Ethanol und Bergamuls ET 1

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Moderator: Helga

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Kiri
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Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Kiri »

Hallo!

Ich versuche mein erstes Basisrezept zu finden. Ich habe mit dem leichten Cremegel von Heike begonnen es leider nicht vertragen und deshalb versucht abzuändern. Mittlerweile weiß ich, dass ich auf Rokonsal, Sodium PCA, Kaliumsorbat, Ectoin und Phospholipon 80H allergisch bin.

Bisher keine allergische Reaktion hatte ich auf diese sehr stark reduzierte Variante. Leider ist auch kein Pflegeeffekt merkbar, was vermutlich an der minimalistischen Formulierung liegt. Außerdem wuzzelt sich die Creme ab. Ich glaube ihr nennt das hier: Es bilden sich viele Piddelchen.

13,5% Marulaöl
3% Bergamuls ET 1
70,2% Wasser
3% Glycerin
10,4% Ethanol 96 Vol.-% (das sollten 15 Vol.-% der Wasserphase sein, wenn ich das richtig verstanden habe.)

Heike weißt in ihrem Rohstoffprofil zu Bergamuls ET 1 bereits auf das Problem mit den Piddelchen hin. Nachdem ich die 40min kaltrühren mit der Hand nicht geschafft habe und dachte es liegt daran, habe ich mir mittlerweile einen Magnetrührer besorgt und weitere Experimente gemacht.

Meine aktuelle Version sieht so aus:
A:
10% Nachtkerzenöl
5% Wiesenschaumkrautöl
2,5% Squalan
1,25% Baobaböl
1,25% Marulaöl
0,5% Tocopherol
2% Imwitor 375
2% Bergamuls ET 1

B:
61,5% Wasser

C:
3% Glycerin
2% Natriumlaktat 60%

D:
9% Ethanol 96 Vol.-%

Den Ölanteil, und damit auch den Emulgatoranteil, habe ich erhöht weil mir die Rezeptur, nach dem Umstieg auf Ethanol zur Konservierung, zuwenig pflegend war.

Ich habe A und B auf 70°C erhitzt, unter Rühren A in B geleert, 4 min hochtourig dispergiert (Stabmixer).
Test: Das Cremegel fühlt sich ok an, wuzzelt aber sehr.
Danach habe ich das Cremegel 40min bei ca 800rpm mit dem Magnetrührer gerührt und dabei langsam auf 28°C abkühlen lassen.
Test: Das Cremegel ist super angenehm auf der Haut, zieht relativ schnell ein und wuzzelt garnicht mehr.
C und D habe ich vermischt, untergerührt und 30sec hochtourig dispergiert.
Ergebnis: Das Cremegel ist dünnflüssiger und wuzzelt wieder. Außerdem fühlt es sich grausig auf der Haut an.

Ich habe die Rezeptur auch in Kaltverarbeitung gerührt, die Emulgatoren lassen das ja zu, mit dem gleichen Ergebnis.

Heike erwähnt in ihrem Rohstoffportrait zu Ethanol: "Bei höherer Dosierung kann Ethanol auf Emulsionen destabilisierend wirken." Ich vermute, dass das der Effekt ist den ich hier sehe.

Nun zu meiner Bitte an euch. Hat jemand Erfahrung mit Ethanol und Bergamuls ET 1 und könnte mir hier Tips geben? Ich nehme auch gerne Vorschläge zu anderen Konvervierungsmethoden und/oder Emulgatoren. Ich stelle mir gerade eine Einkaufsliste anhand von Heikes Konservierertabelle und Emulgatortabelle zusammen.
Ich bewahre die Cremegel-Versionen zur Zeit im Kühlschrank auf. Ist das ein Problem? Die Konsistenz verändert sie bei den meisten in Richtung stichfestes Joghurt.
Liebe Grüße,
Kiri

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Helga
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Helga »

Liebe Kiri, ein paar Gedanken dazu:

Zuerst zum Ethanol: Verdünne es doch auf 70%, so verkraftet es eine Emulsion leichter.
Konsistenz: Beide Deiner Emulgatoren ergeben keine Konsistenz; leider kannst Du bei Verwendung von Bergamuls auch keinen Gel-Bildner wie Cosphaderm verwenden, der würde zusammen mit Bergamuls nur noch stärker Piddelchen ergeben.

Allergien: Hast Du jeden Rohstoff einzeln getestet? Dass Du auf Phospholipon reagierst, kann ich mir fast nicht vorstellen, aber ja, Ausnahmen bestätigen die Regel :)

Piddelchen: Wenn Du keine Piddelchen möchtest, versuch doch nur mit 1% Bergamuls zu rühren, samit 2% von einem anderen Emulgator.

2% Imwitor verwende ich nur mit 1% Phospholipon oder 1% Symbioprot M, andere verwenden einen anderen Emulgator.
Den Ölanteil, und damit auch den Emulgatoranteil, habe ich erhöht weil mir die Rezeptur, nach dem Umstieg auf Ethanol zur Konservierung, zuwenig pflegend war.
Ölanteil erhöhen würde genügen, von erhöhen Emulgatoranteil rate ich ab :)

Kannst Du näher beschreiben wie sich "grausig" auf der Haut anfühlt? Sind es die Wuzzerln oder ist es zu trocken? Frage ist ernst gemeint :). Es sind ja auch nur wenig Hydratisierer in der Pflege, außer den 3% Glycerin, das ist ein bisschen wenig, allerdings haben wir zur Zeit hohe Luftfeuchtigkeit, was es ein wenig ausgleicht.

Nachtkerzenöl sollte eigentlich nicht in die Tagespflege, ist ja ein Wirkstofföl.

P.S.:
Du könntest aber auch beschreiben WIE sich eine Pflege anfühlen sollte :), das ist für uns auch hilfreich.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Witzworter Krauthexe
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Witzworter Krauthexe »

Liebe Kiri,
Bergamuls, Emulprot, Imwitor und PHP sind meine Lieblingsemulgatoren, wobei die ersten beiden den Schwerpunkt bilden. Ich mag die Haptik. Meistens mische ich sie (nicht alle) zusammen, je nachdem, was gerade da ist. 70%igen Extrakt benutze ich z.B. in der Bodylotion meines Mannes ohne Probleme.
In die WP kommt dann meistens noch etwas Siligel, das stabilisiert und die Lotion zieht noch etwas an. Das ist ein ganz toller Gelbildner!
Piddelchen hatte ich noch nie, vielleicht liegt es an der Kombination der Emus.

Ach ja, wie Helga schon schreib, Nachtkerzenöl nicht in die Tagespflege und auch in der Nacht deutlich weniger davon.
Viele Grüße aus dem Norden


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Kiri
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Kiri »

Liebe Helga, liebe Witzworter Krauthexe,

danke für eure Hinweise. :blumenfuerdich:

Ethanol vorher auf 70 Vol-% zu verdünnen, nur 3% Emulgator, ... werde ich probieren und davon berichten.
Die Rezeptur mit Nachtkerzenöl ist für die Nachtpflege gedacht.
Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Konsistenz: Beide Deiner Emulgatoren ergeben keine Konsistenz; leider kannst Du bei Verwendung von Bergamuls auch keinen Gel-Bildner wie Cosphaderm verwenden, der würde zusammen mit Bergamuls nur noch stärker Piddelchen ergeben.
Ich mag flüssige Konsistenzen. Ich hab mich nur darüber gewundert, dass sie dann im Kühlschrank fester werden.

Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12

Allergien: Hast Du jeden Rohstoff einzeln getestet? Dass Du auf Phospholipon reagierst, kann ich mir fast nicht vorstellen, aber ja, Ausnahmen bestätigen die Regel :)
Ja, ich habe alle einzeln getestet.
Dass ich Phospholipon nicht vertrage konnte ich mir auch nicht vorstellen. Ich hab es 3 mal getestet mit unterschiedlichen Rezepturen. Der Effekt ist immer derselbe. Eine Creme mit 1-2% Phospholipon wirkt anfangs angenehm aber umso länger sie auf der Haut verbleibt umso stärker beginnt die entsprechende Hautstelle zu jucken. Ob es eine Kontaktallergie auf das Phospholipon ist oder ob die Creme auf meiner Haut zu stark abdichtet und eine Art Schweißallergie verursacht weiß ich nicht. Es ist mir ein Rätsel. Der Effekt tritt auch erst nach einiger Zeit auf und wird nur sehr langsam stärker. Die Reaktion auf die anderen Stoffe war viel schneller. Bei Rokonsal (1%) färbt sich meine Haut sofort rot, beginnt zu brennen als hätte ich sie mit Säure übergossen und beginnt kleine Bläschen zu werfen. Sodium PCA führt zu einen gefleckten, juckenden, roten Ausschlag innerhalb von Minuten. Kaliumsorbat (10 Tr. 20%iger Lösung auf 50g Cremegel) führt zu roter, brennender Haut wie bei Rokonsal nur ohne die Bläschen. Ectoin (5% Lsg in Wasser) verursacht eine leichte Rötung und Brennen innerhalb von Minuten. 0,2% Ectoin in Cremegel hatten denselben Effekt nur leichter und langsamer.
Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Kannst Du näher beschreiben wie sich "grausig" auf der Haut anfühlt? Sind es die Wuzzerln oder ist es zu trocken? Frage ist ernst gemeint :). Es sind ja auch nur wenig Hydratisierer in der Pflege, außer den 3% Glycerin, das ist ein bisschen wenig, allerdings haben wir zur Zeit hohe Luftfeuchtigkeit, was es ein wenig ausgleicht.
grausig: Wenn ich 15min (oder später) nach dem Auftragen des Cremegel mit meiner Hand über die Hautstelle streiche fühlt es sich statt einem sanften Streicheln an als würde ich die Haut mit Sandpapier bearbeiten.
Ich hätte gerne mehr Hydratisierer in der Pflege, aber im Moment weiß ich noch nicht wie ich das anstellen muss. Vorschläge sind sehr willkommen.
Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Du könntest aber auch beschreiben WIE sich eine Pflege anfühlen sollte :), das ist für uns auch hilfreich.
Gerne. Ich wünsche mir eine Pflege die leicht ist, gerne flüssig, schnell einzieht und einen nicht fettigen aber doch spürbaren Schutzfilm auf der Haut hinterlässt, viel Feuchtigkeit spendet, nicht abdichtet und wundheilend/entzündungshemmend wirkt. Meine Haut fühlt sich teilweise etwas offen/aufgeschürft an obwohl sie normal aussieht. Vor allem dort wo sie vor kurzem eine äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit gekaufter Sonnencreme gemacht hat auf die ich ebenfalls allergisch war. Deshalb ist auch soviel Nachtkerzenöl in der Rezeptur.
Liebe Grüße,
Kiri

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Helga
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Helga »

Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Allergien:
Das tut mir leid, da bist Du ganz schön geplagt und die Auswahl an Rohstoffen verkleinert sich.


Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Kannst Du näher beschreiben wie sich "grausig" auf der Haut anfühlt? Sind es die Wuzzerln oder ist es zu trocken? Frage ist ernst gemeint :). Es sind ja auch nur wenig Hydratisierer in der Pflege, außer den 3% Glycerin, das ist ein bisschen wenig, allerdings haben wir zur Zeit hohe Luftfeuchtigkeit, was es ein wenig ausgleicht.
Kiri hat geschrieben:
5. August 2021, 22:06
grausig: Wenn ich 15min (oder später) nach dem Auftragen des Cremegel mit meiner Hand über die Hautstelle streiche fühlt es sich statt einem sanften Streicheln an als würde ich die Haut mit Sandpapier bearbeiten.
Ich hätte gerne mehr Hydratisierer in der Pflege, aber im Moment weiß ich noch nicht wie ich das anstellen muss. Vorschläge sind sehr willkommen.
Die Beschreibung führt mich zu der Frage: Womit reinigst Du?
Es sieht so aus als ob die FP geringfügig erhöht werden soll, plus den Hydratisierern.
Kiri hat geschrieben:
Helga hat geschrieben:
4. August 2021, 22:12
Du könntest aber auch beschreiben WIE sich eine Pflege anfühlen sollte :), das ist für uns auch hilfreich.
Gerne. Ich wünsche mir eine Pflege die leicht ist, gerne flüssig, schnell einzieht und einen nicht fettigen aber doch spürbaren Schutzfilm auf der Haut hinterlässt, viel Feuchtigkeit spendet, nicht abdichtet und wundheilend/entzündungshemmend wirkt. Meine Haut fühlt sich teilweise etwas offen/aufgeschürft an obwohl sie normal aussieht. Vor allem dort wo sie vor kurzem eine äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit gekaufter Sonnencreme gemacht hat auf die ich ebenfalls allergisch war. Deshalb ist auch soviel Nachtkerzenöl in der Rezeptur.

Danke für Deine ausführliche Beschreibung, die hilft weiter - wenn nicht Deine Allergien wären, da bin ich im Moment etwas ratlos. Ein Allrounder, der gut vertragen wird, wäre der Emulgator "Emulsan" klick. Wundheilend/entzündungshemmend wirkt eigentlich kein Emulgator, sie tun nur ihre Pflicht, nämlich Fett und Wasser verbinden und Phospholipon kommt leider nicht in Frage. Hast Du schon mal versucht Nachtkerzenöl PUR abends auftragen, 1, 2 Tropfen? Pflanzenfettsäuren im Detail
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Beauté
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Beauté »

Kiri hat geschrieben:
4. August 2021, 21:38
... Test: Das Cremegel ist super angenehm auf der Haut, zieht relativ schnell ein und wuzzelt garnicht mehr.
C und D habe ich vermischt, untergerührt und 30sec hochtourig dispergiert.
Ergebnis: Das Cremegel ist dünnflüssiger und wuzzelt wieder. Außerdem fühlt es sich grausig auf der Haut an...
Liebe Kiri
Wenn ich richtig verstanden habe, kommt das Grauslige mit dem Zufügen von Glycerin und NaLac (das verträgst Du) und dem Alki. Was ist mit dem? Es ist ja doch eine ziemliche Menge... Einige hier vertragen den gar nicht.
LG - Beauté
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ardsmuir
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von ardsmuir »

Oje. Da bist Du schon ziemlich gebeutelt.
Übrigens bist Du bei Phosphlipon nicht alleine, ich empfinde ihn auch als zu "aktivierend".

Verträgst Du andere Lecithine? Emulmetik (vertrage ich im Gegensatz zu Phospho hervorragend) Fluidlecithin, Reinlecithin? Die vertragen sich gut mit dem Alk und stabilisieren die Haut.
Wie fühlt sich das Gel ohne Glycerin und NaLac nach einiger Zeit an? Dann lass das mal raus.

Ich nutze als Konservierer gern Leucidal® SF MAX und Blend 1388 eco. Verträgst Du die? Empfinde sie als mild. Blend 1388 hat den Vorteil des Hydratisierens zusätzlich. Oder Pentylene Glycol, dann könntest Du den Alk runterschrauben.

Verträgst Du Aloe? Eventuell diese als Hydratisierer dazu geben.
Liebe Grüße Ards
Liebe Grüße, Ardsmuir

Humor ist das Must-have unter den Lebensaccessoires (Quelle:flamingowurst)

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Helga
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Helga »

Entschuldigung, dass ich dazwischen grätsche :wink:, ich glaube es handelt sich hier um einen Irrtum :wink: Glycerin und NaLac haben nichts mit dem "grausigen" Hautgefühl zu tun (wohl aber mit Rötung :) siehe weiter unten "Salz in die Wunde") , siehe hier:
grausig: Wenn ich 15min (oder später) nach dem Auftragen des Cremegel mit meiner Hand über die Hautstelle streiche fühlt es sich statt einem sanften Streicheln an als würde ich die Haut mit Sandpapier bearbeiten.
Es liest sich so, als wäre das leichte Creme-Gel schnell eingezogen, wurde aufgeschlürft, aber nun ist kein Schutz mehr da, winzige Hautschuppen, bzw. Hornzellen, im Hautareal sind trocken, nicht flexibel, die Haut ist nicht mehr prall, das spürt man.
Weder Glycerin noch NaLac beinhalten etwas, was die Hautrauigkeit fördert, im Gegenteil, sie befeuchten und damit müsste sich die Rauigkeit je nach Einsatzmenge eigentlich etwas reduzieren. Eigentlich :) Denn die Hautbarriere ist vermutlich schon gestört, dadurch entstehen Rötungen und die Haut ist irritiert, notwendiges Wasser in der Haut kann nicht mehr gehalten werden, verdunstet.

Als Ursache für die Rauigkeit kommen verschiedene Ursachen in Betracht :wink:
*Reinigung ist zu aggressiv, zu entfettend; die nachfolgend aufgetragene Pflege kann das nicht ausgleichen. (nach der Reinigung sollte man auch ein Gesichtswasser, Tonic verwenden).
*Ph-Wert ist nicht im sauren Bereich, das fühlt sich im Gesicht ähnlich an :wink:, nämlich nicht glatt.
*FP ist eventuell zu niedrig, dem kann man jedoch mit 1, 2 Tropfen Öl schnell abhelfen und die FP der nächsten Charge erhöhen.
* zu wenig Hydratisierer; das wurde oben schon besprochen, bzw. Haut kann Wasser nicht halten, speichern.

Da die Haut lt. Beschreibung sich auch noch ziemlich lädiert anfühlt (wie offen ..) bleibe ich bei meiner Empfehlung: :), es ist leider so ziemlich das einzige was auf einfache Art zur Zeit hilft:
Für ein paar Tage kurmäßig abends anwenden:
Öle mit Höchstanteil Linolsäure so um 70% (Traubenkern-, Nachtkerzenöl). Die Linolsäure bringt den Barriereschutz langsam wieder in das Gleichgewicht, sollte theoretisch über Nacht schon etwas Linderung bringen. Öl bitte pur verwenden, nicht verdünnen mit einem anderen Öl das weniger Linolsäure enthält, auch nicht mit Jojoba od. ähnlichem, sondern: Linolsäure - volle Ladung :), zusätzlich hat das Nachtkerzenöl die auch wertvolle Gamma-Linolensäure, ich würde es kurmäßig den anderen Ölen momentan vorziehen.
Auszug aus Rohstoffportrait Nachtkerzenöl: kklick
.. Das Öl der Nachtkerze ist sowohl innerlich als auch äußerlich prädestiniert für schuppige, entzündliche und dermatitische Haut. Essentielle Fettsäuren (so nennt man Fettsäuren, die nicht selbst vom Körper hergestellt werden können) sind wesentliche Bausteine für die Synthese von Phospholipiden, aus denen die Membrane der Hautzellen gebildet werden. Studien konnten belegen, dass Linol- und γ-Linolensäure bei topischem (also äußerlichem) Auftrag in die Lipidstrukturen der Haut eingebaut werden und sie regenerieren; Hautrauigkeit und transepidermaler Wasserverlust konnten deutlich gesenkt werden.
Apropos Empfinden wie "offene, wunde" Haut:
Kann gut sein, dass nach Heilung der Haut, bzw. wenn Haut wieder im Normalzustand ist, wieder mehr Rohstoffe vertragen werden, auf die sie vorher mit Rötung reagiert hat. Man kann sich das so vorstellen, als ob man in eine offene Wunde Salz streut, kein Wunder dass die Haut mit Rötung, vielleicht sogar mit brennen reagiert, aktivierende Rohstoffe ablehnt :wink:, aber es muss nicht unbedingt eine Allergie vorliegen, die Haut ist im Moment einfach sehr durchlässig und empfindlich, aber ich bin sicher, dass sich das bessert. Für die Zukunft würde ich dann die Barriereschutzbasis verwenden oder auch nur Phytosteryl Macadamiate.

Liebe Kiri, ich wünsche Dir alles Gute, ich hoffe, die Haut normalisiert sich bald :), bitte nicht den Mut verlieren :)
(Vielleicht interessiert Dich ja dieser Beitrag über milde Reinigung klick)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Helga
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Helga »

P.S.: ich empfehle Dir auch den Einsatz eines "Hochspreiters" wie z. B. Squalan, glättet auch :), eine Zeitlang zumindest.
Weiters wäre die Barriereschutzbasis (BSB) gut oder zumindest Phytosteryl Macadamiate 0,5-1% in die FP einplanen, es hilft das Wasser in der Haut zu halten :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Kiri
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Kiri »

Vielen Dank für die lieben und hilfreichen Antworten! :blumenfuerdich:
Helga hat geschrieben:
5. August 2021, 23:38
Die Beschreibung führt mich zu der Frage: Womit reinigst Du?
Körper: Duschgels mit sodium coco sulfate, lauryl glucoside, wobei ich trotzdem das Gefühl habe, dass sie meine Haut zu sehr austrocknen.
Gesicht: Wasser, Tonerde, 2-phasen Augenmakeupentferner, je nachdem. Ich verwende diese Creme abends ... meistens. Manchmal ist das meiner Haut zu viel, dann nehme ich stattdessen das hier, aber das ist ihr eigentlich wieder zu wenig. Das sind die beiden einzigen Produkte die ich bisher langfristig gut vertragen hab' und die mein Hautbild verbessern. Die Produkte verwende ich auch gelegentlich für den Körper. Eine Body Lotion die meine Haut mag habe ich bisher noch nicht gefunden.

Im Endeffekt hab' ich versucht möglichst ohne irgendetwas auszukommen weil meine Haut so empfindlich reagiert.
Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
(Vielleicht interessiert Dich ja dieser Beitrag über milde Reinigung klick)
Danke, interessiert mich sehr.

Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
Apropos Empfinden wie "offene, wunde" Haut:
Kann gut sein, dass nach Heilung der Haut, bzw. wenn Haut wieder im Normalzustand ist, wieder mehr Rohstoffe vertragen werden, auf die sie vorher mit Rötung reagiert hat. Man kann sich das so vorstellen, als ob man in eine offene Wunde Salz streut, kein Wunder dass die Haut mit Rötung, vielleicht sogar mit brennen reagiert, aktivierende Rohstoffe ablehnt :wink:, aber es muss nicht unbedingt eine Allergie vorliegen, die Haut ist im Moment einfach sehr durchlässig und empfindlich, aber ich bin sicher, dass sich das bessert. Für die Zukunft würde ich dann die Barriereschutzbasis verwenden oder auch nur Phytosteryl Macadamiate.
Ich habe die Allergietests auf dem intakteren Teil meiner Haut gemacht. Ich wollte die kaputten Stellen nicht noch mehr strapazieren. Grundsätzlich teste ich alles am Körper. In die Nähe meines Gesichts lasse ich Produkte erst wenn ich sicher bin, dass ich sie wirklich vertrage.
Die Barriereschutzbasis werde ich testen. Phytosteryl Macadamiate vertrag' ich. Ich möchte es nur bei den Experimenten auslassen bis ich Emulgator und Konservierung hinbekommen hab'.

Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
Liebe Kiri, ich wünsche Dir alles Gute, ich hoffe, die Haut normalisiert sich bald :), bitte nicht den Mut verlieren :)
Danke! :sunny:

ardsmuir hat geschrieben:
6. August 2021, 15:48
Verträgst Du andere Lecithine? Emulmetik (vertrage ich im Gegensatz zu Phospho hervorragend) Fluidlecithin, Reinlecithin? Die vertragen sich gut mit dem Alk und stabilisieren die Haut.
Die habe ich noch nicht probiert. (Ich bin noch ganz am Anfang.) Werde ich testen, danke.

ardsmuir hat geschrieben:
6. August 2021, 15:48
Wie fühlt sich das Gel ohne Glycerin und NaLac nach einiger Zeit an? Dann lass das mal raus.
dazu morgen mehr

ardsmuir hat geschrieben:
6. August 2021, 15:48
Ich nutze als Konservierer gern Leucidal® SF MAX und Blend 1388 eco. Verträgst Du die? Empfinde sie als mild. Blend 1388 hat den Vorteil des Hydratisierens zusätzlich. Oder Pentylene Glycol, dann könntest Du den Alk runterschrauben.
Dermosoft 1388 eco steht ganz oben auf meiner Einkaufsliste. Pentylene Glycol werde ich dann auch dazu nehmen.
Bei Leucidal bin ich mir nicht sicher. Ich dachte der ist nicht zuverlässig, oder?

ardsmuir hat geschrieben:
6. August 2021, 15:48
Verträgst Du Aloe? Eventuell diese als Hydratisierer dazu geben.
Ja. Meine Haut ist ein Fan von Aloe Vera und ich habe vor das ins Rezept einzubauen. Ich muss aber noch rausfinden wie ich die Konservierung hinbekomme.

Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
Für ein paar Tage kurmäßig abends anwenden:
Öle mit Höchstanteil Linolsäure so um 70% (Traubenkern-, Nachtkerzenöl). Die Linolsäure bringt den Barriereschutz langsam wieder in das Gleichgewicht, sollte theoretisch über Nacht schon etwas Linderung bringen. Öl bitte pur verwenden, nicht verdünnen mit einem anderen Öl das weniger Linolsäure enthält, auch nicht mit Jojoba od. ähnlichem, sondern: Linolsäure - volle Ladung :), zusätzlich hat das Nachtkerzenöl die auch wertvolle Gamma-Linolensäure, ich würde es kurmäßig den anderen Ölen momentan vorziehen.
Mach' ich, danke.
Liebe Grüße,
Kiri


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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Kiri »

Beauté hat geschrieben:
6. August 2021, 07:47
Wenn ich richtig verstanden habe, kommt das Grauslige mit dem Zufügen von Glycerin und NaLac (das verträgst Du) und dem Alki. Was ist mit dem? Es ist ja doch eine ziemliche Menge... Einige hier vertragen den gar nicht.
ardsmuir hat geschrieben:
6. August 2021, 15:48
Wie fühlt sich das Gel ohne Glycerin und NaLac nach einiger Zeit an? Dann lass das mal raus.
Um den Effekt der einzelnen Zutaten besser zu verstehen habe ich ein paar Tests durchgeführt. Dafür habe ich den Ethanol, wie von Helga und Witzworter Krauthexe vorgeschlagen, auf 70 Vol-% verdünnt.

Bergamuls ET 1 Test 1:
A:
22,4 % Sonnenblumenöl
3,4 % Bergamuls ET 1
B:
74,2 % Wasser

A, B auf 60°C erhitzt und zusammen 3 min hochtourig dispergiert (one-pot Verfahren). Danach bei 800rpm kaltgerührt bis auf 23°C. Dauer: 55min
Ergebnis:
Direkt nach dem Rühren aufgetragen fühlt sich die Emulsion auf der Haut angenehm an. Sie zieht innerhalb von 5 min ein. Die Konsistenz erinnert an gerührtes Joghurt.
Die Emulsion habe ich weiterverwendet für Test 2 und 3.

Bergamuls ET 1 Test 2:
A:
20 % Sonnenblumenöl
3 % Bergamuls ET 1
B:
66,3 % Wasser
C:
7,8 % Ethanol 96 Vol-%
2,9 % Wasser

A+B wie bei Test 1.
C hinzugefügt und 3min bei 800 rpm verrührt.
Ergebnis:
Direkt nach dem Rühren aufgetragen fühlt sich die Emulsion auf der Haut kühl an. Dieser Effekt lässt mit der Zeit nach, vermutlich mit dem Verdunsten des Alkohols. Über die Haut streichen führt zu dem "Sandpapiereffekt". Dieser ist allerdings geringer ausgeprägt
als bei den Versuchen mit 96 Vol-%igem Ethanol. Zu dem Sandpapiereffekt: Es fühlt sich an als wäre wirklich Sand in der Creme. Der Effekt bildet sich allerdings erst auf der Haut aus.
18h später (bei Raumtemperatur, offen stehen gelassen) ist der Sandpapiereffekt noch immer spürbar aber weniger stark.
55h später ist der Sandpapiereffekt weg. Dem fehlenden Geruch nach zu urteilen ist auch der Ethanol fast vollständig verdunstet.
Creme entsorgt.

Bergamuls ET 1 Test 3:
A:
21,7 % Sonnenblumenöl
3,3 % Bergamuls ET 1
B:
72 % Wasser
C:
3 % Glycerin

A+B wie bei Test 1.
C hinzugefügt und 3min bei 800 rpm verrührt.
Ergebnis:
Direkt nach dem Rühren aufgetragen bilden sich große, weiche Radiergummiwuzzel (Piddelchen). Die Haut spannt leicht.
18h später (bei Raumtemperatur, offen stehen gelassen) ist derselbe Radiergummiwuzzeleffekt zu beoachten, der auch 2 Std nach dem Auftrag noch da ist. Die Creme hinterlässt einen sehr fettigen Film auf der Haut der nur sehr langsam einzieht.
Creme entsorgt.

Imwitor 375 Test 1:
A:
20 % Sonnenblumenöl
3 % Imwitor 375
B:
66,3 % Wasser
C:
7,8 % Ethanol 96 Vol-%
2,9 % Wasser

A, B auf 60°C erhitzt, B hochtourig gerührt und A langsam hinzugefügt, weitere 3 min hochtourig dispergiert. Danach bei 500rpm kaltgerührt bis auf 23°C. Dauer: 30 min
C hinzugefügt und 1 min bei 500rpm verrührt.
Ergebnis:
Eine, auch nach Zugabe von Ethanol, stabile, flüssige Emulsion, die an Milch erinnert und angenehm weich auf der Haut liegt. Ich habe leider vergessen aufzuschreiben wie schnell sie eingezogen ist.

Imwitor 375 Test 2:
A:
18,4 % Sonnenblumenöl
2,8 % Imwitor 375
B:
61,2 % Wasser
C:
7,2 % Ethanol 96 Vol-%
2,7 % Wasser
0,4 % Cospaderm X34
3,7 % Glycerin
3,6 % Natriumlaktat

A + B wie bei Test 1.
C hinzugefügt und 10 min bei 2000rpm verrührt.
Ergebnis:
Eine, auch nach Zugabe von Ethanol, stabile, leicht gelige Emulsion, die an Ziegenjoghurt erinnert und sich auf der Haut rutschig anfühlt.
Die Emulsion hatte einen ph-Wert von 6,5. Diesen habe ich, nach dem Test, mittels Milchsäure 80% AHA, auf 5,3 korrigiert. Daraus habe ich gelernt, dass meine Haut mit Brennen auf die Zugabe von Milchsäure reagiert.


Fazit:
Ich fand die Imwitor Tests viel angenehmer auf der Haut als die Bergamuls Tests, also werde ich meine Experimente in diese Richtung fortsetzen. Außerdem kommen vermutlich diese Woche noch neue Zutaten und Heikes Bücher => mehr Experimente und hoffentlich Rezepte ohne Zutaten auf die ich allergisch bin :hase:


Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
Es liest sich so, als wäre das leichte Creme-Gel schnell eingezogen, wurde aufgeschlürft, aber nun ist kein Schutz mehr da, winzige Hautschuppen, bzw. Hornzellen, im Hautareal sind trocken, nicht flexibel, die Haut ist nicht mehr prall, das spürt man.
Weder Glycerin noch NaLac beinhalten etwas, was die Hautrauigkeit fördert, im Gegenteil, sie befeuchten und damit müsste sich die Rauigkeit je nach Einsatzmenge eigentlich etwas reduzieren. Eigentlich :) Denn die Hautbarriere ist vermutlich schon gestört, dadurch entstehen Rötungen und die Haut ist irritiert, notwendiges Wasser in der Haut kann nicht mehr gehalten werden, verdunstet.
Ja, das trifft es ziemlich gut.
Helga hat geschrieben:
6. August 2021, 16:28
Als Ursache für die Rauigkeit kommen verschiedene Ursachen in Betracht :wink:
*Reinigung ist zu aggressiv, zu entfettend; die nachfolgend aufgetragene Pflege kann das nicht ausgleichen. (nach der Reinigung sollte man auch ein Gesichtswasser, Tonic verwenden).
*Ph-Wert ist nicht im sauren Bereich, das fühlt sich im Gesicht ähnlich an :wink:, nämlich nicht glatt.
*FP ist eventuell zu niedrig, dem kann man jedoch mit 1, 2 Tropfen Öl schnell abhelfen und die FP der nächsten Charge erhöhen.
* zu wenig Hydratisierer; das wurde oben schon besprochen, bzw. Haut kann Wasser nicht halten, speichern.
zur Reinigung: Mir ist aufgefallen, dass es meiner Gesichtshaut immer besonders gut geht nachdem ich meine "Wasser plus etwas Apfelessig"-Spülung aufgebracht habe. Mehr dazu hier.
zum ph-Wert: Bei fast allen Tests lag der ph-Wert zwischen 5 und 5,5.
zur Fettphase: Es fällt mir noch schwer das einzuschätzen. Ich habe einfach noch zu wenig Ahnung davon wie eine Pflege eigentlich sein sollte.
zu den Hydratisierern: Ich habe das etwa genauer beobachtet. Solange die Creme oder ein Öl auf der Haut spürbar ist, fühlt sich die Haut deutlich besser an. Sobald alles eingezogen ist kehrt das Hautgefühl wieder zu dem trockenen, leicht spannenden, leicht brennenden Gefühl, das ich als "offen" beschreiben würde zurück. Dann reagiert sie auch wieder empfindlicher auf Berührung. Wasser wird von meiner Haut, wie du oben schreibst, richtig ausgeschlürft. Öl hingegen zieht nur sehr langsam ein. Ich trage seit 3 Tagen jeden Abend pures Nachtkerzenöl auf meine Haut auf und selbst nach 3 Stunden (länger war ich noch nie munter) ist der gefühlte Großteil davon noch da. In der Früh ist es eingezogen (entweder in meine Haut oder in die Bettwäsche :wink: ) Meine Haut fühlt sich übrigens von Tag zu Tag besser an. Liebe Helga, vielen vielen Dank für diese Empfehlung, du hast mir sehr geholfen! :blumenfuerdich:
Liebe Grüße,
Kiri

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Helga
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Helga »

Kiri hat geschrieben:
9. August 2021, 13:38
Zu dem Sandpapiereffekt: Es fühlt sich an als wäre wirklich Sand in der Creme. Der Effekt bildet sich allerdings erst auf der Haut aus.
18h später (bei Raumtemperatur, offen stehen gelassen) ist der Sandpapiereffekt noch immer spürbar aber weniger stark.
55h später ist der Sandpapiereffekt weg. Dem fehlenden Geruch nach zu urteilen ist auch der Ethanol fast vollständig verdunstet.
Creme entsorgt.
Wenn der Sandpapiereffekt nach ein paar Tagen weg ist, vermute ich dass sich erst dann das Bergamuls richtig aufgelöst hat :). Allerdings müssten sich die ungelösten Teile vorher abrubbeln lassen, denke ich mal - nur aus einer praktischen Vorstellung heraus :).

Daraus habe ich gelernt, dass meine Haut mit Brennen auf die Zugabe von Milchsäure reagiert.
Das gibt sich, wenn die Hautbarriere wieder intakt ist :).

Fazit:
Ich fand die Imwitor Tests viel angenehmer auf der Haut als die Bergamuls Tests, also werde ich meine Experimente in diese Richtung fortsetzen. Außerdem kommen vermutlich diese Woche noch neue Zutaten und Heikes Bücher => mehr Experimente und hoffentlich Rezepte ohne Zutaten auf die ich allergisch bin
3% Imwitor ist ein wenig viel, verwendet fast niemand von uns (fühlt sich für mich ziemlich unangenehm rutschig an :wink:), das Hautgefühl , ist am besten mit nur 1% Imwitor plus 2% eines anderen Emulgators.
Ich trage seit 3 Tagen jeden Abend pures Nachtkerzenöl auf meine Haut auf und selbst nach 3 Stunden (länger war ich noch nie munter) ist der gefühlte Großteil davon noch da. In der Früh ist es eingezogen (entweder in meine Haut oder in die Bettwäsche :wink: ) Meine Haut fühlt sich übrigens von Tag zu Tag besser an.
Das freut mich sehr für Dich :), mir gehen solche Hautprobleme immer nahe :wink:, beschäftige mich deshalb auch sehr viel mit Hautwissen, Hautgefühl, denn manchmal hilft einfach ändern der Pflegeroutine.
Auch wenn das Öl in die Bettwäsche eingezogen ist, ein Teil davon kann doch in die Haut und etwas bewirken. Du wirst merken, wenn es "ansteht", keine Besserung mehr spürbar ist, dann nur mehr bei Bedarf oder alle paar Tage, Du wirst es spüren :wink:. 1-2 Tropfen genügen, vielleicht die Haut vorher anfeuchten.

:gut:, bin gespannt wie es weiter geht :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Linea
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Linea »

Hallo,

der letzte Post ist schon etwas her aber ich schreibe mal ein wenig meine Erfahrungen, vielleicht hilft ja etwas davon weiter:

Zu Beginn bin ich auch mit Rokonsal und Kaliumsorbat auf die Nase gefallen - der gemeinsame Nenner und damit vermutlich der Übeltäter ist das Sorbat/Sorbinsäure. Kaliumsorbat hat bei mir auch innerhalb kürzester Zeit heftige Rötungen verursacht und Rokonsal ist bei mir auch nichts. Gleiches gilt (zumindest im Gesicht) für Ethanol. Da reagiere ich nicht sofort aber über Die Zeit entwickeln sich so rote Hubbelchen und Stellen die sich hornig anfühlen, besonders im Wangenbereich. Das liegt vermutlich daran, dass ich eine leichte Couperose habe. Diese Erkenntnis war ein Augenöffner für mich, vorher dachte ich an eine Mischhaut und habe sie wohl zu sehr strapaziert.

Der Konservierer mit dem ich jetzt glücklich bin ist Geogard - vertrage ich, leicht und recht breit anzuwenden.

Eine schöne Emulgatormischung finde ich Bergamuls und Lysolecithin - vielleicht wäre das mal einen Versuch wert? Und wenn es nicht fürs Gesicht geht, dann einfach mal als Bodylotion probieren. Eine Emulsion mit diesen Emus und Geogard-Konservierung geht bei mir sogar auf frisch rasierte Unterschenkel, die recht trocken sind und in diesem Zustand ziemlich empfindlich und gerne mit roten Punkten und Brennen reagieren, wenn man was drauf schmiert.

Viele Grüße Linea

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Linea
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Linea »

Falls sich Geogard auch als etwas Brauchbares für dich herausstellen sollte, hiernoch ein Link in dem Nine weiter unten etwas zu Löslichkeit in Wasser schreibt, was ich sehr hilfreich fand.


(Hat den Thread eröffnet)
Kiri
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Re: Ethanol und Bergamuls ET 1

Ungelesener Beitrag von Kiri »

Liebe Linea,

vielen Dank für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Ich habe Geogard nicht probiert. Meine Haut hat Wochen gebraucht um sich von Rokonsal zu erholen und ich wollte nicht riskieren das nochmal zu verursachen. Deshalb habe ich keine weiteren Konservierungsmittel mit überschneidenden Inhaltsstoffen getestet. Was ich in der Zwischenzeit probiert habe:
Biokons Neo (Sensiva PA 30) - leichtes Brennen und Jucken, Pustelbildung nach ca 30 min
Pentylene Glycol - leichtes Brennen, Pustelbildung nach ca 10 min
Magnolienextrakt - keine Reaktion, also das vertrage ich gut
Dermosoft 1388 eco und Dermosoft GMCY - das hat stellenweise leicht gebrannt, sich aber nach ca 45 min komplett beruhigt. Eigentlich hatte ich erwartet diese Kombination zu vertragen, weil meine bisherige, gekaufte, Pflege das enthält. Ich habe dann eine Pause gemacht, damit sich meine Haut vollständig erholen kann und werde demnächst wieder mit dem Experimentieren beginnen.
Liebe Grüße,
Kiri

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