Öle haltbarer machen

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Moderator: Helga

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Artemis

Öle haltbarer machen

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Hallo allerseits,

nach euren Ratschlägen, wende ich die Einöltests mit Erfolg an! Habe einiges getestet. Dabei haben sich schon erste Favoriten herauskristallisiert (naja habe noch nicht so viele durch):

- Wildrosenöl (himmlisch!)
- Arganöl
- Sheabutter

Sheabutter tut mir gerade sooooo gut! Aber weil ich mich jetzt auch mehr mit trockenen, nicht-trockenen und den spreitwerten befasst habe und dadurch Sheabutter genau richtig für mich aktuell ist.

Jetzt ist mir aufgefallen Wildrosenöl soll ja nur 3 Monate halten. Boaaa ist ja aber megakurz! Das muss man doch irgendwie verlängern können. Gut kühl und dunkel lagern. Kühl am besten Kühlschrank. Eventuell einfrieren? Oder gar mit Vitamin E "konservieren"?

Das bezieht sich jetzt nicht im speziellen auf Wildrosenöl sondern auf alle "kurzlebigen" Öle. Wenn man Vitamin E zugibt, wieviel sollte man dazugeben? Und um wie lange könnte man die Haltbarkeit verlängern?

Eine andere Frage bezieht sich auf den Händler. Ich kaufe selber speziell meine Öle bei Dragonspice. Die kaufen ja die Öle ja auch irgendwo abgefüllt ein und füllen diese auch nochmal ab. Da man nicht weiss wie lange die schon beim Händler stehen, wie kann man dann Haltbarkeit messen von kurz haltbaren Ölen?

Freue mich sehr über eure Antworten.

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Bellis
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Ungelesener Beitrag von Bellis »

Hallo Artemis,
eine Zugabe von Vitamin E zu den Ölen ist nicht empfehlenswert, weil Du damit Oxidationsprozesse im Öl sogar beschleunigen kannst. Besser ist es, das Vitamin E Deinem fertigen Kosmetikprodukt zur Stabilisierung hinzuzufügen.

Heike schreibt dazu folgendes:
Heike hat geschrieben:Ja, Du kannst Vitamin E auch als kosmetischen Wirkstoff in eine Pflege hinzufügen, auch Öle kann man prinzipiell damit stabilisieren. Das Problem ist die Dosierung: zuviel Tocopherol löst die oxidativen Kettenreaktionen, die man an sich verhindern möchte, erst aus. An sich müsste man bei einem Öl, das man stabilisieren möchte, wissen, wieviel Tocopherol in einem Öl enthalten ist, um es korrekt dosieren zu können. Ganz schlüssig bin ich in dieser Frage noch nicht.
Eine kühle und dunkle Lagerung empfindlicher Öle ist immer empfehlenswert. Einige Rührküchenmitglieder frieren auch Öle in kleinen Gebinden ein.
"Wer auf einen Baum klettern will, fängt unten an, nicht oben." (afrikanisches Sprichwort)

Artemis

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Oh vielen Dank für die Antwort. Dachte das man Vitamin E gerade bei Ölen einsetzt damit diese nicht ranzig werden. Dann verwerfe ich dieses Wissen gleich. Einfrieren ist eine gute Idee, nur aktuell kein Platz aber in Zukunft werde ich das tun. Beim auftauen, könnten da irgendwelche wichtigen Stoffe verloren gehen? Gibt es Öle die man lieber nicht einfrieren sollte?

Vielleicht kannst du oder andere was dazu sagen, wegen Öle die man einkauft. Wegen Dragonspice oder anderen Anbietern. Besonders bei Wildrosenöl das ja nur kurz haltbar ist, überlege ich halt, weil schließlich öffnet ja auch der Händler das Öl um dies abzufüllen und ab da oder schon vorher begann der Oxidationsprozess. Daher beginnt er ja nicht erst wenn ich es öffne.

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pflanzenölscheich
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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Tocopherol wird, nachdem es mit einem freien Radikal reagiert hat, selbst zu einem Radikal, das aber verhältnismäßig träge ist - also nicht so schnell weiterreagiert. Darum kann reines Tocopherol die Oxidation eines Öls nicht verhindern, sondern nur verlangsamen. Wenn das Öl schon stärker oxidiert ist, entwickelt selbst das an sich reaktionsträge Tocopherylradikat sozusagen eine Eigendynamik und beschleunigt dann die Oxidation des gesamten Öls.

Von daher müsste man (durch chemische Analyse) herausfinden, wie stark ein Öl schon oxidiert ist und wieviel Tocopherol es bereits enthält, damit dieses unter guten Bedingungen in der richtigen Menge für eine optimale Verzögerung der Oxidation sorgen kann.

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pflanzenölscheich
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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Die Regenerierung des Tocopherols durch Ascorbinsäure ist übrigens auch nur die eine Hälfte der Geschichte, denn dadurch entsteht ein Ascorbylradikal, das im menschlichen Körper wiederum durch Glutathion entschärft wird. Das gibt es außerdem einen Prozess (den Glutathion-Ascorbat-Zyklus), in dem auch Enzyme und NADPH (die reduzierte Form von Nicotinsäureamid-Adenin-Dinukleotid-Phosphat) als Koenzym eine Rolle spielen - nicht zuletzt, um das oxidierte Glutathion am Ende wieder zu reduzieren. Ob man das so einfach in einem Pflanzenöl nachbauen kann, damit es oxidativ stabil bleibt?

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bibib
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Ungelesener Beitrag von bibib »

Artemis hat geschrieben:Vielleicht kannst du oder andere was dazu sagen, wegen Öle die man einkauft. Wegen Dragonspice oder anderen Anbietern. Besonders bei Wildrosenöl das ja nur kurz haltbar ist, überlege ich halt, weil schließlich öffnet ja auch der Händler das Öl um dies abzufüllen und ab da oder schon vorher begann der Oxidationsprozess. Daher beginnt er ja nicht erst wenn ich es öffne.
Ich habe mir neulich dieselbe Frage gestellt und auch gleich bei meiner Händlerin nachgefragt. Sie meinte, kurz öffnen wäre kein Problem, aber lange (stundenlang) geöffnet herumstehen lassen, das ist dann wirklich schlimm. Eine dunkle und kühle Lagerung ist entscheidend.
Liebe Grüße,
bibib

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Positiv
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Ungelesener Beitrag von Positiv »

Hier findest Du einen ganzen Thread zu dem Thema klick
Liebe Grüße Karin

Was immer du zu tun oder zu träumen vermagst, wag dich nur frisch daran - Kühnheit trägt Genie, Kraft und Magie in sich (Goethe)

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pflanzenölscheich
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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Positiv hat geschrieben:Hier findest Du einen ganzen Thread zu dem Thema klick
Wenngleich sich der Thread auf ätherische Öle bezieht.

Brunni

Ungelesener Beitrag von Brunni »

Hallihallo,

ich bin noch ganz neu und habe ggf. noch nicht ganz die Situation im Blick. Verstehe ich das richtig, wenn ich ein wenig / paar Tropfen Vitamin E zu meinem z.B. Mandelöl dazu geben, kann ich es stabilisieren? Gibt es eine Daumenregel, wieviel Tocopherol stabilisiert und ab wann diese Oxidations-Kettenreaktion ausgelöst wird?

Artemis

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Bezüglich der Kettenreaktion findest du Informationen, wenn du bei Olionatura.de bei den Rohstoffen unter Vitamine - Vitamin E kuckst, da ist das gut erklärt.

Ich werde es nach diesen Informationen hier, nicht damit stabilisieren. Sicher ist sicher. Dann muss ich lieber Platz im Gefrierfach machen. :-) Besonders für das Wildrosenöl. :-(

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Ich lagere Öle im Kühlschrank (trotz der vor Jahren im Kontext der Ätherisch-Öl-Studien geäußerten Einwände) und kann nur sagen, dass auch Wildrosenöl gut 6 Monate einwandfrei erscheint und von meiner Haut gut vertragen wird – natürlich kann ich sie nicht prüfen.

Ein Gedanke noch: Letzens stieß ich bei einem Anbieter von CO2-Extrakten auf Papiere, in denen die gewonnenen Öle bereits mit Zusätzen stabilisiert sind, die unter 1 % liegen und nicht deklariert werden. Wir kaufen also bei unseren Händlern durchaus Öle, die schon Antioxidantien enthalten. Wenn wir nun zusätzlich etwas hinzufügen, kann es schnell nach hinten los gehen. :-)
Liebe Grüße
Heike

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pflanzenölscheich
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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Heike hat geschrieben:Ich lagere Öle im Kühlschrank (trotz der vor Jahren im Kontext der Ätherisch-Öl-Studien geäußerten Einwände) und kann nur sagen, dass auch Wildrosenöl gut 6 Monate einwandfrei erscheint und von meiner Haut gut vertragen wird – natürlich kann ich sie nicht prüfen.
Mache ich auch seit Jahren so und habe die gleichen guten Erfahrungen damit. :ja:
Letzens stieß ich bei einem Anbieter von CO2-Extrakten auf Papiere, in denen die gewonnenen Öle bereits mit Zusätzen stabilisiert sind, die unter 1 % liegen und nicht deklariert werden.
Das ist aber intransparent. :oha: Immerhin wäre es schon von Bedeutung, welche Zusätze da verwendet werden: Tocopherol oder BHT?
:lupe:

Artemis

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Und das schöne, die Papiere lassen sich auch die Anbieter nochmal meistens extra kosten! Finde ich nicht ok. Aber womöglich ist hier die gesetzliche Mindestmenge nicht erreicht und somit unterfällt es nicht dem Deklarierungszwang. Und der Kunde oder Selbstrührer wundert sich dann auf was er dann womöglich hauttechnisch reagiert. Da muss man wirklich penibel recherchieren, so wie du es tust Heike und andere um zu erkennen, ist ja doch nicht so wie beschrieben. Muss aber deswegen ja nicht schlecht sein.

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Judy
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Ungelesener Beitrag von Judy »

Also bei uns gibt es solche CO2 Extrakte, die mit Rosmarin-Antioxidant stabilisiert werden.
Flavex macht es übrigens auch teilweise so, z.B. hier.
Was ist nun davon zu halten?
:lupe:
Liebe Grüße,
Judy
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Bellis
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Ungelesener Beitrag von Bellis »

Judy hat geschrieben:Also bei uns gibt es solche CO2 Extrakte, die mit Rosmarin-Antioxidant stabilisiert werden.
Flavex macht es übrigens auch teilweise so, z.B. hier.
Was ist nun davon zu halten?
:lupe:
Liebe Grüße,
Judy

Das würde mich auch interessieren. Im Zusammenhang mit der Eingangsfrage bin ich ebenfalls auf Flavoxan gestoßen. Allerdings enthalten diese Extrakte eben auch Tocopherol - s. hier. Gibt es dazu Erkenntnisse/Erfahrungen?
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Ja, ich bezog mich auf Flavex. :klimper:
Liebe Grüße
Heike

Artemis

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Ich hätte dazu noch eine weitere Frage. Heike du schreibst ja das z. B. Wildrosenöl, Argan, usw. nicht oxidationsstabile Öle sind und eher für Nachtpflege eingearbeitet werden sollten. Da es ja auch mehr zu einer Faltenbildung und allgemeine Hautalterung führen könnte bei Lichteinwirkung. Wenn man jetzt dieses Flavoxan reingeben würde. Dürften die Öle dann auch tagsüber verwendet werden? Oder das mischen mit z. B. Jojobaöl? Das war mir nicht so ganz klar. Entschuldige wenn die Frage womöglich etwas doof klingt.

Artemis

Ungelesener Beitrag von Artemis »

Inwiefern kann man dann das Öl mit der Zugabe von Flavoxan haltbarer machen? Also um wieviel Monate ca.?

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Violette
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Ungelesener Beitrag von Violette »

Bellis hat geschrieben:
Judy hat geschrieben:Also bei uns gibt es solche CO2 Extrakte, die mit Rosmarin-Antioxidant stabilisiert werden.
Flavex macht es übrigens auch teilweise so, z.B. hier.
Was ist nun davon zu halten?
:lupe:
Liebe Grüße,
Judy

Das würde mich auch interessieren.
Das Granatapfelkernöl von Aliacura ist auch mit Rosmarin-Extrakt stabilisiert. Vielleicht könnten wir Dirk in seinem RK-Thread mal um mehr Infos bitten.
LG Petra

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Ungelesener Beitrag von Judy »

Die von mir verlinkten Extrakte erwähnen aber nur Rosmarin Extrakt - da steht nichts von Vitamin E oder sogar Lecithin wie bei Flavoxan....
Sind diese dann ok?

Liebe Grüße,
Judy
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Bellis
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Ungelesener Beitrag von Bellis »

Judy hat geschrieben:Die von mir verlinkten Extrakte erwähnen aber nur Rosmarin Extrakt - da steht nichts von Vitamin E oder sogar Lecithin wie bei Flavoxan....
Sind diese dann ok?

Liebe Grüße,
Judy
Judy, auch in dem von Dir verlinken Amaranth-CO2-Extrakt sind Tocopherole zugesetzt.
"Inhaltsstoffe: Fettes Öl mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, bestehend aus 20 - 35 %
Ölsäure (C18:1 w9) und 40 - 55 % Linolsäure (C18:2 w6) und einem Gehalt an Squalen > 5 %. Ferner
enthält der Extrakt Sterine und Tocopherole"

Diese Extrakte werden also direkt bei der Herstellung stabilisiert. Das dürfte aber nicht das Gefährliche sein, da es einem frischen, oxidativ unbelasteten Extrakt zugefügt wird. Die Frage ist vielmehr, was passiert, wenn wir sie zu Hause unseren Ölen/ÄÖ zusetzen?
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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Bellis hat geschrieben:"Inhaltsstoffe: Fettes Öl mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, bestehend aus 20 - 35 %
Ölsäure (C18:1 w9) und 40 - 55 % Linolsäure (C18:2 w6) und einem Gehalt an Squalen > 5 %. Ferner
enthält der Extrakt Sterine und Tocopherole"
Die Erwähnung in einem Atemzug mit den Sterinen (also Sterolen) liest sich für mich eher so, als seien hier nur die natürlichen Bestandteile des Amaranthöls beschrieben und damit auch sein natürlicher Tocopherolgehalt.

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Ungelesener Beitrag von Bellis »

pflösch hat geschrieben:Die Erwähnung in einem Atemzug mit den Sterinen (also Sterolen) liest sich für mich eher so, als seien hier nur die natürlichen Bestandteile des Amaranthöls beschrieben und damit auch sein natürlicher Tocopherolgehalt.
Okay, so habe ich es noch nicht gesehen. Aber ja, es spricht einiges dafür.
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Ungelesener Beitrag von Judy »

Bellis hat geschrieben: Das dürfte aber nicht das Gefährliche sein, da es einem frischen, oxidativ unbelasteten Extrakt zugefügt wird. Die Frage ist vielmehr, was passiert, wenn wir sie zu Hause unseren Ölen/ÄÖ zusetzen?
Aber auch: Was passiert zuhause, wenn wir solche Extrakte (eventuell mehrere) in unseren Produkte verarbeiten?
Bei Flavex gibt es ja verschiedene Rosmarin-Antioxidantien. z.B. diesen.
Da ist ausser Rosmarin auch noch Sonnenblumenöl dabei - vielleicht enthält ja dieses das natürliche Tocopherol?

Liebe Grüße,
Judy
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Ungelesener Beitrag von bioapfel »

Ich habe den Tipp bekommen, die fehlende Ölmenge in der Flasche durch desinfizierte Glaskugeln zu ersetzen, damit die Luftoberfläche in der Flasche wieder kleiner wird und damit die Oxydation verlangsamt wird. Alternativ dazu geht natürlich auch, die Öle in kleiner Flaschen umzufüllen.
Auch den Tipp mit dem Enfrieren bekam ich schon. Das öl läßt sich, im Gegensatz zu Wasser, mitsamt der Glasflasche einfrieren.
LG!
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Deneb
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Ungelesener Beitrag von Deneb »

Bei Chemists Corner Forum wird Trehalose, ein Zucker, empfohlen. Es soll effektiv Fette stabilisieren, in der Kosmetikwerbung wird es mit Ectoin verglichen. Eine Studie gibt es hier (pdf).

:lupe: Scheint sehr interessant zu sein.
Liebe Grüße
Deneb

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Deneb hat geschrieben:Bei Chemists Corner Forum wird Trehalose, ein Zucker, empfohlen. Es soll effektiv Fette stabilisieren, in der Kosmetikwerbung wird es mit Ectoin verglichen.
Zucker sind wasserlöslich, wie soll es Fette stabilisieren können? :lupe:
Liebe Grüße
Heike

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Ungelesener Beitrag von pflanzenölscheich »

Heike hat geschrieben:
Deneb hat geschrieben:Bei Chemists Corner Forum wird Trehalose, ein Zucker, empfohlen. Es soll effektiv Fette stabilisieren, in der Kosmetikwerbung wird es mit Ectoin verglichen.
Zucker sind wasserlöslich, wie soll es Fette stabilisieren können? :lupe:
In der verlinkten Studie wird beschrieben, wie sie getestet haben. Es scheint auszureichen, Fette beziehungsweise Fettsäuren mit der Trehalose zu dispergieren - durch Kochen (im ersten Test) oder durch natürliche Emulgierung im Hydro-Lipid-Film (im zweiten Test, wo es um die Bekämpfung des Körpergeruchs älterer Menschen geht).

Es hört sich verlockend an: Trehalose in die Wasserphase, emulgieren wie immer, und schon sinkt die Autooxidation selbst empfindlicher Fettsäuren (wie Alpha-Linolensäure) auf ein knappes Fünftel. Ist es wirklich so einfach?
:lupe:

Spannend finde ich auch, dass andere Saccharide und Zuckeralkohole ebenfalls der Oxidation entgegenwirkten - auf Platz zwei der Zuckeraustauschstoff Maltitol (Maltit).

Wie der antioxidative Mechanismus dieser Zuckerstoffe im Allgemeinen und Trehalose im Speziellen funktioniert, wird in der Publikation hingegen nicht erläutert. Es wird nur ein Test erwähnt, bei dem gezeigt wurde, dass ein Molekül Trehalose mit der ungesättigten Kohlenstoffkette von Linolsäure interagiert - aber eben nicht, worin diese Interaktion genau besteht und wie sie die Oxidation verhindert.

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