Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

Antworten
Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Hallo liebe Rührgemeinde,

heute brauche ich mal Rat. Es geht um Xanthan und Reinlecithin.
Ich habe schon mehrere Rezepte (vorzugsweise Tensidprodukte) mit diesen beiden Ingrediezien gerührt.
Doch richtig „mangelfrei“ waren die meines Erachtens noch nicht – aus folgenden Gründen:

Beim Xanthangel habe ich oft das Problem, dass es Gelklümpchen hat und einfach nicht homogen wird.
Ich wiege zuerst das Xanthan ins Glycerin und rühre es dann mit einem Spatel oder Glasstab homogen ein. Und dann kommt unter kräftigem Rühren das Wasser dazu.
Doch häufig entsteht bei mir so kein homogenes Gel – es gibt kleine Gelklümpchen im Gel. Nun habe ich schon rumprobiert – mit unterschiedlich temperiertem Wasser und auch die Rührtechnik (das Wasser ins Glycerin einzurühren) habe ich variiert: Mal kräftig mit Spatel bzw. Glasstab, mal bei niedrigerer rps (vielelicht so ca. 2000-4000) mit dem Dremel und Seilrollenstab. Doch ein gelklümpchenfreies Gel bekomme ich selten hin. Einzig die Größe der Gelklümpchen variriert bei den unterschiedlichen Verarbeitungsweisen etwas.
Woran könnte das liegen – was mache ich falsch?

Und andererseits habe ich auch oft Probleme, Reinlecithin homogen in eine Formulierung einzubringen. Es löst sich nicht so wirklich gut und es bleibem so kleine Krümel, die sich nicht lösen.
Nun habe ich da versucht, Öl und Teside zusammen zusammen zu homogenisieren. Das klappt nicht gut, das RL bleibt leicht krisselig und löst sich nicht so wirklich in der Masse. Dann habe ich versucht, das RL in der Menge Öl leicht zu erwärmen und es so zu vorzulösen. Aber das hat auch nicht richtig funktioniert: ein Teil löste sich, aber ein Rest klebte dann teilweise in größeren Klümpchen zusammen, diese Klümpchen waren nicht krisselig, sondern eher zäh-klebrig und etwas größer.
Habt ihr einen Tipp, wie ich das RL besser verarbeiten kann?

Ich weiß keinen Rat, wie ich zukünftig Gelklüpchen bzw krisseliges RL in meinem Reszepturen vermeiden kann.
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
sonnenkind
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1629
Registriert: Freitag, 15. März 2013, 12:11
13
Wohnort: Deutschland

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von sonnenkind »

Das Problem mit dem Xanthan habe ich auch ... es bildet kleine Klümpchen :/

Hab jetzt das hier gelesen und wollte es mal so ähnlich ausprobieren


Normales Xanthan:
Man kann das Pulver unter Rühren mit einem Mixer in warmes Wasser einstreuen. Dabei bilden sich aber sofort dicke Klumpen, die sich nur sehr schwer auflösen. Besser ist es, das Pulver mit Weingeist oder Glycerin zu benetzen und dann unter Rühren mit einem Mixer das warme oder kalte Wasser zuzugießen. Wenn man es als Viskositätsregulator in Emulsionen verwendet, streut man das Pulver in die heiße Ölphase, rührt kurz um und gießt dann unter Rühren das heiße Wasser dazu.
Lieben Gruß Sonnenkind

... Der Wichtigste Augenblick ist immer JETZT ...

Benutzeravatar
Rya
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1698
Registriert: Sonntag, 14. Oktober 2012, 03:17
14
Wohnort: Planet: Erde

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Rya »

Hey Schnattie,

zum RL kann ich nichts sagen, denn ich hatte es bisher noch nie in Gebrauch.

Zwecks Xanthan: Früher hatte ich auch das Problem, aber nur aus dem Grund, weil ich es einfach so ins Wasser gerührt hatte. Jetzt, ins Glycerin gerührt, habe ich keine Probleme mehr. Ich wiege das Xanthan in einem kleinen Gefäß ab, füge das Glycerin dazu und vermische das gründlich, also wirklich so, dass eigentlich nur noch das Glycerin zu sehen ist. Manchmal ergibt das keine gute, homogene Masse, wenn man zu wenig Glycerin genommen hat. Wenn du es ordentlich miteinander vermengst, dass das Xanthan sozusagen nicht mehr sichtbar ist, dürfte das Verklumpen nicht mehr vorkommen.
Süße Grüße

-Rya-

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Xanthan kannst Du auch in frisch aufgekochtes Wasser rühren (unter kräftigem Rühren einstreuen) und bis zur Verarbeitung leicht abkühlen lassen. Ich nehme immer 99%igs Glycerin zum Vordispergieren – da klumpft nichts. Allerdings verwende ich ausschließlich transparentes Xanthan. Welches, ist übrigens egal; unsere Shops führen unterschiedliche (manche kosmetische, manche Lebensmittelqualitäten) – verhalten sich beide identisch. Ich habe es getestet.

Die Verarbeitung von Reinlecithin habe ich in diesem Rührkurs beschrieben.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

sonnenkind hat geschrieben:Besser ist es, das Pulver mit Weingeist oder Glycerin zu benetzen und dann unter Rühren mit einem Mixer das warme oder kalte Wasser zuzugießen.
Das macht Schnattie. :-) Ich vermute, ihr beide habt das 86%ige Glycerin oder Weingeist unter 70 Vol.-% verwendet, dann enthalten sie Restwasser, in denen das Xanthan leichter verklumpt. Auch ist das normale Xanthan klumpenanfälliger; Xanthan transparent löst sich, wenn man es mit Weingeist (über 70 Vol.-%) oder 99%igem Glycerin benetzt, leicht.

Hier hatte jemand das gleiche Problem, ganz unten steht die Lösung: 86%iges Glycerin war's. Hier bestätigt Nigella das gleiche.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
bemike
Rohstoffqueen
Rohstoffqueen
Beiträge: 827
Registriert: Donnerstag, 5. April 2012, 16:14
14
Wohnort: Wien

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von bemike »

Xanthan besprühe ich vorher mit etwas Alkohol, gebe dann das Glycerin dazu und dispergiere das gut. Anschließend rühre ich einen Teil der bereits abgekochten Wasserphase dazu - mit dem Milchschäumer. Das funktioniert gut und klumpenfrei.
Reinlecithin habe ich erst ein Mal verarbeitet und mich dabei an die Hinweise von Olionatura gehalten (erst quellen lassen). Das hat auch problemfrei geklappt :-)

Benutzeravatar
Rya
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1698
Registriert: Sonntag, 14. Oktober 2012, 03:17
14
Wohnort: Planet: Erde

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Rya »

Heike hat geschrieben:[...] Auch ist das normale Xanthan klumpenanfälliger [...]
Vorher habe ich auch mit dem "normalen" Xanthan gearbeitet, mit Glycerin (99,5% - hatte nie ein anderes) klappt das 100 % - für mich. Habe jetzt keine Unterschiede feststellen können zum Xanthan transparent, welches ich erst seit ein paar Tagen in Besitz habe, wenn ich ehrlich bin. :gruebel:
Süße Grüße

-Rya-

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Rya hat geschrieben:Habe jetzt keine Unterschiede feststellen können zum Xanthan transparent, welches ich erst seit ein paar Tagen in Besitz habe, wenn ich ehrlich bin. :gruebel:
Man merkt es, wenn man ein Hydro- oder Hydrodispersionsgel rührt und höhere Dosierungen verwendet. 0,1 oder 0,2 % in einer Emulsion sind tatsächlich nicht zu unterscheiden. :-)
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Rya
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1698
Registriert: Sonntag, 14. Oktober 2012, 03:17
14
Wohnort: Planet: Erde

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Rya »

... sicherlich kam das schon einmal zur Sprache, aber wie genau unterscheiden sie sich? Ich habe erst diese Woche ein HDG gerührt und das "Neue" genommen (EK 0,5 %) und so anders war es nicht -> deswegen frage ich mal ... :klimper:
Süße Grüße

-Rya-

Benutzeravatar
Kunstblume
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 11472
Registriert: Sonntag, 10. März 2013, 19:42
13
Wohnort: Breisgau-Hochschwarzwald
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Guten Abend an Euch,
meine bisherigen Erfahrungen... mein HDG neulich klumpte auch etwas... Xanthan "normal" (EK 0,3 %) in frisch aufgekochte Wasserphase hochtourig eingearbeitet (zusammen mit Emulprot)...ergab kleine Knubbelchen.
Mein Hydrogel von letzter Woche mit Xanthan transp. (EK 1,4 %) in 96 % igem Weingeist dispergiert ergab ein klares Gel. Xanthan transp. ist mir nach mehrmaligem Gebrauch irgendwie sympathischer.
RL quell ich 1:1 mit Hydrolat und füge dann ebenso viel Öl dazu. Dann langsam Schluck für Schluck restl. Öl einarbeiten, dann super langsam Tropfen für Tropfen Wasser. Wenn ich geduldig mit dem Wasser bin, klappt das auch :) Arbeite ich zu schnell mit zu großen Wassermengen, trennt es sich. Habe also schon erfolgreich schöne und unschöne RL-Emulsionen erzeugt :klimper:
Liebe Grüße Nina

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Rya hat geschrieben:... sicherlich kam das schon einmal zur Sprache, aber wie genau unterscheiden sie sich? Ich habe erst diese Woche ein HDG gerührt und das "Neue" genommen (EK 0,5 %) und so anders war es nicht -> deswegen frage ich mal ... :klimper:
Das Standard-Xanthan ist in seiner Konsistenz und Haptik gummiartiger, hinterlässt einen deutlicher spürbaren Film.
Liebe Grüße
Heike

Nico1

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Nico1 »

Kunstblume hat geschrieben:Wenn ich geduldig mit dem Wasser bin, klappt das auch :) Arbeite ich zu schnell mit zu großen Wassermengen, trennt es sich. Habe also schon erfolgreich schöne und unschöne RL-Emulsionen erzeugt
Nur geduldig sanft weiterrühren, dann emulgiert es wieder und trennt sich auch nicht.
Ansonsten ist alles zum Thema gesagt. Ich mache es mit Xanthan so, dass ich es ins heiße Wasser hochtourig einrühre. Und mit dem RL verfahre ich so, wie Heike es beschreibt, ganz wichtig ist hier das quellen lassen. :)

Benutzeravatar
Kunstblume
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 11472
Registriert: Sonntag, 10. März 2013, 19:42
13
Wohnort: Breisgau-Hochschwarzwald
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Nico1 hat geschrieben:
Kunstblume hat geschrieben:Wenn ich geduldig mit dem Wasser bin, klappt das auch :) Arbeite ich zu schnell mit zu großen Wassermengen, trennt es sich. Habe also schon erfolgreich schöne und unschöne RL-Emulsionen erzeugt
Nur geduldig sanft weiterrühren, dann emulgiert es wieder und trennt sich auch nicht.
Ansonsten ist alles zum Thema gesagt. Ich mache es mit Xanthan so, dass ich es ins heiße Wasser hochtourig einrühre. Und mit dem RL verfahre ich so, wie Heike es beschreibt, ganz wichtig ist hier das quellen lassen. :)
Danke, Nikola. Das werde ich tun. Aber es klappt meistens, und dann kommen wunderschöne Kosmetika dabei raus. Bisher Feuchtigkeitsfluid, Körperlotion und Bademilch. Ich mag RL gerne...
Liebe Grüße Nina

lieschen
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 142
Registriert: Dienstag, 29. November 2011, 12:03
14

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von lieschen »

Wenn ich Xanthan (früher auch das normale) in Tensidmischungen einarbeite, rühre ich es manchmal in eine Minimenge Öl, so dass es sich grad auflöst. Das ganze dann in die Tensidmischung gerührt, funktioniert eigentlich ganz gut ...
Liebe Grüße vom Lieschen

Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

dankeschön :knicks: das sind ja wirklich einige Tipps.

zum Xanthan:
Rya hat geschrieben:Ich wiege das Xanthan in einem kleinen Gefäß ab, füge das Glycerin dazu und vermische das gründlich, also wirklich so, dass eigentlich nur noch das Glycerin zu sehen ist. Manchmal ergibt das keine gute, homogene Masse, wenn man zu wenig Glycerin genommen hat. Wenn du es ordentlich miteinander vermengst, dass das Xanthan sozusagen nicht mehr sichtbar ist, dürfte das Verklumpen nicht mehr vorkommen.
Da werde ich drauf achten - vielleicht dispergiere ich tatsächlich nicht gründlich genug, bevor ich das Wasser hinzufüge?
Heike hat geschrieben:Ich vermute, ihr beide habt das 86%ige Glycerin oder Weingeist unter 70 Vol.-% verwendet, dann enthalten sie Restwasser, in denen das Xanthan leichter verklumpt. Auch ist das normale Xanthan klumpenanfälliger; Xanthan transparent löst sich, wenn man es mit Weingeist (über 70 Vol.-%) oder 99%igem Glycerin benetzt, leicht.
Ich hätte gleich sagen sollen, dass ich Xanthan transparent verwende (aufgrund Deines Rohstoffportraits habe ich mich von vorne herein gegen das "normale" entschieden :D) und dispergiere immer im 99%ign Glycerin (das von der Gisella :happy:, da bin ich beim ersten Einkaufszettel ebenfalls Deinem Tipp gefolgt).
Ich vermute wirklich, dass ich nicht ausgiebig genug im Glycerin vordispergiere. :lupe: Klar war die Mischung bei mir nämlich wohl nicht.
bemike hat geschrieben:Xanthan besprühe ich vorher mit etwas Alkohol, gebe dann das Glycerin dazu und dispergiere das gut.
Da bin ich mir bei den Shampoorezepten allerdings unsicher, inwieweit da der Einsatz von Alkohol (wenn auch geringe Menge) nachteilig ist.
lieschen hat geschrieben:Wenn ich Xanthan (früher auch das normale) in Tensidmischungen einarbeite, rühre ich es manchmal in eine Minimenge Öl, so dass es sich grad auflöst.
Da wäre ich mir unsicher: Xanthan ist wasserlöslich. Glycerin auch. Öl jedoch nicht ... :gruebel:

zum RL:
Heike hat geschrieben:Die Verarbeitung von Reinlecithin habe ich in diesem Rührkurs beschrieben.
Kunstblume hat geschrieben:RL quell ich 1:1 mit Hydrolat und füge dann ebenso viel Öl dazu. Dann langsam Schluck für Schluck restl. Öl einarbeiten, dann super langsam Tropfen für Tropfen Wasser. Wenn ich geduldig mit dem Wasser bin, klappt das auch :) Arbeite ich zu schnell mit zu großen Wassermengen, trennt es sich. Habe also schon erfolgreich schöne und unschöne RL-Emulsionen erzeugt :klimper:
Da bin ich mir unsicher, wie ich das im Rahmen der Shampoos einbinden soll.

Es geht ums cremige Dusch- und Haarwaschgel "Basic" (S.330) sowie ums Haarshampoo "Every Day" (S.401). Original findet eigentlich Fluidlecithin Verwendung; mangels FL habe ich RL verwendet (gemäß Tauschtabelle - zum Glück, sonst hätte ich die Rezept gar nie ausprobieren können :)). Soweit so gut (den Rohstofftausch meine ich)?
Dann - jeweils gemäß Beschreibung Phase B - werden Decyl- u. Kokosglucosid, Öl und das Lecithin homogen vermischt. Das hat ja beim meinem ersten Versuch schlecht geklappt, deshalb warf ich nochmal einen prüfenden Blick ins Rohstoffportrait und las: "Reinlecithin löst sich in Fetten bei Temperaturen zwischen 60 und 70 °C und sollte nicht längere Zeit über 70 °C erhitzt werden". Also gut, deshalb habe ich dann beim nächsten Mal es versucht, vorher im Öl aufzuschmelzen, was zwar besser funktionierte, aber auch noch nicht richtig gut.

ok, Laut Rührkurs wird Lecithin vorgequellt (RL bei Raumtemperatur); dann in die Lecithin-Wasser-Mischung nach und nach das gesamte Öl hinzugegeben und homogen eingearbeitet; dann vorsichtig nach und nach das Wasser hinzugegeben und homogen eingearbeitet. Bei den Shampoos wird ja aber das Wasser fürs Xanthangel verwendet (Phase A). Und der Ölanteil ist ja sehr gering (je nach Rezept max 2%). Ebenso der Anteil an RL (auch ca. 1%): am Bsp Every Day Shampoo mit 100g gesamt sind es RL 0,4g und Öl 2g und Wasser 67g ...

Deshalb folgende Überlegung meinerseits - verbunden mit der Bitte um Beurteilung:
Soll ich vom Wasser 0,5g abnehmen und das RL darin quellen lassen? Und dann arbeite ich darin die 2g Öl ein?
Dann füge ich die Tenside hinzu und rühre von Hand alles homogen? Und dann füge ich das Xanthangel (Phase A) hinzu ...

Beim cremigen Dusch- und Waschgel wäre es dann andersherum (weil Phase B in A; nicht wie beim Every-Day Shampoo A in B): Die Lecithin-Wasser-Tensid-Mischung würde hier ins Xanthangel (Phase A) gegeben werden ...?
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Schnattie hat geschrieben:Ich vermute wirklich, dass ich nicht ausgiebig genug im Glycerin vordispergiere. :lupe: Klar war die Mischung bei mir nämlich wohl nicht.
So sieht es bei mir aus:

Bild
ok, Laut Rührkurs wird Lecithin vorgequellt (RL bei Raumtemperatur); dann in die Lecithin-Wasser-Mischung nach und nach das gesamte Öl hinzugegeben und homogen eingearbeitet; dann vorsichtig nach und nach das Wasser hinzugegeben und homogen eingearbeitet. Bei den Shampoos wird ja aber das Wasser fürs Xanthangel verwendet (Phase A). Und der Ölanteil ist ja sehr gering (je nach Rezept max 2%). Ebenso der Anteil an RL (auch ca. 1%): am Bsp Every Day Shampoo mit 100g gesamt sind es RL 0,4g und Öl 2g und Wasser 67g ...
Die Verarbeitung bezieht sich auf Emulsionen, nicht auf Tensidprodukte.

Für Duschcremes usw. würde ich optimal auf Fluidlecithine zuückgreifen, die schon in Öl gelöst sind. Pulvriger, entölte Lecithine sind nicht optimal; sie quellen besser in Wasser … oder Du nimmst Dir die Zeit, aus Reinlecithin und Öl ein Pre-Fluid herzustellen, aus Granulat und Öl.

Ergänzung:
Schnattie hat geschrieben:Xanthan ist wasserlöslich. Glycerin auch. Öl jedoch nicht ... :gruebel:
Nein, Xanthan bildet ein Gelnetzwerk, es löst sich nicht auf.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Lieben Dank Heike

Ok, da siehts sehr sehr fein und gleichmäßig aus. Meins sieht zwar einigermaßen gleichmäßig aus, aber dann doch nicht so fein - folglich ist das Xanthan bei mir wohl nicht so gut und homogen benetzt. Aha :ja: Ich denke, dass das wirklich mein Fehler ist.

Danke Dir Heike fürs aufschlußreiche Foto und auch an alle Helfer und Ratgeber :bussi:

oki doki.

aber nochmal zum RL. Ich weiß, bei mir ist die Leitung manchmal etwas länger :(
Heike hat geschrieben: … oder Du nimmst Dir die Zeit, aus Reinlecithin und Öl ein Pre-Fluid herzustellen, aus Granulat und Öl.
Mit Granulat meinst Du das RL und mit Pre-Fluid die beschriebene Prozedur?:
Vom Wasser 0,5g abnehmen und das RL darin quellen lassen, dann die 2g Öl darin einarbeiten? (=Pre-Fluid)
Da kommen dann Tenside dazu und dieses Pre-Fluid dann entweder zum (dann klüpchenfreien :ja:) Xanthangel oder umgekehrt?

Ergänzung:
Heike hat geschrieben:
Schnattie hat geschrieben:Xanthan ist wasserlöslich. Glycerin auch. Öl jedoch nicht ... :gruebel:
Nein, Xanthan bildet ein Gelnetzwerk, es löst sich nicht auf.
upss :argverlegen: gut, werd ich mir merken :-a mein bisheriges Verständnis von Chemie und Stoffen war, dass Stoffe entweder wasser- oder öllöslich (oder beides so wie Alkohol) sind. Mann das sitzt aber tief. Was haben uns die Lehrer da blos für einen Blödsinn erzählt? Oder ich hab da was falsch verstanden - ist auch durchaus möglich. Jedenfalls hab ich das trotz Rührbücher und -küchenstudium noch immer so falsch intus :verlegen:

nochmalvielen lieben Dank. Nun bin ich zuversichtlich, dass das Xanthangel beim nächstenmal besser wird.

Gute Nacht.
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Schnattie hat geschrieben: nochmal zum RL. Ich weiß, bei mir ist die Leitung manchmal etwas länger :(
Heike hat geschrieben: … oder Du nimmst Dir die Zeit, aus Reinlecithin und Öl ein Pre-Fluid herzustellen, aus Granulat und Öl.
Mit Granulat meinst Du das RL und mit Pre-Fluid die beschriebene Prozedur?:
Vom Wasser 0,5g abnehmen und das RL darin quellen lassen, dann die 2g Öl darin einarbeiten? (=Pre-Fluid)
Da kommen dann Tenside dazu und dieses Pre-Fluid dann entweder zum (dann klüpchenfreien :ja:) Xanthangel oder umgekehrt
? :gruebel: ?
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Schnattie hat geschrieben:? :gruebel: ?
Heike hat geschrieben:oder Du nimmst Dir die Zeit, aus Reinlecithin und Öl ein Pre-Fluid herzustellen, aus Granulat und Öl.
»Pre« meint »Vor-«, also eine Vormischung (auf Vorrat) aus Reinlecithinpulver- oder -granulat und Öl. Von diesem »Fluidlecithin« nimmst Du dann das jeweils Benötigte.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35491
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Heike »

Schnattie hat geschrieben:
Heike hat geschrieben:
Schnattie hat geschrieben:Xanthan ist wasserlöslich. Glycerin auch. Öl jedoch nicht ... :gruebel:
Nein, Xanthan bildet ein Gelnetzwerk, es löst sich nicht auf.
upss :argverlegen: gut, werd ich mir merken :-a mein bisheriges Verständnis von Chemie und Stoffen war, dass Stoffe entweder wasser- oder öllöslich (oder beides so wie Alkohol) sind. Mann das sitzt aber tief. Was haben uns die Lehrer da blos für einen Blödsinn erzählt?
Der Begriff »Löslichkeit« ist unterschiedlich besetzt. Ein Gelbildner wie Xanthan erzeugt in Wasser keine Lösung wie es z. B. Salz tut (das sich vollständig löst, weil die Wassermoleküle die Salzionen umhüllen und von einander trennen). Xanthan wird wie die Salzmoleküle auch hydratisiert, aber seine Moleküle haben noch Verbindung mit einander, bilden dieses Gelnetzwerk. Das meint meine Aussage. :-) In Deinem Verständnis ist Xanthan hydrophil, in Öl tut sich nämlich nichts – da hast Du vollkommen recht.
Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

danke Heike :) wieder was gelernt. Ich fürchte, dass mein Verständnis von chemischen Reaktionen und Prozessen nicht so tief und fundiert ist, wie Deins. Aber machts nichts, bezüglich des Xanthans bin ich ja schon schlauer und weiß, was ich beim nächsten mal besser machen werde :hanf:

Und bzgl des RL: Nunja :gruebel:, ich werde wohl es mal so ausprobieren und schauen, wie sich das bei der Herstellung von Tensidprodukten umsetzten läßt. Ausserdem habe ich zwischenzeitlich noch entdeckt im Rohstoffbuch :D, dass es beim Einsatz in Duschgelen schon mindestens um die 1% dosiert werden sollte. Das bedeutet, ich muss die Menge RL auch erhöhen - der 1:1 Austausch mit Fluidlecithin war demnach nicht optimal :idee: Aha ...

Nun endlich sind meine Kaufprodukte auch fast aufgebraucht. Kann also bald auch mein erstes Duschbad machen :yeah: . Bisher hab ich sie ja nur für meinen Schatz gerührt. Meins soll auf jeden Fall richtig gut pflegen. Im Gegensatz zu meinem Schatz hab ich auch keine hohen Ansprüche an den Schaum (zwecks Rasur ist die Schaumkonsistenz für ihn funktional sehr wichtig) ...
Freue mich schon sehr :fred: ... mein eigenes Duschgel(milch)rezept plane ich derzeit anhand meiner bisherigen Rührergebnisse und Erfahrungen. Das wird schon :ja:

... werde berichten ...

Dankeschön nochmal für den hilfreichen Input :knicks:
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
Schnattie
Rührgeselle
Rührgeselle
Beiträge: 159
Registriert: Samstag, 1. September 2012, 20:11
14
Wohnort: Albershausen (Ba-Wü)

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Hallo :)

heute nun mein "vorläufiger Abschlußbericht"

Xanthan - es hat geklappt :yeah: :
Habe nun ein gelklümpchenfreies Xanthangel. Es lag tatsächlich daran, dass ich das Xanthan nicht ausreichend im Glycerin vordispergiert habe. Diesmal habe ich ganz genau darauf geachtet und das Ergebnis ist jetzt so, wie es sein soll :)

Reinlecithin:
Auch das hat jetzt funktioniert - so gar zu gut :D.
Zunächst hatte ich meine Rezeptur für die pflegende Öl-Duschmilch überarbeitet und den Herstellungsprozess angepasst (hab dich dabei vom entsprechenden Rührkurs leiten lassen). Zusätzlich hab ich auch gemäß empfohlener Einsatzmenge den RL-Anteil gleich auf das Maximum von 3 % erhöht. Xanthananteil hab ich aber bei 0,8% belassen. Und jetzt ahnt ihr es sicher schon :D: Die Duschmilch ist eher eine Duschcreeeeeeme geworden, die nur widerwillig aus der Flasche fließen will :pfeifen: :auslachen: Doch immerhin ist diese Creme xanthan-gel-klümpchenfrei und das RL hat sich wunderbar gelöst. Zudem ist die Rezeptur schön pflegend - sehr toll und angenehm. Damit dusche ich jetzt sehr gerne. Ich weiß zwar nicht, welche Pflegewirkung dabei nun das RL und welchen ANteil die Öle haben. Vielleicht ist es ja auch grade die Mischung aus beiden :)

So bin ich vorgegangen:
Das RL hatte ich zuerst in einem Teil der Wassermenge vorquellen lassen. Nach 20 min hab ich schon deutlich gesehen, dass es in keiner Weise mehr krisselig war, sondern es war ehr eine zähe, gleichmäßige Masse. Dann hab ich nach und nach die Öle (FP inkl RL: knapp 13%) hinzugefügt und alles von Hand gerührt (schon kräftig), bis es eine zähe, homogene Masse war und die Öle gut eingearbeitet waren. Das Ganze wurde dabei zunehmend milchiger. Dann tat ich die Tenside (Mengenanteil knapp 38%) dazu und habe sie auch gut eingearbeitet. Und danach hab ich das Xanthangel (Mengenanteil knapp 48%) nach und nach eingearbeitet. Naja, im Prinzip war mir spätestens jetzt klar, dass da nichts mehr flüssiger wird :pick: . Ich glaube, da lasse ich beim nächsten mal das Xanthan ganz weg.
Liebe Grüße sendet
Anja


Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.
Voltaire

Benutzeravatar
Texana
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 6540
Registriert: Sonntag, 6. Juli 2008, 22:57
18
Wohnort: West Aargau, Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Texana »

Nach dem heutigen Shampoo Rühren verwende ich Xanthan wohl besser als Leim. :gruebel: Zuerst mal die falsche Dose erwischt, eben Xanthan, dann 10 Gramm davon rein ins Wasser, bemerkt das da was nicht stimmt, alles bis auf 0.5 g wieder rausgefischt und in das Spühlbecken geworfen. Beim Putzen hat es dann richtig geklebt. Mit dem Auflösen will es auch nicht so recht klappen.
Liebe Grüsse
Ursula

Wo es nichts zu fragen gibt, gibt es auch nichts zu lernen. Hubertus Halbfas

Benutzeravatar
Ulrike
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 5503
Registriert: Montag, 4. Februar 2013, 19:10
13
Wohnort: Niedersachsen, LK Oldenburg
Kontaktdaten:

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Ulrike »

Wie jetzt, du löst Xanthan in Wasser auf?

Ulrike
Ein Kaktus ist nichts anderes, als eine sehr gut bewaffnete Gurke!

Maumi

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Maumi »

ich habe gerade auch meinen Erfolg mit Xanthan gehabt und bin gerade sehr stolz auf mich. Ich habe es ewig nicht benutzt, da ich es einfach nicht hin bekommen habe. Heut hab ich zufällig noch mal drüber gelesen, es nur in das Wasser zu geben. Und - tata ! Es hat funktioniert !
Früher hatte ich es einfach weggelassen , - aus Frust , und hatte immer sehr mousseartige Cremes . Was mich an für sich nicht weiter gestört hat, aber heute habe eine "richtige " Konsistenz in der Creme .

Glückliche Grüße
Katja

Tonja

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Tonja »

Maumi hat geschrieben:Heut hab ich zufällig noch mal drüber gelesen, es nur in das Wasser zu geben. Und - tata ! Es hat funktioniert !

Bei laufendem Rührer klappt das bei mir fast immer, aber einfach so in's Wasser werfen? Klumpt das nicht zusammen oder habe ich den Vorgang falsch verstanden?

Maumi

Re: Xanthan und Reinlecithin - was mache ich falsch?

Ungelesener Beitrag von Maumi »

Entschuldigung, habe mich zu kurz gefasst. Du hast recht ; bei laufendem Rührer.
Es ist sooo einfach ! Mit Glycerin bekomme ich es nicht hin.....

LG

Antworten