beschreibung des Wildrosenöls von Eliane Zimmermann (auf dieser Seite unter dem Titel "Hagebutte"):
Spuren der Transretinolsäure, eine sehr aktive Form von Vitamin A, bewirken eine ungewöhnlich gute Heilung auch von schweren Hautkrankheiten. Die Wirkung auf die Regenerationsfähigkeit der Haut ist bereits erforscht worden.
Eliane schließt sich hier der durchwegs gängigen Sichtweise an, neben Retinol alle Stoffe mit Vitamin A-Wirkung als eine Form von Vitamin A zu bezeichnen - eine Klassifikation, die man nach der strengen Definition (dass nur Retinol Vitamin A sei) natürlich nicht verwenden dürfte. Unzweifelhaft ist allerdings, dass es sich bei all diesen Stoffen (Von Retinol bis hin zur Retinsäure) um Retinoide handelt.

Apropos Retinoide: In der Publikation "Retinoid Pathway and Cancer Therapeutics" vom Oktober 2011 (also halbwegs aktuell) heißt es über Retinoide (Unterstreichungen von mir):
2. Retinoids

There are over 4,000 natural and synthetic molecules structurally and/or functionally related to vitamin A. Vitamin A cannot be synthesized by any animal species and is only obtained through diet in the form of retinol, retinyl ester, or β-carotene (Figure 1). Ingested vitamin A is stored as retinyl esters in hepatic stellate cells. Retinol is reversibly oxidized by retinol dehydrogenases to yield retinal. Subsequently, retinal may be irreversibly oxidized to all-trans retinoic acid (all-trans RA) by retinal dehydrogenases and further oxidized by cytochrome P450 enzymes (mainly CYP26) in hepatic tissue.
Hier haben wir sie wieder, die Unumkehrbarkeit des Retinoidstoffwechsels im Falle der trans-Retinsäure. Man beachte übrigens, wie in diesem Zitat selbst das β-Carotin implizit als Vitamin A bezeichnet wird, obwohl es nach der strengen Auffassung nur ein Provitamin (das heißt: eine Vorstufe) wäre. Selbst in Fachkreisen ist man mit dem unpräzisen Namen "Vitamin A" mitunter anscheinend recht großzügig, während man die exakten Bezeichnungen der Vorläufer und Metaboliten gebraucht, um sich genauer auszudrücken.

Weiters: Vitamin A kann im tierischen Organismus also nicht de novo synthetisiert werden - sagt eine medizinische Fachpublikation vom Oktober 2011. Es wäre interessant, wer nun aber die Lehrmeinung vertritt, auf die sich Heike bezieht:
Heike hat geschrieben:Wenn – so ist die allgemeine Lehrmeinung – Vitamin A (in der oben definierten Terminologie) nur im tierischen Organismus gebildet wird
Nur, wenn "gebildet" hier "aus Vorstufen gebildet, aus Estern befreit oder direkt übernommen" bedeutet, ist die Aussage im Einklang mit der obigen. Außerdem geht Heikes Satz ja so weiter, dass den Pflanzen nur die Produktion von Vorstufen zugeschrieben wird, was - wie ich inzwischen ausführlich dargelegt habe - durch das Vorkommen des irreversiblen Metaboliten all-trans-Retinsäure im Wildrosenöl widerlegt ist.

So, meine ausdrückliche Entschuldigung geht an die Threaderöffnerin für die meilenweite Abweichung von ihrem Thema, aber ich hatte den Eindruck, dass es noch einiger Klarstellungen bedurfte. :pfeifen:

Eine gute Nacht wünscht
Harald

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Heike »

Pflösch, sei mir nicht böse, aber wie ich schon schrieb: Ich habe im Moment nicht die Zeit, mich der Frage zu widmen. Ich kenne Menschen, die ich beizeiten fragen werde, wie der Begriff »Precursor« im Kontext zu verstehen ist. Ich habe ihn nicht angezweifelt, weil ich ihm so verstand wie ich erläutert habe:
Heike hat geschrieben:Möglicherweise resultiert die Formulierung der Autoren des Fachartikels daraus, dass Vitamin A (in der Definition »Retinol und seine Ester bzw. alle aktiven Verbindungen des all-trans-Retinol«) ausschließlich in tierischen Organismen gebildet wird und in Pflanzen prinzipiell nur in Vorstufen (als »Precursor«) enthalten ist?
Den Metabolismus von Vitamin A kenne ich (aus einem anderen Zusammenhang in meiner Eigenschaft Hundebesitzer vor einigen Jahren), dennoch danke ich Dir für die Mühe des Recherchierens.

Der Wirkung des Wildrosenöls sollte dies bis dahin keinen Abbruch tun. ;-)

Und jetzt klinke ich mich aus – die Arbeit ruft, und danach mein momentan körperlich sehr intensiv forderndes Privatleben. :yeah:
Liebe Grüße
Heike

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Re: Meine Tochter und die blöden Pubertätsstreifen

Ungelesener Beitrag von Curiosa »

Hallo,

so, ich musste mich eben kurz informieren und habe gerade kurz nachgelesen, Dehnungsstreifen entstehen u.a. durch Bindegewebsschwäche, die dann durch Überdehnung geschädigt wird. Den vorhandenen Rissen kann man nur mit viel Geduld zu Leibe rücken um sie so etwas "weniger sichtbar" zu machen.

Allerdings eincremen /-ölen ist sicherlich notwendig um weitere Dehnungsstreifen zu vermeiden. Alles was die Elastizität der Haut unterstützt, gegen Narben hilft und das Bindegewebe stärkt, wäre ein Kandidat für eine Creme bzw. ein Öl.

In meiner Liste fand ich etliche dafür geeignete Rohstoffe:

z.B. Ackerschachtelhalmextrakt, Amaranthöl, Avocadin, Bambus, Efeu-Extrakt, äth. Rosengeranienöl, äth. Grapefruitöl, Hagebuttenkernöl (wurde ja bereits eingehend erläutert), äth. Immortelleöl, Jojobaöl, Kigelia-Extrakt, äth. Lavendelöl, äth. Lemongrasöl, Mäusedorn-Extrakt, Tigergras-Extrakt, Vit-A-Palmitat, Vitamin E, Weizenkeimöl.

Einige der aufgeführten Stoffe sollten nicht bei Sonnenbestrahlung angewendet werden, z.B. Grapefruitöl (als auch andere Zitrusöle), Hagebuttenkernöl. Da ich jetzt nicht alle Zutaten überprüft haben, können noch weitere darunter fallen. Falls sie in Frage kommen, bitte einfach vorher nochmals genau nachlesen, welche in die "Sonnen dürfen", damit nicht noch Fehlpigmentierungen dazu kommen.

Viele Grüße
Curiosa

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