Haarcreme Trennungsgeschichten

Hier geht es um Fragen rund um die Entwicklung und Optimierung von Shampoos, Conditionern, Haarfluids, Festigern und anderen Produkten für unsere Haare.

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Mirimi
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Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Guten Abend,

Ich habe mir vor einiger Zeit eine Haarcreme gerührt. Das erste Mal ist sie ganz wunderbar gelungen. Sie hatte eine sehr feste, beinah salbenartige Konsistenz. Nun habe ich versucht das Rezept nochmal zu rühren, doch jedes Mal wenn ich den PH Wert anpasse trennt sich die vorher stabile Creme. Meine Vermutung ist, dass es am Weizenprotein liegen könnte?

LG

Rezeptur:
32.5 % Fettphase (16.25 g)
Öle, Buttern und Wachse (11.75 g | 23.5 %):
3.25 g olivenöl (6.5 %)
2.5 g kokosöl (5 %)
2 g mangobutter (4 %)
1.5 g coco silicone (3 %)
2 g krambeöl (4 %)
0.25 g gmcy (0.5 %)
0.25 g pca glyceryl oleate (0.5 %)

Emulgatoren/Konsistenzgeber (4.5 g | 9 % | 12.3 % der Fettphase¹)
2 g Emulsan (4 %)
2.5 g cetearylalkohol (5 %) als Konsistenzgeber

67.5 % Wasserphase (33.75 g)

Wirkstoffe (1.75 g | 3.5 %):
1 g panthenol (2 %)
0.25 g aloebasis (0.5 %)
0.25 g weizenprotein (0.5 %)
0.25 g weizenquat (0.5 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (0.75 g | 1.5 %):
0.25 g siligel (0.5 %)
0.5 g blend tbg (1 %)

31.25 g Wasser (62.5 %)

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Beauté
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Liebe Mirimi
Dass das Weizenprotein schuld ist glaube ich nicht.
Hast Du hochtourig gerührt (womit?) und hatten Wasser- und Fettphase die entsprechende Temperatur?
LG - Beauté
Carpe diem!

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Helga
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Helga »

Beauté hat geschrieben:
5. Juni 2020, 10:48
Dass das Weizenprotein schuld ist glaube ich nicht.
Schließe mich Beauté an: Glaube ich auch nicht.

Beauté hat schon alles wichtige gefragt :), als letzte Möglichkeit fällt mir nur mehr ein Wiegefehler ein: zu wenig Emulgator?
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Hallo,

Danke für eure Antworten. Ich versuche mein Vorgehen kurz zu beschreiben:

- Ich erhitze Wasserphase und Fettphase im Wasserbad auf 75 Grad (Ich habe ein digitales Bratenthermometer mit dem ich die Temperatur kontrolliere)
- Dann gebe ich die Wasserphase zur Fettphase während ich mit dem Rühren beginne
- Ich verwende den Bosch Stabmixer mit Minifuß
- Ich emulgiere insgesamt 3 Minuten wobei ich nach jeweils einer Minute ein paar Sekunden Pause mache um den Stabmixer zu schonen
- Danach rühre ich per Hand mit einem Spatel weiter
- bei ca 50 Grad gebe ich die Aloebasis dazu
- bei ca 40 Grad die restlichen Zutaten
- bis hierhin ist die Emulsion stabil, Ph Wert liegt bei ca 6
- die Milchsäure gebe ich mit einer Pipette tropfenweise dazu und rühre weiter mit dem Spater
- die Emulsion beginnt wie geronnene Butter auszusehen

Update:
meinen zweiten Versuch von gestern abend habe ich über Nacht im Becherglas gelassen und heute morgen nochmal per Hand aufgerührt. Die Emulsion scheint seit dem stabil.

LG

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Beauté
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Liebe Mirimi
Überhomogenisierung vielleicht? 3 Minuten sind ev. to much; mit Blendia homogenisiere ich 1 Minute und ganz am Schluss nochmal 30 Sekunden.
Zu viel Emulgatoren glaube ich nicht, im Gegenteil, den Anteil mit 4% plus 5% Fettalki erachte ich als zu hoch; 2-3, bzw. 1-3% reichen meiner Meinung nach. Aber das ist wohl nicht der Grund für die Trennung...
LG - Beauté
Carpe diem!


Coco
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Coco »

Liebe Mirimi,
darf ich fragen, wofür du die Haarcreme verwendest? Als Pflege oder zum Styling?
Viele Grüße, Coco

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Ich verwende sie zur Pflege der Längen und Spitzen. Öl alleine gefällt meinen Haaren nicht. Bei der Rezeptur habe ich mich an folgendem Produkt orientiert, dass ich früher gerne gekauft habe Haarcreme

Beauté: Das werde ich ausprobieren und beim nächsten Mal nur 1 Minute emulgieren. Zum Emulgatoranteil: Im Gesicht oder am Körper würde ich nicht mit solchen Konzentrationen arbeiten. Hier war mir eine kompakte Konsistenz wichtig.

LG


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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Coco »

Mirimi hat geschrieben:
5. Juni 2020, 18:20
Ich verwende sie zur Pflege der Längen und Spitzen.
Danke für die Info! Ich gebe zu, ich hatte auf Styling gehofft ;)
Viele Grüße, Coco

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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Coco hat geschrieben:
7. Juni 2020, 12:20
Danke für die Info! Ich gebe zu, ich hatte auf Styling gehofft ;)
Stylingmäßig bin ich leider völlig unbegabt :D Meine Haare sind lang und glatt und verknoten gerne in den Spitzen und im Nacken. Zum Styling ist die Haarcreme nur zum kurzzeitigen bändigen von Frizz geeignet z.B. am Oberkopf oder abstehende Haare im Flechtzopf.

LG


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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirakel »

Hallo Mirimi :hallihallo:
Hast du eine gute Lösung gefunden, sodass die Konsistenz stabil bleibt?

Mich würde auch mal interessieren, ob man deine Haarcreme mit der von HM vergleichen kann bzw. wie sie sich im Vergleich in deinen Haaren macht. HM Haarcremes hab ich auch schon benutzt, aber die hatten leider gar nicht so einen herausragenden Effekt bei mir :-*
Herzliche Grüsse,
Julia
<3


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Mirimi hat geschrieben:
5. Juni 2020, 18:20
Ich verwende sie zur Pflege der Längen und Spitzen. Öl alleine gefällt meinen Haaren nicht. Bei der Rezeptur habe ich mich an folgendem Produkt orientiert, dass ich früher gerne gekauft habe Haarcreme

LG
Hallo Mirimi,

ich musste gerade schmunzeln, da ich genau diese Cotton Candy Haarcreme dauerhaft benutze. :klimper: Ich liebe sie. Nun ist sie bald leer und ich hatte auch überlegt, mir selbst eine Haarcreme zu rühren. Da habe ich hier gestöbert und deinen Beitrag gefunden. :crazy:
Hat sich deine Rezeptur denn als stabil erwiesen?
Liebe Grüße,
Susie

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Hallo Susie

Leider bin ich bisher noch nicht wirklich zufrieden. Rückblickend würde ich das GMCY in der Fettphase streichen und einen anderen Konservierer nutzen zb Geogard 221 damit könnte sich das Stabilitätsproblem bei der Rezeptur sogar schon gelöst haben. Ich habe diesen Thread und die Formulierung ehrlich gesagt ganz vergessen und hatte mich dann noch mal näher am aktuellen Original versucht. Dort wird Dermofeel GSC verwendet. Damit war ich aber noch weniger glücklich und GSC ergibt hier für mich auch nicht viel Sinn da es ein anionischer Emulgator ist und im Zweifel genau das Gegenteil von "gepflegtes Haargefühl" macht.

Hast du denn noch die alte Version in der Plastikdose oder schon die Version im Glastiegel?

Danke auf jeden Fall fürs erinnern. Ich werde mich nochmal mit meinen Änderungen dran setzen und dann hier berichten

LG


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Mirimi hat geschrieben:
11. Mai 2021, 20:05
Damit war ich aber noch weniger glücklich und GSC ergibt hier für mich auch nicht viel Sinn da es ein anionischer Emulgator ist und im Zweifel genau das Gegenteil von "gepflegtes Haargefühl" macht.

Hast du denn noch die alte Version in der Plastikdose oder schon die Version im Glastiegel?

Danke auf jeden Fall fürs erinnern. Ich werde mich nochmal mit meinen Änderungen dran setzen und dann hier berichten

LG
Hallo Mirimi,

ich habe die Haarcreme im Glastiegel (kenne die nur so und nutze die Creme schon seit Jahren). Ich glaube, die ändern immer mal wieder die Zusammensetzung (früher war Pracaxi-Öl drin, jetzt kann ich es nicht mehr bei den Incis entdecken)?

War denn deine Fettphase von 30% ok? Ich hätte getippt, dass es bei der HM Haarcreme mehr ist. :gruebel: Habe da aber auch noch nicht so das korrekte Gefühl dafür.

Ich wollte mich demnächst auch mal dran machen, allerdings mit eigener Rezeptur. Dachte da an Mangobutter, Babassuöl, Arganöl, Pracaxiöl, Krambeöl, Squalan, Glycerin und Panthenol. Eventuell noch was zusätzliches für die Feuchtigkeit. Und Pfirsich-Vanille-Duft. Zum Konservieren wollte ich auch Geogardt nehmen.
Der Emulgator bereitet mir als Neuling natürlich auch die größte Sorge :uh: Es soll sich ja nicht stumpf anfühlen, sondern schön glatt und flutschig :lach:

Wir können uns ja gern auf dem Laufenden halten, wenn du magst? :klimper:
Liebe Grüße,
Susie

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Susie hat geschrieben:
12. Mai 2021, 11:04

War denn deine Fettphase von 30% ok? Ich hätte getippt, dass es bei der HM Haarcreme mehr ist. :gruebel: Habe da aber auch noch nicht so das korrekte Gefühl dafür.
Ich fand 30% FP angenehm mit mehr hätte ich die Befürchtung dass es zu fettig wird. Ich denke 30% ist auch recht nah am Original. Hier mal die aktuellen INCIS und meine Interpretation:

Aqua
Orbignya oleifera seed oil (Babassuöl)
Sesamum indicum seed oil (Sesamöl)
Olea europaea fruit oil (Olivenöl)
Cocos nucifera oil (Kokosöl)
Canola oil (Canolaöl) Erucasäurearmes Rapsöl

Glyceryl stearate citrate das ist Dermofeel® GSC POF, ein anionischer Emulgator für Fettphasen von 20-40% für eine gute Stabilität sollte er mit einem nichtionischen Emulgator kombiniert werden. Als Kombiprodukt erhalten wir Lamecreme. Im Original scheinen sie aber nur GSC zu verwenden. Heike empfiehlt für Cremes folgende EK: 3– 4 % + 1–3 % Konsistenzgeber Profil Olionatura

Cetearyl alcohol Konsistenzgeber, wird wahrscheinlich recht hoch dosiert sein, da sonst nicht viel in der Creme ist, was Konsistenz macht EK: 3% wenn nicht mehr

Parfum

Panthenol in der Haarpflege mit etwa 1% EK

Serenoa serrulata fruit extract (Sabalfrüchteextrakt) laut Heymountain verwenden sie einen CO2 Extrakt, wenn Panthenol 1% eingesetzt ist, wird der Extrakt auch maximal 1% sein.

Acacia decurrens flower extract (Mimosen Absolue) Duft?
Polianthes tuberosa extract (Tuberosen Absolue) Duft?
Vanilla planifolia extract (Vanille Absolue) Duft?

Benzyl Benzoate, Citral, Citronellol, Coumarin, Eugenol, Geraniol, Hexyl cinnamal, Limonene, Linalool, Alpha-isomethyl ionone, Butylphenyl Methylpropional deklarierungspflichtige Duftstoffe

Glyceryl caprylate Konservierung Dermasoft GMCY max. 0,5% EK, kann zu Instabilität führen
Levulinic acid, Sodium levulinate Konservierung Dermasoft Eco 1388 EK 3,5%
p-Anisic acid Konservierung EK 0,05-0,5%

Citric acid Ph- Wert

Glycerin Bestandteil von Dermasoft eco 1388

Xanthan gum Stabilisierung 0,2%

Vielleicht hilft dir das bei deinen Überlegungen

LG


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Hey Mirimi,

wow, danke für deine Mühe, das alles abzutippen 🌸 Ich werde mal ein wenig rumprobieren, bzw eher eine eigene 'Komposition' machen. Im Prinzip kann das Ganze ja einfach wie eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme mit sehr niedrigem PH-Wert sein. Meine gekaufte HM Haarcreme ist übrigens nach etwa drei Monaten auch nicht mehr so ganz stabil (ich entnehme immer nur mit einem sauberen Spatel) - es setzt sich Wasser oben ab und die Konsistenz erscheint mir etwas quarkiger als bei einem frischen Tiegel.
Ich hab erst noch eine Gesichtscreme, eine Bodybutter und einiges an Lippenpflegegloss auf meiner Agenda. 😊 Dann mach ich mich an die Haarcreme. Ich berichte dir, ob es was geworden ist!
Liebe Grüße,
Susie

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Kenny
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Mirimi hat geschrieben:
11. Mai 2021, 20:05
Ich habe diesen Thread und die Formulierung ehrlich gesagt ganz vergessen und hatte mich dann noch mal näher am aktuellen Original versucht. Dort wird Dermofeel GSC verwendet. Damit war ich aber noch weniger glücklich und GSC ergibt hier für mich auch nicht viel Sinn da es ein anionischer Emulgator ist und im Zweifel genau das Gegenteil von "gepflegtes Haargefühl" macht.
Hallo :)

ich habe mich sehr gefreut diesen Thread zu finden. Ich hatte auch bereits einen Thread wegen einer Haarcreme für krauses und lockiges Haar eröffnet. Ich würde gerne für meine Schwester eine Creme herstellen, die sie sich ins trockene (Afro-)Haar einarbeitet.

Du sprichst da gerade etwas an, was mir noch nicht ganz klar ist. Welcher Emulgator eignet sich denn nun für ein Leave-In Produkt (auch fürs trockene Haar)? Ich lese immer wieder von anionisch und kationisch und komme da auf keinen grünen Zweig :-a ich habe die Wirkung von Emul Amid als kationischen und konditionierenden Emulgator in Haarspülungen verstanden...aber mir ist noch nicht ganz klar wie dies bei Leave-In Cremes sein sollte. Sind Emulgatoren wie Imwitor oder GSC palmoil free dafür ungeeignet, da nicht kationisch/konditionierend?

Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich mich hier gerade mal reingequetscht habe und in deinem
Thread nachfrage :hallihallo:
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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Hi Kenny,

Ich finde deine Frage sehr gut. Ich denke grundsätzlich eignet sich jeder Emulgator, so lange er zum Konzept passt.

Kationische Tenside sorgen aufgrund ihrer positiven Ladung (kationisch) dafür, dass sie sich an das Haar anlagern und eine dünne Schicht bilden. Dadurch wird die Haaroberfläche geglättet und das Haar wird besser kämmbar und erhält mehr Glanz. Kationische Tenside könnten ebenso als Emulgator/ Ko-Emulgator in Hautpflegeprodukten verwendet werden, da sie erstmal wie andere Tenside/Emulgatoren dafür sorgen, dass sich eine Emulsion bildet. Allerdings haben kationische Tenside den Nachteil, dass sie potenziell hautreizend sein können und nur bedingt biologisch abbaubar sind. Ein weiteres Problem könnte sein, dass sich bei regelmäßiger Anwendung ein Film bildet.

In Formulierungen können kationische und anionische Substanzen, wenn sie gemeinsam verwendet werden, zu Instabilität führen. Allerdings gilt das nicht zwangsläufig. Neben kationischen Tensiden gibt es weitere konditionierende Substanzen wie z.B. Haarguar. Haarguar zählt wie viele der herkömmlichen kationischen Tenside auch zur Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen, lässt sich allerdings gut in Shampoos, Duschgele auch mit anionischen Tensiden usw. einarbeiten. Auch der Rohstoff Weizenquat HT enthält ein quartäres Ammoniumsalz.

Neben diesen "traditionellen" konditionierenden Rohstoffen, haben auch Lecithine in einem sauren Ph- Bereich konditionierende Eigenschaften.

Jetzt kommt es also drauf an, was ich von meinem Produkt erwarte und welche Rohstoffe ich verwenden möchte. Mit der Verwendung eines nicht-ionischen Emulgators bin ich unter Umständen also auf der "sicheren Seite" wenn er denn für meine angestrebte Fettphasenhöhe usw. passt.
Allerdings schreibt Heike auch im Imwitor-Profil "Trotz seines anionischen Charakters ist eine Kombination mit dem kationischen Tego® Amid S 18 problemlos möglich; eine Salzbildung konnte ich bisher nicht beobachten." Profil

Also was ist meine Schlussfolgerung aus dem Roman :D :
Es ist sicherlich gut und richtig, jeden Rohstoff, den man verwenden möchte, so gut es einem möglich ist zu recherchieren. Im Zweifel kommt man um das praktische testen aber nicht drum rum. Das theoretische Wissen hilft dann bei der Fehlersuche :D

Theoretisch sollte auch das eingangs von mir geteilte Rezept keine Probleme machen, auch wenn es nicht optimal ist z.b. im Hinblick auf die Verwendung von Glyceryl Caprylate (GMCY). Mein Scheitern kann neben der Formulierung an vielen weiteren Faktoren liegen z.B. Temperatur, Verarbeitung, Alter des Emulgators, Herstellungsmenge.

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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Hallo Mirimi, :hallihallo:

vielen lieben Dank für die ausführliche Erklärung. Für mich ist Emul Amid ein Emulgator, den ich bisher ausschließlich in rinse-off Produkten gesehen habe :gruebel:
Mirimi hat geschrieben:
15. Mai 2021, 18:58
Neben diesen "traditionellen" konditionierenden Rohstoffen, haben auch Lecithine in einem sauren Ph- Bereich konditionierende Eigenschaften.
Ich bin hier auch schon seit Stunden am lesen und nachforschen und überlege, ob ich meinen ersten Versuch mit Imwitor + Lysolecithin + Cetearylalkohol wagen sollte :argstverlegen:
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Robert Byrne

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Kenny hat geschrieben:
15. Mai 2021, 20:10
Ich bin hier auch schon seit Stunden am lesen und nachforschen und überlege, ob ich meinen ersten Versuch mit Imwitor + Lysolecithin + Cetearylalkohol wagen sollte :argstverlegen:
Ich habe mit Imwitor noch nicht gearbeitet aber viele hier sind ja begeistert. Mit der Forensuche findest du auch viele Tipps und Erfahrungsberichte zum Imwitor.

Zu Emul Amid in Leave In Produkten habe ich noch diese Infos gefunden mit Rahmenformulierung. Die Formulierungen sind nicht Naturkosmetikkonform aber geben evtl einen Eindruck, wie mit dem Rohstoff gearbeitet werden kann.

LG

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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Mirimi hat geschrieben:
16. Mai 2021, 11:32
Ich habe mit Imwitor noch nicht gearbeitet aber viele hier sind ja begeistert. Mit der Forensuche findest du auch viele Tipps und Erfahrungsberichte zum Imwitor.
Ich verarbeite Imwitor regelmäßig in meinem Gesichtsfluid und mag ihn auch sehr. Ich habe auch schon in einigen Threads gelesen, dass Imwitor gut für die Haarpflege sei. Das hat mich irritiert, da er ja nicht kationisch ist. Aber jetzt verstehe ich das alles schon besser :-D

Vielen Dank! Ich schaue mir die Rahmenrezeptur mal an :klimper:
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Kenny hat geschrieben:
15. Mai 2021, 16:59
Hallo :)

ich habe mich sehr gefreut diesen Thread zu finden. Ich hatte auch bereits einen Thread wegen einer Haarcreme für krauses und lockiges Haar eröffnet.
Hey Kenny,

deinen Beitrag habe ich lustigerweise auch gerade eben gelesen. Auch ich stehe bei den Emulgatoren vor einem Rätsel (noch mehr, als es bei Cremes eh schon der Fall ist 😅).
Wenn man zb im Gesicht ein mattierendes Finish haben möchte, ist das ja auf den Haaren eher anders herum (ich hätte das dort zb lieber Richtung glänzend / gelig). Versuche gerade das zu verinnerlichen, was Mirimi geschrieben hat. Klingt für mich aber immernoch kompliziert 😄
Wir werden sicher noch was finden - Geduld und Neugier sind gefragt 🤓
Liebe Grüße,
Susie

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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Susie hat geschrieben:
16. Mai 2021, 14:36
Wenn man zb im Gesicht ein mattierendes Finish haben möchte, ist das ja auf den Haaren eher anders herum (ich hätte das dort zb lieber Richtung glänzend / gelig)
Ja ich habe auch die Sorge, dass gewisse Emulgatoren ein eher „stoppendes“/mattes Gefühl in den Haaren erzeugen. Dann würde ich versuchen dem mit Esterölen (Dermosolv) oder Krambeöl entgegenzuwirken (für den Silikon-Flutsch). Ich habe bisher Imwitor und GSC pof in Haarpflegeprodukten gesehen. Letzteres wurde ja bereits in diesem Thread erwähnt. Lysolecithin ist auch ein Emulgator, welcher bei dem richtigen ph-Wert konditionierende Eigenschaften ausbildet. Und dann würde ich versuchen noch Stoffe beizufügen, die ebenfalls konditionierende Eigenschaften haben. Mirimi hat das ja oben bereits ausführlich und toll erläutert :brille:

Das ist mein bisheriger Wissensstand/Plan im Bereich Leave-In Haarpflege :lupe:
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Kenny hat geschrieben:
17. Mai 2021, 07:25
Dann würde ich versuchen dem mit Esterölen (Dermosolv) oder Krambeöl entgegenzuwirken (für den Silikon-Flutsch).
Ich meine natürlich Dermofeel Sensolv :argverlegen:
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Ginrin »

Kuck Kuck :hallihallo:

Ich hänge mich hier mal an. Ich mochte HM die Haarcremes auch immer sehr gerne, besonders als ich noch lange Haare hatte. Für einen Bob sind die HM Cremes für mich (sehr feine Haare) viel zu schwer. Ich will demnächst eine leichte Version rühren und lasse mich mal hier bei euch inspirieren. :flower:

Bin gespannt auf eure Versuche! :popcorn:


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Hallo Ihr Lieben,

sobald mein neues Rührgerät da ist, wollte ich mich mal ein meinen ersten Haarcremeversuch machen.
Ich plane eine Fettphase von 30,5%, Konservierung mit Geogard und hatte bei den Emulgatoren und Konsistenzgebern an
3,5% Softfeel GSC, 1% Lysolecithin und 3% Behenylalkohol gedacht.
Meint Ihr, das kann so funktionieren...? Oder macht die Emu-Kombi keinen Sinn?
Die Konsistenz muss nicht gaaanz so fest sein, da ich die Creme sowieso in einen Airlessspender füllen möchte.
Liebe Grüße,
Susie

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Mirimi
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Mirimi »

Susie hat geschrieben:
28. Mai 2021, 13:49
3,5% Softfeel GSC, 1% Lysolecithin und 3% Behenylalkohol
(...) da ich die Creme sowieso in einen Airlessspender füllen möchte.
Hallo Susie,

Ich kann mir vorstellen, dass die Kombi funktioniert. Abhängig davon wie du die FP gestaltest (mit Butter oder Wachsen?) könnte es fast zu fest für einen Airless werden. Ich würde es einfach mit einer kleinen Menge ausprobieren (30-50gr) und wenn es nicht gefällt freuen sich deine Haare halt über ein "deep conditioning" :D zumindest habe ich meine Versuche so aufgebraucht.

LG und gutes Gelingen


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Mirimi hat geschrieben:
28. Mai 2021, 17:17
Hallo Susie,

Ich kann mir vorstellen, dass die Kombi funktioniert. Abhängig davon wie du die FP gestaltest (mit Butter oder Wachsen?) könnte es fast zu fest für einen Airless werden.
[/quote]

Hallo Mirimi,

aaach, ich nehme dann das, was bei raus kommt 😄 Festere Konsistenz ist auch ok. Danke für deine Meinung! 😃

Hier nochmal mein Vorhaben in Prozenten:

Haarcreme "Spitzenreiter 1.0" (30 g) | 28.05.2021
Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:

30.5 % Fettphase (9.15 g)
Öle, Buttern und Wachse (6.9 g | 23 %):
0.9 g Sheabutter (3 %)
0.9 g Babassuöl (3 %)
1.2 g Pracaxiöl (4 %)
1.2 g Arganöl (4 %)
1.2 g Krambeöl (4 %)
1.5 g Squalan (5 %)

Emulgatoren/Konsistenzgeber (2.25 g | 7.5 % | 24.6 % der Fettphase)
1.05 g Softfeel GSC (3.5 %)
0.3 g Lysolecithin (1 %)
0.9 g Behenylalkohol (3 %) als Konsistenzgeber

69.5 % Wasserphase (20.85 g)
Wirkstoffe (1.29 g | 4.3 %):
0.09 g Aloe Vera 200:1 (0.3 %)
0.3 g Panthenol (1 %)
0.6 g Glycerin (2 %)
0.3 g Nuratin (1 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (0.44 g | 1.45 %):
0.09 g Haarguar (0.3 %)
0.35 g Geogard 221 (1.15 %)
19.13 g Wasser (63.77 %)

Hinweise zur Rezeptur
Anmerkungen zur Rezeptur
Mit Milchsäure auf PH 4,5 korrigieren. 2-4 Tropfen Duftöl hinzugeben.


Wenn ich es ausprobiert habe, lasse ich Euch hier wissen, ob's was geworden ist 🙂
Liebe Grüße,
Susie


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

So ihr Lieben,

ich habe gestern die Haarcreme wie oben beschrieben gerührt.
Ich kann berichten, dass ich durchaus angetan bin. 👍 Die Konsistenz ist leicht cremig und homogen, erinnert an eine Pumpspendercreme aus der Drogerie.
Beduftet habe ich sie mit jeweils 1 Tropfen Vanille und Pfirsich auf 30g (ich mag es eher dezent).
Die Pflegewirkung finde ich auf den ersten Blick sehr gut, sogar besser als die von HM-Haarcreme. 🥳 Das Finish ist nicht superglänzend, aber auch nicht stumpf/matt.

Ich werde beim nächsten Mal allerdings die Sheabutter rausnehmen und durch Wasser ersetzen - wenn ich zuviel Creme erwische, sieht es ca. 2 Stunden lang schon etwas fettig aus.

Ansonsten ist dieser Erstversuch aber für mich ein voller Erfolg. 😃
Liebe Grüße,
Susie


Susie
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von Susie »

Hallo ihr lieben Haarcreme-Liebhaber,

ich muss mich leider berichtigen. Anfänglich war ich mit meiner o.g. Haarcreme total zufrieden, aber schon nach zwei Tagen wurden meine Haare echt strohig davon. :-( Ich versuch es bei Gelegenheit nochmal anders.
Liebe Grüße,
Susie

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lafeerique
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Re: Haarcreme Trennungsgeschichten

Ungelesener Beitrag von lafeerique »

Huhu liebe Susi 🌸

Vielleicht sind 30% Fett dann doch etwas viel für dich. Du hast trockenes, feines Haar, richtig?

Ich habe auch sehr feines Haar, das zu viel Fett null leiden mag und ich dann recht "pomiert" rumlaufe, wenn ich überdosiere.

Für meinen Mann, der zwar sehr dickes aber auch seeeehr trockenes Haar hat, habe ich vor einiger Zeit ein leichtes Leave-In Fluid entwickelt, das sogar bei mir gut funktioniert. Wichtig ist für meine Haar nur, NIE ins trockene Haar und wirklich sparsam in die Spitzen und trockenen Längen geben. Das klappt prima und sieht tatsächlich nicht fettig aus, sondern glänzt leicht seidenmatt.

Auf Proteine habe ich bewusst verzichtet, weil das meine Haare mit der Zeit auch irgendwie hart und strohig macht. Dafür habe ich Inulin drin. Das macht meine Haare schön weich (aber nicht zu weich!) und irgendwie feucht 😁.

Wenn du magst, hier ist das Rezept dazu:
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Liebe Grüße, Fee

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