Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ob als Tinktur, Infus, Mazerat, Hydrolat oder Pflanzenpulver: Pflanzen sind die Seele unserer Kosmetik.

Moderator: Tessa

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Filipendula
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Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Liebe Wissenden,

es ist langsam wieder Zeit, die wunderbaren Geschenke der Natur zu ernten. Ich möchte einige Ölauszüge herstellen, um gezielt die lipophilen Komponenten, z.B. Carotinoide, Triterpene, Sterole und Xanthophylle zu gewinnen. Hier wachsen unter anderem viele Ringelblumen, auf die ich es abgesehen habe. :klimper:

Bisher habe ich mich bei der Auswahl eines geeigneten Trägeröls an zwei Parametern orientiert:

1) oxidative Stabilität, und
2) Verwendung als schon bestehende Ölkomponte in meinen Formulierungen

Dabei fiel meine Wahl in der Regel auf Jojobaöl - so bleiben meine Extrakte lange stabil und ich nutze es ohnehin in meinen Fettphasen. Alternativ habe ich eines der Esteröle, wie z.B. Dermofeel Sensolv, in Erwägung gezogen, da immer wieder deren Lösungsvermögen gelobt werden. Habe ich aber noch nicht gemacht.

Nun treibt mich aber ein Gedanke um, bei dem mir möglicherweise die Chemiker/Chemikerinnen unter euch helfen können:
Also.... lipophile Wirkstoffe sind unpolar, soweit ich es in meinem laienhaften Nicht-Chemikerverstand erfasst habe. Nach dem chemischen Grundsatz "Gleiches löst sich in Gleichem" müsste also ein unpolares Öl her, um diese bestmöglich zu lösen - also unsere regulären Pflanzenöle. Nun werden aber sowohl Jojobaöl (ein Wachsester), also auch Esteröle als eher polare Öle beschrieben. Wie kommt es dann, dass diese besonders gute Lösungseigenschaften haben sollen? :lupe:

Tante Google gibt mir nichts Brauchbares her. Mein Ringelblumenmazerat auf Jojobaöl-Basis aus dem Vorjahr ist schön satt orangerot - meine Vermutung ist also, dass es trotz der relativen Polarität (sagt man das so?) ordentlich Xanthophylle und Carotinoide enthält. Ich stehe auf dem Schlauch. :vollirre:
Liebe Grüße, Filipendula

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marie
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von marie »

Moin Filipendula,
vermutlich hast Du Heikes Artikel zu Ölmazeraten gelesen; vielleicht auch die im Artikel erwähnte Arbeit, die sich mit Ölauszügen (Olivenöl) befasst und auch die Ringelblume näher untersucht. Eine sehr kurze Zusammenfassung der Ergebnisse zu den Carotinoiden der Ringelblume findest Du hier.
Jüngere Publikationen oder Studien, die ganz spezifisch Deiner Frage nachgehen, ob sich Dermofeel Sensolv und/oder Jojobaöl besonders gut für Ölauszüge der Ringelblume eignen, kenn ich leider nicht.
Liebe Grüße, marie

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Filipendula
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Hallo Marie,
danke Dir. Wahrscheinlich habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt. Es geht mir speziell um die Frage, welche Öle für Mazerate vorzuziehen sind, die eher unpolaren nativen Pflanzenöle oder die eher polaren Öle, wie Esteröle oder Jojobaöl?

Lipophile (unpolare) Stoffe sollten theoretisch am besten mit den ebenfalls unpolaren Pflanzenölen kompatibel sein, getreu dem Grundsatz: Gleiches löst sich am besten in Gleichem. Warum werden dann den (polaren) Esteröle die besseren Lösungseigenschaften zugeschrieben? :vollirre:

Kann mich da jemand "erleuchten"? :lupe:

Liebe Grüße, Filipendula
(die die Ringelblume und ihre Inhaltsstoffe kennt und liebt, und beim Laufen viele davon entdeckt hat)

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Annika
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Annika »

Kennst du diesen Thread?
Sowohl Esteröle als auch Pflanzenöle sind unpolar/lösen lipophile Stoffe.
Wo hast du das mit der besseren Löslichkeit denn gelesen?
LG Annika

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Filipendula
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Hallo Annika,
danke, dass Du meine Frage nochmal aufnimmst.

ja, den Thread kenne ich. Mir ist durchaus klar, dass wir Öle insgesamt als eher unpolar kategorisieren, aber nicht alle Öle sind gleich polar. So wie ich verschiedene Publikationen lese, haben vergleichsweise polarere Öle bessere Lösungseigenschaften. Ich interpretiere das so, dass ich bei einer guten Auswahl des Trägeröls mehr Wirkstoffe, genauer: auch mehr der eher polaren Wirkstoffe extrahieren könnte.

Dazu beispielhaft diese Publikation und dieses Patent (ab [0055]). Auch dieser DAZ-Artikel ,(Abschnitt über die mittelkettigen Triglyceride) weist auf die guten Lösungseigenschaften, bzw. auf die vergleichsweise höher ausgeprägte Polarität von Esterölen hin.

Das alles sind für mich Hinweise, dass sich womöglich Esteröle besser eignen könnten als die regulären Pflanzenöle, wenn ich ein Maximum an Wirkstoffen extrahieren möchte. Frage also an die Chemiker unter Euch: Ist das so oder bin ich auf dem Holzweg? Und wie wäre Jojobaöl hier einzuordnen, das ja ein Wachsester ist?
Liebe Grüße, Filipendula

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Heike
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Filipendula hat geschrieben:
26. Mai 2020, 17:13
Das alles sind für mich Hinweise, dass sich womöglich Esteröle besser eignen könnten als die regulären Pflanzenöle, wenn ich ein Maximum an Wirkstoffen extrahieren möchte.
Ja, das ist so. Daher habe ich Neutralöl hier im Forum ausdrücklich wegen seiner besseren Lösungseigenschaften empfohlen. Es ist dafür bekannt.
Liebe Grüße
Heike

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Filipendula
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Danke Heike,

dann werde ich in Zukunft meine Pflanzenextrakte mit Neutralöl oder Dermofeel Sensolv herstellen. Ich verzichte damit für diesen Teil zwar auf die wertvollen Fettsäuren, bekomme dafür aber potentere Ölmazerate. Bei meinen vergleichsweise hohen Fettphasen sind dann trotzdem immer noch genügend native Öle in meinen Emulsionen. Ausserdem dürfte es sich theoretisch günstig auf die Haptik auswirken.
Liebe Grüße, Filipendula

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Heike
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Filipendula hat geschrieben:
27. Mai 2020, 15:33
Ich verzichte damit für diesen Teil zwar auf die wertvollen Fettsäuren, bekomme dafür aber potentere Ölmazerate.
Das war gerade der Aspekt, der mir wichtig schien. Es ist halt die Frage, inwieweit sich – in Mischung – der Nachteil des Neutralöls (damit ziele ich auf die Fettsäuren, die zwar nichts Böses tun, aber eben auch nicht denen der Haut entsprechen) die höhere Ausbeute aufwiegt. Konkret (und völlig unmathematisch): In einem Neutralölauszug, 10%ig verwendet, sind eventuell nicht mehr Wirkstoffe als in einem Mandelölauszug, den ich 20%ig einsetze. Weißt Du, was ich meine?

Ein weiterer Gedanke ist mir wichtig, ich habe ihn hier beschrieben. Ich kopiere die Kernaussagen meines Beitrags noch einmal hier hinein:
Heike hat geschrieben:Wir wollen immer die beste Methode und die beste Hautverfügbarkeit, aber bei der Wirksamkeit pflanzlicher Auszüge spielen viele Faktoren mit hinein. Ich las 2010 einen interessanten Artikel in der COSSMA, der die Extraktion von Brombeerblättern thematisierte. Ziel der Extraktion war die Gewinnung von Polyphenolen, insbesondere der Ellagsäure. Interessanterweise konnte mit reinem Wasser mehr Aktivsubstanz extrahiert werden; wirksamer war jedoch der wässrig-alkoholische Extrakt. Getestet wurde in ex-vivo-Test an Schweinehaut; im Fokus standen die Veränderungen u. a. des Kollagen- und Elastinniveaus durch UV-Licht, wobei dort das Enzym Matrixmetalloproteinase-1 – kurz MMP-1 – eine große Rolle spielt. Dieses Enzym wird durch UV-Licht aktiviert und hemmt die Collagensynthese; bestimmte Substanzen hemmen die Aktivierung dieses Enzyms und damit Ursachen für lichtbedingte Hautalterung. Dazu gehören auch die in Brombeerblättern enthaltenen Substanzen, die in diesem Test eine vergleichbare Wirkung wie Retinol zeigten.

Begründung (in meinen Augen absolut nachvollziehbar):

»Es zeigt sich, dass dass die Wirksamkeit von Brombeerblätterextrakt nicht von einzelnen Bestandteilen abhängt, sondern von dem Wirkstoffcocktail, den er enthält, und dass die verwendete Etanol-Wasser-Mischung wirksamere Extrakte ergibt als reines Wasser. Wie auch für andere Pflanzen nachgewiesen wurde, ist die Wirkung von Pflanzenextrakten nicht notwendig mit einem einzelnen Molekül verbunden, sondern oft mit dem Cocktail der in den Extrakten vorhandenen Wirkstoffe.«

In: COSSMA 3/2010, S. 20 f.


Für uns heißt dies, den Fokus nicht nur auf die reine Löslichkeit zu richten. Wasser löst auch Stoffe, die wir nicht wollen und die teilweise die Aufnahme eines Stoffes negativ beeinflussen; Alkohol wiederum löst lipophile Begleitstoffe und macht einen Extrakt »runder«. Insofern würde ich immer wässrig-alkoholische Mischungen bevorzugen, auch wenn eine Einzelsubstanz sehr gut wasserlöslich ist.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Heike hat geschrieben:
27. Mai 2020, 17:15
Konkret (und völlig unmathematisch): In einem Neutralölauszug, 10%ig verwendet, sind eventuell nicht mehr Wirkstoffe als in einem Mandelölauszug, den ich 20%ig einsetze. Weißt Du, was ich meine?...
Liebe Heike,
deshalb bin ich ja so hin- und hergerissen. Es geht mir auch nicht allein um den rein quantitativer Aspekt. Den können wir ja mit unseren Mitteln ohnehin nicht messen.

Dann gibt es da noch weitere Aspekte:
1) Penetrationsverhalten: Das dürfte bei den ölsäurelastigen Pflanzenölen stärker ausgeprägt sein als beim Neutralöl (ich habe dazu eine Studie gefunden, finde sie aber leider nicht mehr, ich suche weiter....)
2) Breiteres Wirkstoffspektrum: Mit der höheren Polarität eines Neutralöls wäre es vielleicht möglich, noch weitere, polarere Stoffe zu extrahieren. Viele Polyphenole dürften sich möglicherweise so noch zusätzlich erschließen lassen.
3) Haltbarkeit: Hier wäre das Neutralöl klar im Vorteil. Bei all der Mühe, die ich mir mit meinen Mazeraten mache, von der Ernte bis zum fertigen Mazerat würde ich sie gern länger nutzen können, zumal ich sie selektiv und in kleinen Mengen einsetze.
4) Vielseitigkeit: Neutralöl wäre ziemlich universell einsetzbar und würde das Fettsäurespektrum meiner Fettphasen nicht durcheinanderbringen. Ich müsste nicht jedesmal neu kalkulieren.

Nach diesem Kalkül stünde es 1:3 für das Neutralöl.

Vielleicht bleibe ich trotzdem weiter bei Jojobaöl oder Aprikosenkernöl als Trägeröl, einfach weil sie mir symphatischer sind. Eine Lösung könnte sein, von der gleichen Pflanze zusätzlich einen wässrig-alkoholischen Turboextrakt, ein ätherisches Öl oder Hydrolat einzusetzen, je nach Inhaltsstoff auf den man es abgesehen hat. So mache ich es derzeit mit meiner Ringelblumen-Handcreme. Ich versuche ohnehin, mir vor dem Einsatz von Pflanzenextrakten, egal ob Ölmazerat oder andere, das Wirkstoffspektrum und die Löslichkeit anzusehen und dann zu entscheiden, in welcher Form ein Extrakt am sinnvollsten wäre.

Möglicherweise führen meine Fragen und Überlegungen ins Leere. Ich suche weiter in den Weiten des WWW und hoffe, erhellende Studien zum optimalen Trägeröl zu finden. :lupe: :morgenkaffee:

In diesem Sinne: Danke fürs Mitüberlegen. :blumenfuerdich:
Liebe Grüße, Filipendula

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GartenEden
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von GartenEden »

Liebe Filipendula,
ich finde deine Überlegungen sehr spannend, weil ich mir diese Fragen auch schon mehrfach leise gestellt habe und dazu häufiger schon dazu verleitet wurde, es zu machen, wie du es hier beschreibst:
Filipendula hat geschrieben:
28. Mai 2020, 12:36
von der gleichen Pflanze zusätzlich einen wässrig-alkoholischen Turboextrakt, ein ätherisches Öl oder Hydrolat einzusetzen, je nach Inhaltsstoff auf den man es abgesehen hat. So mache ich es derzeit mit meiner Ringelblumen-Handcreme.
Nun weiß ich, an wen ich mich demnächst wende, wenn ich nicht weiter komme und ich danke dir für das Sortieren, Formulieren und Abwägen "meiner" Gedanken. :rosefuerdich:
Viele Grüße, Daniela
"Wer nicht weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt." - Mark Twain

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Filipendula
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Ach, Daniela,
Du bist wahrscheinlich die größere Expertin auf diesem Thema. Lass uns beide versuchen, mehr Systematik und Erkenntnis in diese spannende Frage zu bringen, ja? Natürlich sind auch alle anderen eingeladen, das zu tun. Manchmal wünschte ich, ich wäre Biochemikerin geworden und hätte ein geeignetes Labor, um selbst eine Studie durchführen zu können. :lupe:
Liebe Grüße, Filipendula

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GartenEden
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von GartenEden »

Liebe Filipendula,
Filipendula hat geschrieben:
28. Mai 2020, 22:53
Ach, Daniela,
Du bist wahrscheinlich die größere Expertin auf diesem Thema.
nein, das glaube ich nicht, es ist wie bei dir: Recherche, Lesen Zusammentragen und letztlich dann doch ein Ausprobieren in bestimmten Formulierungen. Das hält natürlich keiner Studie stand :lupe: .
Auch wenn ich das Glück hatte, solche Untersuchungen an Pflanzeninhaltsstoffen im Studium ab und zu machen und mit den Fachkollegen den Austausch zu haben. Nur, in das Labor komme ich schon lange nicht mehr....
Filipendula hat geschrieben:
28. Mai 2020, 22:53
Lass uns beide versuchen, mehr Systematik und Erkenntnis in diese spannende Frage zu bringen, ja?
Sehr gerne :knuddel:
Sag, erinnere ich mich richtig, dass du hier mal eine Tabelle der Ringelblumen-Inhaltsstoffe eingestellt hast?
Meinst du, in der Art eine Zusammenstellung für andere Pflanzen und ihre dadurch möglichen Auszüge? Das wäre toll und sehr interessant, ganz in meinem Forscherinteresse.

Wobei ich zugeben muss, dass mir für Alltagsformulierungen und das Rühren an sich, Heikes Gedankengang mit Mandel- oder Aprikosen- oder auch Jojobaöl nicht fremd sind :D und weitaus mehr Mazerate damit rumstehen, die ich, wenn möglich, einfach durch alkoholisch(-glycerolische) Tinkturen oder meine Hydrolate ergänze. Sehr systematisch ist das bei mir (noch) nicht.....
Viele Grüße, Daniela
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Re: Welches Trägeröl für Ölauszüge?

Ungelesener Beitrag von Filipendula »

Liebe Daniela,
GartenEden hat geschrieben:
29. Mai 2020, 07:56
Sag, erinnere ich mich richtig, dass du hier mal eine Tabelle der Ringelblumen-Inhaltsstoffe eingestellt hast?
Meinst du, in der Art eine Zusammenstellung für andere Pflanzen und ihre dadurch möglichen Auszüge? Das wäre toll und sehr interessant, ganz in meinem Forscherinteresse.
Ja, ich hatte diese Übersicht mal hier eingestellt. Das kostet viel Arbeit und Zeit, ist aber letztlich bei der Auswahl des geeigneten Lösungsmittel sehr hilfreich bis unerlässlich. Ich habe noch ein paar weitere Pflanzenprofile zu ca. 80% fertig.

Es gibt so viele Aspekte, die einen genaueren Blick rechtfertigen. Das optimale Trägeröl ist eines davon, aber ein sehr wichtiges, um abschätzen zu können, welches Wirkstoffspektrum und welche Bioverfügbarkeit die Wirkstoffe in den Pflanzenextrakten haben. Wenn man dazu Studien sammelt und die gewonnenen Erkenntnisse übersichtlich und strukturiert darstellt, dann könnten wir alle informiertere Entscheidungen zum Trägeröl treffen. Das Resultat können wir dann hier einstellen. Ich schreibe Dir eine PN dazu.
Off Topic
Leider ist die wissenschaftliche fundierte Studienlage bei den Phytowissenschaften überwiegend sehr dünn. Viel basiert einfach auf "Volks- und Erfahrungsmedizin" und auf Erkenntnisse, die man über Jahrhunderte gewonnen hat. Pflanzen wirken, aber man kennt die genauen Wirkungsmechanismen nicht, und so wissen wir vielfach bis heute nicht welche Extraktionsverfahren sinnvoll sind und welche nicht. Auf Pflanzenwirkstoffe kann man keine Patente anmelden und Geld verdienen - ist auch gut so. Aber solange man die Wissenschaften der Wirtschaft unterordnet, werden sich wohl nicht viele Wissenschaftler finden, die sich diesen Themen widmen.
Liebe Grüße, Filipendula

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