Kaufkosmetik - nur mal so...

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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toshka
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von toshka »

Darf ich meinen Senf zur Diskussion beisteuern?

Ja, das Konzept setzt ein Mindestmaß an Verstand voraus. Und das ist gut so. Vor einiger Zeit, zu Beginn meiner Rührkarriere, dachte ich, ich werfe paar Stöffchen zusammen und kriege wow! Inzwischen habe ich verstanden, dass die Gesichtspfege eine hochkomplizierze Sache ist. Eigentlch logisch, man braucht nur die Regale in einer Drogerie anzuschauen. Wäre es einfach, hätten wir uns mit Margarine eincremen können. Ist auch eine W/O Emulsion :wink:

Ich sitze nun und heile die Ergebnisse meines wilden Exerimentierens. Es kann nicht einfach sein! Und es können auch keine Fertigrezepte und Lösungen geben, denn jede Haut braucht was anders.

Im übrigen war ich eine komplette Niete in Chemie :monsieur:
Liebe Grüße
toshka

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Heike
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ich entdecke gerade, dass die originalen Textpassagen, auf die ich mich in Snakekaplans Posting bezogen habe, nicht mehr existieren. Aus diesem Grund habe ich das Zitat seiner Aussage nach oben gesetzt, damit klar wird, worauf ich antworte.
Liebe Grüße
Heike

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cessna
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von cessna »

Also ich finde es traurig was dieser Thread für eine Wendung nimmt! Hat ganz harmlos angefangen, als Diskussionsplattform über das Für und Wider von KK und nun werden hier persönliche Kämpfe ausgetragen!
Vielleicht solltet ihr einen eigenen Thread aufmachen, wo ihr nach Herzenslust eure Giftpfeile verschiessen könnt?

Mir ist jedenfalls die Lust an diesem ursprünglich netten Thread vergangen :zickig:
Liebe Grüsse

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Heike
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Heike »

cessna hat geschrieben:Also ich finde es traurig was dieser Thread für eine Wendung nimmt! Hat ganz harmlos angefangen, als Diskussionsplattform über das Für und Wider von KK und nun werden hier persönliche Kämpfe ausgetragen!
Vielleicht solltet ihr einen eigenen Thread aufmachen, wo ihr nach Herzenslust eure Giftpfeile verschiessen könnt?

Mir ist jedenfalls die Lust an diesem ursprünglich netten Thread vergangen :zickig:
Ich bin auch nicht glücklich, dass ich ein Mitglied genötigt fühlt, seine Aussagen zurückzuziehen (an denen nichts falsch war oder unzumutbar) und sich aus einer Diskussion zurückzuziehen. Eine andere Position lesen, sich mit ihr auseinandersetzen, den eigenen Standpunkt überdenken, ihn in der Beschäftigung mit anderen Positonen schärfen oder andere Sichtweisen gewinnen sind Chancen, die man nutzen kann – oder man grenzt sich von Andersdenkenden ab und bleibt da stehen, wo man ist. Ich würde solche Chancen gerne nutzen.

Ich weiß allerdings auch aus der Biographie des Forums, dass eine gewisse Sensibilität für kritische Zwischentöne existiert und sehe daher keine »giftigen« Täter, sondern Menschen, die aus einer Erfahrung heraus reagieren – vielleicht nicht immer angemessen. Hinter solchen Auseinandersetzungen stecken oft genug Geschichten. Foren sind in ihrer Kommunikation defizitär, wir bekommen immer nur Teile der kommunikativen Dynamik mit und gründen unsere Urteile allzuoft auf wenige Puzzleteile.

Kekse? Bild
Liebe Grüße
Heike

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rührila san
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von rührila san »

Lieber Sebastian,das ist völlig unnötig sich aus der Diskussion raus zuziehen.Du hast deine Meinung und das ist gut so.
Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen,ob es Ernährung oder Hautpflege betrifft.Vergleiche mal rühren mit stricken,du kannst wunderschöne Sachen stricken mit ein paar Maschen oder ein komplexes Motiv aus verschiedenen.Jedem seins.
Für mich waren Heikes Bücher und Forum eine echte Bereicherung weil ich auch so denke wie sie.Und wir sind nun mal hier gelandet weil uns Heikes Konzept passt.Ich nehme rühren sehr ernst,ich will nicht meine Creme in eine Mikrowelle machen,ich bin froh das jemand sich so viel Mühe gegeben ,so viel erforscht und alles aufgeschrieben hat!
"Es gibt nur falsch auf die Hautsituation angepasste Rezepturen und Herstellungsverfahren, keine falschen Rohstoffe" (Heike Käser)
Liebe Grüße Laura

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toshka
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von toshka »

Es ist mir auch schade, wenn eine Diskussion einfach abbricht oder Beiträge gelöscht werden. Mich würden verschiedene Standpunkte sehr interessieren. Vielleicht machen wir einen neuen Thread auf? "Mein persönliches Konzept"? Ich abe bisher leider nicht verstanden, was Sebastians Konzept ist und was er gut oder schlecht findet.

Ich bin nicht harmoniebedürftig. Ich habe es gelernt, lange und nicht immer schmerzfrei, dass jede Kritik, andere Meinung, Fehler, Misserfolg, Konflikt absolut bereichernd sind. Sein können. Sein müssen?

Von daher wäre ich einer solchen Diskussion/Austausch sehr offen.
Liebe Grüße
toshka

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Blümgrün
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Blümgrün »

Schreibe gleich noch mal neu, hatte die ganze 3. Seite nicht gelesen.
Liebe Grüße Heike Blümgrün

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Pialina
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Pialina »

snakekaplan hat geschrieben: die Pflege auf ein Minimum zu beschränken
Ich möchte diese Aussage von snakekaplan aufgreifen, um zum Thema zurückzukommen, den Bogen zurück zum Thema "Kaufkosmetik" zu schlagen und nehme eine Keks von Dir, Heike, der passt gerade super zu meinem Kaffee. :)

Zur Länge der Zutatenlisten, die sich hier im Forum mitunter finden: ich muss zugeben, dass ich mich (manchmal :oha: ) noch immer zügeln muss, mich auf wenige Zutaten zu beschränken. Gerade das Reduzieren auf wesentliche Zutaten fiel mir am Anfang meiner Rührzeit besonders schwer und ich habe gerade durch dieses Forum und Olionatura gelernt: weniger ist mehr. Die Rezepte sowohl auf Olionatura, als auch im Ebook und in Heikes Buch empfinde ich persönlich als vorbildlich klar und übersichtlich, gerade die Rahmenrezepturen im Buch sind hervorragend geeignet, um eigene Konzepte mit wenigen Zutaten zu entwickeln.

Ich hatte, als ich mit dem Rühren anfing, auch mal die Idee, die NK-Kaufprodukte, die ich vorher verwendete, nachbauen zu wollen, so wie vielleicht viele hier im Forum. Ich habe mir also die Zutaten herausgeschrieben und versucht, alle Rohstoffe zu organisieren - was mir nicht gelang. :eek:
Doch mit der Zeit habe ich erkannt, dass es sowieso keinen Sinn macht, 30 Zutaten in einem Produkt zu vereinen, denn jeder Rohstoff hat eine bestimmte Mindest-Einsatzkonzentration, ab der er wirken kann. Schon allein dadurch ist die Zahl der Zutaten - neben der Hautphysiologie - begrenzt. Ich denke, wir können nicht nur locker mithalten mit Kaufprodukten, sondern sie - gemessen am Preis-Leistungs-Verhältnis- übertreffen, schon allein deswegen, weil wir uns die Ingredienzien aussuchen können und sie damit für unsere individuellen Hautbedürfnisse optimieren können.

Langen Zutatenlisten wirken auf mich inzwischen auch eher abschreckend, da geht es mir wie snakekaplan. Wer aus den "Kinderschuhen" der Rührkarriere heraus ist und nicht mehr alles auf einmal in einer Creme vereinigen will, kann das sicher bestätigen: mit ausgereiften Produkten kann man die Pflege oft wirklich auf ein Minimum beschränken. Bei Kaufkosmetik sind die Listen der Inhaltsstoffe oft sehr lang. Die Kosmetikindustrie will natürlich möglichst gut verkaufen- eine KK-Creme wird nach einem Inhaltsstoff benannt, der vielleicht nur in minimaler EK im Produkt vorhanden ist, so dass er gar nicht richtig wirken kann. Da geht es oft sicher nur um die Vermarktung. Bei Kaufprodukten wird oft viel mit isolierten Stoffen gearbeitet, die dann mit einer "toten" Trägermasse wie Paraffin vermischt werden. Eine Handcreme heißt dann vielleicht "regenerierende Ringelblumencreme" oder so ähnlich, aber das einzige, was an der Creme befeuchtend und regenerierend wirken kann, ist das darin enthaltene Glycerin und Urea, da der Zusatz an Ringelblume vermutlich viel zu gering ist, um wirken zu können, er dient in erster Linie dem Marketing. Dann wird die Creme noch gelb gefärbt und schon denkt jeder, oh, dass muss die tolle Wirkung der Ringelblume sein.

Da lobe ich mir meine Eigenkreationen, in denen ich Inhaltsstoffe sinnvoll dosieren kann :yeah:. Und für die Auswahl der für mich wesentlichen Inhaltsstoffe sind Heikes Vorarbeit und die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches innerhalb dieses Forums mir eine sehr große Hilfe. Selbstrühren macht für mich auf jeden Fall Sinn- sollte das einmal nicht mehr so sein oder ich keine Möglichkeit mehr dazu haben, müsste ich wieder zurück zu hochpreisiger Naturkosmetik. Die Inhaltslisten selbiger lese ich inzwischen mit ganz anderen Augen und sollte ich mal keine Zeit mehr für das erfüllende Hobby des Selbstrührens haben, würde ich vielleicht sogar Alternativen finden, die meiner Haut gefallen, nicht aber meinem Geldbeutel vermutlich, und - mir würde ganz sicher etwas fehlen. :monsieur:
Liebe Grüße,
Pialina

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Blümgrün
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Blümgrün »

Heike hat geschrieben:Dass sie (meine Bücher) kein Hobby an gelangweilte Hausfrauen vermitteln, sondern ein solides Handwerk an Interessierte. Daraus soll sich jeder das nehmen, was ihm gut tut.
Ganz genau so empfinde ich es. :)

Diskutieren und andere Weltsichten kennenlernen finde ich immer gut. Allerdings sollte ein solcher Austausch in der gebotenen Form, nämlich höflich und achtsam stattfinden. Das ist mein Wunsch-Weltbild.
Es ergibt sich hier nun aber auch noch die Frage in welchem Kontext der Austausch stattfindet. Insofern ist es für alle Beteiligten vielleicht eher müßig sich immer wieder über Auffassungen auszutauschen, die sich sehr weit vom Mainstream entfernen. Hierbei geht es mir darum die - ich nenne es mal - mentalen Kraftreserven der Beteiligten zu schonen. Und ich möchte das "immer wieder" betonen, denn ab und an mal eine Anregung aus einer ganz anderen Gedankenwelt zu durchdenken ist für mich eigentlich ganz erfrischend.
Liebe Grüße Heike Blümgrün

snakekaplan
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von snakekaplan »

Hi ihr ;)
toshka hat geschrieben: Ja, das Konzept setzt ein Mindestmaß an Verstand voraus. Und das ist gut so. Vor einiger Zeit, zu Beginn meiner Rührkarriere, dachte ich, ich werfe paar Stöffchen zusammen und kriege wow!
Ja, richtig!
Und auf der anderen Seite immer das Risiko durch den ein oder anderen Fehler in der Dosierung etwas "bisher schlafendes" zu wecken z.B. eine Allergie.
toshka hat geschrieben:Wäre es einfach, hätten wir uns mit Margarine eincremen können. Ist auch eine W/O Emulsion :wink:
Das war witziger Weise das Pflegekonzept meines Opas - seines Zeichens Fliesenleger. Wir haben öfters über Pflege gesprochen, ich hab Klötzchen gestaunt, als er mir davon erzählte. ;)
rührila san hat geschrieben:Lieber Sebastian,das ist völlig unnötig sich aus der Diskussion raus zuziehen.
Weis mans? Ich war mir eben nicht so sicher...
Muss ich immer auf Konfrontation gehen, wenn sich diese noch vermeiden lässt nur wegen meinen Prinzipien oder des Stolzes?
Habe mich dieses Mal dafür entschieden einen Schritt zurück zu gehen, erstmal ein bisschen Abstand zu gewinnen.
toshka hat geschrieben:"Mein persönliches Konzept"?
Das finde ich eine super Idee :)

Schlussendlich:
Jetzt lasst euch doch von meinem Rückzieher nicht so die Laune trüben ;)

MfG
Sebastian

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cyberkitten
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von cyberkitten »

Ich schätze Heikes Bücher gerade deswegen, weil sie einem zunächst fundiertes Grundlagenwissen vermitteln, u d dann aber die Freiheit lassen, so simpel oder so komplex, wie man möchte, mit der Materie umzugehen. Es bleibt mir frei überlassen, ob ich mein Wissen über Roh- und Wirkstoffe dann dazu nutze, mir ein Öl auszuwählen, welches aufgrund seines Fettsäurespektrums ideal für meine Haut ist und es über ein schönes, angereichertes Hydrolat auftrage, oder ob ich mir eine komplexe Rezeptur erarbeite, die mich auch in Haptik, Einziehverhalten usw. zufriedenstellt.

Um bezug auf die Eingangsfrage zu nehmen: die Konsistenz von günstigen Kaufprodukten aus dem nk-Bereich finde ich gar nicht überzeugend. Ich habe neulich mal etwas aus dem Drogeriemarkt mitgenommen, weil die Zeit zum Rühren zu knapp war. Nach zwei Tagen habe ich mir die Zeit einfach genommen. Mein eigenes Rezept ist so viel angenehmer!

Es stimmt schon, Heike, deine Bücher fordern den Intellekt, es sind keine simplen Rezeptsammlungen, sondern geben einem Einblick in eine Materie, die fordert, dass man sich damit auseinandersetzt. Aber ich denke, das war auch deine Intention dahinter, denn dadurch sind sie ein Novum auf dem Markt. Nur wollen das viele gar nicht. Zur Klarstellung: Ich behaupte nicht, dass jeder, der seine Kosmetik so simpel wie möglich hält, kein Interesse daran hat, das Grundprinzip zu hinterfragen. Aber es gibt viele Leute, denen es zu anstrengend ist, zu verstehen, und sie deshalb ein paar erprobte Stöffchen aus einer "das ist mein Hautzustand, dann nehm ich dieses" zusammenkippen und hoffen, dass es was wird. Wenn es was wird, ist es doch gut. Aber soche Leute, wie hier versammelt sind, haben doch dafür gesorgt, dass es eine Weiterentwicklung aus dem Pütziozentrischen Selbstrührerweltbild gab. Ich gebe zu, man bekommt ab und an den Eindruck, dass hier der Wissenschaftliche Aspekt so wichtig genommen wird, dass der Spaß am Hobby in den Hintergrund gerät (ich hatte glaube ich an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass mein Freund hierzu spaßeshalber "Rührnaziforum" sagt - aber es ist wirklich nett gemeint und er versteht auch den Anspruch, der dahinter steht, und warum ich ihm folge). Ich denk mir da aber immer mein Motto, mit dem ich immer gut gefahren bin: first learn the rules. Then break them.
Heute rühr ich, morgen seif' ich, übermorgen hab ich traumwunderweichtollige Haut :)

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Pialina
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Pialina »

cyberkitten hat geschrieben: Ich gebe zu, man bekommt ab und an den Eindruck, dass hier der Wissenschaftliche Aspekt so wichtig genommen wird, dass der Spaß am Hobby in den Hintergrund gerät (ich hatte glaube ich an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass mein Freund hierzu spaßeshalber "Rührnaziforum" sagt - aber es ist wirklich nett gemeint und er versteht auch den Anspruch, der dahinter steht, und warum ich ihm folge)
Das verstehe ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht. Wie ist denn das gemeint, bitte? :klimper:
Liebe Grüße,
Pialina

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cyberkitten
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von cyberkitten »

Mir ist gerade mal wieder klar geworden, wie stark die Verwendung der Sprache durch Jugendliche auf mich abfärbt... das Wort "Nazi" wird heute ganz oft nicht mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet, sondern hat sich in seinem Kontext abgeschwächt und verbreitert und bezeichnet gerade bei Jugendlichen eine Person, die eine bestimmte Denkensart oder Ideologie sehr bestimmt und streng verfolgt. Beispielverwendung wie folgt: "Nimm bitte deine dreckigen Schuhe von dem Stuhl, und hör auf zu kippeln, das gehört sich nicht!" - "Mann, Frau B., Sie sind voll der Manierennazi!" Oder: "Ich putz mir drei mal am Tag die Zähne und nehm immer diese Interdentalbürsten" - "Voll nazihafte Zahnpflege!"
So ahnlich wie das Wort "geil" irritiert (milde ausgedrückt) diese Verwendung natürlich Leute, denen die ursprüngliche Verwendung noch geläufig ist. Ich entschuldige mich, sollte es als unangebracht empfunden werden. Es ist wirklich nicht böse gemeint gewesen und zeugt vermutlich von meiner Gedankenlosigkeit, nicht aber von Respektlosigkeit. Es sollte einfach nr verdeutlichen, dass man beim Studieren des Forums relativ schnell den Eindruck bekommt, dass es die Leute hier "extrem verdammt ernst nehmen" mit der Rührerei. Dass das nichts Schlechtes ist, konnte man aus meinem vorigen Post, denke ich, entnehmen.
Heute rühr ich, morgen seif' ich, übermorgen hab ich traumwunderweichtollige Haut :)

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Birgit Rita
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Birgit Rita »

Liebe Cyberkitten,
Danke für die schöne umfassende Erklärung. Durch meine Kinder weiß ich sehr wohl, das Nazi in dem von Dir beschriebenen Sinn benutzt wird.
....auch geht aus dem gesamten Kontext deines Schreibens hervor, das Du in keiner Weise Provokation suchst.

Trotzdem zucke ich bei diesem Wort innerlich zusammen und kann es schlecht von seiner ursprünglichen Verwendung trennen.

Nochmals Danke für deine Erklärung. :knuddel:
Lieben Gruß
Birgit Rita :-)

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cessna
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von cessna »

Wow, ich habe keine eigenen Kinder und auch sonst wenig bis gar nichts mit Kindern zu tun, insofern war mir die neue Bedeutung des Wortes nicht geläufig. Auch wenn ich verstehe was mit diesem "neuen" Wort gemeint ist, finde ich es absolut nicht in Ordnung, gedankenlos und geschmacklos dieses Wort, als synonym für besonders streng/engstirnig zu verwenden.
Liebe Grüsse

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toshka
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von toshka »

Auch ich war zusammengezuckt, auch wenn ich zu keiner Zeit etwas unterstellen wollte. Durch Deine Erklärung wurde es leider nicht besser :knuddel: Das hat nichts mit Dir zu tun, sondern mit der Tatsache, wie und in welchen Zusammenhängen dieses Wort benutzt wird. Es war mir so nicht bekannt. "Nazi" und Verniedlichung, beinahe positive Konnotation, passen nicht zusammen. man könnte es ja wie eine vorübergehende Macke der Jugendsprache abtun, auch wir zu unserer Zeit hatten unseren Slang, der nicht mehr so geläufig ist. Aber da würde ich für die erwachsenen Betreuer wünschen, dass sie sich sprachlich davon abgrenzen und das nicht als eine Selbstverständlichkeit in ihr Wortschatz übernehmen. Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten, aber vielleicht ein bisschen sensibilisieren. Nimm das bitte nicht als Kritik an, sondern als eine Rückmeldung wie es auf andere wirkt. :knuddel:
Liebe Grüße
toshka

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Heike »

cyberkitten hat geschrieben:… first learn the rules. Then break them.
Das ist es. :-)
Liebe Grüße
Heike

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cyberkitten
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von cyberkitten »

Dass ich mich so umfassend um eine Erklärung bemüht habe, sowie meine Entschuldigung, sollte gezeigt haben, dass mir dann durchaus aufgefallen ist, dass hier Anwesende das Wort als problematisch empfinden können. Es sei allerdings auch darauf hingewiesen, dass ich es nicht im unmittelbaren, eigenen Satzbau, sondern in einem indirekten Zitat verwendet habe. Und der Zitierte verwendete dieses Wort durchaus auch bewusst und in höchst ironisierendem Kontext. Dennoch möchte ich noch mal betonen, dass ich damit niemanden beleidigen wollte, und mich entschuldigen, sollte das versehentlich geschehen sein.

Wenn aber mal damit begonnen worden ist, ein Wort von seiner üblichen Bedeutung abzulösen, dann ist dieser Prozess unumkehrbar. Unsere Sprache ist in den letzten Jahrhunderten von etwas, dass kein Mensch heute mehr versteht, wenn er es nicht gelernt hat, zu dem geworden, was wir momentan benutzen, und sie wird sich unweigerlich zu etwas entwickeln, was keiner von uns heutigen Menschen mehr verstehen kann. Die Veränderung von Wortbedeutungen ist dabei einer der häufigsten Prozesse. Weniger krasse Bespiele sind in unserem Sprachschatz massenhaft vorhanden. Heute fühlt sich jede Frau abgewertet, wenn sie als Weib bezeichnet wird. Das war aber die normale Bezeichnung. Frau stand als Anrede nur adeligen Damen zu. Also auch ein Fall von Kontexterweiterung und Entspezialisierung, nur wegen der positiven Konnotation weniger problematisch. Die Generation 60+ findet den Ausdruck "geil" vermutlich entsetzlich. Für Leute bis 30 gehört er zum normalen Sprachschatz.
Ich kann hier mehrere hundert Jahre alte Texte vorlegen, in denen sich darüber entsetzt wird, was eigentlich mit der guten Sprache passiert ist und was diese verdammten jungen Leute daran verbrechen. Seit Jakob und Wilhelm Grimm und ihren Untersuchungen zum Sprachwandel wird das nicht mehr als Ärgernis gesehen, sondern als Fakt, und systematisch wissenschaftlich untersucht.

Ich verwende meine Sprache durchaus bewusst, habe aber aufgrund meines Studiums vermutlich ein anderes Verhältnis zu Sprache, Sprachwandel und insbesondere Sprachregistern, als die meisten hier. Zwischen letzteren wechsele ich ständig hin- und her. Wenn ich die Sprache eines Jugendlichen verwenden muss, um ihm etwas begreiflich zu machen, dann werde ich das tun. Vielleicht gerade weil ich weiß, dass diese Jugendlichen bestimmen, wohin der Sprachwandel verläuft, nicht mehr ich. Und vielleicht gerade, weil ich unter anderem auch Sprachwissenschaftlerin bin, ist es mir wichtiger, dass meine Kids bestimmte Werte und Denkweisen vermittelt bekommen, anstatt darauf zu bestehen, dass Wörter von ihnen nur in einem sehr eingeschränkten Kontext verwendet werden, der für sie eventuell gar nicht mehr der zeitgemäßen Verwendung entspricht.

Ich habe mich jetzt zwei mal entschuldigt und mich zwei mal erklärt. Ich bedaure, solche Empörung ausgelöst zu haben. Können wir jetzt bitte wieder zum Threadthema zurück kehren? Wir wollten doch eigentlich keine Grundsatzdiskussion "Sprschverfall versus Sprachwandel" haben, sondern nur über klebrige Cremes und minimalistische Pflegekonzepte und den wissenschaftlichen Anspruch hinter Heikes Büchern sprechen.
Heute rühr ich, morgen seif' ich, übermorgen hab ich traumwunderweichtollige Haut :)

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von sissi70 »

cyberkitten hat geschrieben: Um bezug auf die Eingangsfrage zu nehmen: die Konsistenz von günstigen Kaufprodukten aus dem nk-Bereich finde ich gar nicht überzeugend. Ich habe neulich mal etwas aus dem Drogeriemarkt mitgenommen, weil die Zeit zum Rühren zu knapp war. Nach zwei Tagen habe ich mir die Zeit einfach genommen. Mein eigenes Rezept ist so viel angenehmer!
Das mache ich ja nun schon aus Prinzip nicht mehr...:-) Das geht jetzt nicht gegen dich cyberkitten, wollte nur einen Bezug zu meiner Aussage herstellen...und zum Thema zurückkommen :-) :-)

Wenn meine Gesichtscreme alle ist, benutze ich entweder ein paar Tage einfach meine Bodylotion, Handcreme oder ein einzelnes Öl. Ich möchte einfach keine Kaufprodukte mehr in meinem Bad haben. Ich seh das so eng, weil ich auch befürchte, wenn das Zeug erstmal wieder Einzug hält, kommt immer mal wieder was dazu. Und dann geht es auch wieder los, daß man Inhaltstsoffe vergleicht, den Preis vergleicht etc. Entweder sind mir die Inhalte zu chemisch (Silikon) oder zu einfach (bei NK ist häufig "banales" Sonnenblumenöl drin).

Witzigerweise hätte ich mir früher NIE, NIE NIE mit meiner Bodylotion das Gesicht eingecremt - da war irgendwas, was mich stoppte. Eine Creme, die für den Körper ist, kann doch nicht für das Gesicht gut sein. Sicher total irrational...aber ich erleb das auch bei anderen Frauen - das man sich gerade zu davor ekelt, eine für einen Körperbereich deklarierte Creme für einen anderen Bereich zu nutzen...

Mittlerweile wo ich weiß, was drin ist, hab ich damit überhaubt kein Problem mehr. Gut, in Handcreme oder Bodylotion hab ich meistens Duftstoffe drin und weniger Wirkstoffe. Aber im Endeffekt trotzdem immer noch hochwertige Öle. Das ist wahrscheinlich auch eine Kopfsache, ich fühl mich meiner selbstgerührten Kosmetik irgendwie sicherer. Auch wenn ich relativ einfach rühre...Emulgator, Öle, Hydrolat und ein paar Wirkstoffe...ic muß meine Öle mal prüfen, evtl. hab ich auch intuitiv eine gute Zusammensetzung gewählt. Irgendwas aus Heike´s Büchern wird sich schon im Unterbewußtsein verankert haben...
Liebe Grüße
Sissi70 (Michaela)

Majabiene

Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Majabiene »

Hallöchen,

Sodele,
Ich hab die furchtbare Körperlotion mit Silikon jetzt verschenkt! Die Person hat sich gefreut, alle glücklich :-)
Aber da stehen noch einige Sachen die aufgebraucht oder verschenkt werden wollen.
Das einzige was ich als Backup behalte ist meine vorher jahrelang benutzte Gesichtscreme aus der Apotheke. Wenn ich da die Inhaltsstoffe lese, weiss ich jetzt auch, warum ich die so gut vertragen habe :klimper:
Ist ja nicht alles schlecht, was man kaufen kann.
Macht nur nicht so viel Spass..
Ich mag übrigends an Heikes Buch, dass sie ja gerade dazu animiert, die Rezepte abzuwandeln und weiterzuentwickeln.
Ich betrachte sie als Rezept, manchmal aber auch einfach als Anregung, was so alles geht...

Schöne Grüße
Maja

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Birgit Rita
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Birgit Rita »

Durch Euch und Heike,

habe ich gelernt Cremes/ Lotionen anzupassen, das heißt das ich auch eine Bodylotion für das Gesicht nehme und halt noch ein tropfen Argan- + Wildrosenöl in der hohlen Hand zufüge und so die Zeit überbrücke bis ich rühre.

.....oder auch die Gesichtscreme, die meine Tochter nicht möchte, für mich pimpe und auf brauche.

Kaufcreme kaufe ich nicht mehr, für mich, Weleda Pröbchen probiere/ vergleiche und benutze ich gerne :-)
Lieben Gruß
Birgit Rita :-)

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Pialina
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Pialina »

@cyberkitten, vielen Dank für Deine Erklärung, von meiner Seite aus war es eher eine Verständnisfrage als alles andere. Alles ist schön (außer der Kälte!), eine wärmende Umarmung :knuddel:
Noch ein kleines OT hinterher… diese Jugend von heute!
Liebe Grüße,
Pialina

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rührila san
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von rührila san »

Pialina hat geschrieben:@cyberkitten, vielen Dank für Deine Erklärung, von meiner Seite aus war es eher eine Verständnisfrage als alles andere. Alles ist schön (außer der Kälte!), eine wärmende Umarmung :knuddel:
Noch ein kleines OT hinterher… diese Jugend von heute!
Da möchte ich unterschreiben :knuddel:
"Es gibt nur falsch auf die Hautsituation angepasste Rezepturen und Herstellungsverfahren, keine falschen Rohstoffe" (Heike Käser)
Liebe Grüße Laura

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Ulrike
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Ulrike »

sissi70 hat geschrieben:
Witzigerweise hätte ich mir früher NIE, NIE NIE mit meiner Bodylotion das Gesicht eingecremt - da war irgendwas, was mich stoppte. Eine Creme, die für den Körper ist, kann doch nicht für das Gesicht gut sein. Sicher total irrational...aber ich erleb das auch bei anderen Frauen - das man sich gerade zu davor ekelt, eine für einen Körperbereich deklarierte Creme für einen anderen Bereich zu nutzen...
Lustig - ich habe mir früher mal ganz gezielt die Fußcreme von Aldi gekauft und diese als Handcreme benutzt. Meine Hoffnung war: die ist gehaltvoller.

Ulrike
Ein Kaktus ist nichts anderes, als eine sehr gut bewaffnete Gurke!

snakekaplan
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von snakekaplan »

cyberkitten hat geschrieben:Ich schätze Heikes Bücher gerade deswegen, weil sie einem zunächst fundiertes Grundlagenwissen vermitteln, u d dann aber die Freiheit lassen, so simpel oder so komplex, wie man möchte, mit der Materie umzugehen.
Hallo zusammen.

Ich greife dies hier mal auf:
Für mein persönliches Empfinden steckt der Begriff "Natur-Kosmetik" einen anderen Bereich ab als "DIY-Kosmetik".
Ich versuche es mit einem Vergleich plastischer zu machen:
- Eier von freilaufenden Hühner
- Eier von einem zertifiziertem BIO-Hof
Mögen die freilaufenden Hühner noch so glücklich sein und natürlich leben dürfen, mag sich dieser Bauer noch so streng an die Vorgaben halten, die ihm die Deklarierung "von freilaufenden Hühnern" erlauben, seine Eier werden per Definition niemals Bio-Eier.

Eine DIY-Kosmetik-Zubereitung darf für mein Empfinden auf synthetisch hergestellte Stoffe - sprich Chemikalien - zurückgreifen.
Das hat dann aber für mich nichts mit "Naturkosmetik" zu tun.

Aber es scheint nur wenige zu interessieren, welche tatsächliche Bedeutung nicht klar definierte Wörtern in diesem oder jenem Kontext zugeschrieben wird,
bzw. scheinen ganze Industrie- und Berufszweige u.A. auch von solchen bewusst provozierten Missverständnissen zu leben.

Sehr gutes Beispiel dafür ist die Terminologie "Natur-Heilkunde". Dieser genauso wenig allgemein verbindlich definierte Begriff wird ja mittlerweile als Label für alles verwendet, was irgendwie "nicht Schulmedizin" ist.

Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis zum "biologischen Anbau" oder der "ökologischen Landwirtschaft".
Zwar tobt sich bei BIO und ÖKO die Regelwut des Staates und der EU (Gott sei Dank!) seit geraumer Zeit aus, aber die schier unübersichtliche Zahl an verschiedenen Gütesiegeln ist ein deutlicher Indikator für eine Vielfalt an (gefühlten) unterscheidungsbedürftigen Definitionen.

Worauf ich hinaus will:
Ich selber bin Theoretiker. Mir geht es mehr ums Verständnis als um eine praktische Anwendung.
Was ich lerne, was ich mir erarbeite, das stellt das Fundament für meine weitere Entwicklung dar.
Manchmal kommt man aber an einen Punkt, da sieht man sich gezwungen alte Schemata über Bord werfen zu müssen, so man denn wachsen will.
Und manchmal "verliert man sich". Dann hilft mir deine Rückbesinnung auf meine ursprüngliche Intention.
Und beim selber rühren hatte ich eine klare Betonung auf dem Zusatz "Natur-" in Naturkosmetik.

Ich finde es schön zu wissen, was man mit all den Rohstoffen machen kann. Und ich finde das auch wirklich interessant.

Nur anwenden werde ich dieses Wissen nicht, weil ich gerade von der übermäßigen Nutzung solcher Produkte mich verabschieden wollte. ;)
Und da ist noch ein zwei weitere Punkte:
- Meine Haut braucht auch wirklich nicht mehr.
- Ich bin zufrieden mit den Eigenschaften, die meine Produkte haben.

Jetzt lässt sich langsam eines meiner Dillemmas absehen, wenn hier im Forum manchem Einsteiger zu dieser und jener komplexen Rezeptur geraten wird.
Als ich mich hier angemeldet habe, da haben derartige Rezepte klar gegen meine Erwartungshaltung gesprochen. Also habe ich mich davon distanziert, viel gelesen und für mich selber einen anderen Weg gefunden.
Ich persönlich empfinde es als falsch, sich als "Natur-Kosmetiker" zu titulieren und mit Chemikalien zu rühren, die eigenlich explizit in die "DIY-Ecke" gehören.
Nun ist das aber alles nur meine persönliche und (hoffentlich) nicht urteilende Meinung!
Und wie gesagt sprechen wir hier über Begrifflichkeiten, die nicht definiert sind. Was "Natur-" ist und was nicht, kann jeder für sich selber entscheiden.

MfG
Sebastian

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von rührila san »

Ist ja guuut Sebastian :troest:
"Es gibt nur falsch auf die Hautsituation angepasste Rezepturen und Herstellungsverfahren, keine falschen Rohstoffe" (Heike Käser)
Liebe Grüße Laura

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von becksgold »

ich weiß nicht, ob du Heikes Buch hast, Sebastian, aber ich habe mir letztens noch die Einleitung wieder durchgelesen und dort greift sie das Thema 'Natur'-Kosmetik sehr schön auf, wie ich finde. Viele sind sich der Spannung zwischen 'Natur' und den Inhaltsstoffen, wie wir sie verwenden, bewusst. Das beste Beispiel wäre ja schon Seife - mögen die Inhaltsstoffe davon auch 'natürlich' sein, so ist der Vorgang der Verseifung ein synthetischer.

ich kann deine Ausführungen und Überlegungen sehr gut verstehen :ja:
liebe Grüße
Rebecca

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von toshka »

Und mich würden deine Rezepte bzw Konzepte interessieren :klimper:
Liebe Grüße
toshka

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Judy
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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Judy »

toshka hat geschrieben:Und mich würden deine Rezepte bzw Konzepte interessieren :klimper:
Mich auch
:hallihallo:

denn ich verfolge diese Diskussion im Stillen mit.
Viele der Ingredienzien verwende ich auch nicht, weil eben nicht 'Natur'.
Aber es ist immer eine Gratwanderung, isn't it?

Liebe Grüße,
Judy

PS: Um den Bogen zum Ursprungsthema wieder zu machen - ich habe heute Morgen eine Probe von einer Feuchtigkeitscreme von L*G**A PUR ausprobiert - so etwas von klebrig & aufliegend! Selbst mein GG beim Abschiedskuss bemerkte es… Also - auf jeden Fall selber rühren!
Simplicity is the ultimate sophistication (Leonardo da Vinci)

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Re: Kaufkosmetik - nur mal so...

Ungelesener Beitrag von Heike »

snakekaplan hat geschrieben:Aber es scheint nur wenige zu interessieren, welche tatsächliche Bedeutung nicht klar definierte Wörtern in diesem oder jenem Kontext zugeschrieben wird,
bzw. scheinen ganze Industrie- und Berufszweige u.A. auch von solchen bewusst provozierten Missverständnissen zu leben.
Dem möchte ich widersprechen. :-) Zumindest für meine Leserinnen und Leser gilt zu einem nicht unwesentlichen Teil, dass sie das Thema sehr bewusst und differenziert betrachten – welche Position sie aus dieser Auseinandersetzung entwickeln, mag eine andere sein als Deine.

Was ist natürlich? Was ist Natur?

Auch eine klare Definition des Begriffs »Naturkosmetik« wird immer höchstens eine juristische sein können, denn Menschen treffen Definitionen aus ihrem eigenen Kontext heraus – auch dem Kontext ihres Wissens. Der Begriff »Natur« ist ein arg strapazierter, nicht nur von Seiten der Kosmetikindustrie, auch von Seiten derer, die in ihr eine neue Religion sehen und mangels naturwissenschaftlichen Wissens romantische Weltbilder entwickeln, in denen »die große Mutter« voll Liebe und Weisheit allen ewige Gesundheit verspricht, die sich mit Naturseife waschen, alte Kartoffelsorten essen und Socken aus ungefärbter Wolle tragen. Ich mag Naturseife und noch lieber alte Gemüsesorten, aber unzweifelhaft gehört zur Natur Altern, Krankheit und Tod. »Die Natur« zeigt sich in den grauen Strähnen beim Blick in den Spiegel, im Geruch unserer Achseln nach einem langen Tag, sie riecht nach Blumen und Früchten, nach Schweiß, Blut und Kot. Das alles ist Natur und nicht nur das, worauf wir sie so gerne reduzieren. Natur ist letztendlich das, was passiert, wenn man etwas sich selbst überlässt.

Ist es »Natur«, sich mit Pflanzenölen einzureiben? Hat »die Natur« vorgesehen, dass Menschen ihre Haut mit Sekreten aus den Talgdrüsen von Schafen oder einem lipidartigen Baustoff von Insekten behandeln? Das ließe sich tatsächlich bezweifeln: Sie produziert ihre eigenen Fette, Emulgatoren, Feuchthaltesubstanzen. Ein Blick ins Tierreich, dem wir rein biologisch zweifelsfrei angehören, offenbart, dass auch hochentwickelte Säugetiere keine Kosmetik verwenden. Der penetrante Geruch in einem Primatenhaus lässt ahnen, dass dies auch unsere Natur wäre, wenn wir … ja, wenn wir nicht zu Mitteln greifen würden, die u. a. reinigen, desodorieren, parfümieren. Primaten verwenden nicht einmal in der Natur vorkommende grenzflächenaktive Substanzen, sprich natürliche Tenside. Sie stinken. Sie altern. DAS ist Natur. Jeder Eingriff in diese Prozesse ist streng genommen einer, der natürliche Prozesse modifiziert. Nun kann man den Begriff »Natur« durchaus darauf beziehen, welche Verarbeitungsschritte eine Substanz erfahren hat, bis wir sie kosmetisch nutzen können. Lanolin gehört unter dieser Perspektive allerdings nicht mehr zu den natürlichen Stoffen, ebensowenig wie aufgereinigtes Bienenwachs. Beides sind Substanzen, die beinahe jedes Naturkosmetikbuch als Basisrohstoffe einer naturkosmetisch ausgerichteten Hautpflege postuliert – als natürliche Alternative zu den bösen, bösen Emulgatoren.

Ein kritischer Blick in diese speziellen naturkosmetisch orientierten Bücher zeigt auch, dass fast alle Salben und Balsame entzündungshemmende Pflanzenauszüge enthalten. Ist das schon jemandem aufgefallen? Da werden Entzündungen gehemmt, wo noch gar keine sind! Prophylaktisch sozusagen, denn: Entzündungen sind schlecht. Ich sage: Sie sind es erst einmal nicht, ebensowenig wie Fieber. Beides sind natürliche Indikatoren für natürliche Prozesse, die wichtige Funktionen erfüllen. Der Mensch jedoch (vor allem der weibliche, ältere, der mit den alten Kartoffelsorten und den Socken aus handgestreichelter Schafwolle – so wie ich) :-D meint, bereits im Vorfeld Entzündungen hemmen zu müssen. Natur? Ist das sinnvolle Kosmetik, die Wirkstoffe gegen Symptome enthält, die noch gar nicht aufgetreten sind?

So teile ich Deinen kritischen Blick, ja schärfe ihn noch, frage ganz provokativ: Ist Naturkosmetik in sich nicht schon ein Widerpruch? Wie kann etwas »Natur« sein, das in ihre Prozesse eingreift? Sollten wir nicht einfach alle akzeptieren, dass wir altern, stinken, dass unsere Haut im Alter ihre Funktionen nicht mehr erfüllen kann?

Und wenn wir sagen »Ja, wir akzeptieren Körperpflege«, wo beginnt eine pflegende Substanz, unnatürlich zu sein? Reicht es, wenn sie nicht verändert wurde? Was ist, wenn sie natürlich und unverändert ist, der Haut aber dennoch nicht gut tut, weil sie eben mehr braucht als nur Öl?

Muss eine naturkosmetische Substanz zwingend natürlichen Ursprungs sein (auch wenn dies Monokulturen bedingt und die Zerstörung von Lebensraum für viele Organsismen)? Kann es ökologisch sinnvoller sein, eine Substanz zu synthetisieren, um natürliche Ressourcen zu schonen?

Du siehst: Es gibt viele Aspekte, die sich zu betrachten lohnen. :-) Das (und noch viel mehr) sind Aspekte, die ich, als Greenpeacer seit Studientagen, Tierversuchsgegnerin und Grüne der ersten Stunde seit vielen Jahren für mich immer wieder aufs Neue prüfe. Und ich bin garantiert nicht die einzige. Hier, gerade hier, darauf wette ich, gibt es sehr viele gebildete und intelligente Menschen, die ihr Tun täglich hinterfragen.

Umso mehr würde ich mich freuen, von deinem Konzept zu lesen. :-)
Liebe Grüße
Heike

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