Aenima hat geschrieben:Ich hätte nicht gedacht, dass es so unüblich ist, ohne Konservierung zu arbeiten. Auf Olionatura gibt es sogar Tipps und Anleitungen, wie man die Haltbarkeit ohne Konservierungsstoffe am Besten handhabt und für mich klang das alles so, als sei das machbar und völlig in Ordnung. Hier im Forum werde ich aber dauernd nach meinen Beweggründen gefragt...
Ich gehöre einfach zu diesen Leuten:
vielleicht möchten Sie einfach ganz konsequent Produkte umsetzen, die keine Konservierungsstoffe enthalten.
und halte mich an die dort vorgesehenen Tipps. Ich möchte bitte, dass das respektiert wird

Danke.
Wenn man weiß, was man tut und sich an entsprechende Regeln hält, sehe ich kein Problem darin.
Dass so oft Hinweise kommen, ist sicher weniger mangelnder Respekt vor Deiner Entscheidung als Erfahrungen der letzten Jahre mit hunderten von Frauen, die als chemische Laien Kosmetik herstellen wollen.

Überall steht ja auch, wie einfach das ist und so viel besser als Gekauftes, und »man weiß ja, was drin ist«. Konservierer und Emulgatoren sind böse, ätherische Öle sind gut. Ich weiß, polemisch, aber es trifft's schon ganz gut.
Sehr viele Menschen glauben, dass Konservierungsmittel der Haut schaden. Sie glauben es, weil sie aufgrund mangelnden chemischen Wissens nicht differenzieren – bei Emulgatoren verhält es sich ähnlich. Kaliumsorbat z. B. ist das Kaliumsalz einer Fettsäure, die auf der Haut durch hauteigene Enzyme gespalten wird und daher nur im Produkt wirkt, in dem sie noch vollständig vorliegt. Alkohol verfliegt großflächig aufgetragen (so schnell, dass man mit Alkohol konservierte Cremes nicht in Tiegeln aufbewahren sollte – siehe Hauschka, dort nimmt man nur Tuben und Spender), abgesehen davon sind die Hornzellen im Stratum corneum tot – da werden keine Membrane von lebenden Zellen zerstört. Er ist im Produkt aktiv, kaum, noch auf der Haut. Da hat er in den Dosierungen, die wir verwenden, penetrationsfördernde, tonisierende, durchblutungsfördernde Wirkung, transportiert Pflanzenwirkstoffe … kann also ein naturkosmetisches Produkt hervorragend unterstützen.
Innerhalb von 24 Stunden haben Mikroorganismen in unkonservierten Produkten teilweise bereits eine Menge an Toxinen produziert, die wir freiweillig NIE in die Creme geben würden. Man riecht sie nicht, man sieht sie nicht, aber sie können nach wenigen Tagen (abhängig von der Temperatur schon nach Stunden) eine kritische Grenze überschreiten und je nach Hautzustand unerwünschte Reaktionen hervorrufen.
Du weißt das, ich schreibe dies vor allem für die stillen Lesenden hier.

Daher nimm' mir den kleinen Exkurs nicht übel. Leider lese ich auch von Menschen, die irgendwann mal Chemie studiert haben, sehr befremdliche Aussagen … ein Studium alleine ist nicht Garant für entsprechende Fachkompetenz.
Nochmal: Du wirst wissen, was Du tust. So in Ordnung?