Propoliscreme und Bienenprodukte

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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meiissi

Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

Hallo!

Das hier ist die Propoliscreme, die ich in meiner Vorstellung erwähnt habe. Das Originalrezept gibt es hier: http://www.apitherapie.at/Herstellung_P ... creme.html

Ich habe es geringfügig abgeändert und möchte auch zu den Zutaten ein paar Worte sagen. Hier mal die Ingredienzien:

250g Olivenöl
75g Bienenwachs
20g Propolislösung 17%
15g Bienenhonig
Gesamtmenge: 360g

Das Olivenöl sollte aus der Apotheke kommen, oder von einem Presser, der verläßlich beste native Qualität herstellt. Dann hat das Öl auch entsprechend viele Fettsäuren. Vom Supermarkt kann man das auch nehmen, aber die Qualitätsbezeichnungen sind in der EU recht dehnbar in puncto Olivenöl.

Die Bienenprodukte, besonders das Wachs, sollten von einem Bio-Imker kommen. Hä? Bienen sind doch voll Bio!! Nein, nicht immer.
Bei den Bienen ist vor ca. 25 Jahren eine Milbe ausgebrochen (die Varroa, falls jemand "einefetzen" will), die die Bienen in ihrer Population schwer schädigt. Daher behandeln Imker gegen diese Milbe ihre Stöcke. Verwendet werden im besten Fall Ameisensäure oder Thymian, aber auch Oxalsäure und viele mehr kommen hier zum Einsatz. Rückstände davon finden sich kaum im Honig, sehr wohl aber im Wachs, das die "Leber" des Bienenstocks darstellt und aaaaalllllleeee Gifte auffängt. Zwar kann man sich bei Bienenprodukten wie Honig und Propolis derweil noch sicher sein, dass keine Pestizide drin sind, weil die Bienen eine pestizidvergiftete Biene einfach nicht mehr in den Stock einlassen, um sich so davor zu schützen, aber dennoch "saugt" das Wachs alle Gifte aus der Umgebung der Bienen ein.

Nun gibt es, wie überall, Imker, die sich darum kaum scheren und meinen, das sei alles nicht so schlimm und die chemikalien wären schon gesundheitsverträglich, weil sie ja schon immer damit behandeln... es gibt aber auch andere. Bio-Imker halten die Ansammlungen im Wachs niedrig und produzieren so ein Wachs, das man auch für Kosmetik verwenden kann. Wachs, das mit schweren Chemikalien belastet ist, kann zu Taubheit der Haut führen. Geschweige denn, dass ich sowas in meinem Mund haben will, wenn ich mir eine Lippenpflege oder einen Lippenstift draus mache.

Also wenn ihr zum Imker geht, das Wachs holen, dann fragt ihn doch mal, womit er gegen die Varroa behandelt. Ein Bio-Imker wird euch immer freudig darüber aufklären, denn er hat so seine liebe Not damit, das Spinnentierchen mit natürlichen Mitteln im Zaum zu halten. Einem, dem das Thema egal ist, dem solltet ihr nur den Honig abkaufen. Die Kriterien für einen zertifizieren Bioimker sind vielfältig und werden auch strengstens geahndet, sodaß manche zwar bio imkern, das Zertifikat aber nicht beantragen, weil ihnen sonst die Kontrolleure regelmäßig das Haus auf den Kopf stellen würden. Es gibt also auch gutes Wachs von nicht-zertifizierten Imkern.

Woran erkennt man Bio-Wachs? Es riecht nicht gut :-) und ist ziemlich dunkelgelb von den Pollenrückständen
Wenn das Wachs für Kosmetik wunderbar jungfräulich aussieht und ganz zart duftet, dann ist es das falsche Wachs, weil es a) von den Waben stammt, die nicht so stabil gebaut werden, oder b) weil es gebleicht wurde und vermutlich nicht sauber ist. Gutes Bio-Wachs riecht zwar nach Biene, hat aber eigentlich einen recht herben Beiduft, der von den verschiedenen Pollen kommt (Mal in ein Glas Pollen schnüffeln - dieser Duft muß sich auch in gutem Wachs wiederfinden)

Eine echte Alternative sind Wachse, die aus verschiedenen Gegenden in Afrika kommen. Dort ist die Varroamilbe nicht ausgebrochen und die Imker müssen nicht dagegen spritzen. Wenn ihr also nicht direkt zum Imker geht, sondern in einem Laden Wachs kauft, dann fragt doch vielleicht mal, woher das Wachs ursprünglich kommt. Afrika ist der größte Biowachs Produzent weltweit.

Zum Honig noch was: Waldhonig hat mehr Inhibine als Blütenhonig. Inhibine fördern die Eiterbildung. Wenn Kosmetik auf offenen oder wunden Stellen zum Einsatz kommt, dann ist eine mit Bütenhonig besser. Ich verwende auch für die obige Mischung den Blütenhonig. Und beim nächsten Tee gegen Halsweh auch dran denken: Blütenhonig nehmen, auch wenn man den Waldhonig lieber hat. Der entzündete Hals sagt danke.

Und noch zum Propolis: Eine Propolislösung kann man anstelle von einem Pflaster auf eine offene Wunde geben. Propolis ist das Kittharz der Bienen, sie schmieren damit den Stock zu gegen Zugluft, Wasser und Co. Es enthält wundheilende und entzündungshemmende Stoffe, auch fungizide, es kann also in die offene Wunde nichts mehr rein. Also falls euch das Propolis nicht für die Kosmetik passt, ihr es aber schon zuhause habt, dann einfach als Pflaster aufbrauchen.

Propolis und Bienenhonig sind unbegrenzt haltbar. Sie haben ein Ablaufdatum, weil es im EU-Raum vorgeschrieben ist, dass sie eines haben müssen.

Ok, puh, das waren doch mehr Worte, als gedacht - viel Spaß mit den sensationellen Bienensachen!

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Helga
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von Helga »

Danke Sissi - mir bleibt der Mund offen stehen vor staunen :)

Obwohl meine Cousine Sachverständige für Bienen ist, habe ich mich
mit dem Thema noch nie im Detail beschäftigt.
Also nochmals vielen Dank für Deine Tipps

:)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Katharina
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von Katharina »

meiissi hat geschrieben: Das Olivenöl sollte aus der Apotheke kommen, oder von einem Presser, der verläßlich beste native Qualität herstellt. Dann hat das Öl auch ... recht dehnbar in puncto Olivenöl.
Kennst du diese Initiative? :)
Freundlich grüßt
Katharina

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Ame
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von Ame »

Hallo meiissi :hallo:
Dein Rezept für Propoliscreme klingt interessant! Ich nehme gerne Gelée Royale für meine Cremes, es ist wirklich Luxus pur :love:
Und danke für Deinen Tipp mit Bienenwachs!
Liebe Grüße,
Ame

Testreihe Olivenölseife pur, Diagramme: http://domacikosmetika.passhaus.at/doku.php?id=olivenoelseifen:test_olivovych_mydel

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fortunella
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Toll, ich staune über deine detaillierten Kenntnisse, danke, daß du sie mit uns teilst, und natürlich auch für´s Rezept.
Dann werde ich den Imker meines Vertrauens mal löchern gehen. :engel:

Und gleich noch eine Frage: wo bekomme ich einwandfreies Propolis her? Und wie stellst du die Tinktur her?
Hatte den Imker nämlich schon danach gefragt, er sagte, er geht jetzt so kurz vor dem Winter nicht mehr an die Bienenstöcke und stört die Tiere...also muß ich mir wohl doch was bestellen. Ich nehme Propolistinktur immer sehr gerne in Handcreme, sie hilft gut gegen wunde und entzündete Nagelfalzen bei mir, und wollte jetzt einmal versuchen selbst welche zu machen.

meiissi

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

Hallo nochmal!

Propolistunktur ist gaaanz einfach, das klumpige herausgeschabte Propolis wird zermörsert oder besser noch gemahlen. Es ist klebriger als Weihrauch, eine Handmühle ist daher fast besser für kleine Mengen, weil sie nicht so warm wird und das Propolis, je wärmer es wird, desto weicher wird. Man kann es auch vor dem Mahlen noch in der Tiefkühltruhe weiter abkühlen. Imker machen das normalerweise. Bei den Mengen, die sie verarbeiten, wird jedes Mahlwerk schnell warm und alles verklebt mit dem Kittharz. Das Harzpulver wird mit Alkohol übergossen, eine gute Propolislösung enthält etwa 17% Propolis. Propolis selbst ist sehr gut alkohollöslich, in sehr gerigem Maß auch wasserlöslich. Wenn man es einer Creme oder so hinzufügen will, dann im gelösten Zustand in Alkohol, in Wasser wird es sehr schnell wieder klumpig.

Bei Propolis gibt es wenige Qualitätsparameter. Wie auch für das Wachs gilt hier, dass es vom Bio-Imker besser ist, weil sich keine Rückstände chemischer Spritzmittel drin finden. Bis auf dieses Kriterium kann der Imker nichts falsch machen, es kann nur die Konzentration variieren. Das Harz wirkt fungizid und bakterizid, es ist also sehr resistent gegen Befall. Die Inhaltsstoffe sind nicht so variabel wie die des Honigs, unterliegen dennoch geringfügigen Unterschieden durch den Standort der Bienen und die Witterung. Je nachdem, was sie vorfinden, wird sich auch die Farbe des Propolis ändern. Es ist oft farblich inhomogen und kann von roten und braunen über schwarze Töne bis hin zu weißen Einschlüssen fast alle Farben haben. Die Farbe ist hier kein Ausdruck der Qualität.

Wenn du dann irre rumgeplätschert hast und alles klebt von der Harzlösung, dann kannst du zB. mit allen natürlichen Terpenen nachwischen, sie lösen das Harz und es geht von allen Flächen gut herunter. (Also bevorzugt mit Orangenöl, Orangenöl 7-fach oder 21-fach aber auch Kiefernöl, Latschenkiefer oder Tannenöl, falls du sowas zur Hand hast. Geht In höchster Not auch: Zitronenöl oder Lavendelöl)

Wenn der Imker deines Vertrauens kein Propolis mehr hat, dann gibt er dir vielleicht die Nummer von einem Kollegen. Ansonsten würde ich mich am nächsten Bauernmarkt umsehen. Es gibt sogar Apotheken und Drogerien, die Propolistropfen verkaufen. Da ist halt vielleicht nicht klar, wie der Imker arbeitet. Aber vielleicht hast du Glück und erwischt ein Fläschchen vom Bio-Imker. Dann müßtest du mit dem Selbermachen bis nächstes Jahr warten. Der Imker geht jetzt deswegen nicht mehr zu seinen Stöcken, weil er dabei den Bienen zu großen Streß verursachen könnte und diese sterben könnten. Für Bienen ist der Winter nämlich ziemlich hart, sie leiden sehr unter der Kälte :(

meiissi

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

@ Ame: Ich hatte noch nie ne Gelee Royal Creme und glaube dir, dass das was ganz luxuriöses ist. Die obige Rezeptur ist sicher zu grob für so ein zartes Produkt. Mir sind keine Studien bekannt, dass sich Gelee Royal tatsächlich gesundheitlich oder sonst wie auswirken würde. Nichts desto Trotz würde ich es selber auch verwenden. Es ist der einzige Honig, der eine Biene zur Geschlechtsreife bringen kann. Es sind also de facto andere Stoffe drinnen als im normalen Honig. Es ist schon mal viel reichhaltiger und auch süßer, und man kann davon ausgehen, dass die Bienen hier allergrößten Wert aus Sauberkeit legen. (Gemessen an der Sauberkeit der Bienen heißt das was...) Warum niemand weiß, was drin ist in dem Gelee und wie es wirkt, liegt daran, dass die Bienen dieses Geheimnis bis heute behalten haben. Kein weiß so recht genau, wie eine Biene zur Königin ausgewählt wird und was sie dann tatsächlich zur Königin macht. Man kann also nicht sagen "das Pheromon sowieso" oder "der Närhstoff XY" und deswegen weiß man nicht, wonach man bei den Wirkstoffen im Gelee Royal suchen soll. Manche sagen, es sei das Beste, manche sagen, das sei alles Quatsch. Und manche sagen, das sei alles Quatsch und futtern es dann heimlich für die Libido :huhu:

Das einzige ist, dass Königinnenzucht für das Gelee ein eigener Zwei innerhalb der Imkerei ist und sich wenige damit befassen. Aus einem normalen Stock kommt das Gelee in so geringen Mengen vor, dass sie die Gewinnung absolut nicht lohnt. Man braucht dazu eigene Brutkästen, ein eigenes Löffelchen, alles muß von Hand ausgeschabt werden, et cetera. Ist wie Linsen panieren :irre:

Für Luxusbienen ist es sicher ein geniales Produkt. Bssssssssbsssssssssss

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fortunella
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort, meiissi! Heute habe ich übrigens mal bei "meinem" Imker nachgefragt, und ja, er behandelt gegen die Milben tatsächlich mit Ameisensäure. Diese Varroa war wohl hier in Sachsen-Anhalt dieses Jahr ein richtig großes Problem. Das heißt, das Wachs ist tabu für die Verwendung in meiner Kosmetik.
Wenn ich deine Infos nicht gelesen hätte, hätte ich das Wachs unbedarft eingesetzt und auch noch dabei gedacht, mir damit etwas besonders Gutes zu tun :vollirre: Also schön, daß es wieder etwas zu lernen gab!

Auf der Site, die du ganz oben verlinkt hast, sind übrigens auch noch andere interessante, weiterführende Links zu finden, unter anderem auch Bezugsquellen für Bienenprodukte. Ich schau mal... :lupe:

ambrosia
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von ambrosia »

Könnte man Propolis auch so in eine Creme einarbeiten? Also in der Fettphase aufschmelzen?

Die Propolistinkturen die in der Apo verkauft werden, müssten Rückstandsfrei sein, da diese doch in Apothekenqualität sind?

meiissi

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

Hallo!

Ich hab noch nie versucht, Propolis in der Apotheke zu kaufen. Kann ich dir also leider weder bejahen, noch verneinen.

Ob du Propolis in jede Creme einarbeiten kannst: Grundsätzlich ja. Du kannst es wie einen anderen Extrakt in die Kosmetik deiner Wahl einarbeiten. Bis auf Wachs haben alle Bienenprodukte einen geringes allergenes Potenzial, also bei Allergieverdacht auf jeden Fall ausprobieren, in geringen Mengen am Unterarm. Meines Wissens spricht sonst nichts dagegen.

ambrosia
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von ambrosia »

Meiisi danke dir.
Kann ich es einfach in der Fettphase aufschmelzen oder gibt es da irgendwas zu beachten zwecks Temperaturstabilität?
Und dann natürlich wo kriegt man Propolis her? Habe leider nicht wirklich einen Imker.

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fortunella
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Über die von meiissi oben verlinkte Seite habe ich mich hierher durchgeklickt. Ob das was Gescheites ist? Welche Konzentration nimmt man da am besten?

Als alkoholischen Extrakt würde ich es in der Wasserphase nach dem Abkühlen, zusammen mit den anderen hitzeempfindlichen Zutaten, zur Emulsion geben.

ambrosia
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von ambrosia »

Fortunella danke dir.

Ich würde gerne den Alkohol, wenn es geht.

meiissi

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

Hallo ihr Lieben!

Den Link hab ich mir angesehen, macht mir eigentlich keinen schlechten Eindruck. Sie sind halt keine Bio-Imker, aber das muß nicht unbedingt heißen, dass die Produkte chemisch behandelt wurden. Ich empfehle ein Mail mit der Frage "Wie behandeln Sie gegen die Varroa?". Apinatur allein sagt mir viel zu wenig aus. Apis ist die Biene, und in der Natur ist die sowieso. Bio fehlt mir da einfach auf der Seite, ich hab nirgends was drüber gefunden, nicht eine Erwähnung.

Eine Propolislösung würde ich erst ab 16% kaufen, also eher die mit 20% aus dem Sortiment.

@Propolislösung und Wasserphase

Für ein allgemeines Haushaltsprodukt, also als Pflaster, als Schluck-Antiseptikum bei Halsweh oder Zahnfleischbeschwerden oder als Nahrungsmittel für das allgemeine Wohlbefinden würde ich immer eine Lösung über 16% wählen. Wenn man die in Wasser bringt, legt sich das Harz sofort am Rand des Glases an und klebt dann dort. Es ist nun mal ein Harz und in Wasser wirkllich nur sehr schlecht löslich. In Alkohol wird es gut in Lösung gehalten, genau deswegen kann man es ja auch als "Liquid-Pflaster" verwenden: man tropft es auf die Wunde, der Alkohol verflüchtigt sich und das Harz bleibt als dünner Schutzfilm auf der Wunde zurück. Nimmt man es als Tinktur direkt ein, dann bleibt auch auf der Zunge ein kleiner Film zurück, der sich aber im Lauf des Tages (besser, der Nacht) wieder verliert, weil viel Speichel drüber fließt. Minimal wasserlöslich ist es ja.

Also Propolislösung in Wasser klebt am Glas und kommt nicht in der Creme an. Propolistropfen also immer zur Sicherheit, dass auch alles reinkommt, in die Fettphase dazu geben.
Ich habe aber hier in Chile keine 16%++ Lösung bekommen, sondern nur eine 8% (!!!argl!!!). Die ist so extrem niedirg, dass sich das Propolis im Wasser recht gut verhält (habs grade getestet, damit ich euch keinen Mist erzähle, Lösung steht seit 10 Minuten hinter mir). Jedoch auch das flockt aus und legt sich am Glas an, aber weniger. (Vielleicht einfach, weil weniger Propolis drin ist..?)

Für mich heißt das: weniger Alkohol, mehr Propolis, damit ist auch die Lösung insgesamt universeller verwendbar. Für eine Creme braucht man ja dann doch nur ein paar Tropfen. Immer in die Fettphase, andernfalls ist es nicht gut auszutarieren, ob auch das ganze wertvolle Propolis in der Creme steckt. (Daneben läßt es sich auch so gut auswaschen, wenn es mal am Glas klebt..... :/)

Die Verwendung von Propolisgranulat in Wachs gekapselt (muß man so machen, sonst hat man im ganzen Glas genau 1 Granulum drin, weil sich das sofort wieder verklebt) ist mir ehrlich etwas schleierhaft. Das Harz schmeckt extrem bitter, ich kenne niemanden, der den Geschmack gut findet. Persönlich würde ich den Mundraum auch mit Propolis pflegen, aber durch Spülen mit einer Tinktur und fertig. Allein die Vorstellung, da ewig auf einem Granulum rumzukauen... :schocking: . Für Puder oder dergleichen kann ich leider nichts sagen, weil ich noch keines ausprobiert habe. Was ich sagen kann, ist, dass das Propolis hydrophil ist und ganz schnell wieder zu einem Klumpen verklebt. Das denke ich mir, macht es auch in einem Puder. Mir erschließt sich der Sinn der Granulate also nicht. Ich glaube, das ist eher Menschenquälerei als sonstwas. Vielleicht sitzt irgendwo ein gemeiner Imker, dem das eingefallen ist und lacht sich schief über die Bestellungen, die bei ihm einlagen :D

Hier hab ich eine Liste herausgesucht, wo ihr vielleicht mit guten Imkern in eurer Nähe Kontakt aufnehmen könnt (in Deutschland).

Muß kurz editieren, weil ergänzen, ja, es gibt Imker, die auf Propolis rumkauen, so zum Spaßund weil es so gesund ist. Die kauen immer eine ordentliche Portion Wachs mit dazu. Das ist zwar unverdaulich, geht aber problemlos aus dem Körper wieder hinaus. So kann man das auch machen, mit dem Granulat. Jetzt wär noch die Frage, wie dick das Wachsmäntelchen der Granulate ist. Aber das ist ohnehin ein anderes Thema. Nur der Vollständigkeit halber und weil meine Antwort wiedermal so kurz war :huhu:

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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Gerade habe ich einmal geschaut, meine erste Propolis-Lösung von Aroma-Zone soll 10,7 %ig sein und ist mit dem europäischen Bio-Siegel (dieses Blattsymbol) gekennzeichnet. Darin ist allerdings auch noch ein Rosmarin-Extrakt enthalten und das will ich nicht unbedingt jedes Mal mit dabei haben. Diese Lösung ließ sich problemlos in eine zimmerwarme Emulsion einrühren, ohne sich irgendwo abzusetzen.

Nun muß ich aber doch nochmal blöd nachfragen...wenn ich das Propolis gleich mit in die Fettphase reingeben soll:
1. verflüchtigen sich da keine wichtigen ätherischen Stoffe aus dem Harz bei 60-70 Grad?
2. dann brauch ich doch eigentlich auch keinen alkoholischen Auszug (der Alkohol verdunstet ja eh), sondern kann doch gleich das Propolis pur mit aufschmelzen? Oder hat es einen höheren Schmelzpunkt, und es geht vorgelöst besser?

So, Meiissi, nun schau ich nochmal in deine Imker-Liste, vielleicht ist ja einer dabei- danke!

meiissi

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von meiissi »

Hallo Fortunella,

hey, danke für deine vielen Fragen, ich gewinne grade noch ein ganzes Stück Klarheit dazu :)
Also leider kann ich deine Frage nicht aus Erfahrung beantworten. Propolis ist nicht öllöslich, es gemahlen ins Öl zu geben geht also nicht. Wie das ganze sich verhält, wenn man es bis zum Schmelzen erhitzt, weiß ich leider nicht. Der Schmelzpunkt von Propolis varriert je nach den Inhaltsstoffen von dem Propolis zwischen 65 und 82 Grad. Also das Schmelzen gestaltet sich schon mal sehr unterschiedlich. Wenn du das ausprobieren möchtest, dann bitte erzähl doch mal, welche Erfahrungen du damit machst.

Man ist sich wohl allgemein darüber einig, dass beim Erhitzen Inhaltsstoffe verloren gehen. Durch Wasser werden nur sehr wenige Stoffe aud dem Propolis gelöst, auch öllöslich sind meines Wissens nach nur ca. 1%. Die meisten Inhaltsstoffe löst der Alkohol raus, ergo geht dir am wenigsten verloren, wenn du vorher in Alkohol löst und danach in die Creme gibst und durch die Temperatur wieder einige verlierst. Es gibt auch eine Firma, die ein spezielles Verfahren entwickelt hat, um noch mehr Inhaltsstoffe herauszulösen siehe hier, das Produkt ist mir aber nicht bekannt. Eine Diskussion unter Imkern über Propolistropfen ohne Alkohol zB für Kinder findest du hier. Die Lösung wird "eingedickt" und mit Öl wieder verdünnt.

In eine Emulsion kann man das Propolis auch zum Schluß eintropfen. Es ändert die Textur minimal. Bei der Fettcreme oben, eigentlich Salbe, tropfe ich den Honig und das Propolis auch erst nach einiger Kühlzeit ein.

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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Meiissi, danke dir, für mich ist jetzt auch alles klar! Und die Einblicke und das Hintergrundwissen, was du über die Imkerei hier weiter gibst, sind sehr interessant, find ich wirklich toll!
meiissi hat geschrieben:Propolis ist nicht öllöslich, es gemahlen ins Öl zu geben geht also nicht. Wie das ganze sich verhält, wenn man es bis zum Schmelzen erhitzt, weiß ich leider nicht. Der Schmelzpunkt von Propolis varriert je nach den Inhaltsstoffen von dem Propolis zwischen 65 und 82 Grad. Also das Schmelzen gestaltet sich schon mal sehr unterschiedlich. Wenn du das ausprobieren möchtest, dann bitte erzähl doch mal, welche Erfahrungen du damit machst.
meiissi hat geschrieben:Man ist sich wohl allgemein darüber einig, dass beim Erhitzen Inhaltsstoffe verloren gehen.
Auf dieses Experiment werde ich jetzt wohl doch besser verzichten- vermeidbarer Wirkstoff-Verlust muß nicht unbedingt sein.
meiissi hat geschrieben:n eine Emulsion kann man das Propolis auch zum Schluß eintropfen. Es ändert die Textur minimal. Bei der Fettcreme oben, eigentlich Salbe, tropfe ich den Honig und das Propolis auch erst nach einiger Kühlzeit ein.
Ja, so hatte ich das ja auch bisher gehandhabt. Das meinte ich auch mit "Wasserphase" vorher, war wohl nicht so gut ausgedrückt. Praktisch ist dabei auch, daß man den Alkohol-Anteil der Propolis-Tinktur auch schon mit zur Konservierung rechnen darf. :) Zwei Fliegen mit einer Klappe, wie ja auch mit den Pflanzentinkturen.

Bienenmutter

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von Bienenmutter »

meiissi hat geschrieben:.....

Die Bienenprodukte, besonders das Wachs, sollten von einem Bio-Imker kommen. Hä? Bienen sind doch voll Bio!! Nein, nicht immer.
Bei den Bienen ist vor ca. 25 Jahren eine Milbe ausgebrochen (die Varroa, falls jemand "einefetzen" will), die die Bienen in ihrer Population schwer schädigt. Daher behandeln Imker gegen diese Milbe ihre Stöcke. Verwendet werden im besten Fall Ameisensäure oder Thymian, aber auch Oxalsäure und viele mehr kommen hier zum Einsatz. Rückstände davon finden sich kaum im Honig, sehr wohl aber im Wachs, das die "Leber" des Bienenstocks darstellt und aaaaalllllleeee Gifte auffängt. Zwar kann man sich bei Bienenprodukten wie Honig und Propolis derweil noch sicher sein, dass keine Pestizide drin sind, weil die Bienen eine pestizidvergiftete Biene einfach nicht mehr in den Stock einlassen, um sich so davor zu schützen, aber dennoch "saugt" das Wachs alle Gifte aus der Umgebung der Bienen ein.

Nun gibt es, wie überall, Imker, die sich darum kaum scheren und meinen, das sei alles nicht so schlimm und die chemikalien wären schon gesundheitsverträglich, weil sie ja schon immer damit behandeln... es gibt aber auch andere. Bio-Imker halten die Ansammlungen im Wachs niedrig und produzieren so ein Wachs, das man auch für Kosmetik verwenden kann. Wachs, das mit schweren Chemikalien belastet ist, kann zu Taubheit der Haut führen. Geschweige denn, dass ich sowas in meinem Mund haben will, wenn ich mir eine Lippenpflege oder einen Lippenstift draus mache.

Also wenn ihr zum Imker geht, das Wachs holen, dann fragt ihn doch mal, womit er gegen die Varroa behandelt. Ein Bio-Imker wird euch immer freudig darüber aufklären, denn er hat so seine liebe Not damit, das Spinnentierchen mit natürlichen Mitteln im Zaum zu halten. Einem, dem das Thema egal ist, dem solltet ihr nur den Honig abkaufen. Die Kriterien für einen zertifizieren Bioimker sind vielfältig und werden auch strengstens geahndet, sodaß manche zwar bio imkern, das Zertifikat aber nicht beantragen, weil ihnen sonst die Kontrolleure regelmäßig das Haus auf den Kopf stellen würden. Es gibt also auch gutes Wachs von nicht-zertifizierten Imkern.

Woran erkennt man Bio-Wachs? Es riecht nicht gut :-) und ist ziemlich dunkelgelb von den Pollenrückständen
Wenn das Wachs für Kosmetik wunderbar jungfräulich aussieht und ganz zart duftet, dann ist es das falsche Wachs, weil es a) von den Waben stammt, die nicht so stabil gebaut werden, oder b) weil es gebleicht wurde und vermutlich nicht sauber ist. Gutes Bio-Wachs riecht zwar nach Biene, hat aber eigentlich einen recht herben Beiduft, der von den verschiedenen Pollen kommt (Mal in ein Glas Pollen schnüffeln - dieser Duft muß sich auch in gutem Wachs wiederfinden)

Eine echte Alternative sind Wachse, die aus verschiedenen Gegenden in Afrika kommen. Dort ist die Varroamilbe nicht ausgebrochen und die Imker müssen nicht dagegen spritzen. Wenn ihr also nicht direkt zum Imker geht, sondern in einem Laden Wachs kauft, dann fragt doch vielleicht mal, woher das Wachs ursprünglich kommt. Afrika ist der größte Biowachs Produzent weltweit.

Zum Honig noch was: Waldhonig hat mehr Inhibine als Blütenhonig. Inhibine fördern die Eiterbildung. Wenn Kosmetik auf offenen oder wunden Stellen zum Einsatz kommt, dann ist eine mit Bütenhonig besser. Ich verwende auch für die obige Mischung den Blütenhonig. Und beim nächsten Tee gegen Halsweh auch dran denken: Blütenhonig nehmen, auch wenn man den Waldhonig lieber hat. Der entzündete Hals sagt danke.

Und noch zum Propolis: Eine Propolislösung kann man anstelle von einem Pflaster auf eine offene Wunde geben. Propolis ist das Kittharz der Bienen, sie schmieren damit den Stock zu gegen Zugluft, Wasser und Co. Es enthält wundheilende und entzündungshemmende Stoffe, auch fungizide, es kann also in die offene Wunde nichts mehr rein. Also falls euch das Propolis nicht für die Kosmetik passt, ihr es aber schon zuhause habt, dann einfach als Pflaster aufbrauchen.

Propolis und Bienenhonig sind unbegrenzt haltbar. Sie haben ein Ablaufdatum, weil es im EU-Raum vorgeschrieben ist, dass sie eines haben müssen.

Ok, puh, das waren doch mehr Worte, als gedacht - viel Spaß mit den sensationellen Bienensachen!
Hallo liebe meiissi,

auf der Suche nach Rezepten mit Bienenprodukte, bin ich auf diesem deinem Thread gestoßen.

Gerne würde ich dem Thread etwas hinzufügen:

jeder "vernünftiger" Imker erneuert im Frühjahr einen Teil seine Waben. die einen nehmen dafür 0815 Mittelwände, andere nehmen dafür kontrollierte, rückstandsfreie Mittelwände mit Analysenzertifikat. Diese sind für Bio-/Öko-Umstellungsbetriebe zulässig. Andere schwören auf Naturwabenbau (meine Wenigkeit). Dafür bekommen die Bienen einen schmalen Wachsstreifen im Rähmchen eingelötet (bei mir das oben erwähnte Biowachs), den Rest müssen die Bienen selber bauen. Bei dieser Vorgehensweise müssen die Bienen halt das übernehmen, was bei andere Imker von diesem vorgegeben wird. Ich finde Naturwabenbau wie der Name es sagt "natürlicher", Bienen gerechter. Das machen wirklich nicht alle, bzw. nicht viele Imker, aber fragen lohnt sich allemal.

Entdeckelungs- oder Baurahmenwachs wird ebenfalls von den Bienen produziert, und dürfte sich hervorragend für Kosmetikprodukte eignen.

Die Varroabehandlung mit Ameisensäure findet im allgemeinen ab Ende Juli statt. Wer vorher beim Imker anfragt, und spezifisch nach jungem diesjährigem Wachs fragt, dürfte gute bis sehr gute Qualität erhalten.

So, jetzt ab zu meinen Französisch-Schüler....

snakekaplan
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Rührgeselle
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Registriert: Donnerstag, 1. September 2011, 14:25
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Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von snakekaplan »

Bienenmutter hat geschrieben:Das machen wirklich nicht alle, bzw. nicht viele Imker, aber fragen lohnt sich allemal.
Also ganz sooo selten finde ich das garnicht. :bingo:
Trotzdem klar: Immer fragen.
Ich überlege gerade, was es für einen Vorteil haben könnte, diese vorgefertigten Trennwände zu benutzen?
Ist da wirklich ein Mehr-Ertrag messbar?
Bienenmutter hat geschrieben: So, jetzt ab zu meinen Französisch-Schüler....
Vouz parlez français aussi? :)

MfG
Sebastian

Bienenmutter

Re: Propoliscreme und Bienenprodukte

Ungelesener Beitrag von Bienenmutter »

snakekaplan hat geschrieben:[......
Ich überlege gerade, was es für einen Vorteil haben könnte, diese vorgefertigten Trennwände zu benutzen?
Ist da wirklich ein Mehr-Ertrag messbar?....
MfG
Sebastian
Hallo Sebastian,

die Bienen können nicht gleichzeitig bauen und Honig "einlagern", bauen tuen die aber nur bei guter Tracht, also müssen die sich bei guter Tracht zwischen bauen und Nektar sammeln entscheiden.
Wenn sie bauen müssen, heißt das für den Imker weniger Honig.....
snakekaplan hat geschrieben:.....
Vouz parlez français aussi? :)

MfG
Sebastian
Oui je parle le français, c´est ma langue maternelle ( für die anderen: "ja, ich spreche französisch, es ist meine Muttersprache).

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