Eichenmoos hat geschrieben:Am Küchentresen habe ich ja schon geschrieben, dass ich versuche möglichst natürliche Rohstoffe zu verwenden.
Bisher habe ich immer Cremes aus Tegomuls und Cetylalkohol gerührt und war eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Nun bin ich aber auf der Suche nach einem anderen Emulgator den man evtl. sogar selbst herstellen kann?!
Natürlich sind alle unsere naturkosmetischen Emulgatoren – so natürlich wie handgesiedete »Natur«-Seife. Damit möchte ich sagen: Sie alle haben chemische Prozesse erfahren, die ihre molekulare Struktur verändern und aus den pflanzlichen (oder tierischen) Ausgangsstoffen emulgierfähige Substanzen erzeugen. Dies gilt für Glycerinstearat SE, Sucroseester und andere auf Fettsäuren basierende Emulgatoren ebenso wie für Lanolin, Wollwachsalkohol und Lecithin. Was die Umweltverträglichkeit und Ökologie angeht, sind manche Handelsprodukte heute im Prinzip »grüner« als unsere handgesiedeten Seifen, weil die Fette enzymatisch und bei niedrigen Temperaturen gespalten werden. Ich möchte damit nur ausdrücken, dass mit dem Begriff »Natürlichkeit« heute sehr emotional argumentiert wird (auch bei der Herstellung von Naturkosmetik zuhause). Natur ist immer Chemie. Chemie ist nicht immer Natur.

So könnte man es eventuell auf den Punkt bringen.
Selbstherstellen geht prinzipiell – mit etwas Aufwand und Know How, aber wir wissen nicht exakt, was wir erhalten. Bei der Herstellung von Glycerinstearat beispielsweise entstehen Mono-, Di- und Tri- bzw. Polyglyceride. Je nachdem, wann ich die Reaktion abbreche, erhalte ich ein unterschiedliches Gemisch von ihnen. Die emulgierenden Eigenschaften dieser Mischung sind jedoch entscheidend davon abhängig, in welchen Anteilen diese Glyceride vorliegen. Wenn wir zuhause Chemiker spielen, ist es kaum möglich, die Reaktion kontrolliert abzubrechen und zu garantieren, dass unser Glycerinstearat (oder unser Zuckerester) z. B. 40 % Monoglyceridanteil hat.
Einfacher ist es, Cremes mit handgesiedeter Seife zu emulgieren.

Probiere mal 2 % nicht überfettete Seife als Emulgator … Du wirst überrascht sein, wie gut das funktioniert.
Wenn das nicht funktioniert möchte ich mich an einer Lanolin / Wollwachsalkoholcreme versuchen, bin mir aber nicht sicher, ob das für meine Haut das richtige ist. Ich neige eher zu fettiger Haut.
Man kann natürlich eine solche Emulsion hauchdünn auf feuchter Haut auftragen – warum nicht? Lecithin wird Deinem Hautzustand voraussichtlich besser gerecht.
