rasasayang hat geschrieben:.das ist eines mehr der Kosmetikmärchen..mich wundert es immer, wie sich solche völlig unbegründeten Aussagen halten..genauso wie bei Glyzerin (das ja auch ein Alkohol ist)..man kann schreiben und schreiben, was man will..ständig wird das wieder kolportiert, und ich frage mich manchmal wirklich, was da noch eigene Erfahrung ist, und was man sich nur einbildet, eben, weil es "alle" behaupten..
Alkohol hat auch eine austrocknende Wirkung, wenn man ihn hochkonzentriert nutzt, weil er die Hautbarriere in ihrer Struktur beeinflusst. Daran ist zunächst nichts Flasches.
rasasayang hat geschrieben:er verdunstet relativ schnell, schon beim Auftragen
Das ist
meine Begründung, warum eine gewisse Menge Alkohol im dünn ausgestrichenen Produktfilm auf der Haut anders wirkt als im kosmetischen Produkt selbst. Auf der Haut verdunstet er rasch, im Cremetöpfchen konserviert er. Du hast sie hier, auf Olionatura, in meinem Buch oder – von mir übernommen oder von mir zitiert – in einer anderer Quelle gelesen. Ich habe vor Jahren 12 % auf die Wasserphase recherchiert (in einem persönlichen Gespräch mit einem bekannten Kosmetikhersteller und Chemiker, das ich
hier 2008 veröffentlicht habe), später fand ich Empfehlungen und Belege über 15 % in der pharmazeutischen Fachliteratur. Bis dahin galten durch den Beautykosmos 5 % Alkohol auf die Wasserphase als ausreichend, weil das ein dort damals aktiver Kosmetikanbieter, CMD, einmal behauptet hatte. Ich empfehle seit 2008 12–15 % auf die Wasserphase – Sadaf, das hat Zeit gekostet, bis das mal »in die Köppe« ging, glaube mir.
Hier meine Überzeugungsarbeit im Beautykosmos,
2 Jahre später, die so langsam auf fruchtbaren Boden fällt.
Daher: Sei milde und erkläre einfach sachlich, wenn Du meinst, dass etwas erklärungswürdig ist – oder schweige und lasse es andere geduldig erklären.
@Naturfee, es ist eine Frage der Hautsituation und der Einsatzkonzentration, ob Du Alkohol als austrocknend erlebst. Im Kosmetiktiegel oder in der -flasche kann er das Produkt vor Verkeimung schützen, auf der Haut ist der Produktfilm so dünn, dass der Alkohol schnell verfliegt.
Hier (2008!) habe ich meine damalige Beobachtung geschildert und das erste Mal 12 % Alkohol auf Wasserphase getestet – Du kannst dort mein Resultat nach 7 Wochen lesen. Ganz ohne Auswirkung auf die Barriereschicht ist er nicht, und da muss man eben nach Hautzustand entscheiden. Wenn das Produkt eine gut geplante Fettphase hat, ist die Gefahr einer negativen Wirkung auf die Hautbarriere eher gering.
Problematischer an den hohen Mengen an Pflanzenextrakten empfinde ich heute eher die Konzentration der pflanzlichen Wirkstoffe, daher konserviere ich nicht mehr mit Pflanzenextrakten, sondern dosiere sie wie Wirkstoffe (um die 1–3 %) und fülle dann mit Ethanol auf, wenn ich seine konservierende Wirkung nutzen möchte.