Sheabutter nachträglich einarbeiten

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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Dahui

Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Dahui »

Hallo ihr Lieben,

ich habe für meine Oma vor ein wenig Zeit mal eine Creme zusammengegerührt, wovon sie hellauf begeistert war. Sie hatte dann bei mir davon eine größere Menge "bestellt", unter anderem auch für ihre Freundinnen zum Testen (400g).
Jetzt habe ich dumme Nuss aber beim Rühren vergessen, die Sheabutter hinzuzufügen, weswegen das Endergebnis nicht so ist, wie beim letzten Mal. Auch von der Konsistenz her ist es eher lotionsartig, anstatt moussig, was sehr schade ist, da ihr diese Konsistenz so gut gefallen hat.
Meine Frage ist: Kann ich die Sheabutter noch nachträglich einarbeiten? Das ganze steht jetzt seit einer Woche im Kühlschrank, natürlich unbenutzt. Vielleicht Shea schmelzen und einfach unter die Creme-Masse arbeiten? Was könnte denn schief gehen?
Neurühren geht nicht, dazu waren die Ingredienzien zu teuer :(

Liebste Grüße!

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Heike
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ist es eine Creme in der korrekten Bedeutung, sprich Öl, Wasser, Emulgator?

Für eine erfolgreiche Emulgierung benötigst Du eine entsprechende Temperatur. 70–85 °C benötigt man, um Keime zu reduzieren. Dann leiden jedoch viele Wirk- und Konservierungsstoffe.

Erwärmst Du nur wenig (unter 40 °C), bleiben Wirkstoffe weitgehend intakt, aber die zuverlässige Emulgierung könnte fehlschlagen; auch fördert sanftes Erwärmen möglicherweise das Wachstum bereits vorhandener Keime.

Das Beste für die Haut wäre, dieses Produkt eben als Lotion aufzubrauchen.
Liebe Grüße
Heike

Dahui

Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Dahui »

Hallo Heike, was meinst du mit korrekter Bedeutung? Ja, die Creme besteht aus Wasser, Öl und Emulgator.. Das Rezept war mit dem Anteil an Sheabutter geplant und ich habe sie schlichtweg vergessen, was dazu führt, dass auch die Fettphase nun niedriger ist.. An Wirkstoffen wäre vielleicht das Panthenol temperaturanfällig.. Ich poste einfach mal das Rezept:

Fettphase 40%
Jojobaöl 4%
Squalan 8%
Macadamianussöl 6%
Mandelöl 5%
Arganöl 5%
Preiselbeersamenöl 2%
Sheabutter 3% <---- Vergessen
Avocadin 2%
Xyliance 5%

Wasserphase: 60%
Glycerin 5%
Panthenol 4,80%
Hyaluronsäure 0,2%
Wasser 48%
Xanthan 0,5%

+Rokonsal
+Milchsäure
+Äth. Öl

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Heike
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Heike »

Dahui hat geschrieben:Hallo Heike, was meinst du mit korrekter Bedeutung?
Nicht immer werden Begrifflichkeiten so verwendet, wie es die kosmetische oder pharmazeutische Nomenklatur vorsieht. Ich kann mich noch daran erinnern, wie vor Jahren eine Selbstrührerin in einem anderen Forum über Ölgele redete – was sie da rührte, waren wasserhaltige Hydrodispersionsgele, keine Ölgele, die per definitionem rein fettbasiert sind und kein Wasser enthalten. Folge war, dass die Teilnehmer des Threads teilweise von völlig verschiedenen Voraussetzungen aus argumentierten. Ein Ölgel muss z. B. nicht konserviert werden, ein Hydrodispersionsgel schon – und wenn man Begrifflichkeiten beliebig verwendet, kann das für einen Anwender unangenehme Folgen haben, z. B. weil er ein unkonserviertes Produkt verwendet und sich eine Dermatose züchtet. »Creme« ist für viele einfach etwas, was cremig aussieht und sich so anfühlt – das kann auch eine rein fettbasierte Sheasahne sein. »Creme«, »Ölgel«, »Hydrodispersionsgel« sind jdoch definierte Zubereitungsformen. »Balsam«, »Serum« sind es beispielsweise nicht. Aus meinen Erfahrungen der letzten Jahre frage ich daher lieber nach, bevor ich zu etwas rate. :-)
An Wirkstoffen wäre vielleicht das Panthenol temperaturanfällig.
Ja, Panthenol ist temperaturanfällig.

Ehrlich, wegen 3 % Sheabutter würde ich nichts erhitzen/erwärmen und alles so belassen. :schmatz:
Liebe Grüße
Heike

Schmunzelsonne
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Schmunzelsonne »

Was spricht dagegen, eine kleine Menge zum Ausprobieren zu nehmen, event kannst Du noch ätherisches Öl zum Keime im Schach halten einarbeiten

Tonja

Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Tonja »

Schmunzelsonne hat geschrieben:Was spricht dagegen, eine kleine Menge zum Ausprobieren zu nehmen, event kannst Du noch ätherisches Öl zum Keime im Schach halten einarbeiten
Lies mal hier, das wird vermutlich nicht zuverlässig funktionieren. Auch muss man durch die Wärmezufuhr von einer ziemlich hohen Ausgangsverkeimung ausgehen.

"Neben im Handel erhältlichen naturkosmetikkonformen Konservierungsmitteln gibt es verschiedene Substanzen, die ebenfalls eine konservierende oder keimtötende Wirkung zeigen, z. B. bestimmte ätherische Öle, Harnstoff, Sorbit, Glycerin und andere (z. B. antioxidativ wirkende) Stoffe. Das Problem ist, dass die erforderliche minimale Hemmkonzentration, um eine Wirkung zu erzielen, so hoch ist, dass sie oft nicht mehr im kosmetisch sinnvollen Rahmen liegt, weil zugleich andere, unerwünschte Wirkungen auftreten."

Schmunzelsonne
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Schmunzelsonne »

Mir ist schon bewußt, dass es nicht optimal ist - daher würd ich auch nur einen Versuch mit Kleinstmenge machen - oder tatsächlich einfach das ganze als Lotion verwenden.....aber rein aus der Neugierede heraus, ob es funktioniert, juckt es mich in den Fingern....

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Judy
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Judy »

Hallo Dahui
:hallihallo:

Oder du könntest deiner Oma eine kleine Sheasahne machen, von der sie dann ein winziges bisschen mit der Lotion in der Hand vermischt und aufträgt...

Liebe Grüße,
Judy
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Katharina
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Katharina »

Schmunzelsonne hat geschrieben:aber rein aus der Neugierede heraus, ob es funktioniert, juckt es mich in den Fingern....
... dann wollen wir mal hoffen, dass es dabei bleibt, dass es dir nur in den Fingern juckt und nicht großflächig im Gesicht. :vollirre:

Was soll funktionieren und wie willst du es prüfen? Die Sheabutter kann man selbstverständlich nachträglich einarbeiten, auch in Kleinstmengen. Das funktioniert – rein handwerklich. Der Punkt ist, dass Verkeimung schon lange bevor man es olfaktorisch oder optisch wahrnimmt beginn – siehe die entsprechenden Postings oben. Also wäre so ein Selbstversuch als eher fragwürdig einzustufen. :)

Wenn du allerdings die wunderbare Möglichkeit hast, eine fachlich fundierte Versuchsreihe unter Laborbedingungen mit entsprechen Nährböden, Petrischalen etc. pepe aufzubauen, fände ich es sehr interessant wenn du dies dokumentieren würdest und uns daran teilhaben ließest. :blumenstrauss:
Freundlich grüßt
Katharina

Schmunzelsonne
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Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Schmunzelsonne »

Guten Abend,

nein, eine Versuchsreihe unter Laborbedingungen kann ich nicht anbieten - lediglich die Erfahrung, dass ich eine Creme mit ätherischem Lavendel und Salbeiöl meiner Schwester - als sie ihr Laborpraktikum an der Uni hatte - zur Untersuchung mitgegeben hatte. Das Ergebnis konnte locker mit denen von klassisch konservierter Creme mithalten. Und diese Creme hatte ich auch, weil ich eine Zutat vergessen hatte, noch einmal nachträglich morderat erwärmt.

Aber wenn ich deinen Beitrag richtig verstehe, Katharina, war das so wie bei der blinden Henne, die auch mal ein Korn findet.
Einen schönen Wochenstart.

Dahui

Re: Sheabutter nachträglich einarbeiten

Ungelesener Beitrag von Dahui »

Hallo ihr Lieben,

Danke für eure ausführlichen Antworten :)
Schade, dass es doch nicht so funktioniert, wie ich es mir erhofft hatte. Hatte den Punkt mit der Verkeimung nicht bedacht. Dann werde ich meiner Oma die Creme so geben und versprechen, dass ich beim nächsten Mal besser aufpasse und wieder alle Zutaten einmische hihi :klimper:

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