Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Fettsäurespektren, Jodzahlen und Fettbegleitstoffe – hier werden Öle, Buttern und Wachse en detail gewürdigt.

Moderator: Heike

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Lavande
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Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Lavande »

Hallo ihr Lieben,
Tomatensamenöl.png
Vor einiger Zeit habe ich zum Ausprobieren Tomatensamenöl bei unserem französischen A...-Shop bestellt, nachdem es dort mit "außergewöhnlichen Anti-Aging Eigenschaften" angepriesen wurde (da passiert es dann doch immer mal wieder, dass der Bestellfinger sich auf wundersameweise wie von selbst bewegt :pfeifen: ).
Ich habe es als Nachtöl zusammen mit Bakuchiol und Vitamin C im Test und die Wirkung ist wirklch sehr sehr gut. Macht eine wunderbar weiche Haut, von dem her sehr zu empfehlen.
ABER: der Geruch ist leider sehr gewöhnungsbedüftig. Es riecht ziemlich würzig und für mich jetzt nicht so ansprechend, aber man kann sich an alles gewöhnen...vor allem wenn es schön macht... :huhu:


Laut A-Zone sind enthalten:

Mehrfach ungesättigte essentielle Fettsäuren: Linolsäure (Omega-6) (53,95 %)
Einfach ungesättigte Fettsäuren: Ölsäure (Omega-9) (21,48 %)
Gesättigte Fettsäuren: Palmitinsäure (10,90 %)

Vitamin E: Tocopherole (1029,7 mg/kg) einschließlich Gama-Tocopherol (991,1 mg/kg), Alpha-Tocopherol (34,0 mg/kg), Delta-Tocopherol (3,2 mg/kg und Beta-Tocopherol (1,4 mg/kg)
Mineralische Elemente: Kalium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Calcium und in geringerem Maße Mangan, Eisen, Zink und Kupfer
Phenolische Verbindungen (Quercetin, Kämpferol, Myricetin...)
Carotinoide und Xanthophylle (Lycopin, Beta-Carotin, Lutein, Zeaxanthin...) einschließlich Lycopin (30,8 mg/kg) und Beta-Carotin (10,1 mg/kg)
Unverseifbare Stoffe einschließlich:
Sterole (4253 mg/kg) einschließlich Beta-Sitosterol (50,5 %), Cholesterin (18,6 %), Stigmasterol (10,7 %), Δ5-Avenasterol (7,9 %), Campesterol (4,3 %), Δ7-Cholesterin (2,3 %)
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Herzliche Grüße
Lavande

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Diyanna
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Diyanna »

Hallo Lavande,
hörst sich jedenfalls sehr gut an, aber danke für deine Einschätzung über den Geruch.
So komme ich dann zum Glück nicht in Versuchung es zu bestellen. Wobei "weiche Haut" klingt gut, ohne den Geruch wäre es schon auch etwas für mich. :D
Herzliche Grüße
Diyanna


Korsin
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Korsin »

Hallo Lavande,
bei der Höhe der Linolsäure von über 50%, dann noch Tocopherole in ansehnlichem Maß und dann noch das ein oder andere Gute wundert mich die Wirksamkeit jetzt nicht :-* . Was mich interessiert, kommt die leicht rötliche Farbe vom Beta-Carotin oder täuscht da Bildschirm?
Liebe Grüße
Korsische Prinzessin

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Lavande
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Lavande »

Korsin hat geschrieben:
29. September 2022, 18:19
* . Was mich interessiert, kommt die leicht rötliche Farbe vom Beta-Carotin oder täuscht da Bildschirm?
Ja vermutlich ist es das Carotin! Das Öl hat tatsächlich so eine orange rote Farbe, das Foto/Bildschirm trifft es farblich recht gut. Auf dem Gesicht jedoch färbt nichts (nicht so wie bei Sanddornfruchtfleischöl).
Herzliche Grüße
Lavande

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Lilli
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Lilli »

Lavande hat geschrieben:
29. September 2022, 14:17
Vor einiger Zeit habe ich zum Ausprobieren Tomatensamenöl bei unserem französischen A...-Shop bestellt, nachdem es dort mit "außergewöhnlichen Anti-Aging Eigenschaften" angepriesen wurde (da passiert es dann doch immer mal wieder, dass der Bestellfinger sich auf wundersameweise wie von selbst bewegt :pfeifen: ).
Liebste Lavande,

uih, da lasse ich mich doch gerne anfixen. Ich liebe ja Tomaten und ich irgendwie stehe ich auf Öle aus Früchten oder Nüssen, die ich auch gerne essen mag. :D

Das hüpft mir bei der nächsten Bestellung bestimmt auch ins Körbchen.....

Ganz liebe Grüße
Sylvia
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Judy
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Judy »

Lavande hat geschrieben:
29. September 2022, 14:17

Mineralische Elemente: Kalium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Calcium und in geringerem Maße Mangan, Eisen, Zink und Kupfer
Das finde ich jetzt etwas seltsam…
Seit wann sind denn Mineralstoffe öllöslich?

Ich habe noch dieses zur Zusammensetzung des Öls gefunden.
Hört sich auf jeden Fall sehr interessant an, danke liebe Lavande!
Kannst du den Geruch irgendwie mit ÄÖ‘s übertünchen?

Liebe Grüße,
Judy
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Lavande
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Lavande »

Judy hat geschrieben:
29. September 2022, 23:29
Das finde ich jetzt etwas seltsam…
Seit wann sind denn Mineralstoffe öllöslich?
öhem...das steht dort bei A-Zone bei der Beschreibung tatsächlich so drin. Danke für deinen link zu der Publikation, sie ist ja sehr umfangreich. Alles werde ich nicht verstehen, aber was dort beschrieben wird und was ich super finde ist, dass die Tomatensamen sozusagen ein "Abfallprodukt" sind bei manchen Tomaten-Produkten und das Öl somit eben auch einen positiven Aspekt aus ökologischer Sicht hat.
Judy hat geschrieben:
29. September 2022, 23:29
Kannst du den Geruch irgendwie mit ÄÖ‘s übertünchen?
Ich habe es mal mit Lavendel probiert, aber ich scheue mich etwas davor, weil ÄÖ´s ja dann auch noch zusätzliche Wirkstoffe sind. Die ÄÖ´s wie Rose, Cistrose, Benzoe Siam, die für meine Haut ok wären, sind zum Neutralisieren oder Übertünchen dieses Geruchs eventuell nicht so geeignet.
:duft: Wäre interessant, ob es jemandem gelingen würde, da etwas passendes zu finden...
Aber die Schwierigkeit ist dabei vielleicht auch, dass ich auf 10ml Nachtölmischung jetzt nicht mehr als 1 Tropfen ÄÖ nehmen möchte und das hat dann wiederum nicht die Power den Geruch wirklich zu verändern.
Herzliche Grüße
Lavande

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Judy
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Judy »

Da hast du unbedingt recht, Liebes, mir würde es auch so gehen mit einem Tröpfchen ÄÖ
:kichern:
Ich traue eben manchmal den Beschreibungen von AZ nicht so ganz…

Liebe Grüße,
Judy
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Beauté
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Beauté »

Lavande hat geschrieben:
30. September 2022, 00:19
... :duft: Wäre interessant, ob es jemandem gelingen würde, da etwas passendes zu finden...
Wir hatten doch schon Threads in denen genau dies diskutiert wurde; Konservierer, die den Duft der ätherischen Öle verduften lassen. Oder waren es Deo Wirkstoffe? Oder?
LG - Beauté
Carpe diem!

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Andrea
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Andrea »

Beauté hat geschrieben:
30. September 2022, 12:01
Lavande hat geschrieben:
30. September 2022, 00:19
... :duft: Wäre interessant, ob es jemandem gelingen würde, da etwas passendes zu finden...
Wir hatten doch schon Threads in denen genau dies diskutiert wurde; Konservierer, die den Duft der ätherischen Öle verduften lassen. Oder waren es Deo Wirkstoffe? Oder?
LG - Beauté
Das war hier
Liebe Grüße Andrea


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birgitlisa
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von birgitlisa »

Ich wollte auch noch mal was beisteuern - bei Tomatenkernöl klingelte es nämlich bei mir:

In diesem Thread von 2012 hat unser pflanzenölscheich damals seine eher unguten Erfahrungen mit dem exotischen Tomatenkernöl eingebracht (Auszug s.u.). Nur falls jemand mit sehr empfindlicher Haut unter den LeserInnen ist :-D
pflanzenölscheich hat geschrieben:
1. Januar 2012, 14:03
Vorwort zur bearbeiteten Fassung vom 26. Februar 2012

Als ich dieses Rezept Anfang des Jahres zum ersten Mal veröffentlichte, wusste ich noch nicht, dass es einen "Störenfried" enthielt, der gute wie auch weniger gute Wirkungen ausübte. Die Rede ist vom Tomatenkernöl, das kurzfristig die Belastung der Haut tatsächlich lindern konnte, langfristig aber keine völlige Beruhigung ermöglichte. Immer wieder kam es zu punktförmigen, geröteten und mehr oder weniger juckenden Ausschlägen. Die Problematik der flächigen Ekzeme war besiegt, und ich dachte, dass es am Fehlen einer passenden Nacht- und Spezialpflegerezeptur läge, doch nach halbwegs systematischer Unverträglichkeitsfahndung ergab sich einer meiner "Exoten" als der Übeltäter: Tomatenkernöl. Seine Unruhestiftung wurde durch die übrigen Zutaten - interessanterweise je nach Tageszeit - gut bis weniger gut kaschiert. Da ich tagsüber diesen Balsam, abends jedoch meine in Arbeit befindliche Nachtpflegemischung einsetzte, kam es über Nacht immer wieder zur Regeneration und zum Abflauen der Rötungen. Erst als ich Tomatenkernöl auch zu vier Prozent in meine Nachtpflege einbaute, wurde meine Haut allmählich unrund. Der Cortisonverbrauch stieg an.

Der Effekt hatte, wie ich mich nun erinnerte, durchwegs Gemeinsamkeiten mit Sanddornfruchtfleischöl, das mir mit seinen wunderbaren Carotinoiden half und mich mit seinen weniger wunderbaren Fruchtsäuren trotzdem reizte. Auch das von mir verwendete Tomatenkernöl hat einen sehr fruchtigen Geruch. So gesehen würde es mich nicht wundern, wenn es hier eine ähnliche Fruchtsäureproblematik gäbe. Mit unseren Methoden ist das leider nicht zu messen. :seufz:

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pflanzenölscheich
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von pflanzenölscheich »

birgitlisa hat geschrieben:
30. September 2022, 14:13
In diesem Thread von 2012 hat unser pflanzenölscheich damals seine eher unguten Erfahrungen mit dem exotischen Tomatenkernöl eingebracht (Auszug s.u.). Nur falls jemand mit sehr empfindlicher Haut unter den LeserInnen ist :-D
Ich lese gerade diesen Thread und fragte mich schon, ob ich es erwähnen sollte. Du warst schneller. :ja:

Erstens muss ich natürlich sagen, dass ich damals nicht das Tomatenkernöl von Aromazone hatte, sondern eines aus dem österreichischen Lebensmittelhandel (dieses hier), von dem ich noch weiß, dass neben den Kernen auch die Schalen mitgepresst wurden, um den Carotinoidanteil (in diesem Fall wohl hauptsächlich Lycopin) zu erhöhen.

Mit diesem Öl hatte ich, wie Du ja schon zitiert hast, hautbeunruhigende Effekte, wie ich sie bis dato nur von Sanddornfruchtfleischöl gekannt hatte. Somit schloss ich damals, dass sich vielleicht auch im Tomatenkernöl ein gewisser Fruchsäureanteil befinden könnte. Der irritierende Effekt erinnerte mich in abgeschwächter Form außerdem daran, wie es sich anfühlt, mit gerade ohnedies empfindlicher Haut Tomaten zu schneiden. Eine solche Reizung ist dann schon ziemlich sicher den Fruchtsäuren geschuldet, denke ich.

Dies aber kann ich - wohlgemerkt - mit annähernder Sicherheit (annähernd, da mir die Möglichkeit zur chemischen Analyse fehlt) nur für mein damals verwendetes Tomatenkernöl sagen. Wie zuvor schon erwähnt: Es war nicht von Aromazone und es wurden bei seiner Gewinnung auch die Schalen der Tomaten mitgepresst.

Die salomonische Antwort dürfte also lauten:
Wer Sanddornfruchtfleischöl auf der Haut verträgt, braucht sich um Tomatenkernöl höchstwahrscheinlich keine Sorgen zu machen. Für die anderen aber gilt: Bei anhaltend großem Interesse an Tomatenkernöl im Zweifelsfall bitte hinreichend testen!
:attacke:

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Beauté
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Beauté »

Andrea hat geschrieben:
30. September 2022, 14:04
Das war hier
Danke schön liebe Andrea :blumenfuerdich:
LG- Beauté
Carpe diem!

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pflanzenölscheich
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von pflanzenölscheich »

Korsin hat geschrieben:
29. September 2022, 18:19
Was mich interessiert, kommt die leicht rötliche Farbe vom Beta-Carotin oder täuscht da Bildschirm?
Das wird eher Lycopin sein, das (Haupt-)Carotinoid der Tomate.

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Lavande
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Re: Tomatensamenöl Solanum lycopersicum

Beitrag von Lavande »

Beauté hat geschrieben:
30. September 2022, 12:01
Wir hatten doch schon Threads in denen genau dies diskutiert wurde; Konservierer, die den Duft der ätherischen Öle verduften lassen. Oder waren es Deo Wirkstoffe? Oder?
Ja, bei Emulsionen machen duftmaskierende Konservierer Sinn, aber nicht in (m)einer Nachtölmischung :-)
Herzliche Grüße
Lavande

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