toshka hat geschrieben:Urea 14%
Natriumlaktat 8%
*schluck*
Ich bin Neurodermitiker durchaus schweren Grades und habe mit 3,6%

Urea alles im Griff. Wie manche hier im Forum wissen, rühre ich keine Creme sondern einen Balsam, dem ich kein Extra-Wasser bei der Herstellung hinzufüge - sondern erst bei der Anwendung. Trotzdem löst sich der Harnstoff vollständig, weil ausreichend Lipodermin enthalten ist, das einen hohen Wasseranteil hat. Dies nur, um auf die oben geäußerte Vermutung einzugehen: Ja, das Lipodermin-Wasser kann Urea lösen. Es ist ein Prinzip, das ich erfolgreich bei jedem Rühren anwende.
Zum Harnstoff...
Die allgemeinen Richtwerte sind: Ab 10% wirkt er keratoplastisch (aber, wenn die restliche Rezeptur entsprechend gestaltet ist, auch schon in geringerer Konzentration), ab 20% aktiv keratolytisch, und mit 30% wird er laut meiner Hautärztin zum Auflösen von Nägeln bei Nagelpilz verwendet. Diese Richtprozentsätze auf gesamt sind eigentlich ungenau, denn es ist zur exakten Einschätzung der Urea-Wirkung wesentlich, wie sein Verdünnungsverhältnis in der wässrigen Phase ist.
8% Natriumlaktat treiben erstens den pH-Wert in die Höhe (wie Urea ja auch), und daher frage ich mich gerade im Sinne des Harnstoffes, wo denn der speziell für Harnstoff-Emulsionen so sinnvolle und darum empfohlene Laktatpuffer abgeblieben ist. Ich vermisse die Milchsäure. 8% Natriumlaktat (Übrigens: 50%iges oder 60%iges?) erzeugen auch einen heftigen osmotischen Druck. Gerade in Verbindung mit Harnstoff, den den Effekt verstärkt, ist es meines Erachtens kräftig überdosiert. Wenn schon kräftig, dann aber zivilisiert: 1% Milchsäure 80%, 4% Natriumlaktat 50% (oder entsprechend weniger für 60%ig), maximal 10% Harnstoff.
Gerade mit der gleichen Menge Glycerin gepaart haben auch schon 5% Harnstoff eine wundervolle Wirkung.
Sanddornöl 2%
Das Kernöl? Oder das Fruchtfleischöl mit den Fruchtsäuren? Ein paar Tropfen würde man davon normalerweise nehmen. 2% sind schon recht kräftig und können die Haut verwirren.
Und nun noch ganz allgemein zur Bekämpfung einer Verhornungsstörung, wie sie hier anscheinend vorliegt:
Ich überlege mir gerade, wieviel ich Dir von den Serin-Proteasen erzählen soll, aber in aller Kürze ist es so, dass Verhornungsstörungen oftmals ein Problem der Hornschichthydratisierung darstellen. Steht zu wenig Wasser zur Verfügung, können Enzyme, die Wasser voraussetzen, nicht mehr richtig arbeiten und lösen statt feinen Hornschuppen nur mehr ganze Klumpen, die man dann als vergröberte Schuppung an der Oberfläche sieht.
Ich würde an Deiner Stelle an der Hydratisierung der Haut arbeiten und sehen, wieviel Urea Du dann noch brauchst. Also nicht versuchen, von außen "mit Gebrüll" das Keratin anzugreifen, sondern den normalen Hautstoffwechsel von innen wieder zu ermöglichen. Das ist besser. Deutlich besser! Ich bin ein Zeuge dafür, denn freilich habe ich es anfangs genau so versucht wie Du.
Einen schönen Abend wünscht und winkt
Harald - hiesiger Pflösch
