Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ob als Tinktur, Infus, Mazerat, Hydrolat oder Pflanzenpulver: Pflanzen sind die Seele unserer Kosmetik.

Moderator: Tessa

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coccola
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Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

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Ich frage mich, ob es sinnvoll bzw. möglich ist, den Alkoholgehalt von Tinkturen drastisch zu reduzieren, so dass sie zb. in Shampoos (aber auch anderen Produkten) genutzt werden können. ZB, man macht alkoholischen Auszug aus Brennnessel, dann verdampft man das Alkohol bevor man die Tinktur zur Wasserphase hinzufügt?


RedPoppy
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von RedPoppy »

Mit dem entsprechenden Equipment ist es durchaus möglich den Ethanolgehalt zu reduzieren ohne die Tinktur extrem erhitzen zu müssen. Aber sowas würde ich nicht zuhause machen wollen. Das wäre viel zu aufwendig und auch nicht legal. :domina: Stattdessen könntest du Glycerol-Auszüge herstellen oder in einem Shop alkoholfreie Extrakte kaufen. :)

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marie
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von marie »

Was spricht dagegen, Extrakte mit abgekochtem Wasser entsprechend zu verdünnen ?
liebe Grüße, marie


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coccola
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von coccola »

Hm, warum wäre es illegal Alkohol zu reduzieren? Glycerol-Auszüge werde ich versuchen, danke für den Tipp.
Ich verdünne sie ja, aber genau das möchte ich vermeiden. Was ist das für ein Brennnessel Shampoo wo ein paar Tröpfchen Brennnessel auf 1 dcl verteilt sind?

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marie
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von marie »

Liebe coccola,
hier beschreibt Heike, wie sich Extrakte auch in der heimischen Küche (mit Aufwand/Geschick) einengen lassen ("Extrakte einengen").
Vielleicht hilft Dir dies etwas weiter.
Liebe Grüße, marie


RedPoppy
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von RedPoppy »

coccola hat geschrieben:
29. März 2020, 08:54
Hm, warum wäre es illegal Alkohol zu reduzieren?
Die Reduktion an sich ist natürlich nicht illegal. :) Du könntest die Tinktur zB. eine Weile bei 80 °C sieden lassen. Problematisch wird es, wenn du den verdampften Ethanol zurückgewinnen möchtest (zB in einer Destille).

Beim Erhitzen können aber natürlich viele der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Deshalb setzt man dafür lieber Rotationsverdampfer ein. Dank des Unterdrucks in so einer Apparatur kann der Ethanol zB. schon bei 40 °C verdampfen. Bei Rotationsverdampfern wird das Lösungsmittel aber auch zurückgewonnen (illegal als Privatperson). Keine Ahnung, ob sie ohne diesen Schritt einwandfrei funktionieren. Außerdem sind die Dinger extrem teuer und werden sicherlich nicht an Privatpersonen verkauft.


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coccola
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von coccola »

Danke an beide!
Obwohl heute Hochprozentiges in dieser Zeit schwer zu bekommen ist, wäre es aber nicht mein Ziel :-).
Ich werde probieren mit 80° Brennnessel-Extrakt, mal sehen ob es passt.
Vielleicht ist ein Rotationsverdampfer gebraucht auch zu bekommen, ich werde mal eBay durchsuchen.


achillea
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von achillea »

Hallo coccola

Zu deiner Frage habe ich zwei Ideen:
1. Falls du die Tinktur selbst ansetzt: ab ca. 35% Alkoholkonzentration werden die meisten Inhaltststoffe herausgelöst.
2. Verdünnen könntest du auch mit starkem Brennnesseltee (d.h. du hast darin die wasserlöslichen Stoffe), den du für die Wasserphase verwenden kannst.
Das sind spontane Ideen, also noch nicht genau durchdacht; ein Problem könnte z.B. sein, wie der Sud möglichst keimfrei hergestellt wird.
Weißt du welche Inhaltsstoffe der Brennnessel eine positive Wirkung auf die Haare haben?
:kleinehexe:
Liebe Grüße


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coccola
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Re: Alkoholgehalt der Tinkturen reduzieren?

Ungelesener Beitrag von coccola »

Gute Frage Achillea, eigentlich hab ich noch nicht herausgefunden, was sind für die Haare relevante Inhaltsstoffe.
Inzwischen habe ich auch ein Glyzerit erstellt, es riecht aber igitt, das würde ich mir nie in die Haare schmieren :-). Ich glaube, ich werde mich überhaupt anderen Pflanzen widmen und die Brennnessel zum Düngen nützen.
Liebe Grüße

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