Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

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Ulli
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Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Hallo, als absolute Anfängerin in Sachen Konservierung (sensible Haut, ich rühre bzw. mixe immer frisch, verwende z.Z. noch "Feuchtes" und "Fettes" getrennt/nacheinanderfolgend) habe ich einige Verständnisfragen an euch, da mir anscheinend Essentielles nicht ganz klar ist, und sich auch manches an Information hier aus dem Forum bzw. auf Olionatura und anderen Seiten - nun, nicht wirklich widerspricht, aber etwas divergiert, und ich hoffe, ihr könnte mir da helfen, das zu verstehen.

Ich habe die Seiten zu den Konservierern gelesen, z.B. das hier, und auch die Konservierungstabelle(n), und auch einige hiesige Threads zu dem Thema, aber sicherlich noch lange nicht alles (ich lese schon, so viel ich kann, aber zu 100% werde ich das wohl nie in Gänze schaffen).

Ziel meiner Fragen für mich ist, dass ich einen Weg finde, möglichst wenig Konservierung (%-uale Menge als auch Anzahl an Konservierungsmitteln) einsetzen zu müssen, aber dann auch den Zeitrahmen wissen muss, in welchem 100%ige Sicherheit gewährleistet ist - immer unter der Voraussetzung, dass so gut wie möglich alles an Utensilien abgekocht und/oder desinfiziert wurde, man vornehmlich desinfizierte Spatel zur Entnahme, oder direkt einen Pumpspender verwendet etc. pp.


Manche Konservierungsmittel werden als "moderat/mittelstark o" oder "sehr gut/stark/ausgeprägt ++" in deren z.B. antibakteriellen und/oder antifungalen Wirkung beschrieben.

1) Was genau bedeutet das? Was wird da zugrunde gelegt?
Beispiel: Bedeutet "sehr gut ++", dass das Konservierungsmittel X Monate gegen "ABC" wirkt, aber wenn es lediglich als "moderat o" wirkend beschrieben wird, hält es dennoch sicher das Produkt frei von "ABC" innerhalb einer kürzeren Zeitspanne Y, die zwar nicht so lange wie X ist, aber auch zu 100% sicher, einfach nur kürzer? (Die Frage wird gleich noch etwas einfacher zu verstehen, hoffe ich.)

2) Die empfohlene EK auf Gesamt bedeutet dann auch, dass es ganz gleich ist, wie hoch die WP des Produktes ist, in der EK wirkt es zu 100% gegen "ABC" (oder "DEF", für welchen Einsatz es auch immer gekennzeichnet ist)?

3) Nehmen wir an, ich habe ein Konservierungsmittel, das "sehr gut ++" gegen Schimmel wirkt, aber nur "moderat o" gegen Bakterien.
Wenn ich mich dazu entschließe, dieses Konservierungsmittel alleinig zu verwenden, dann kann ich das durchaus tun, muss aber bedenken, dass, auch wenn es bei empfohlener EK als Alleinkonservierer gegen Schimmel z.B. 2 Monate wirken würde (Hygiene-Voraussetzungen s.o.), es gegen Bakterien aber nur z.B. 1 Monat wirkt, ich es dann halt maximal die kürzere Zeit, also 1 Monat, dafür aber quasi 100% sicher, verwenden kann?

- Ziel meiner Frage hier ist: Ich möchte nach Möglichkeit nur einen einzigen, möglichst reizfreien, "natürlichen" Konservierer verwenden; wenn das bedeuten würde, dass ich das Produkt lediglich eine kürzere Zeit verwenden darf, der Schutz aber innerhalb dieser kürzeren Zeitspanne dennoch zu quasi 100% gewährleistet ist, nehme ich diesen kürzeren Schutz (z.B. 1 Monat) in Kauf und muss dann erneut rühren, als dass ich verschiedene Konservierungsmittel kombiniere, was das Produkt zwar gegen alles länger haltbar machen würde, aber was meine Haut (oder die anderer) ggf. überhaupt nicht mögen wird. Z.B., ausschließlich Magnolienextrakt in Cremes, und ausschließlich Pentylene Glycol in (vornehmlich oder gänzlich) Wässrigem verwenden.

4) Auseinandergehende Angaben:
Warum wird in der Tabelle von cosphaderm (s. Anhang, fand ich in einem anderen Forenbeitrag, sorry, hab' den Link nicht), z.B. Pentylene Glycol als "o" (ggf. entspricht das auch einem "+" auf Olionatura?) wirkend gegen Bakterien, aber in der Tabelle von Olionatura als "++" angeführt?
Das verunsichert mich, da ich nun gar nicht weiß, welche Konservierungstabelle jetzt korrekt ist, oder ob hier ggf. von verschiedenen Voraussetzungen wie verschiedenen Zeitrahmen (s. Punkt 1)) ausgegangen wird? (Also z.B. Olionatura veranschlagt 1 Monat, aber Cosphaderm geht bei ihrer Tabelle von 2 Monaten aus, und in der doppelten Zeitspanne kann der Konservierer nur noch "moderat/mittelstark" konservieren, nicht aber mehr "ausgeprägt/stark"?

Dasselbe bei Magnolienextrakt: Den hatte ich mir gekauft, weil er auf Olionatura in allem als "++" gekennzeichnet ist, aber auf der Cosphaderm-Tabelle steht er als lediglich "o" gegen Bakterien?
Ich habe die Anmerkung hier durchaus gelesen:
Multifunktionelle Rohstoffe werden in der Praxis i. d. R. mit anderen ko-konservierenden Produkten kombiniert, um eine zuverlässige Breitbandwirkung zu erzielen. Sehr gut eignen sich dazu Pentylenglycol oder Dermosoft® GMCY (Glyceryl Caprylat).
- aber bin nunmehr doch verwirrt, und ich hoffe, ihr könnt meine Verwirrung nachvollziehen. Ich hatte das so verstanden, dass man Konservierungsmittel zugeben kann, aber nicht unbedingt muss, bin mir jetzt aber, nachdem ich die Cosphaderm-Tabelle sah, nicht mehr ganz so sicher.

Wenn etwas durch "++" in allen Kategorien gekennzeichnet ist, dann sollte ich doch an sich davon ausgehen können, dass es eine Breitbandwirkung hat?

Meine Verwirrung wäre nicht gegeben, wenn bei Magnolienextrakt kein "++", sondern ein "+" oder "o" bei Bakterien stünde - ich hoffe, das ist nachvollziehbar, aber eventuell verstehe ich da wirklich noch etwas Grundlegendes nicht, es tut mir Leid, wenn ich mich da jetzt extrem doof anstelle, aber ich will sicherstellen, dass ich es auch wirklich kapiere, bevor ich anfange, mit Konservierern rumzuhantieren, und auch, weil ich dann ggf. noch weitere dazukaufen muss.

Ich habe auch das hier gelesen:
Der pulvrige Magnoliaextrakt ist in Fetten oder Diolen (Pentylenglycol, Ethanol, Glycerin) löslich, nicht jedoch in Wasser. In wässrigen Produkten ist daher ein Lösungsvermittler erforderlich. In Emulsionen sollte der Extrakt mit Pentylenglycol oder Dermosoft® GMCY (Glyceryl Caprylat) kombiniert werden.
- Aber wenn ich z.B. Glycerin in dem Wässrigen habe, in dem ich das Magnolienextrakt lösen kann, warum brauche ich dann noch unbedingt Pentylene Glycol und GMCY, insofern ich Magnolienextrakt mit 0,2% EK veranschlage? (Insofern ich mir darüber im Klaren bin, dass es nur "o" auf Bakterien wirkt, ich das Endprodukt ergo nicht z.B. 2, sondern nur 1 Monat verwenden sollte).

5) Wenn manche Konservierungsmittel wie Pentylene Glycol lediglich "o" gegen alles (Cosphaderm), oder nur teilweise "++" (Olionatura) wirken, warum gehen dann einige Hersteller das Risiko ein, und nehmen Pentylene Glycol als anscheinend einzigen Konservierer in ihre Produkte? Klar, es spendet auch Feuchtigkeit, aber ist das denn nicht irgendwie risikoreich, da dieser nur "o" bei ggf. allem konserviert? Oder wissen die Hersteller einfach, dass es einen gewissen Zeitrahmen gibt, in welchem das Produkt verbraucht ist, und bis dahin hält es das locker aus? Sowas wie z.B. "X Monate nach Anbruch verbrauchen", was auf manchen Packungen steht. - Mal abgesehen davon, dass die Hersteller (hoffentlich alle) super steril arbeiten können in ihren Fabriken, was wir in unseren Hausküchen freilich nicht so können.

6) Ich verstehe, dass manche Konservierungsmittel multifunktional sind, auch außerhalb des Konservierens an sich, also z.B. antioxidativ wirken, oder als Feuchtespender, oder als (Co-)Emulgator o.ä., und ich habe hier im Forum schon einige Beiträge gelesen, wie ihr konserviert - nicht zu selten anscheinend als Konservierungsmittel-Compound - aber für mich als Neuling ist das Ganze etwas verwirrend, da ihr die Gewichtung verständlicherweise auf das Endprodukt anpasst (z.B., weil sonst manche Emulgatoren bei manchen Konservierungsmitteln "zicken", oder weil manche nur in bestimmten Medien gelöst werden können), ich aber - bei Compounds - wie der Ochs vorm Berg stehe, da ich mir unsicher bin, wieviel an Magnolienextrakt denn nun ganz sicher mit wieviel an Pentylene Glycol (oder anderen) zu 100% wirkt, so dass ich nicht zuviel Konservierungsmittel hineintue(n muss).

7) Z.B. Magnolienextrakt wird als 0,08-0,2% (Letzteres als "alleiniger Konservierer") angegeben, aber in welcher Kombi kann man da zu nur 0,08% dosieren?
Wenn - auf welcher Konservierungstabelle jetzt auch immer - einer steht mit "o" gegen "ABC", reicht es dann, mit einem anderen "o" gegen "ABC" zu kombinieren, um ein "++" gegen "ABC" herauszubekommen, und in welcher jeweiligen buchstäblichen Gewichtung dann?! Halbe-halbe von der jeweils vollen empfohlenen EK? Oder wenn 2 verschiedene Konservierungsmittel von Haus aus lediglich "o" sind, bringt es nichts, die zu kombinieren, da sich deren Konservierung nicht addiert, sondern lediglich auf "o" verbleibt?

8 ) Wie verringert ihr die EK, wenn antioxidative Dinge wie Glycerin, Vitamin E, Harnstoff u.ä. mitverarbeitet werden?
Oder gar nicht, weil irrelevant, und wir können Zuhause nicht wirklich steril arbeiten, also ignoriert ihr das?

*argh* mein Kopf raucht, wahrscheinlich mache ich es mir wieder mal viel zu kompliziert mit meiner "Perfektionsliebe" bzw. "Effizienzwunsch" (korrekt austarierte Gewichtungen, nie von etwas zu viel drin, alles ausgewogen, um die empfindliche Haut bestmöglichst zu schonen), aber das ist eine meiner Schwächen. Und es ist mir klar, dass Bakterien und/oder Keime gerade für eine empfindliche Haut wohl übler sind, als ein Zuviel an Konservierungsmitteln (auch wenn diese ggf. auch zu unangenehmen Hautreaktionen führen können).


Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt, auch, was meine Verwirrungen angeht :)

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!
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Viele Grüße,
Ulli

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Helga
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Helga »

Liebes, Fragen kurz und präzise gestellt sind am leichtesten zu beantworten; am Handy sind - für mich - solch lange Beiträge sehr schwer zu lesen :), wenn ich endlich nach unten gescrollt habe, weiß ich nicht mehr was oben steht und klinke mich deshalb dann auch aus. Eine Freiwilligen-Arbeit sollte nicht anstrengend sein :knutsch: Tut mir leid, ist nicht böse gemeint :). :daisy:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Ulli
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Helga hat geschrieben:
26. Juni 2020, 23:42
Liebes, Fragen kurz und präzise gestellt sind am leichtesten zu beantworten;
haha, tut mir Leid, aber das sind wirklich superviele Fragen, und ich habe immer Beispiele angeführt, damit klar wird, wo ich Probleme mit dem Verständnis habe. Es ist ja irgendwie doof, wenn ich für jede Frage einen eigenen Beitrag mache..?

Ich hatte aber gerade eben (nachdem ich den Beitrag schrieb) auf Dermaviduals gelesen, dass ich für Couperose und Psoriasis eh nach Möglichkeit auf Konservierungsmittel (und Emulgatoren) verzichten soll, ich denke, daher hat sich das Thema "Konservierung" für mich und meinen Bekannten eh erledigt, und wir müssen halt bei getrennt Wasser und Fett bleiben :/

Schade, ich hätte gern ein paar leichte Gele und Cremes gerührt, die länger halten als paar Tage...

Für die Zukunft werde ich versuchen, mich kürzer auszudrücken, und ggf. mit Spoilern zur besseren Übersicht arbeiten :)
Zuletzt geändert von Helga am 27. Juni 2020, 02:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat eingekürzt
Viele Grüße,
Ulli

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Fragolinchen
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

Helga hat geschrieben:
26. Juni 2020, 23:42
Liebes, Fragen kurz und präzise gestellt sind am leichtesten zu beantworten; am Handy sind - für mich - solch lange Beiträge sehr schwer zu lesen :),
Mir geht's genauso - und nicht nur am Handy 🤷‍.

Ich würde unkonservierte Kosmetik, die einen wässrigen Anteil hat, niemals verwenden wollen ...bestenfalls vielleicht Minimalstportionen aus dem Kühlschrank oder täglich frisch gerührt.

Vielleicht hilft Dir folgendes Beispiel, Dir zu vergegenwärtigen, warum unkonservierte, wasserhaltige Kosmetik nicht lange haltbar sein kann. Dabei gehe ich davon aus, dass Du selbst frisch kochst ohne irgendwelche Zusatz- oder Konservierungsstoffe, also keine Convenience-Produkte verwendest, Dir meinen Vergleich also bildlich vorstellen kannst.
Nehmen wir an, Du hast Suppe (=wässriges Produkt) gemacht. Wie lange würdest Du eine Suppe essen wollen, die bei Zimmertemperatur außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt wurde? Wie lange, glaubst Du, würdest Du eine Suppe essen wollen, die im Kühlschrank aufbewahrt wurde?
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
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Heike
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ulli hat geschrieben:
26. Juni 2020, 22:57
Ziel meiner Fragen für mich ist, dass ich einen Weg finde, möglichst wenig Konservierung (%-uale Menge als auch Anzahl an Konservierungsmitteln) einsetzen zu müssen, aber dann auch den Zeitrahmen wissen muss, in welchem 100%ige Sicherheit gewährleistet ist - immer unter der Voraussetzung, dass so gut wie möglich alles an Utensilien abgekocht und/oder desinfiziert wurde, man vornehmlich desinfizierte Spatel zur Entnahme, oder direkt einen Pumpspender verwendet etc. pp.
Für Deine Frage ist keine verbindliche Aussage möglich. Glaube mir: Wir alle hier würden dies gerne wissen. :-) Ich kenne niemanden, der sagt: »Ich habe Bock auf ganz viel Konservierung und dieses prickelnde Gefühl der Ungewissheit, wann sich die ersten grünen Haare zeigen«. :superirre:

In der professionellen Praxis (sprich: da, wo man Produkte auf den Markt bringt) werden verschiedene Belastungstests für jede (!) Einzelformulierung durchgeführt. Dann weiß man, wieviel Konservierungsmittel man für diese optimal braucht: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wird nur eine Komponente in einer Formulierung geändert, wird neu getestet. Die Faktoren, die eine Konservierungsstrategie beeinflussen, sind zu komplex, als dass man eine prozentuale Menge X für einen Zeitraum mit 100%iger Sicherheit Y in Tabellen nachschlagen könnte. Das wäre schön. :ja: Gibbet aber nich.

Wir Selbstrührer verfügen zuhause in der Regel nicht einmal über qualitativ hochwertige, eichfähige Waagen, die reproduzierbare Ergebnisse ermöglichen. Das mikrobielle Profil unserer Umgebung dürfte auch sehr individuell sein, die vorhandenen Leitkeime bei jedem etwas anders ausfallen (abhängig von Tieren und Pflanzen im Haushalt usw.). Wir arbeiten daher mit empfohlenen Einsatzkonzentrationen, eher am oberen Ende des Einsatzbereichs, feinjustiert durch unsere teilweise in mehr als einem Jahrzehnt gesammelten Erfahrungen. Das ist auch gut so: Einsatzkonzentrationen der Hersteller sind Anhaltspunkte für eine Anwendung in professionellen Kontext, nicht unter Selbstrührer-Bedingungen. Wir konservieren tatsächlich in der Regel deutlich höher dosiert als industrielle Hersteller - aus genannten Gründen, da wir eine Sicherheitsreserve einbauen müssen (und trotzdem mit der Ungewissheit leben müssen, ob die aktuell vorgenommene Konservierung ausreichen wird. Kaufkosmetik ist minimalst möglich konserviert.

Eine Alternative gibt es: Wer nicht konservieren möchte, muss jeden Tag mehrmals zum Kühlschrank wandern und 2-3 Mal die Woche neu rühren. Das dürfte, bei einem minimalen Kosmetiksortiment von 4-5 Produkten für Haut- und Haarpflege, eine normale Erwerbstätigkeit ausschließen. Daher kann man solche Sachen kaufen, auch in guter (Bio-)Qualität und durchaus erschwinglich.
Ulli hat geschrieben:
26. Juni 2020, 22:57
Manche Konservierungsmittel werden als "moderat/mittelstark o" oder "sehr gut/stark/ausgeprägt ++" in deren z.B. antibakteriellen und/oder antifungalen Wirkung beschrieben.


1) Was genau bedeutet das? Was wird da zugrunde gelegt?
Denen liegen Belastungstests zugrunde. Solche Einordnungen versuchen Relationen zu verdeutlichen. Daher kann es leichte Unterschiede in der Anzahl der Sternchen geben, je nachdem, wer die Ergebnisse veröffentlicht hat und mit welchen Keimen exakt getestet wurde. Ich nutze Einordnungen aus Unterlagen der Firmen und aus Gesprächen (in der Regel Telefonaten) mit den Produktentwicklern oder Chemikern aus der Anwendungstechnik.

Im Vorhergenannten findet sich auch die Antwort auf folgende Frage. Es geht um Relationen, nicht um mathematisch exakte Werte. Daher gibt es kein »korrekt« oder »nicht korrekt«. Da hatten verschiedene Hersteller unterschiedliche Testszenarien.
4) Auseinandergehende Angaben:
Warum wird in der Tabelle von cosphaderm (s. Anhang, fand ich in einem anderen Forenbeitrag, sorry, hab' den Link nicht), z.B. Pentylene Glycol als "o" (ggf. entspricht das auch einem "+" auf Olionatura?) wirkend gegen Bakterien, aber in der Tabelle von Olionatura als "++" angeführt?

Zur nächsten Frage:
Ulli hat geschrieben:
26. Juni 2020, 22:57
2) Die empfohlene EK auf Gesamt bedeutet dann auch, dass es ganz gleich ist, wie hoch die WP des Produktes ist, in der EK wirkt es zu 100% gegen "ABC" (oder "DEF", für welchen Einsatz es auch immer gekennzeichnet ist)?
Egal ist leider nichts. Die Anteile der Phasen sind immens wichtig, zumal die meisten Konservierer lipophil sind und gerne in die Fettphase abwandern und die wässrige ungeschützt lassen. Sie sind eine der Parameter, die es unabdingbar machen, im professionellen Kontext jede einzelne Formulierung zu testen.
Ulli hat geschrieben:
26. Juni 2020, 22:57
Aber wenn ich z.B. Glycerin in dem Wässrigen habe, in dem ich das Magnolienextrakt lösen kann, warum brauche ich dann noch unbedingt Pentylene Glycol und GMCY, insofern ich Magnolienextrakt mit 0,2% EK veranschlage?[/color]
Löslichkeiten in unterschiedlichen Lösungsmitteln variieren.
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 00:12
Ich hatte aber gerade eben (nachdem ich den Beitrag schrieb) auf Dermaviduals gelesen, dass ich für Couperose und Psoriasis eh nach Möglichkeit auf Konservierungsmittel (und Emulgatoren) verzichten soll, ich denke, daher hat sich das Thema "Konservierung" für mich und meinen Bekannten eh erledigt, und wir müssen halt bei getrennt Wasser und Fett bleiben :/
Konservierungsmittel sind die Substanzen, die laut Kosmetikverordnung als solche geführt werden. Ethanol ist formal keines, Pentylenglycol ist keines, Magnolienextrakt ist keines, die Liste ist noch länger. :-) Sie konservieren zweifellos, aber rein formal sind sie keine Konservierungsmittel. Und wenn ein Hans Lautenschläger empfiehlt, man solle bei Couperose und Psoriasis keine Konservierungsmittel (und keine Emulgatoren) verwenden, meint er Kaufprodukte, die nach Kosmetikverordnung konserviert sind. Das ist eine formale Kategorisierung, keine chemische. Hans Lautenschläger ist übrigens Inhaber der Firma Dermaviduals, die Kosmetikprodukte ohne Konservierungsmittel und Emulgatoren herstellt. Verwendet werden Pentylenglycol und hydriertes Lecithin (Phospholipon® 80 H oder 90 H) – man muss die Empfehlung also auch in diesem Kontext sehen. :-)

Sobald Du Wässriges ungekühlt länger als Stunden lagerst, musst Du konservieren. Es wäre fatal, bei einer Psoriasis verkeimte Produkte einzusetzen.

Deine Verwirrung resultiert daraus, dass Du viel liest, aber das Gelesene nicht lernst. Ich lerne gerne und viel, und ich lese einen komplexen Stoff immer wieder, über Tage, schreibe mir Wichtiges heraus, konzentriere die Aussagen, stelle Aussagen mehrerer Quellen in Tabellen neben einander, überführe sie in innere Bilder. Manchmal lasse ich Widersprüche erst einmal stehen, weil ich weiß, dass sie sich oft später, wenn ich verstanden habe und mehr weiß, von alleine auflösen. Und plötzlich zeigen sich logische Muster – und ich verstehe. Nur so geht Lernen, anders funktioniert es nicht. Es ist ein zutiefst individueller und immer ein aktiver Prozess.

Ich erfahre dies gerade beim Brotbacken und der Chemie dahinter. Hochspannend, komplex, herausfordernd. Ich habe niemanden, den ich fragen kann. Da bleibt nur Geduld und Lesen, Schreiben, Ordnen, Verstehen. Das gebackene Brot zeigt mir, ob ich verstanden habe. :-) Und wenn nicht: Dann gehe ich einen Schritt zurück und mache von diesem Punkt aus weiter. Wichtig ist, sich nicht irre zu machen. Chaos im Kopf … normal, wenn man sich in eine neue Materie einarbeitet und erst einmal viele neue Informationen sichten und ordnen muss. Der gute Lerner unterscheidet sich vom schlechten, dass er diesen Stress aushält und Informationen priorisiert, also eine eigene Rangfolge entwickelt, nach der man die Dinge abarbeitet. In diesem Sinne: Ruhe und Mut und Freude am Lernen. :-) Das wird schon.
Liebe Grüße
Heike


waschbär
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von waschbär »

Ulli hat geschrieben:
26. Juni 2020, 22:57
5) Wenn manche Konservierungsmittel wie Pentylene Glycol lediglich "o" gegen alles (Cosphaderm), oder nur teilweise "++" (Olionatura) wirken, warum gehen dann einige Hersteller das Risiko ein, und nehmen Pentylene Glycol als anscheinend einzigen Konservierer in ihre Produkte?
Woher weißt Du was Hersteller in ihren Produkten haben? Anhand der INCI-Liste. Und so mancher Konservierungsstoff wird dort z.B. als "Parfum" aufgeführt und ist daher nicht als solcher zu erkennen.

Ich würde an Deiner Stelle nicht versuchen, mit einem riesigen Aufwand Konservierungsstoffe zu vermeiden, wenn Du noch gar nicht weißt, ob Deine Haut wirklich keinen der hier gängigen NK-Konservierer oder deren Kombination verträgt. Ich würde daher mal mit einer gängigen Kombination, z.B. Magnolia Extract+Pentylene Glycol+Glyceryl Caprylate oder Dermosoft 1388 eco+Kaliumsorbat ausprobieren und schauen was Deine Haut dazu sagt.


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Ulli
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

waschbär hat geschrieben: Woher weißt Du was Hersteller in ihren Produkten haben? Anhand der INCI-Liste. Und so mancher Konservierungsstoff wird dort z.B. als "Parfum" aufgeführt und ist daher nicht als solcher zu erkennen.
Hallo waschbär! Ja genau, die INCI, das mit dem "Parfum" hatte ich bereits auf dem Schirm, aber guck Dir mal bitte diese INCI hier an (ist ein Gesichtswasser, über das ich einen Beitrag schreiben wollte, ob das ggf. Fake-NK ist oder wirklich mal ein echtes gutes Kaufprodukt, für knapp 3 Euro): Wasser, Glycerin, Pentylene Glycol, hydriertes Stärkehydrolysat, Panthenol, Gurken-Extrakt (beim Anbieter nachgefragt, wie sich der zusammensetzt), modifizierter Hefe-Extrakt (Beta-Glucan), Zitronensäure.

Da Zitronensäure als letztes - wahrscheinlich zum pH-Wert einstellen? - erwähnt ist, wird sie wohl nicht so sehr zum Konservieren dienlich sein.. also an sich ist das hier tatsächlich nur das Pentylene Glycol? - Ich hatte die anderen Inhaltsstoffe nachgeschlagen, und ich konnte so direkt nicht finden, dass einer von denen nach Pentylene Glycol erwähnten auch konservierend wirken würde.

Ich verwende auch ein paar Produkte von Beyer und Söhne, und die verwenden wohl auch nur Pentylene Glycol als Konservierer.
Muss mir die INCI dort nochmal genau durchgucken, die Liste ist da etwas länger als das obige Gesichtswasser.
waschbär hat geschrieben: Ich würde an Deiner Stelle nicht versuchen, mit einem riesigen Aufwand Konservierungsstoffe zu vermeiden, wenn Du noch gar nicht weißt, ob Deine Haut wirklich keinen der hier gängigen NK-Konservierer oder deren Kombination verträgt. Ich würde daher mal mit einer gängigen Kombination, z.B. Magnolia Extract+Pentylene Glycol+Glyceryl Caprylate oder Dermosoft 1388 eco+Kaliumsorbat ausprobieren und schauen was Deine Haut dazu sagt.
Das stimmt allerdings, ich habe nur ein wenig Angst, da meine Haut (Couperose + seborrhoisches Ekzem am Kopf, vermute ich) wirklich übel auf Kaufprodukte reagierte, wobei das auch mit am UREA da drin gelegen haben könnte.
Ich würde auch gerne einem Bekannten mit Psoriasis helfen, aber Pso-Leidende haben ja erst recht ein Problem mit Allergien.

Ich habe sowohl Pentylene Glycol als auch Magnolienextrakt da, und wollte das gerne mal testen. Kein GMCY, aber eventuell besorge ich mir eine kleine Menge zum Testen..

Danke für Deine aufmunternden Worte!
Viele Grüße,
Ulli


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Fragolinchen hat geschrieben: Ich würde unkonservierte Kosmetik, die einen wässrigen Anteil hat, niemals verwenden wollen ...bestenfalls vielleicht Minimalstportionen aus dem Kühlschrank oder täglich frisch gerührt.

Wie lange würdest Du eine Suppe essen wollen, die bei Zimmertemperatur außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt wurde? Wie lange, glaubst Du, würdest Du eine Suppe essen wollen, die im Kühlschrank aufbewahrt wurde?
Hallo Fragolinchen, ich rühre meine Gesichtswässer immer frisch, bewahre sie ausschließlich im Kühlschrank auf, und nehme sie für maximal 3 Tage, wobei ich sagen muss, dass Hauptbestandteil Rosenwasser ist (ohne Alkohol, hält sich dennoch einige Monate), und nur noch etwas Aloe Vera-Glycerin 200:1 nach Frau Käser dazu.

Nach Waschen meines Gesichtes mit Leitungswasser nehme ich täglich frisch angerührten Bio-Apfelessig mit abgekochtem, destilliertem Wasser, zum Tonen (danach ein feuchtigkeitsspendendes Gesichtswasser, und danach das Aloe-Rosenwasser; manchmal nur eines von beidem).

Ich bin mir der Problematik mit Konservierungsmitteln bzw. der Absenz derselbigen durchaus bewusst.

Da ich mit meinem Hauttyp anscheinend Konservierungsmittel vermeiden soll, ich es aber bei einigen Produkten nicht sollte, da es sonst alles schlimmer machen würde, versuche ich, so wenig wie möglich an diesen Stoffen drin haben zu müssen, aber gleichzeitig Sicherheit zu gewähren. Daher dieser Post.
Viele Grüße,
Ulli


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Zunächst einmal, herzlichen Dank für Deine geduldige ausführliche Beantwortung, das hat mir schon sehr viel geholfen! :blumenstrauss:
Heike hat geschrieben: Für Deine Frage ist keine verbindliche Aussage möglich. Glaube mir: Wir alle hier würden dies gerne wissen. :-) Ich kenne niemanden, der sagt: »Ich habe Bock auf ganz viel Konservierung und dieses prickelnde Gefühl der Ungewissheit, wann sich die ersten grünen Haare zeigen«. :superirre:
hahaha Du bist witzig :D - ja, ist mir schon klar ;)
Heike hat geschrieben: Die Faktoren, die eine Konservierungsstrategie beeinflussen, sind zu komplex, als dass man eine prozentuale Menge X für einen Zeitraum mit 100%iger Sicherheit Y in Tabellen nachschlagen könnte. Das wäre schön. :ja: Gibbet aber nich.
Verstehe!
Heike hat geschrieben: Wir arbeiten daher mit empfohlenen Einsatzkonzentrationen, eher am oberen Ende des Einsatzbereichs, feinjustiert durch unsere teilweise in mehr als einem Jahrzehnt gesammelten Erfahrungen.
Einer der Gründe, warum ich bei euch gelandet bin, um aus euren Erfahrungswerten zu lernen :) (und hoffentlich irgendwann anderen Neulingen helfen zu können)
Heike hat geschrieben: Das ist auch gut so: Einsatzkonzentrationen der Hersteller sind Anhaltspunkte für eine Anwendung in professionellen Kontext, nicht unter Selbstrührer-Bedingungen.
Oh, das war mir neu! Das ist dann ja erschreckend (für mich).
Es ist mir schon klar, dass industrielle Hersteller um einiges keimfrei(er) produzieren können als wir, mir war jedoch nicht bewusst, dass die EK-Angaben sich nicht an Endverbraucher richten.
Heike hat geschrieben: Eine Alternative gibt es: Wer nicht konservieren möchte, muss jeden Tag mehrmals zum Kühlschrank wandern und 2-3 Mal die Woche neu rühren.
Ich nehme bisher getrennt Feuchte und Fette, d.h., ich rühre (noch?) keine Cremes, aber das Gesichtswasser mache ich alle paar Tage neu, ja.
Heike hat geschrieben: Daher kann man solche Sachen kaufen, auch in guter (Bio-)Qualität und durchaus erschwinglich.
Die Bio-Produkte, die ich sah, enthielten alle das eine oder andere, das ich nicht mochte; ich habe vor nicht allzu Langem bei Beyer und Söhne die Hautcreme+ und eine Probe des Gels gekauft, als auch Dayshade LSF 30 und LSF 50+, um meine Rosacea etwas abzuschirmen (hilft zwar nicht gegen die IR-Strahlung, aber dafür setze ich einen Hut auf); sehr sehr teuer, und - zumindest was die Hautcreme+ und das Gel angeht - anscheinend nicht so gut, wie ich es bei dem hohen Preis erwartete, aber mal abwarten.

Beyer nimmt anscheinend lediglich Pentylene Glycol zum Konservieren, ich muss mir aber nochmal die INCI genau angucken, ob sich da nicht noch was anderes drin versteckt.
Heike hat geschrieben: Denen liegen Belastungstests zugrunde. Solche Einordnungen versuchen Relationen zu verdeutlichen. Daher kann es leichte Unterschiede in der Anzahl der Sternchen geben, je nachdem, wer die Ergebnisse veröffentlicht hat und mit welchen Keimen exakt getestet wurde. Ich nutze Einordnungen aus Unterlagen der Firmen und aus Gesprächen (in der Regel Telefonaten) mit den Produktentwicklern oder Chemikern aus der Anwendungstechnik.
Ah, das ist sehr hilfreich, danke!
Dann traue ich der Olionatura-Tabelle mehr :)
Heike hat geschrieben: Im Vorhergenannten findet sich auch die Antwort auf folgende Frage. Es geht um Relationen, nicht um mathematisch exakte Werte. Daher gibt es kein »korrekt« oder »nicht korrekt«. Da hatten verschiedene Hersteller unterschiedliche Testszenarien.
Ja, das dachte ich mir, hatte ich in einem Abschnitt erwähnt, darum frug ich nach, wie diese Testszenarien ausschauen, um das alles besser einschätzen zu können.
Heike hat geschrieben: Egal ist leider nichts. Die Anteile der Phasen sind immens wichtig, zumal die meisten Konservierer lipophil sind und gerne in die Fettphase abwandern und die wässrige ungeschützt lassen. Sie sind eine der Parameter, die es unabdingbar machen, im professionellen Kontext jede einzelne Formulierung zu testen.
Unerhört, dass die einfach abwandern.. d.h. ich sollte besser jedwede Formulierung - so sie nicht eh schon von euch stammt - besser von euch überprüfen lassen, ob da ausreichend Konservierungsschutz gegeben ist.

Wenn lipophile Konservierer gerne in die FP abwandern, macht es jetzt auch Sinn für mich, dass man - zusätzliche Funktion als Lösungsvermittler oder Emulgator oder Feuchtebinder/-spender oder nicht - dann auch einen hydrophilen Konservierer hinzufügt.
Heike hat geschrieben: Löslichkeiten in unterschiedlichen Lösungsmitteln variieren.
Magnolienextrakt wurde in Diolen als löslich beschrieben, daher rührte meine Frage.
Ich dachte, löslich hieße dann auch in dem Zusammenhang "komplett oder genug löslich, so dass es ausreichend konservierende Wirkung hat".
Heike hat geschrieben: Konservierungsmittel sind die Substanzen, die laut Kosmetikverordnung als solche geführt werden. Ethanol ist formal keines, Pentylenglycol ist keines, Magnolienextrakt ist keines, die Liste ist noch länger. :-) Sie konservieren zweifellos, aber rein formal sind sie keine Konservierungsmittel.
Ja, das weiß ich, das hatte ich gelesen, also, diese kleinen "Kniffe" z.B., dass manche Hersteller etwas als "alkoholfrei" deklarieren ;) Ich hab' Olionatura rauf und runter gelesen, manche Seiten weit öfter als 1 Mal.
Ich bin ein Neuling, aber willens zu lernen, wirklich.
Heike hat geschrieben: Und wenn ein Hans Lautenschläger empfiehlt, man solle bei Couperose und Psoriasis keine Konservierungsmittel (und keine Emulgatoren) verwenden, meint er Kaufprodukte, die nach Kosmetikverordnung konserviert sind. Das ist eine formale Kategorisierung, keine chemische.
Aaaah jetzt schnackelt's, danke :)
Heike hat geschrieben: Hans Lautenschläger ist übrigens Inhaber der Firma Dermaviduals, die Kosmetikprodukte ohne Konservierungsmittel und Emulgatoren herstellt. Verwendet werden Pentylenglycol und hydriertes Lecithin (Phospholipon® 80 H oder 90 H) – man muss die Empfehlung also auch in diesem Kontext sehen. :-)
:D Ich hatte mir die Produkte da angesehen, da für Rosacea anscheinend Tranexamsäure empfehlenswert sei, ich die aber (außer als Injektionslösung mit Salzsäure) ad hoc nicht online zu kaufen fand. Habe dann aber gesehen, dass in seiner Liposomenzusammenstellung mit Tranexamsäure Alkohol/Ethanol drin ist, daher würde ich das dann nicht kaufen.
Heike hat geschrieben: Sobald Du Wässriges ungekühlt länger als Stunden lagerst, musst Du konservieren. Es wäre fatal, bei einer Psoriasis verkeimte Produkte einzusetzen.
Absolut, ich lasse Wässriges allerdings auch nie ungekühlt, und verwende diese lediglich für wenige Tage, und nur "aus dem Kühlschrank heraus". (*grabsch, sprüh sprüh, abstell*)
Heike hat geschrieben: Deine Verwirrung resultiert daraus, dass Du viel liest, aber das Gelesene nicht lernst.
Genau das, was ich ein paar Mal auch hier schrieb: Wissen zu akkumulieren, aber das Wissen auch kombinieren und anwenden zu können, sind 2 Paar Schuhe!

Ich denke mittlerweile auch in Fettsäuren/Ölgruppen, und besitze generell in manchen Dingen ein photographisches Gedächtnis, habe ein paar andere nützliche "perks", aber das reale, stressige und ereignisreiche Leben plus der Umstand, dass ich im Autismus-Spektrum bin, erschweren mir das Ganze mitunter, da da wohl ein wenig "OCD" und dieser elende Effizienz-Perfektionismus hervortritt, und ich mich in Detailfragen "verliebe", die dann das Lernen bzw. Kombinieren erstmal stoppen, bis diese Details geklärt sind.

In diesem Zusammenhang entschuldige ich mich auch für meine manchmal antiquierte Schreibweise als auch -länge; ich habe zum einen mit "ollen Schinken" begonnen zu lesen, und was mein Schwadronieren angeht, so befürchte ich immer (schlechte Kindheitserfahrungen), dass neurotypische Menschen mich missverstehen, wenn ich es nicht lang und breit erkläre (aber leider hilft das auch nicht immer, und ich komme einfach per se "seltsam" rüber :/)
Heike hat geschrieben: Ich lerne gerne und viel, und ich lese einen komplexen Stoff immer wieder, über Tage, schreibe mir Wichtiges heraus, konzentriere die Aussagen, stelle Aussagen mehrerer Quellen in Tabellen neben einander, überführe sie in innere Bilder.
Das mache ich ganz genau so. Ich liebe es dazuzulernen, und da das Ganze hier auch mit Chemie zu tun hat, und ich Chemie schon von kleinauf liebte, bin ich mehr als willens, dazuzulernen und zu wachsen - in den Limitationen, die mir von Natur aus gegeben sind (ich bin alles andere als doof, aber einfach viel zu akribisch).

Ich mache mir dermaßen viele Listen - so habe ich u.a. auch das mit den Fettsäuren und Olionatura-Ölgruppen verinnerlicht - und versuche dann, zu kombinieren. (Hatte aber erst vor Kurzem hier gelesen, dass man sich davon etwas befreien muss, gerade bei Haut mit speziellen Bedürfnissen.)
Heike hat geschrieben: Manchmal lasse ich Widersprüche erst einmal stehen, weil ich weiß, dass sie sich oft später, wenn ich verstanden habe und mehr weiß, von alleine auflösen. Und plötzlich zeigen sich logische Muster – und ich verstehe. Nur so geht Lernen, anders funktioniert es nicht. Es ist ein zutiefst individueller und immer ein aktiver Prozess.
Ich habe nunmal die Befürchtung, dass, wenn ich diese Widersprüche nicht kläre, ich damit meine Haut (oder potentiell die anderer) gefährde, und aus absoluter Menschenliebe und tiefer Empathie heraus will ich das nicht - daher mein Bestreben nach "Perfektionismus", so illusorisch dieser auch immer sein mag, ich weiß.
Heike hat geschrieben: Ich erfahre dies gerade beim Brotbacken und der Chemie dahinter. Hochspannend, komplex, herausfordernd. Ich habe niemanden, den ich fragen kann.
Ich bin mir sicher, dass hier auch andere backen! Es gibt doch hier auch ein Kulinarium-Unterforum?
Heike hat geschrieben: Chaos im Kopf … normal, wenn man sich in eine neue Materie einarbeitet und erst einmal viele neue Informationen sichten und ordnen muss. Der gute Lerner unterscheidet sich vom schlechten, dass er diesen Stress aushält und Informationen priorisiert, also eine eigene Rangfolge entwickelt, nach der man die Dinge abarbeitet.
S.o., ich bin dann wohl ein schlechter oder zumindest sehr langsamer Lerner, weil ich mich aus Angst und Fürsorge in Detailfragen verzettele.. das ist echt eine meiner Schwächen, die ich nicht loswerde.
Heike hat geschrieben: In diesem Sinne: Ruhe und Mut und Freude am Lernen. :-) Das wird schon.
Herzlichen Dank für Deine Aufmunterung, und nochmals mehr als herzlichen Dank für Deine Ausführlichkeit, das hat mir sehr geholfen.

Ein schönes Wochenende!
Viele Grüße,
Ulli

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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

OT: Bzgl. in Details verzetteln: Kennst du die Theorie der schwachen zentralen Kohärenz? Für Neurodiverse im AS und mit ADS ein Erklärungsmodell, warum u.a. das Lernen durch diesen besonderen kognitiven Stil erschwert sein kann, bzw. anders abläuft. Ärger dich nicht, dass du es nicht loswirst, du erlangst dadurch Fähigkeiten, die viele NT nicht haben. Ich finde gerade die Detailorientierung bei unserem Hobby sehr wichtig. Falls es dir schwerfällt, die Details dann in Beziehung oder Zusammenhang zu setzen, frag bitte gerne immer nach, dann „grübeln“ wir gemeinsam.
Liebe Grüße, Nina


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

[OT]
Kunstblume hat geschrieben: OT: Bzgl. in Details verzetteln: Kennst du die Theorie der schwachen zentralen Kohärenz?
Ich interessiere mich schon von jeher sehr für Neuro Sciences (allgemein, ich finde das menschliche Gehirn äußerst faszinierend, und ich liebe Philosophie, und beides zu kombinieren; außerdem für Psychologie ), und verfolge Spectrumnews seit geraumer Zeit, habe aber immer versucht mich nicht "davon" definieren zu lassen und es daher weitestgehend vermieden, darüber zu lesen, wie ich laut Wissenschaft "bin/zu sein habe" - das Wissenschaftliche dahinter interessiert mich jedoch sehr.

Aber, für Kontext:
► Text zeigen
Das kann ich für mich durchaus unterschreiben (s. auch u., ich nehme Reize noch übermäßiger wahr).
Kunstblume hat geschrieben: Für Neurodiverse im AS und mit ADS ein Erklärungsmodell, warum u.a. das Lernen durch diesen besonderen kognitiven Stil erschwert sein kann, bzw. anders abläuft.
ADS habe ich - meiner Einschätzung nach - zum Glück nicht, oder schwach ausgeprägt, oder andersgestaltig (z.B., dass ich mich in etwas dermaßen vertiefe, dass ich schnell andere, ggf. auch gerade wichtigere, Dinge vergesse, da ich Informationen in mein Gehirn aufnehmen will, und das dann priorisiere), aber bei mir erschwerend kommen noch Synaesthesieformen hinzu, die mein Leben noch komplexer und komplizierter gestalten (aber auch hilfreicher und bereichender).
Kunstblume hat geschrieben: Ärger dich nicht, dass du es nicht loswirst, du erlangst dadurch Fähigkeiten, die viele NT nicht haben. Ich finde gerade die Detailorientierung bei unserem Hobby sehr wichtig.
Keine Sorge, ich kenne durchaus die Vorteile, die das hat, aber im sozialen Miteinander ist das für Andere nicht selten doch mal anstrengend oder unverständlich, wie jemand sich an so Minidetails aufhängen kann - für mich aber nunmal essentiell, da ansonsten diese Unsicherheit in mir verbleibt, "ob ich es auch wirklich richtig mache".

Und da ich Menschen liebe, und (zaghaft, aber dennoch) versuche, mich in überwiegend NT-Gemeinschaften irgendwie einzufügen (ohne hoffentlich allzu sehr aufzufallen), ärgere ich mich, weil es für andere halt nicht immer nachvollziehbar ist, oder sie es ggf. auch als wirklich negativ ansehen, dass ich so bin, wie ich bin - ich aber nichts Böses im Schild führe, oder jemanden absichtlich verärgern oder überfordern will, ganz im Gegenteil.
Kunstblume hat geschrieben: Falls es dir schwerfällt, die Details dann in Beziehung oder Zusammenhang zu setzen, frag bitte gerne immer nach, dann „grübeln“ wir gemeinsam.
Gott, da weiß ich jetzt nicht, wie ich am besten drauf reagieren soll, außer mit Danke, das ist sehr lieb von Dir.
An sich wollte ich, ehrlich gesagt, das hier aus dem eher öffentlichen Forum heraushalten und es, wenn überhaupt, irgendwann in privateren Unterforen thematisieren, falls es mal "natürlich" dazu käme, aber ich habe gemerkt, wie meine "Neurodiversität" hier ggf. wieder einmal Fragezeichen in den Gesichtern hervorruft, und ich bin ja auch neu hier.. und bevor ich da tüchtig missverstanden und anders interpretiert werde, oder manche sogar eine Abneigung gegen mich entwickeln, dachte ich mir, ich verstecke das mal in einem kleinen Nebensatz, werden schon nicht so Viele sehen.. - Du bist sehr aufmerksam!
Lieben Dank nochmal :blumenstrauss:
Viele Grüße,
Ulli

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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Es ist mein Beruf, weshalb ich auf deine Nebensätze eingegangen bin. Offen mit seiner Wahrnehmungsverarbeitung und Persönlichkeit umzugehen finde ich gut, tu ich selbst bisweilen, finde ich mitunter hilfreich im Umgang mit Menschen, an denen einem gelegen ist. Dann beenden wir hier den Austausch mal, um den Thread nicht mit Off Topic Themen zu überladen.
Ich leite wieder über zu den Konservierungsmitteln. :blumenfuerdich:
Liebe Grüße, Nina

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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Zunächst einmal, herzlichen Dank für Deine geduldige ausführliche Beantwortung, das hat mir schon sehr viel geholfen! :blumenstrauss:
Gerne. :-)
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Beyer nimmt anscheinend lediglich Pentylene Glycol zum Konservieren, ich muss mir aber nochmal die INCI genau angucken, ob sich da nicht noch was anderes drin versteckt.
Ja, es wird sehr oft als einziges konservierendes Additiv verwendet; es ist zuverlässig in seiner Konservierungsleistung. Man kann ihn guten Gewissens höher dosieren, die Feuchtigkeitsbindung ist sehr gut und seine Verträglichkeit auch.
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Unerhört, dass die einfach abwandern.. d.h. ich sollte besser jedwede Formulierung - so sie nicht eh schon von euch stammt - besser von euch überprüfen lassen, ob da ausreichend Konservierungsschutz gegeben ist.
Das ist nicht notwendig. Du kannst die konservierenden Substanzen, die es gibt, nach Anweisung einsetzen und sauber arbeiten. Meine Konservierungstabelle nennt übliche Einsatzkonzentrationen und gibt Tipps, worauf man achten muss (pH-Wert z. B. oder die Reihenfolge der Einarbeitung).
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Wenn lipophile Konservierer gerne in die FP abwandern, macht es jetzt auch Sinn für mich, dass man - zusätzliche Funktion als Lösungsvermittler oder Emulgator oder Feuchtebinder/-spender oder nicht - dann auch einen hydrophilen Konservierer hinzufügt.
Ja, so ist es. :-)
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Magnolienextrakt wurde in Diolen als löslich beschrieben, daher rührte meine Frage.
Zwischen diesen gibt es ebenfalls Unterschiede in ihrer Eignung als Lösungsmittel.
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
In diesem Zusammenhang entschuldige ich mich auch für meine manchmal antiquierte Schreibweise als auch -länge; ich habe zum einen mit "ollen Schinken" begonnen zu lesen, und was mein Schwadronieren angeht, so befürchte ich immer (schlechte Kindheitserfahrungen), dass neurotypische Menschen mich missverstehen, wenn ich es nicht lang und breit erkläre (aber leider hilft das auch nicht immer, und ich komme einfach per se "seltsam" rüber :/)
Oh, nein, das wollte ich damit nicht ausdrücken. :schock:
Ich komme selbst immer wieder an einen Punkt, wo ich merke: Das habe ich doch noch nicht gelernt. »Gelernt« meint hier, eine Information zuverlässig abrufen zu können und es in meinem ureigenen Netz aus Wissen eingeordnet zu haben. Nur wird die Situation nicht besser, wenn ich dann Dritten die »unverdauten« Teil-Informationen vorlege und mich weiteren (oft auch widersprüchlichen) Informationsstürmen aussetze. Foren sind spannende Orte, aber da treffen alle aufeinander: Wissende, Halbwissende und Unwissende. Wer blickt da als Anfänger durch? Ich setze immer auf die Intelligenz und das Korrektiv der Gruppe; hier sind einige sehr lange dabei; irgendwie kommen wir fachlich immer wieder auf einen guten Nenner. Tja, und manche Widersprüche muss man dann einfach mal stehen lassen.

Ich selbst bin ja eher jemand, der es kurz und knackig mag. Ich komme gerne zum Punkt. Mag aber auch nicht jeder. :kekse:
Ulli hat geschrieben:
27. Juni 2020, 13:46
Ich habe nunmal die Befürchtung, dass, wenn ich diese Widersprüche nicht kläre, ich damit meine Haut (oder potentiell die anderer) gefährde, und aus absoluter Menschenliebe und tiefer Empathie heraus will ich das nicht - daher mein Bestreben nach "Perfektionismus", so illusorisch dieser auch immer sein mag, ich weiß.
Daher wohl der dezente :kicher: Hinweis einiger, noch nichts für andere zu rühren.
Liebe Grüße
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ich habe gerade auch etwas Neues gelernt (zumindest begrifflich). :-) Ich musste »OCD« und »NT« erst einmal nachschlagen. Gut, so kann ich das besser einordnen.

Ich kenne die Situation, anders zu sein, seit Jahrzehnten. Ich bin stark introvertiert. Man merkt es jedoch auf dem ersten Blick nicht, weil ich gerne und offen auf Menschen zugehe, ihre Gesellschaft schätze, gut frei vor Gruppen sprechen kann. Ich mag Körperkontakt, bin ein Mensch, der gerne berührt und sehr viel lächelt. Das kommt von innen, ich bin so.
Die Gesellschaft von Menschen genieße ich sehr – bis zu einem bestimmten Punkt, dann MUSS ich mich zurückziehen. Das geht manchmal schon nach 1, 2 Stunden so. Ich brauche Alleinsein wie die Luft zum Atmen. Heute kann ich damit gut umgehen, als Jugendliche war ich ein Freak. Zum Glück habe ich einen liebevollen Freundeskreis und eine wundervolle Familie. Mein Mann und meine Tochter kennen mich und lassen mich einfach »Heike« sein. Niemand setzt mich unter Druck, wenn ich mal etwas nicht mitmachen möchte und Alleinsein vorziehe.

Damit möchte ich sagen, dass ich Dich – denke ich – gut nachvollziehen kann. Wir sind wie wir sind, und ich werde nun, da ich weiß, warum Du auf deine Art fragst, ganz anders damit umgehen können.

Danke! :knuff:
Liebe Grüße
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Heike hat geschrieben: Ja, es wird sehr oft als einziges konservierendes Additiv verwendet; es ist zuverlässig in seiner Konservierungsleistung. Man kann ihn guten Gewissens höher dosieren, die Feuchtigkeitsbindung ist sehr gut und seine Verträglichkeit auch.
Meine Haut scheint Pentylene Glycol (in Gesichtswasser) literweise "saufen" zu können, wird aber überhaupt nicht davon beeindruckt, und fühlt sich (bisher) nicht genährt/besser an :gruebel:

Ich hatte in manchen Studien zu Pentylene Glycol einen bis zu 25%igen Einsatz dessen vermerkt gelesen; der Stoff scheint manch andere sehr gut tiefer leiten zu können; nachdem ich hier mal etwas tiefer grub, Studien etc., bin ich ein wenig verunsichert, hoffe aber, dass es nicht allzu sehr schaden wird.

Es gibt definitiv schlimmere Konservierungsmittel.

So hygienisch wie möglich arbeitend und abfüllend und entnehmend vorausgesetzt, gibt es irgendwelche EK für Pentylene Glycol in (nicht im Kühlschrank stehende) Gesichtswasser ohne jegliche FP, die zuverlässig gegen Bakterien als auch Schimmel konservieren? (Ich habe von der Drogerie ein Gesichtswasser, bei dem Pentylene Glycol als 3. der INCI, nach Wasser und Glycerin, steht, und frage mich, wie lange die Cremes/Gels von Beyer und Söhne - die aber auch etwas FP enthalten - außerhalb des Kühlschranks halten, solange die keine Sonne abbekommen.)
Heike hat geschrieben: Das ist nicht notwendig. Du kannst die konservierenden Substanzen, die es gibt, nach Anweisung einsetzen und sauber arbeiten. Meine Konservierungstabelle nennt übliche Einsatzkonzentrationen und gibt Tipps, worauf man achten muss (pH-Wert z. B. oder die Reihenfolge der Einarbeitung).
Die habe ich freilich auch gelesen! Noch nicht ganz memorisiert, was die exakten pH-Werte angeht (ich bin noch in der "ich hadere mit mir, Konservierungsmittel einzusetzen, oh mein Gott, hoffentlich finde ich einen möglichst sicheren, aber auch reizfreien"-Phase), aber ich wollte eh immer ein Augenmerk darauf haben, im (individuell, lokalen) hautfreundlichen pH-Bereich zu bleiben (und ich habe auch im Hinterkopf, dass Emulgatoren normalerweise ebenfalls ihren bevorzugten pH-range haben).
Ulli hat geschrieben: Wenn lipophile Konservierer gerne in die FP abwandern, macht es jetzt auch Sinn für mich, dass man - zusätzliche Funktion als Lösungsvermittler oder Emulgator oder Feuchtebinder/-spender oder nicht - dann auch einen hydrophilen Konservierer hinzufügt.
Heike hat geschrieben: Ja, so ist es. :-)
Yay ich habe etwas Gelesenes kombinieren können :yeah: :fred:
(Ich freue mich darob insgeheim mehr, als ich wahrscheinlich sollte.)
Ulli hat geschrieben: Magnolienextrakt wurde in Diolen als löslich beschrieben, daher rührte meine Frage.
Heike hat geschrieben: Zwischen diesen gibt es ebenfalls Unterschiede in ihrer Eignung als Lösungsmittel.
U.a. Glycerin (naja, Triol) wurde vermerkt als Lösungsvermittler, daher dachte ich zuvor, wenn ich in einem Nur-Wasser-Gesichtswässerchen eh Glycerin reintäte (da ich sehr durstige Haut habe) könne ich den Magnolienextrakt ganz einfach darin lösen, und benötigte keine FP, damit der Magnolienextrakt konservierend wirke.. siehst Du, genau da lag ich falsch, da ich die mir bis zu dem Zeitpunkt vorliegende Information von der Konservierungstabelle - für mich "logisch" - so interpretierte. Mit der zusätzlichen Information des "Abwanderns" wurde mir das dann klar, keine Ahnung, wie ich das überlesen konnte; ich kann mich nicht erinnern, das irgendwo prominent gelesen zu haben, daher meine falsche "logische" Schlussfolgerung - ich hoffe, das, und meine Verwirrung, die sich in meinem Post ausdrückt, ist jetzt nachvollziehbar :D
Heike hat geschrieben: Oh, nein, das wollte ich damit nicht ausdrücken. :schock:
Ne, so hatte ich Dich auch nicht missverstanden, keine Sorge, aber das mit dem "Lernen", das Du erwähntest, hatte ich in der Richtung interpretiert, dass Du ggf. von mir denken könntest, ich sei eines von (nicht allen, aber anscheinend auch nicht wenigen) Rührküken, die sich nicht auf ihren eigenen Hintern ;) setzten, sondern schlaraffenlandmäßig erwarteten, dass das Forum ihnen "zu Diensten" sein müsse und ihnen gefälligst die gebratenen Hühnchen in's Maul serviert, ergo selbst nicht gewillt seien, dazuzulernen, und auch gar nicht vorhaben, sich zu integrieren.

Ich hatte vorher hier im Forum bereits gelesen, und mir sind ein paar solcher Fälle aufgefallen, daher wollte ich nicht, dass Du (oder auch andere) mich in einem falschen Lichte siehst :argverlegen:
daher fühlte ich mich "gezwungen", das zu erwähnen, nur für den Fall (wie gesagt, Kindheits- und tlw. sogar noch Erwachsenentraumata).
Heike hat geschrieben: Foren sind spannende Orte, aber da treffen alle aufeinander: Wissende, Halbwissende und Unwissende. Wer blickt da als Anfänger durch? Ich setze immer auf die Intelligenz und das Korrektiv der Gruppe; hier sind einige sehr lange dabei; irgendwie kommen wir fachlich immer wieder auf einen guten Nenner.
Wenn Du mich als Anfängerin fragst, also ehrlich gesagt orientiere ich mich hier an Beitragsmenge und insbesondere Dauer der Forenzugehörigkeit :D

Eben weil sich eine Gruppe "von selbst korrigiert", und dabei auch unweigerlich einige - nonchalant ausgedrückt - "aussortiert" werden (oder sich freiwillig hinauskomplimentieren), halte ich mich, was Vertrauenswürdigkeit von Aussagen im Zusammenhang mit Formulierungen und Rohstoff-Eigenschaften etc. pp. angeht, an die "Alteingesessenen" :)
Heike hat geschrieben: Tja, und manche Widersprüche muss man dann einfach mal stehen lassen.
Ja, das habe ich in manchen eurer Beiträge auch bemerkt, aber das ist auch "menschlich" und daher gut so :) Die Verschiedenheit, auch von Meinungen, ist es, die uns die unsrigen hoffentlich hinterfragen, neu analysieren, um dann ggf. doch wieder als (für uns persönlich) "richtig" kategorisieren lässt ;)
Heike hat geschrieben: Ich selbst bin ja eher jemand, der es kurz und knackig mag. Ich komme gerne zum Punkt. Mag aber auch nicht jeder. :kekse:
Du wirst es mir bei meiner Schwafeltendenz nicht glauben, aber ich mag das auch.
Ich bewundere Menschen, die das können, und wünschte, ich könnte das auch.

Interessanterweise, sobald ich in einer Materie ganz tief eingearbeitet bin, bin ich dazu in der Lage, dies Laien vereinfacht und kurz, prägnant, darzustellen, und bin dann eine recht passable Lehrerin.

Aber wohl nur dann.
Heike hat geschrieben: Daher wohl der dezente :kicher: Hinweis einiger, noch nichts für andere zu rühren.
hehehe, ja, die liebe Helga u.a. :D - ich verstehe das schon, ihr habt ja Recht; meine überbordenden Spiegelneuronen (zu viel Empathie, Mit-Leid) in Sachen Menschen und umso mehr Nahestehenden, erschwert mir das, insbesondere wenn es für Betreffende gerade keinen anderen Ausweg gibt.. Ich bin aber Dank euch jetzt in dieser Hinsicht etwas "ruhiger" :morgenkaffee: geworden, und ich denke, ich kann ihm zumindest einige wertvolle Ratschläge, "basics" geben, die ihm bereits sehr helfen werden.

- Lieben Dank nochmal für Dein Verständnis und das Erklären, ich merke richtig, wie ein wenig der "Perfektionismus-Stress" in mir nachlässt, bzw. erstmal beiseite geschoben wird :)
:blumenstrauss:
Viele Grüße,
Ulli


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Heike hat geschrieben: Ich habe gerade auch etwas Neues gelernt (zumindest begrifflich). :-) Ich musste »OCD« und »NT« erst einmal nachschlagen. Gut, so kann ich das besser einordnen.
Argh :D Nicht missverstehen, das ist bei mir wahrscheinlich hauptsächlich "Stereotypismus" (vom Autismus), und nur mild "OCD"; ich bin froh, dass diese Zwangsstörungen bei mir nicht so heftig sind wie bei anderen; ich hatte dieses Schlüsselerlebnis mit 12, als ich merkte, dass es nicht "normal" ist, sich extrem unwohl zu fühlen, wenn man sich nicht immer direkt nach dem Naseschneuzen (mit Taschentüchern) die Hände waschen kann; seitdem analysiere ich meine Handlungen/Impulse und steuere dagegen, so gut es geht.
(Fällt mir bei "OCD-Angehauchtem" um einiges leichter, da gegenzusteuern oder es ganz zu eliminieren, als etwas, das vom Autismus herrührt; aber was ich nicht wegbekomme, da ich es auch nicht als allzu störend empfinde, ist gelegentlich manche Dinge zu zählen, wie Treppenstufen, oder die Anzahl der Fliesen an Decke und/oder Boden von Arztpraxen o.ä., und mich dann manchmal insgeheim ein wenig über die Asymmetrie der Fliesenverteilung oder andere Details wie schlechte Farbkombinationen (z.B. gelbliches Blau mit rötlichem Blau) zu echauffieren :D)
Heike hat geschrieben: Ich kenne die Situation, anders zu sein, seit Jahrzehnten. Ich bin stark introvertiert. Man merkt es jedoch auf dem ersten Blick nicht, weil ich gerne und offen auf Menschen zugehe, ihre Gesellschaft schätze, gut frei vor Gruppen sprechen kann. Ich mag Körperkontakt, bin ein Mensch, der gerne berührt und sehr viel lächelt. Das kommt von innen, ich bin so.
Die Gesellschaft von Menschen genieße ich sehr – bis zu einem bestimmten Punkt, dann MUSS ich mich zurückziehen. Das geht manchmal schon nach 1, 2 Stunden so. Ich brauche Alleinsein wie die Luft zum Atmen.
Mir ist, als läse ich etwas von mir selbst :) (das mit dem Körperkontakt bei mir allerdings nur bei Wenigen, bei denen ich mich sehr nahe fühle).
Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was Du schilderst.
"Battery-recharging" nenne ich das. Menschen (oder der Umgang mit ihnen) "entladen" mich, aber es gibt auch einige, die einen manchmal "aufladen" können - aber selbst von denen brauche zumindest ich immer mal wieder etwas Abstand, zur "Rekalibirierung".

Es ist schön, dass Du so verständnisvolle Freunde und Familie hast!
Das freut mich sehr für Dich.
Heike hat geschrieben: Damit möchte ich sagen, dass ich Dich – denke ich – gut nachvollziehen kann. Wir sind wie wir sind, und ich werde nun, da ich weiß, warum Du auf deine Art fragst, ganz anders damit umgehen können.
Das freut mich, danke.
Ich hasse es an sich - wie ich zu meinen engsten Freunde manchmal im Scherz sage, um das zu überspielen: "to pull the autism card" - aber ich denke in Anbetracht dessen, dass ich hier "hineinwachsen" will, hilft Offenheit mehr, als dass sie schadet; ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass das so schnell passiert, dass ich meinte, meine diesbezüglichen "Karten" "offenlegen" zu müssen.
Ist für mich persönlich aber eher ein positives Zeichen, denn wenn mir nichts an euch gelegen wäre, hätte ich diesen "Zwang" nicht verspürt.
Heike hat geschrieben: Danke! :knuff:
Ich habe zu danken.

Einer meiner Schwächen ist, dass ich mit großer Freundlichkeit und/oder Komplimenten sehr schlecht umgehen kann, ich grinse dann im realen Leben "blöde" breit, werde rot, reichlich verlegen, und weiß dann nie, wie ich reagieren soll; bei männlichen Freunden reagiere ich dann oft mit Burschikosität, um das Ganze abzutun.. bei Fremden, und Frauen, tue ich mich da ein wenig schwer. Ich kann da außer ein "Danke" und Blümchen :blumenstrauss: zu geben, an z.Z. nichts anderes denken.

Ich hoffe, das misinterpretierst Du nicht als "Kühle" oder so, aber da bin ich sehr ungeübt und unbeholfen :argverlegen:

Herzlichen Dank für Deine Offenheit!

(und Verzeihung an alle für so viel Offtopic außerhalb des Küchentresens, ihr könnt den Thread auch gerne löschen!)
Viele Grüße,
Ulli

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Blüten
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Blüten »

Ich schreibe Dir mal, wie es mir ging am Anfang. War neugierig auf die Hautpflege mit Öl (dabei fand ich Olionatura im Netz..). Gelernt habe ich, daß das nicht reicht:
# Welche Öle?
# Welcher Emulgator?
# Welche Wirkstoffe?
# Welche Konservierer?

Es sind die eigenen Hautzustände, die wir selbst in den „Griff“ bekommen müssen (in meinem Fall war es Couperose – Kosmetiker/Innen nennen es auch Rosacea) und leichte Neurodermitis am Körper.
Konservierer waren und sind nicht das Problem bei meiner Suche gewesen!
(Ich lebe gut mit GMCY und 1388eco)
Emulgatoren fand ich da schon spannender und da greife ich mittlerweile die Compounds von Olionatura auf: Imwitorbasis
Bei den Wirkstoffen, die ich bemerkenswert finde, bin ich bei der Barriereschutzbasis (die zur Fettphase gezählt wird) gelandet, aber auch die Feuchtigkeit darf nicht vernachlässigt werden.
Bei mir sind es 6% der WP.
Die wenigen Öle, die ich dann verwende sind in Ihrer Fettphase sehr sparsam dosiert (FP +/-8%).
Liebe Ulli, Dir bleibt nichts übrig, als es zu probieren. Ich wünsche Dir viel Glück!
Liebe Grüße Birgit

Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
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Helga
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ulli hat geschrieben: hehehe, ja, die liebe Helga u.a. :D - ich verstehe das schon, ihr habt ja Recht; meine überbordenden Spiegelneuronen (zu viel Empathie, Mit-Leid) in Sachen Menschen und umso mehr Nahestehenden, ....
Ich fühlte mich wie Gott persönlich als ich anfing zu rühren und jemand in meiner Umgebung hatte Hautprobleme :wink: Gerade, dass ich mir nicht selbst auf die Schulter geklopft habe, war ich doch sooo gut :). Ja, eh. :argstverlegen:
Heute - und ich habe heute ein vielfaches mehr an Wissen als zu Beginn - halte ich mich von schweren Fällen fern, speziell wenn in der Ferne :). Was ich auch schmerzvoll lernen musste: Man kann niemanden zu seinem (Haut)-Glück zwingen, wenn jemand etwas nicht begreifen will, sollte man ihn seine eigenen Erfahrungen machen lassen :)
Außerdem vermute ich, dass Eure Hautprobleme vielleicht die selben Symptome haben, aber doch nicht gleich sind; also konzentriere Dich erst mal auf Dich, Du lernst ja auch dabei.

Liebe Ulli, ich schreibe es kurz und bündig: Mein Empfinden ist, dass Du Dich zu sehr auf scheinbar negatives konzentrierst, die Konservierer, die wirklich nicht mehr der Feind sind. Mit Hin- und Her überlegen wird wertvolle Zeit vertan. Deine momentane Pflege ist auf Dauer nicht optimal - das weißt Du - sie wird Deine Haut auf Dauer weder bessern noch heilen, im allerschlimmsten Fall wird sie sogar noch schlechter werden - welchem Rohstoff wird dann die Schuld zugeschoben (wenn kein Konservierer verwendet wurde)?
Aber auch von etwas sehr, sehr gutem wie Phospholipon 80H kann die Couperose/Rosacea schwer irritiert werden und zwar dann, wenn man z. B. anstelle der empfohlenen 1% mehr verwendet, z. B. 3%. Das ist für dieses Hautproblem zu viel, zu okklusiv.
Du siehst also es kommt schlicht und einfach immer auf das Gesamtkonzept an, weniger auf einzelne Rohstoffe. Blüten hat das oben auch so schön beschrieben.

Lass mich Dir in saloppen, sehr einfachen Worten raten - komm in die Gänge, bevor Du nicht mehr raus findest aus Deinen Theorien, beginne zu rühren, etwas einfaches ohne viel Zutaten, eventuell musst Du die Fettphase reduzieren oder erhöhen, konserviere. Kann sein, dass nicht gleich das erste Rezept optimal ist, aber mit der Hilfe hier kannst Du es anpassen :)

So, ich bin nun raus aus diesem Thread, zu Hautproblemen kann ich mangels Erfahrung wenig beisteuern, ich sage nicht leider :wink:, alles Gute, ich wünsche Dir baldige Normalisierung Deiner Haut und viel Erfolg :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Ulli
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Blüten hat geschrieben: # Welche Öle?
# Welcher Emulgator?
# Welche Wirkstoffe?
# Welche Konservierer?

Es sind die eigenen Hautzustände, die wir selbst in den „Griff“ bekommen müssen (in meinem Fall war es Couperose – Kosmetiker/Innen nennen es auch Rosacea) und leichte Neurodermitis am Körper.
Ich habe auch Rosacea (das soll vor der Couperose kommen, bzw. die Couperose soll sich aus der Rosacea entwickeln; Rosacea sei "offen, entzündlich" und Couperose sei "geschlossen", quasi (dauerhaft) manifestiert. Da scheint es also durchaus eine Unterscheidung zu geben, die Fachleute wie Kosmetiker kennen sollten, damit sie Menschen wie uns richtig behandeln können.)
Blüten hat geschrieben: Konservierer waren und sind nicht das Problem bei meiner Suche gewesen!
(Ich lebe gut mit GMCY und 1388eco)
Gut zu wissen, ich teste dann mal mit anderen (Magnolienextrakt, Kaliumsorbat, Pentylene Glycol; falls ich Cremes machen will, wäre GMCY sicher nicht verkehrt).
Blüten hat geschrieben: Emulgatoren fand ich da schon spannender und da greife ich mittlerweile die Compounds von Olionatura auf: Imwitorbasis
Ich habe von der BSB und der PLB gelesen, aber die Imwitorbasis ist mir neu.. muss ich mal suchen!
Blüten hat geschrieben: Bei den Wirkstoffen, die ich bemerkenswert finde, bin ich bei der Barriereschutzbasis (die zur Fettphase gezählt wird) gelandet, aber auch die Feuchtigkeit darf nicht vernachlässigt werden.
Bei mir sind es 6% der WP.
Das klingt gut, ich hatte gelesen, dass man bei Wirkstoffen insgesamt nicht höher als 10% gehen soll, und ich setze besser erstmal auch niedriger bei mir an.
Danke für den Hinweis nochmal auf die BSB.
Ich wollte die mal - ohne Ceramide erstmal - proberühren und hoffe, sie ist auch ohne Ceramide schon gut wirksam.
Blüten hat geschrieben: Die wenigen Öle, die ich dann verwende sind in Ihrer Fettphase sehr sparsam dosiert (FP +/-8%).
Das ist wirklich eine sehr niedrige FP!
Darf ich fragen, welche Öle Du mit Couperose als angenehm empfindest?
Ich hatte schon viele Empfehlungen für Öle bei Rosacea/Couperose gelesen, aber eine Empfehlung direkt von jemanden, der das auch hat, ist freilich immer besser :)
Blüten hat geschrieben: Liebe Ulli, Dir bleibt nichts übrig, als es zu probieren. Ich wünsche Dir viel Glück!
Ja, das stimmt schon, habe nur ein wenig Angst, dass meine Haut irgendwie auf Konservierer (auch wenn sie nicht als solches gekennzeichnet sind) und/oder Emulgatoren reagiert.. ggf. auch auf manche an sich guten Wirkstoffe; mal sehen, ich versuche mich, vorsichtig ranzutasten.

Herzlichen Dank für Deine Ermunterung und dass Du Deine Erfahrungen mit mir teilst!
Viele Grüße,
Ulli


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Ulli
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Helga hat geschrieben: Ich fühlte mich wie Gott persönlich als ich anfing zu rühren und jemand in meiner Umgebung hatte Hautprobleme :wink: Gerade, dass ich mir nicht selbst auf die Schulter geklopft habe, war ich doch sooo gut :). Ja, eh.
:D Wenn ich mich wie Gott fühlen würde, wäre ich nicht hier und würde euch nicht fragen, sondern "einfach machen" ;)
Ich versuche schon, damit verantwortungsvoll umzugehen (und irgendeine Art von "Machtgefühl" oder so in der Hinsicht ist mir fremd).
Helga hat geschrieben: Heute - und ich habe heute ein vielfaches mehr an Wissen als zu Beginn - halte ich mich von schweren Fällen fern, speziell wenn in der Ferne :). Was ich auch schmerzvoll lernen musste: Man kann niemanden zu seinem (Haut)-Glück zwingen, wenn jemand etwas nicht begreifen will, sollte man ihn seine eigenen Erfahrungen machen lassen :)
Ja, das stimmt schon, das sage ich normalerweise - in anderen Bereichen - auch immer, dass man, so weh es tut, manche halt auch in ihr "Unglück" rennen lassen muss.. angenehm ist das nicht
Helga hat geschrieben: Liebe Ulli, ich schreibe es kurz und bündig: Mein Empfinden ist, dass Du Dich zu sehr auf scheinbar negatives konzentrierst, die Konservierer, die wirklich nicht mehr der Feind sind. Mit Hin- und Her überlegen wird wertvolle Zeit vertan. Deine momentane Pflege ist auf Dauer nicht optimal - das weißt Du -
Ich bin an sich ein sehr positiver Mensch (ich gebe nie auf), mir waren nur ein paar Zusammenhänge noch nicht so klar, z.B. das, was Heike schrieb, brachte sehr viel Licht ins Dunkel, also, dass man, wenn überhaupt, nur "Angst" vor den konventionellen Konservierern haben muss. Nach der Erklärung bin ich etwas relaxter gegenüber den Konservierern, die ihr so benutzt (minus den Konservierern, die ich erstmal oder generell außen vor lasse bei meiner Haut, wie z.B. Alkohol in der benötigten Höhe).
Helga hat geschrieben: Aber auch von etwas sehr, sehr gutem wie Phospholipon 80H kann die Couperose/Rosacea schwer irritiert werden und zwar dann, wenn man z. B. anstelle der empfohlenen 1% mehr verwendet, z. B. 3%. Das ist für dieses Hautproblem zu viel, zu okklusiv.
Ja klar, "die Menge macht das Gift" ;)
Da würde ich auch nie über dem, was ihr empfehlt, gehen.
Helga hat geschrieben: Lass mich Dir in saloppen, sehr einfachen Worten raten - komm in die Gänge, bevor Du nicht mehr raus findest aus Deinen Theorien, beginne zu rühren, etwas einfaches ohne viel Zutaten, eventuell musst Du die Fettphase reduzieren oder erhöhen, konserviere. Kann sein, dass nicht gleich das erste Rezept optimal ist, aber mit der Hilfe hier kannst Du es anpassen :)
Leichter gesagt, als getan :D
Aber Du hast ja Recht mit Deinem Potritt ;)


Lieben Dank! Schönen Sonntag wünsche ich Dir :blumenstrauss:
Viele Grüße,
Ulli

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Blüten
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Blüten »

Ulli hat geschrieben:
28. Juni 2020, 11:23
Das ist wirklich eine sehr niedrige FP!
Darf ich fragen, welche Öle Du mit Couperose als angenehm empfindest?
Ich hatte schon viele Empfehlungen für Öle bei Rosacea/Couperose gelesen, aber eine Empfehlung direkt von jemanden, der das auch hat, ist freilich immer besser :)
Das ist ein Hydrodispersionsgel!
Entzündlich war meine Haut noch nie (nur rote Äderchen). Das Kosmetik Studio von dem ich sprach, ist übrigens einer Hautarztpraxis angeschlossen.

Die Barriereschutzbasis würde ich in ihrer Zusammensetzung nicht ändern. Das ist von Heike schon sinnvoll durchdacht! Dann lasse sie lieber erst mal weg, bis zur nächsten Bestellung.
Du wirst sehen, wenn Du sauber arbeitest und auf den PH Wert achtest, kann beim ersten Mal nichts schief gehen.
Meistens gebe ich noch Tocopherol und D-Pantenol (je 1%) neben dem klassischen Befeuchtungstrio (Glycerin, Natriumlaktat und Sodium PCA) hinzu (so daß ich doch meist auf 8% Wirkstoffe komme).
Tagsüber wechsle ich zwischen Marula- oder Avellanaöl. Nachts gebe ich gern Tropfen meiner Nachtölmischung dazu (lichtempfindliche Wirkstofföle).

So, und nun möchten wir gern, daß Du Dir ein kleines Erfolgsergebnis rührst! :happy:
Liebe Grüße Birgit

Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Rilke


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Witzworter Krauthexe »

Helga hat geschrieben:
28. Juni 2020, 00:01
Ich fühlte mich wie Gott persönlich als ich anfing zu rühren und jemand in meiner Umgebung hatte Hautprobleme :wink: Gerade, dass ich mir nicht selbst auf die Schulter geklopft habe, war ich doch sooo gut :). Ja, eh. :argstverlegen:
Das kenne ich irgendwie. :bingo:
Viele Grüße aus dem Norden


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Blüten hat geschrieben: Die Barriereschutzbasis würde ich in ihrer Zusammensetzung nicht ändern. Das ist von Heike schon sinnvoll durchdacht! Dann lasse sie lieber erst mal weg, bis zur nächsten Bestellung.
Mhh, okay, ich hatte das nur in einem anderen Beitrag von jemand anderem gelesen, dass das auch ohne Ceramide recht gut funktioniert (anscheinend spielte da der Preis der Ceramide auch eine Rolle.. naja, ab 1.7., also bald, geht die Mehrwertsteuer etwas runter, immerhin :)).
Blüten hat geschrieben: Meistens gebe ich noch Tocopherol und D-Pantenol (je 1%) neben dem klassischen Befeuchtungstrio (Glycerin, Natriumlaktat und Sodium PCA) hinzu (so daß ich doch meist auf 8% Wirkstoffe komme).
Tocopherol gebe ich auch immer in meine Fettbalmen. Panthenol zur Beruhgung und eine Menge Befeuchter stehen definitiv auch auf meiner Liste, für Wässerchen :)
Blüten hat geschrieben: Tagsüber wechsle ich zwischen Marula- oder Avellanaöl. Nachts gebe ich gern Tropfen meiner Nachtölmischung dazu (lichtempfindliche Wirkstofföle).
Die beiden hatte ich mir noch nicht zugelegt, ich empfinde Argan als sehr angenehm und nehme das für tagsüber; nachts z.Z. Nachtkerze oder Borretsch.
Blüten hat geschrieben: So, und nun möchten wir gern, daß Du Dir ein kleines Erfolgsergebnis rührst! :happy:
*argh* peer pressure, dieser Druck, ich kann ihn förmlich spüren :D

- Danke ;)
Viele Grüße,
Ulli

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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Heikes Barriereschutzbasis (BSB) ist toll. Aber wenn ich keine Ceramide zur Hand habe, rühre ich ohne. Ersetze den Anteil z.B. durch native Sheabutter. Und ersetze Phytosterole (Phytosteryl Macadamiate oder Avocadin/ UdA) auch gerne durch Lanolin anhydrat. Diese Basis hat dann immer noch eine wunderbar barrierestärkende Wirkung. Sehr empfehlenswert punktuell bei offenen Psoriasisstellen (die ich z.B. momentan an den Händen habe). :gut:
Liebe Grüße, Nina

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Kati
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Kati »

Hallo Ulli,
ja, Rosacea ist im Gegensatz zur Couperose eine Hautkrankheit, du wirst das auch nicht loswerden, aber man kann es ganz gut lindern und die Entzündungen in den Griff bekommen. Die bereits geplatzten Äderchen wirst du nicht wegbekommen, die kannst du unter Umständen weglasern lassen - aber ich glaube das ist nicht dauerhaft. Meine Rosacea wurde mit 14 vom Hautarzt bestätigt. Eigentlich war das relativ ruhig, ab 35 gings dann mit den Entzündungen richtig los. Viele Inhaltsstoffe vertrage ich nicht. Dummerweise habe ich dann auch noch viel herumprobiert. Bei mir hat das ewig gedauert, bis ich akzeptiert habe, das weniger in meinem Fall ( wie schon viele erwähnt haben - ein Patentrezept wirst du nicht finden, jeder reagiert da anders. Die köufliche Kosmetik ist meiner Haut meist viel zu überfrachtet mit Inhaltssstoffen, vor allem Duftstoffe muss ich komplett außen vor lassen.

Im Moment verwende ich nur Jojobaöl, Squalan, Mandelöl und Sheabutter, an Ölen/Buttern . Das klingt jetzt echt fast einfach und wenig ausgeklügelt ich weiß ...
Ein schönes Wrkstofföl für die Nacht ist Johannisbeersamenöl. Das wirkt wirklich gut gegen Entzündungen.
Emulgatoren Phospholion/Imwitor als Emulgatoren (meine Wangen werde jetzt mit fast 48 immer trockener).
Auch gut vertragen habe ich natürlich Bergamuls, Lysolecithn und auch Emulsan.

Konservierung Rokonsal oder Kaliumsorbat - Dermosoft1388 eco,

Fang mit nur Glycerin an und versuche deine ideale Fettphase herauszufinden, klar ist das toll, dass es soooo viele Inhaltsstoffe gibt, aber mit irgendwas musst du anfangen...

Und wie Helga sagt, fange einfach total reduziert mit einer Basisformulierierung an.
Grüße von Kati


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Ulli
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Kunstblume hat geschrieben: Heikes Barriereschutzbasis (BSB) ist toll. Aber wenn ich keine Ceramide zur Hand habe, rühre ich ohne. Ersetze den Anteil z.B. durch native Sheabutter. Und ersetze Phytosterole (Phytosteryl Macadamiate oder Avocadin/ UdA) auch gerne durch Lanolin anhydrat. Diese Basis hat dann immer noch eine wunderbar barrierestärkende Wirkung.
Ich habe Shea da, und auch mehr als ausreichend Avocadin (100g, bisher noch nicht genutzt) , aber auch Lanolin (100g)! :huepf:
Wobei bei Letzterem manche ja eher mal allergisch reagieren können, aber das Avocadin sollte ja gut reichen für paar Balmen oder Cremes, und sogar noch für nen "pur-BSB-ohne-Ceramide"-Töpfchen :)

Ich dachte schon, den einen Beitrag, den ich bisher las, bei dem jemand die BSB auch ohne Ceramide herstellte, wäre ein "Ausreißer", daher freue ich mich, dass das auch andere machen :D

(Klar kaufe ich irgendwann mal Ceramide nach, aber gut, wenn das auch schon ohne eine gute barrierestärkende Wirkung hat, dann kann ich das direkt mal rühren.)
Kunstblume hat geschrieben: Sehr empfehlenswert punktuell bei offenen Psoriasisstellen (die ich z.B. momentan an den Händen habe). :gut:
Autsch :/ Gute Besserung!
Also punktuell die "pure" BSB (auch ohne Ceramide, aber mit Shea), und für "Flächenauftrag" dann eingearbeitet mit etwas größerem Anteil von 4-5% in z.B. Cremes..
Ich dachte immer, es wirke zu sehr "abdichtend", gerade wenn man offene Stellen hat, sollte die Haut lieber "freier atmen", aber eventuell ist das auch individuell?

Ich muss mal sehen, ob das ggf. punktuell auch bei meiner ekzematischen Kopfhaut hilft, da suche ich mir mal 2-3 entzündliche, halboffene Schrunden heraus.

Das war super hilfreich für mich, allerherzlichsten Dank!! :blumenstrauss:
Viele Grüße,
Ulli


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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Ulli »

Kati hat geschrieben: Hallo Ulli,
Hallo Kati!
Kati hat geschrieben: ja, Rosacea ist im Gegensatz zur Couperose eine Hautkrankheit, du wirst das auch nicht loswerden, aber man kann es ganz gut lindern und die Entzündungen in den Griff bekommen. Die bereits geplatzten Äderchen wirst du nicht wegbekommen, die kannst du unter Umständen weglasern lassen - aber ich glaube das ist nicht dauerhaft.
Ja, die Hautarztpraxis meinte, dass es keine Garantie gäbe, dass es komplett verschwände, und dass ggf. nur die Rötungen leicht gemildert werden (ggf, verbleiben diese Äderchen..), und dass man nach den wahrscheinlich benötigten initialen 5-6 Behandlungen (die je 400-500€ kosten...) dann ggf. jährlich wieder 1-2 Mal kommen muss..
Ich benötige ja keinen Luxus im Leben, finde das aber preislich schon recht heftig, vor allem, wenn's halt jährlich gemacht werden muss, "für immer".
Kati hat geschrieben: Meine Rosacea wurde mit 14 vom Hautarzt bestätigt. Eigentlich war das relativ ruhig, ab 35 gings dann mit den Entzündungen richtig los. Viele Inhaltsstoffe vertrage ich nicht. Dummerweise habe ich dann auch noch viel herumprobiert.
Genau deswegen bin ich ja ein wenig ängstlich und lese viel vorher, damit ich mir meine Haut nicht noch mehr kaputtmache, durch's "Rumprobieren".
Kati hat geschrieben: Bei mir hat das ewig gedauert, bis ich akzeptiert habe, das weniger in meinem Fall ( wie schon viele erwähnt haben - ein Patentrezept wirst du nicht finden, jeder reagiert da anders. Die köufliche Kosmetik ist meiner Haut meist viel zu überfrachtet mit Inhaltssstoffen, vor allem Duftstoffe muss ich komplett außen vor lassen.
Kann ich nachvollziehen, bei mir hatte eine Urea-Creme von der Drogerie zu heftigen Reaktionen auf den Wangen geführt, mein ganzes Gesicht brannte. Ab da hatte ich alles in die Tonne gekloppt, und mir paar Shea-Balmen mit einer Ölmischung gerührt (40-50% Shea, Rest Ölmischung und 1% Tocopherol).
Kati hat geschrieben: Im Moment verwende ich nur Jojobaöl, Squalan, Mandelöl und Sheabutter, an Ölen/Buttern . Das klingt jetzt echt fast einfach und wenig ausgeklügelt ich weiß ...
Solange etwas hilft, sollte das ja egal sein :)
Ich habe alles, was Du aufzählst, auch da, in guter Bio-Qualität (und ein lecker mit echter Vanille bedufteter Mandel- als auch Jojobaöl-Auszug, inspiriert durch Frau Käser :D - für Lippenstifte, Bodybutter, Handbalmen).
Kati hat geschrieben: Ein schönes Wrkstofföl für die Nacht ist Johannisbeersamenöl. Das wirkt wirklich gut gegen Entzündungen.
Das trifft sich sehr gut, ich hatte mir erst unlängst 30ml davon besorgt, aber noch nicht aufgemacht.
Du nimmst einfach ein paar Tropfen davon auf Deinem wasserbasierten Serum bzw. Gel, oder Gesichtswasser?

Ich nehme z.Z. Rosenwasser mit etwas Nerolihydrolat, und einem 1g Aloe (200:1)-Teilen-Glycerin-Dotz (1 Teil Aloe zu 2 Teilen Glycerin), und hatte erst vor ein paar Wochen ein scheinbar annehmbares Gesichtswasser in der Drogerie entdeckt, das ich die Tage mal ins Einsteigerforum zur "Begutachtung" stellen wollte.

Was ich vor dem Gesichtswasser bzw. -wässern tue, ist, nach dem Gesicht waschen eine immer frisch angerührte Apfelessig in destilliertem, abgekochtem Wasser Mischung (ca. 1TL Bio natürtrüber Apfelessig auf ca. 6-10 TL Wasser) sehr großzügig als Toner zu benutzen, also auch Hals, Nacken, Dekolletée. Erfrischt, desinfiziert anscheinend etwas - also mir persönlich tut das gut. Trocknen lassen, dann eines oder beide der Gesichtswässer, je nachdem, wie ich mich fühle.

Ich hatte vorsichtshalber mal den ph-Wert vom Apfelessig- und vom Rosenwasser-Gemisch gemessen, und der lag irgendwo zwischen 4 und 5, und mein Leitungswasser bei 7.
Kati hat geschrieben: Emulgatoren Phospholion/Imwitor als Emulgatoren (meine Wangen werde jetzt mit fast 48 immer trockener).
Wir sind in etwa gleich alt, ist bei mir auch so :)
Kati hat geschrieben: Auch gut vertragen habe ich natürlich Bergamuls, Lysolecithn und auch Emulsan.
LL als auch Emulsan habe ich da! Mir wurde noch Phospholipon 80H und Imwitor ans Herz gelegt, hattest Du die mal getestet, ob die für Dich gehen? Wollte mir beide demnächst zulegen (ab 1.7., wenn die Mehrwertsteuer ein wenig fällt - ich erinnere mich aber noch lebhaft an die 16% von damals :D)
Kati hat geschrieben: Konservierung Rokonsal oder Kaliumsorbat - Dermosoft1388 eco,
Rokonsal hatte ich für mich persönlich mal ausgeschlossen (schon was länger her), Kaliumsorbat habe ich da und Pentylene Glycol als auch Magnolienextrakt.. ich werde mir noch GMCY holen, da der auch als (Co-)Emulgator funktioniert. So multifunktionale Rohstoffe finde ich immer gut, um möglichst wenige Rohstoffe insgesamt zu haben, damit ich bei negativer Reaktion besser feststellen kann, wer der Übeltäter ist.. aber auch, weil bei unserer empfindlichen Rosacea-/Couperose-Haut ja "wenig = mehr ist" anscheinend.
Kati hat geschrieben: Fang mit nur Glycerin an und versuche deine ideale Fettphase herauszufinden, klar ist das toll, dass es soooo viele Inhaltsstoffe gibt, aber mit irgendwas musst du anfangen...
Ja, ich verwende Glycerin zumindest schon mal im Rosen-Neroli-Aloe-Wasser, ist wenigstens ein Start :)

Was ich etwas seltsam finde - und ich weiß nach wie vor nicht, ob Einbilldung oder Gewöhnung oder nicht - also, ich hatte zuvor nur mit Gesichtswasser, dann rein fettbasierter Balm, und ggf. dann noch ordentlich Öl draufgeklatscht, gearbeitet.

Nachdem ich dann las, dass so viel Öl und eher "Abdichtendes" nicht so ideal sei bei Rosacea, habe ich das extremST reduziert, und arbeite nur noch mit Öl-Tröpfchen, und ansonsten nur die Gesichtswasser, kein Fettbalm, seit ca. 2 Monaten.. und, oh Gott, meine Haut schreit nach Öl und Fettbalm :D
Ich vermute, dass sie es schon etwas "abdichtender" mag, sie "säuft" auch sehr viel Wasser (und Arganöl ist auch weg wie nix), bin aber nur etwas irritiert, weil Rosacea ja angeblich nicht viel Öl verträgt :skeptisch:

Mal sehen, ob sich das alles ausbalanciert, sobald ich Cremes verwende, da kriegt meine Haut dann ja beides.
Kati hat geschrieben: Und wie Helga sagt, fange einfach total reduziert mit einer Basisformulierierung an.
Ja, werde ich definitiv beherzigen! Ich habe auch Panthenol und Allantoin da, die ich nacheinander auch mal testen will. Aber wohl besser erstmal ohne.

Herzlichen Dank für Deinen hilfreichen Input, ich wünsche Dir alles Gute auch mit Deiner Haut!
Viele Grüße,
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Re: Verständnisfragen zum Thema Konservierungsmittel

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Entzündlich sind meine Stellen an den Handflächen nicht, nur pergamentartig trocken, schuppig, an einer Stelle offen. Da hilft mir sowas wie die BSB schon kurzfristig, auch mal Lanolin pur. Ich meine mich übrigens zu erinnern, dass es früher wohl mal Verunreinigungen im Lanolin gab, auf die manche unverträglich reagierten, nicht auf das Lanolin selbst. Heikes BSB würde ich zu max. 2% einsetzen, je nach Körperregion und Rezeptur, sie ist wirklich äußerst wirksam.
Liebe Grüße, Nina

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