Das hier ist die Propoliscreme, die ich in meiner Vorstellung erwähnt habe. Das Originalrezept gibt es hier: http://www.apitherapie.at/Herstellung_P ... creme.html
Ich habe es geringfügig abgeändert und möchte auch zu den Zutaten ein paar Worte sagen. Hier mal die Ingredienzien:
250g Olivenöl
75g Bienenwachs
20g Propolislösung 17%
15g Bienenhonig
Gesamtmenge: 360g
Das Olivenöl sollte aus der Apotheke kommen, oder von einem Presser, der verläßlich beste native Qualität herstellt. Dann hat das Öl auch entsprechend viele Fettsäuren. Vom Supermarkt kann man das auch nehmen, aber die Qualitätsbezeichnungen sind in der EU recht dehnbar in puncto Olivenöl.
Die Bienenprodukte, besonders das Wachs, sollten von einem Bio-Imker kommen. Hä? Bienen sind doch voll Bio!! Nein, nicht immer.
Bei den Bienen ist vor ca. 25 Jahren eine Milbe ausgebrochen (die Varroa, falls jemand "einefetzen" will), die die Bienen in ihrer Population schwer schädigt. Daher behandeln Imker gegen diese Milbe ihre Stöcke. Verwendet werden im besten Fall Ameisensäure oder Thymian, aber auch Oxalsäure und viele mehr kommen hier zum Einsatz. Rückstände davon finden sich kaum im Honig, sehr wohl aber im Wachs, das die "Leber" des Bienenstocks darstellt und aaaaalllllleeee Gifte auffängt. Zwar kann man sich bei Bienenprodukten wie Honig und Propolis derweil noch sicher sein, dass keine Pestizide drin sind, weil die Bienen eine pestizidvergiftete Biene einfach nicht mehr in den Stock einlassen, um sich so davor zu schützen, aber dennoch "saugt" das Wachs alle Gifte aus der Umgebung der Bienen ein.
Nun gibt es, wie überall, Imker, die sich darum kaum scheren und meinen, das sei alles nicht so schlimm und die chemikalien wären schon gesundheitsverträglich, weil sie ja schon immer damit behandeln... es gibt aber auch andere. Bio-Imker halten die Ansammlungen im Wachs niedrig und produzieren so ein Wachs, das man auch für Kosmetik verwenden kann. Wachs, das mit schweren Chemikalien belastet ist, kann zu Taubheit der Haut führen. Geschweige denn, dass ich sowas in meinem Mund haben will, wenn ich mir eine Lippenpflege oder einen Lippenstift draus mache.
Also wenn ihr zum Imker geht, das Wachs holen, dann fragt ihn doch mal, womit er gegen die Varroa behandelt. Ein Bio-Imker wird euch immer freudig darüber aufklären, denn er hat so seine liebe Not damit, das Spinnentierchen mit natürlichen Mitteln im Zaum zu halten. Einem, dem das Thema egal ist, dem solltet ihr nur den Honig abkaufen. Die Kriterien für einen zertifizieren Bioimker sind vielfältig und werden auch strengstens geahndet, sodaß manche zwar bio imkern, das Zertifikat aber nicht beantragen, weil ihnen sonst die Kontrolleure regelmäßig das Haus auf den Kopf stellen würden. Es gibt also auch gutes Wachs von nicht-zertifizierten Imkern.
Woran erkennt man Bio-Wachs? Es riecht nicht gut
Wenn das Wachs für Kosmetik wunderbar jungfräulich aussieht und ganz zart duftet, dann ist es das falsche Wachs, weil es a) von den Waben stammt, die nicht so stabil gebaut werden, oder b) weil es gebleicht wurde und vermutlich nicht sauber ist. Gutes Bio-Wachs riecht zwar nach Biene, hat aber eigentlich einen recht herben Beiduft, der von den verschiedenen Pollen kommt (Mal in ein Glas Pollen schnüffeln - dieser Duft muß sich auch in gutem Wachs wiederfinden)
Eine echte Alternative sind Wachse, die aus verschiedenen Gegenden in Afrika kommen. Dort ist die Varroamilbe nicht ausgebrochen und die Imker müssen nicht dagegen spritzen. Wenn ihr also nicht direkt zum Imker geht, sondern in einem Laden Wachs kauft, dann fragt doch vielleicht mal, woher das Wachs ursprünglich kommt. Afrika ist der größte Biowachs Produzent weltweit.
Zum Honig noch was: Waldhonig hat mehr Inhibine als Blütenhonig. Inhibine fördern die Eiterbildung. Wenn Kosmetik auf offenen oder wunden Stellen zum Einsatz kommt, dann ist eine mit Bütenhonig besser. Ich verwende auch für die obige Mischung den Blütenhonig. Und beim nächsten Tee gegen Halsweh auch dran denken: Blütenhonig nehmen, auch wenn man den Waldhonig lieber hat. Der entzündete Hals sagt danke.
Und noch zum Propolis: Eine Propolislösung kann man anstelle von einem Pflaster auf eine offene Wunde geben. Propolis ist das Kittharz der Bienen, sie schmieren damit den Stock zu gegen Zugluft, Wasser und Co. Es enthält wundheilende und entzündungshemmende Stoffe, auch fungizide, es kann also in die offene Wunde nichts mehr rein. Also falls euch das Propolis nicht für die Kosmetik passt, ihr es aber schon zuhause habt, dann einfach als Pflaster aufbrauchen.
Propolis und Bienenhonig sind unbegrenzt haltbar. Sie haben ein Ablaufdatum, weil es im EU-Raum vorgeschrieben ist, dass sie eines haben müssen.
Ok, puh, das waren doch mehr Worte, als gedacht - viel Spaß mit den sensationellen Bienensachen!




